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Super Mario Run angezockt - ein echtes Mario ist das nicht

16.12.2016 | 11:46 Uhr |

Super Mario Run ist erschienen und hat mir eine Stunde lang die Zeit auf dem iPad versüßt. Doch dann war die Luft raus. Zu wenig für ein 10-Euro-Spiel, finde ich.

Zunächst einmal: Für ein Ein-Daumen-Spiel hat mich Super Mario Run (frisch erschienen für iOS) durchaus positiv überrascht. Aber nicht, weil Super Mario Run so gut ist, sondern weil es da draußen so viele schlechte Spiele aus diesem Genre gibt. In Super Mario Run rennt Mario automatisch und überspringt auch automatisch kleinere Hindernisse und Gegner. Der Kniff: Drückt man das Display während Mario einen Bocksprung über einen Gegner macht, dann gibt es Extra-Münzen und Mario springt etwas höher.

Das Sammeln von Münzen ist das Hauptziel von Super Mario Run. In von anderen Mario-Spielen her gewohnten Kulissen gilt es möglichst viele Münzen zu sammeln. Die Grundversion des Spiels ist gratis, aber spätestens nach 10 Minuten muss man in die Tasche greifen und erhält dafür insgesamt 6 Welten mit 24 Levels. Im Modus Toad Ralley kann man dann noch gegen andere Spieler antreten und muss dabei möglichst viele Münzen sammeln. Und wozu sammelt man die ganzen Münzen? Um sie dann im Modus Königreich für Toads, Verzierungsgegenstände und Gebäude auszugeben, die dann das persönliche Königreich verschönern. Hauptziel ist es natürlich, die Prinzessin Peach zu retten...

Dabei haben die Nintendo-Entwickler durchaus auch ein paar schöne Ideen umgesetzt. Die Levels sind abwechslungsreich gestaltet und immer wieder stoße ich auf neue geheime Bereiche. Ein wichtiges Nebenziel ist es, die in den jeweiligen Leveln verstreuten farbigen Münzen zu erhalten. Hat man alle fünf Münzen, dann erwarten den Spieler fortan fünf neue Münzen in einer neuen Farbe, die noch kniffliger im Level verteilt sind. Das lädt dazu ein, einen Level immer und immer wieder neu zu besuchen. Allerdings: Wie bei jedem anderen Dauerrennspiel führt das dazu, dass man einen Level neu starten muss, wenn man an einer benötigten Münze vorbeigelaufen ist. Man läuft ja mit Mario schließlich immer von links nach rechts und kann nie zurück. Gerade bei besonders fies positionierten Münzen kann das schnell zu Frust führen.

Viele Level aber nur kurze Spielzeit

24 Level klingt zwar nach viel, aber jeder Level ist nach spätestens 2-3 Minuten durchgespielt. Das "Farbige Münzen"-Sammeln lädt zum erneut Besuch der Levels ein. Oder man sammelt einfach immer und immer wieder normale goldene Münzen.

Ein Grund, warum Mario-Spiele auf den Nintendo-Spielekonsolen so toll sind, ist deren Umfang. Der ist bei Super Mario Run deutlich geschrumpft. Hinzu kommt, dass für das Spielen eine bestehende Internet-Verbindung benötigt wird. Das ärgert mich persönlich schon bei vielen, vielen anderen mobilen Spielen. Und jetzt macht auch Super Mario Run diesen Unsinn... Arghl...

Unterm Strich: Ja - Super Mario Run ist ein schönes Spiel geworden, das sich von der Qualität überaus positiv von den vielen schlechten iOS-Spielen abhebt.

Super Mario Run passt nicht in die Mario-Spiele-Historie

Aber Super Mario Run ist kein Mario-Spiel und ich weigere mich diesem iOS-Spiel einem Platz in der Riege der Mario-Spiele zuzusprechen. Echte Mario-Spiele fesseln Stunden, Tage vor dem Bildschirm, überraschen mit immer neuen Spielmechaniken und machen auch nach dem 100sten Durchspielen immer noch Spaß. Wie Super Mario Galaxy, Super Mario Galaxy 2, Super Mario 3D World, Super Mario 64, und, und, und....

Super Mario Run ist dagegen wie ein guter alter Freund, der kurz vorbeischaut, mir zehn Euro aus der Tasche zieht und dann fröhlich strahlend wieder davon zieht. Und dem man dann auch irgendwie nicht böse sein kann. Er sollte halt nicht zu häufig vorbeikommen.

Wer zehn Euro ausgibt, erhält für ein paar Stunden etwas Spielspaß. Mehr nicht und auch nicht weniger. So gesehen hat das Spiel immerhin eine Daseinsberechtigung und wer damit Spaß hat, möge diesen Spaß genießen. Und wer ein echtes Mario-Spiel unterwegs spielen möchte, der greife zum Nintendo 3DS...

Auch die Kollegen der Macwelt haben Mario angespielt


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