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Surfshark VPN im Test

27.02.2020 | 13:15 Uhr | Frank Ziemann

Surfshark ist einer der Neuzugänge in unserer Marktübersicht der VPN-Anbieter. Wir haben Surfshark VPN für Sie angetestet.

Stand Dezember 2019: Surfshark ist als Unternehmen auf den Britischen Jungferninseln registriert. Es bietet einen VPN-Dienst mit Client-Software für Windows, macOS und Linux (Ubuntu, Debian) sowie Apps für Mobilgeräte mit Android oder iOS an. Auch Apple TV und Amazon Fire TV sowie die Konsolen XBox und Playstation werden unterstützt. Außer einer VPN-Lösung für diese Plattformen, die alle Internet-Aktivitäten schützt, gibt es bei Surfshark auch Browser-Erweiterungen für Chrome und Firefox. Sie leiten nur Ihre Web-Aktivitäten mit dem jeweiligen Browser durch das VPN. Die Daten aller anderen Programme laufen ohne VPN über Ihre normale Internet-Verbindung.

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Bei Surfshark gilt nach eigener Darstellung eine „strikte No-Logs-Richtlinie“, es werden also „keine Verbindungs- oder Aktivitätsprotokolle“ gespeichert. Allerdings werden in der Android-App laut Analyse durch Exodus Privacy vier Tracker eingesetzt. Zu den drei Google-Trackern kommt noch der des US-amerikanischen Datensammlers AppsFlyer. Es sollen jedoch nur anonymisierte Nutzungsdaten für statistische Zwecke erhoben werden.

Marktübersicht: Die besten VPN-Dienste 2019 im Vergleich ➤

Surfshark hat 2018 das Berliner Sicherheitsunternehmen Cure53 mit einem Audit beauftragt, bei dem die Browser-Erweiterungen für Firefox und Chrome untersucht wurden. Zwei dabei aufgespürte Schwachstellen hat Surfshark umgehend beseitigt. Ansonsten zeigten sich die Pentester von Cure53 mit der Sicherheit der Browser-Erweiterungen zufrieden. Auch das AV-Test Institut hat Surfshark hohe Sicherheit und Transparenz bescheinigt.

Surfshark lässt Ihnen die Wahl aus mehr als 1000 Servern in über 60 Ländern. Unter den Server-Standorten sind neben Deutschland, Österreich und der Schweiz auch Großbritannien, die USA, Russland, Japan, Hongkong und Singapur. In einigen Ländern, etwa Albanien, Chile und Slowenien, stehen tatsächlich keine Server. Die stehen woanders und nutzen IP-Adressen, die diesen Ländern zugeordnet sind. Das ist bei vielen VPN-Anbietern so – Surfshark geht damit offen um. Der Wechsel zwischen den Standorten ist jederzeit per Mausklick möglich. Bevorzugte Standorte können Sie als Favoriten markieren. Es stehen auch einige so genannte MultiHop-Verbindungen zur Verfügung, bei denen zwei VPN-Standorte hintereinandergeschaltet sind. Sie können sich also zum Beispiel zunächst nach Kanada verbinden und von dort weiter in die USA.

Speziell für bestimmte Zwecke, etwa Streaming oder Torrents, optimierte Server stehen nicht in der Liste. In der englischsprachigen FAQ findet sich der Hinweis, dass Sie etwa für Netflix US jeden beliebigen Server wählen können, sofern er nicht in einem Land steht, für das Netflix einen eigenen regionalen Dienst anbietet (zum Beispiel Deutschland oder Großbritannien). Für Netflix DE muss es hingegen ein Server in Deutschland sein. Anders bei Amazon Prime Video US, für das ein US-Server gewählt werden sollte. Auch für P2P (Peer-to-Peer) gibt es Empfehlungen in den FAQ-Seiten. DNS-Leaks werden durch eigene DNS-Server vermieden.

Surfshark VPN - Einstellungen
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Konfiguration
Nach der Installation des Windows-Clients können Sie im Grunde gleich loslegen. In den Einstellungen können Sie festlegen, ob Surfshark VPN beim Windows-Start automatisch geladen und ob beim Start sogleich eine VPN-Verbindung aufgebaut werden soll. Der so genannte „Kill Switch“ ist nicht voreingestellt. Der Kill Switch ist eine Art automatischer Notausschalter, der Ihre Internet-Aktivitäten blockiert, falls die VPN-Verbindung abbricht. Damit vermeiden Sie, plötzlich und unerwartet ohne Schutz im Netz unterwegs zu sein.

Bei den VPN-Protokollen stehen OpenVPN, IKEv2 und Shadowsocks zur Wahl – oder die Automatik (Standard). Surfshark bietet zudem ein paar Zusatzfunktionen. Unter dem Namen CleanWeb verbirgt sich ein Web-Filter, der Werbung, Tracker und Malware blockieren soll. Der so genannte Whitelister ermöglicht es Ihnen, Programme und Websites festzulegen, die eine aktive VPN-Verbindung umgehen dürfen. Das kann etwa fürs Online-Banking oder für E-Mail sinnvoll sein. Aufpreis (1 € pro Monat) kosten die Funktionen HackLock und BlindSearch, die noch als Beta-Versionen gelten. HackLock soll Sie warnen, falls Ihr Mail-Konto gehackt wird. BlindSearch bietet eine anonymisierte und werbefreie Suche über die Bing API, ähnlich wie DuckDuckGo.

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Linux
Wer erwartet, unter Linux einen VPN-Client mit grafischer Bedienoberfläche zu erhalten, wird auch bei Surfshark enttäuscht sein. Wie bei den meisten anderen Anbietern, wenn überhaupt, gibt es lediglich eine Konsolenanwendung für Freunde der Kommandozeile, sprich Terminalfenster. Auch um sie zu installieren, müssen Sie die Shell bemühen. Immerhin wird die Einrichtung und Benutzung ausführlich erklärt, wenn auch in englischer Sprache.

Android
Die Einstellungen der Android-App (Version 2.5.5) bieten teils andere Optionen als die des Windows-Clients. Auch hier ist der Kill Switch nicht ab Werk aktiviert. Sie können für verschiedene Netze (Mobilfunk, sicheres WLAN, unsicheres WLAN) festlegen, ob automatisch eine VPN-Verbindung aufgebaut werden soll. Bei der Nutzung öffentlicher WLAN-Hotspots, Hotels eingeschlossen, ist das zu empfehlen.

Surfshark VPN - Android-App
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Die Android-Ortungsdienste können Ihren tatsächlichen Standort an Apps weiterreichen. Die Surfshark-App bietet die Möglichkeit, die GPS-Koordinaten an den von Ihnen gewählten VPN-Standort anzupassen. Alternativ schalten Sie die Ortungsfunktionen im Gerät ganz ab. Sie können die Datensammlung durch die Tracker deaktivieren – ob es wirkt, lässt sich nicht überprüfen. Die Zusatzfunktionen CleanWeb, Whitelister, BlindSearch und HackLock stehen auch in der Android-App zur Verfügung.

Probefahrt
Bei den Tests der VPN-Verbindungen haben wir die werksseitigen Voreinstellungen beibehalten. Der Wechsel zu einem Server in einem anderen Land ist mit zwei Mausklicks erledigt und geht in der Regel recht flott. Dass keine Verbindung mit einem gewünschten Standort möglich war, ist während des Testzeitraums nicht vorgekommen. Auch Verbindungsabbrüche oder drastische Geschwindigkeitseinbußen sind nicht aufgetreten. Bei Downloads liegt die VPN-bedingte Geschwindigkeitseinbuße im einstelligen Prozentbereich, verglichen mit Downloads ohne VPN.

Über britische VPN-Standorte können Sie Videos im BBC iPlayer schauen (sofern Sie sich bei der BBC registriert haben). Um in der ORF-TVthek Videos zu gucken, die nur aus Österreich abrufbar sind, wählen Sie einen österreichischen VPN-Server. Beides hat im Testzeitraum gut funktioniert, auch abends. Der File-Hoster ZippyShare, der Benutzer aus Deutschland und einigen anderen EU-Ländern aussperrt, ist über einen VPN-Standort in einem anderen europäischen Land erreichbar, etwa Polen.

Die Nutzung von Netflix US hat leider nicht so einfach wie oben beschrieben geklappt – eine Anmeldung bei Netflix US war bei diversen US-Standorten nicht möglich. Erst mit der Hilfe des Surfshark-Supports per Chat konnte eine Prozedur gefunden werden, mit der es nach mehreren Versuchen schließlich geklappt hat. Derartige Probleme können Ihnen bei jedem VPN-Dienst begegnen und auch nicht nur mit Netflix.

Surfshark - Netflix-Fehlermeldung
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Der Hintergrund ist der anhaltende Wettstreit zwischen Netflix und anderen Streaming-Diensten einerseits sowie den VPN-Anbietern andererseits. Netflix und Co. wollen nicht, dass jemand ihre Dienste in anderen Ländern per VPN nutzt. Sie unternehmen einiges, um dies zu unterbinden. Das hat auch rechtliche Gründe, denn im Einzelfall kann Netflix die Rechte an einen Film oder eine Serie nur für die USA besitzen, für Europa hat sie ein anderer Streaming-Dienst. Im Gegenzug versuchen die VPN-Anbieter, die Wünsche ihrer Kunden zu ermöglichen. Das heißt auch, was heute noch funktioniert, kann morgen schon fehlschlagen. Wenn Sie Netflix US gucken wollen und es nicht klappt, wenden Sie sich also an den Support Ihres VPN-Anbieters. Dort werden Sie geholfen.

Preise
Surfshark VPN bietet Software für Windows, macOS, Linux, Android, sowie iOS und andere Plattformen. Erhältlich sind Abos mit unbegrenzter Bandbreite für einen Monat (9,89 Euro), ein Jahr (59,88 Euro) und zwei Jahre (42,96 Euro) - derzeit der beste Deal! Sie können Surfshark VPN mit einem Abo auf unbegrenzt vielen Geräten nutzen – etwa PC, Notebook, Smartphone, Spielekonsole und iPad. Eingeschlossen ist eine Geld-zurück-Garantie für 30 Tage. Auch ein 7-Tage-Gratistest ist im Angebot.

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