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Sprachsteuerung: Das iPhone hört auf Kommando

22.06.2009 | 12:30 Uhr |

Neben Hardware-Verbesserungen bietet das iPhone 3G S auch softwareseitig ein paar Verbesserungen: Neu ist beispielsweise die Sprachsteuerung. Sie ermöglicht es, Kontakte anzurufen oder den iPod zu bedienen. Aktiviert wird sie, indem der Nutzer länger den Home-Button unten in der Mitte des iPhones gedrückt hält. Nach gut drei Sekunden kann der Anwender seinen Befehl sprechen. Dabei versteht das iPhone 3G S frei gesprochene Befehle und ist nicht auf eine bestimmte Wortkombination fixiert. Hilfestellung zu den Befehlen gibt der Bildschirm, auf dem mögliche Befehle als Laufschrift vorüberziehen. Schön gelöst.

Um einen Kontakt anzurufen, sollte der Nutzer beispielsweise "Sabine Meyer anrufen" sagen. Nennt der Anwender nur den Vornamen, fragt das Handy nach, wenn es mehrere Kontakte mit demselben Vornamen gibt. Sind zum Teilnehmer mehrere Telefonnummern gespeichert, fragt das Handy ebenfalls nach, ob es auf dem Handy, zuhause oder im Büro anrufen soll.

Auch wenn die automatische Stimme noch sehr blechern und automatenhaft klingt, funktioniert die Spracherkennung im Test recht gut. Trainieren lässt sich die Sprachsteuerung allerdings nicht. Es ist eher anders herum: Wenn die Spracherkennung anfangs hakt, passt sich der Anwender mit seiner Aussprache den Hörgewohnheiten des Sprachcomputers an.

Probleme mit der Spracherkennung gibt es bei gleich klingenden Namen mit unterschiedlicher Schreibweise. So haben wir zum Testen im Telefonbuch eine Sabine Meyer und eine Sabine Mair angelegt. Bei Nutzung der Sprachbefehle erkennt das System aber nur Frau Meyer als passenden Kontakt. Frau Mair hat das System gar nicht vorgeschlagen.

Haben wir zusätzlich noch eine Sabine Maier zu unseren Kontakten hinzugefügt, hat die Sprachsoftware zwar mehrere gleiche Namen identifiziert. Zu spezifizieren, welche Maier/Meyer denn gemeint sei, gelingt dennoch nur zum Teil. Während das System den Zuruf "Maier mit A und I interpretieren kann und die richtige Nummer wählt, versagt die Technik bei "Meyer mit E und Y (sprich Üpsilon)".

Auch der iPod im iPhone bzw. im iPod Touch lässt sich per Sprache steuern. Der Nutzer muss dazu jedoch immer das Schlagwort "Band" oder "Sänger" erwähnen, sonst kann die Spracherkennung die Anwendung nicht dem iPod zuordnen und den Befehl ausführen. Neben Interpreten kann der iPhone-Besitzer auch den Titel eines Liedes in das Mikrofon sprechen. Binnen einer Sekunde spielt der Musikplayer das Lied ab - sofern er es erkannt hat.

Die Trefferquote bei den Sprachbefehlen für den iPod ist nicht berauschend. Gerade englische Sänger und Songtitel identifiziert die Software oft nicht. Und mit einzelnen Buchstaben wie bei der Popgruppe INXS kann sie auch nichts anfangen. Zudem gibt es immer wieder Überraschungen, wenn die Spracherkennung willkürlich wählt. Aus dem Song "Don't speak" wird dann schon mal der Titel "Don't cry".

Kamera, Google Maps oder iTunes lassen sich per Sprachbefehl nicht öffnen. Und auch auf die Frage "Wie viel Uhr ist es?" fällt der Spracherkennung keine Antwort ein. Hier gibt es also noch Verbesserungspotenzial.

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