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Tablet oder Notebook? Beides! 2in1-Geräte im Test

24.11.2017 | 16:15 Uhr |

Mit einer Kombination aus Tablet und Notebook bekommen Sie zwei Geräte zum Preis von einem. Welcher Tablet-Notebook-Hybrid dieses Versprechen am besten erfüllt, erfahren Sie in unserem Test.

2in1-Geräte vereinen Notebook und Tablet. Sie sind deshalb optimal für Sofa und Schreibtisch. Denn als Tablet eignen sie sich dank leichtem Gewicht, Touchscreen und meist lautlosem Betrieb fürs Surfen und zum Filmeschauen. Die ansteckbare Tastatur macht sie dann zum produktiven Arbeitsgerät für Schule, Studium und Beruf.

Kaufberatung 2in1-Geräte: Mehr Tablet oder mehr Notebook?

Um Tablet und Notebook zusammenzubringen, gehen die Hersteller verschiedene Wege: Bei Detachables sitzen die Hardware-Komponenten wie Prozessor, RAM und Speicher im Tablet. Es lässt sich mit einer passenden Tastatur per Bluetooth oder über einen Docking-Mechanismus verbinden: So wird das Tablet zum Notebook-Bildschirm. Bei einigen Detachables sitzt in der Tastatur ein zusätzlicher Akku oder eine weitere Festplatte, die sich nur im Notebook-Modus nutzen lassen. Ebenso wie weitere Anschlüsse, etwa USB oder ein Speicherkartenleser.

Mit der passenden Tastatur wird ein Detachable zum Notebook.
Vergrößern Mit der passenden Tastatur wird ein Detachable zum Notebook.
© Microsoft

Zu einem Detachable sollten Sie greifen, wenn Sie vor allem die Vorteile eines Tablets schätzen: geringes Gewicht, ein auch mit angesteckter Tastatur flaches Gehäuse sowie den komplett lautlosen Betrieb, weil diese Geräte meist eine SSD und keinen Lüfter haben.

Convertibles sind Notebooks, bei denen sich der Bildschirm um 360 Grad drehen lässt
Vergrößern Convertibles sind Notebooks, bei denen sich der Bildschirm um 360 Grad drehen lässt
© Lenovo

Convertibles sind Notebooks, bei denen sich der Bildschirm auf das Gehäuse oder die Tastatur klappen lässt, sodass Sie anschließend ein Tablet in der Hand haben. Bei den meisten Convertibles funktioniert das über 360-Grad-Scharniere am Display. Den Bildschirm können Sie auf die Rückseite des Notebooks klappen und halten das Gerät an der Tastaturseite. Die Tasten sind abgeschaltet, sodass Sie in diesem Modus keine versehentlichen Eingaben auslösen.

Bei 2in1-Geräten für den geschäftlichen Einsatz sind Convertibles inzwischen deutlich beliebter als Detachables: Denn im Beruf ist eine gute Tastatur unverzichtbar. Und das fest eingebaute Keyboard eines Convertibles schlägt in Sachen Ergonomie die Ansteck-Tastatur jedes Detachables. Die besten Convertibles finden Sie in unserem großen Vergleichstest von Business-Notebooks.

Die Systemfrage: Windows, iOS oder Android

Wie bei Tablets haben Sie auch bei 2in1-Geräten die Auswahl zwischen Produkten mit Windows, Android oder iOS. Die größte Auswahl gibt es bei Windows-Geräten. Windows 10 vereint Betriebssystem die Welten von Notebook und Tablet und lässt sich sowohl per Touchscreen und digitalem Stift wie mit Tastatur bequem bedienen. Außerdem ist es ideal fürs Multi-Tasking: Sie können bequem mit mehreren Programmen gleichzeitig arbeiten.

Apple hat mit iOS 11 die Multi-Tasking-Funktionen stark verbessert, wodurch sich das iPad Pro, das es als Variante mit 12,9 Zoll , 10,5 Zoll und auch noch mit 9,7 Zoll Display gibt, jetzt besser zum Arbeiten eignet. Vor allem punkten die iPads mit vielen Produktiv-Apps, die sehr gut für die Touchbedienung angepasst sind. Als Notebook-Ersatz überzeugt das iPad Pro weniger: Das als Zubehör erhältliche Smart Keyboard ist weniger flexibel und ergonomisch als gute Ansteck-Tastaturen für Windows-Geräte, das es nur einen Aufstellwinkel erlaubt und ihm Tastaturbeleuchtung und Touchpad fehlen. Es gibt für die Apple-Tablets allerdings passende Tastaturen anderer Anbieter zum Beispiel von Logitech ohne diese Defizite. Unerreicht ist das iPad Pro, wenn Sie kreativ arbeiten oder zeichnen, malen und Bilder bearbeiten: Zun seinem Eingabestift Apple Pencil sowie den passenden Apps gibt es bei Windows-Geräten keine gleichwertige Alternative.

Empfehlenswerte 2in1-Geräte mit Android finden Sie nur wenige - zum Beispiel das Lenovo Yogabook : Es bietet eine virtuelle Tastatur und natürlich Stifteingabe per Papier, die sich clever digitalisieren lässt. Allerdings eignet sich das Betriebssystem schlechter als Windows und iOS für Multi-Tasking und Arbeiten. Das hat wohl auch Google eingesehen und keinen Nachfolger für sein 2in1-Gerät Pixel C entwickelt.

Die Preisfrage: Von 200 und 2000 Euro

Die Preise für 2in1-Geräte beginnen bei rund 200 Euro. Dafür bekommen Sie ein 10- oder 11-Tablet mit Anstecktastatur und einem rechenschwachen Atom-Prozessor. Für Surfen, E-Mails oder einfache Texte reicht das vollkommen aus. Als PC-Ersatz können diese günstigen Detachables aber nicht dienen, denn alles, was rechenintensiver ist, dauert lange: Das gilt für Bild- und Videobearbeitung, aber auch wenn Sie Texte durchsuchen oder umfangreiche Tabellen berechnen wollen, müssen Sie Geduld mitbringen.

Mit günstigen Preis locken zum Beispiel das Trekstor Surftab Duo W1 und das Surftab Duo W3 . Das Ninetec Ultratab 10 Pro erlaubt per Multiboot einen Wechsel zwischen Windows und Android. Das Asus Transformer Book T101HA und das Lenovo Miix 310 sind etwas teurer, dafür aber besser ausgestattet. Alle günstigen 2in1-Geräte haben gemeinsam, dass sie sich als Notebook nur auf einer stabilen Unterlage nutzen lassen, da das Tablet meist schwerer ist als das Tastaturgehäuse und sie deshalb die Neigung haben, nach hinten zu kippen - vor allem, wenn Sie auf den Touchscreen tippen.

Ausreichende Rechenleistung für Spaß und Arbeit liefern nur 2in1-Geräte mit Core-Prozessor - oder das iPad Pro. Wer sich beim Arbeiten nicht stören lassen will, greift bei Windows-Geräten zu einem Modell ohne Lüfter wie dem Huawei Matebook , dem HP Elite x2 oder dem Acer Switch Alpha 12 . Auch vom Surface Pro 4 und dem Surface Pro (2017) gibt es lüfterlose Varianten.

Wichtiger als die Rechenleistung ist im Alltag, wie bequem sich das Tablet als Notebook bedienen lässt: Modelle mit eingebautem Standfuß stehen stabil und erleichtern es, den Neigungswinkel des Bildschirms wie bei einem Notebook anzupassen - das geht zum Beispiel bei den Surface-Modellen von Microsoft, dem HP Elite x2 und dem Dell Latitude 5285 , dessen Fuß automatisch ausfährt, wenn Sie es hinstellen. 

Leichter und flacher sind 2in1-Geräte mit einer Falttastatur: Ihnen dient die umgeschlagene Keyboard-Abdeckung als Stütze, wie etwa bei den iPad-Pro-Modelle und dem Samsung Galaxy Book 12 .

Testsieger: Apple iPad Pro 12.9

Hohe Rechenleistung, tolles Display, lange Akkulaufzeit – das iPad Pro 12.9 ist ein Tablet ohne Fehl und Tadel. Mit iOS 11 ist es außerdem Multi-Tasking-tauglicher geworden. Für Kreativarbeiter gibt es sowieso keine Alternative zum iPad Pro und dem Apple Pencil. Als Tablet absolut überzeugend, ist es als Notebook nur mit Einschränkungen zu empfehlen: Mit dem Smart Keyboard lässt  sich nicht wirklich bequem arbeiten und Anschlüsse für Peripheriegeräte gibt es kaum.

Apple iPad Pro 12.9: Zum ausführlichen Test

Apple iPad Pro 12.9: Zum günstigsten Preis

Das beste 2in1-Gerät mit Windows: Samsung Galaxy Book 12

Unter den 2in1-Geräten mit Windows 10 sticht das Samsung Galaxy Book 12 hervor. Es bringt viele Vorteile von Tablet und Notebook zusammen: Die Rechenleistung liegt auf gutem Laptop-Niveau, der tolle AMOLED-Bildschirm und die Ausstattung mit LTE und Typ-C-Buchsen betonen die Flexibilität eines echten Mobilgerätes. Aber nur wenn Sie bei einem 2in1-Gerät vor allem das Tablet nutzen wollen und die Tastatur nur gelegentlich benötigen, liegen Sie mit dem Galaxy Book richtig. Das Zusammenspiel mit der Tastatur und Stift bekommen andere Hersteller besser hin.

Samsung Galaxy Book 12: Zum ausführlichen Test

Samsung Galaxy Book 12: Zum günstigsten Preis

Das beste 2in1-Gerät zum Arbeiten: Microsoft Surface Pro (2017)

Soll bei Ihrem 2in1-Gerät die Balance eher in die Notebookrichtung ausschlagen, greifen Sie zum Microsoft Surface Pro (2017) - das beste 2in1 zum Arbeiten. Was ihm gegenüber iPad Pro und Galaxy Book an mobilen Vorteilen fehlt - kein LTE, höheres Gewicht, breiteres Gehäuse, etwas schwächere Akkulaufzeit - holt es über seine Notebook-Eigenschaften wie Standard-USB-Anschluss und die sehr ergonomische Type-Cover-Tastatur wieder auf.

Microsoft Surface Pro (2017): Zum ausführlichen Test

Microsoft Surface Pro (2017): Zum günstigsten Preis

Preistipp: Asus Transformer Book T101HA

Bei Rechenleistung, Mobilität und Bedienkomfort kann das 2in1-Gerät von Asus natürlich nicht mit den Testsiegern mithalten. Aber wenn Sie vor allem ein günstiges Windows-Tablet zum gelegentlichen Arbeiten suchen, dürfen Sie zugreifen. Denn es überzeugt mit einer ordentlichen Akkulaufzeit und besitzt einen hervorragenden Bildschirm, allerdings mit geringer Auflösung.

Asus Transformer Book T101HA: Zum ausführlichen Test

Asus Transformer Book T101HA: Zum günstigsten Preis

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