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Speaker-System Sonos Roam im Test

22.04.2021 | 14:05 Uhr | Markus Pilzweger

Sonos komplettiert sein Speaker-System und präsentiert mit dem Roam einen handlichen Wegbegleiter für Innen und Außen – mit Springbrunnen-Effekt.

Musik ist heutzutage allgegenwärtig. Über die gängigen Musikdienste lassen sich zu Hause oder unterwegs die Lieblingssongs abspielen und die nächste musikalische Entdeckung ist nur zwei Klicks entfernt. Logisch, dass man auch unterwegs die Mucke in anständiger Qualität wiedergeben möchte. Nach dem tragbaren Sonos Move (der sich auf Grund seiner Größe maximal für den heimischen Garten eignet) ergänzt der Sonos Roam das Angebot an mobilen Systemen nach unten. Der Speaker ist Bluetooth-fähig, in heimischen Gefilden integriert er sich jedoch anstandslos in ein bestehendes Sonos-Netzwerk.

SONOS Roam bei Media Markt für 179 Euro
 
Von der Haptik und seinem Gewicht macht der Roam vom ersten Augenblick an einen sehr wertigen Eindruck. Er kann sowohl horizontal als auch vertikal aufgestellt werden, wobei die horizontale Position für mich geschmacklich stimmiger ist. Die Einrichtung des Speakers ist wie immer sehr einfach: Auspacken, einschalten und per Sonos-App einrichten beziehungsweise einem vorhandenen Netz hinzufügen. Auf der Rückseite des Players befindet sich der Ein-Aus-Schalter, über den auch die Bluetooth-Kopplung gestartet werden kann. Geladen wird der Roam über Micro-USB. Ein Ladekabel liegt dem System bei, ein passender Stecker allerdings nicht. Hier kann aber jeder gängige USB-Stecker (beispielsweise vom Tablet oder Smartphone) verwendet werden.
 
Der Roam wiegt knapp ein halbes Kilogramm und ist 16,8x6,2x6 Zentimeter groß. Damit liegt das Gerät gut in der Hand, wiegt aber nicht zu viel und eignet sich wunderbar für den mobilen Einsatz. Er passt mit seinen Maßen auch gut in Jackentaschen oder Rucksäcke. Eine LED gibt Aufschluss darüber, ob der Roam eingeschaltet und sich im Netz befindet (weiß), im Bluetooth-Modus ist (blau) oder nachgeladen werden möchte (rot). Sehr schön gelöst ist, dass der Sonos Roam automatisch in den Bluetooth-Modus umschaltet, sollte er sich außerhalb des Sonos-Netzwerks befinden. Lästiges Umschalten oder Knöpfchen drücken entfällt damit. Umgekehrt ist es genauso.
 
Kommen wir zum Sound: Dieser klingt für ein doch relativ kleines Gerät erstaunlich gut und ausgewogen. Stimmen oder Instrumentalpassagen wie Klavier oder Gitarren werden sehr klar und eindeutig ausgegeben, da verschwimmt nichts und die Wiedergabe ist durchaus raumfüllend. Schach wird es hingegen bei der Basswiedergabe, was bei der Größe nur natürlich und logisch ist. Für den Einsatz als mobiler Player ist dieser Malus allerdings auch zu verschmerzen, geht es in diesem Anwendungsbereich auch eher darum, Outdoor-Feiern mit Musik zu unterlegen oder für eine bestimmte Hintergrundatmo zu sorgen. Genug Power in Sachen Lautstärke ist hingegen auf jeden Fall vorhanden. Voll aufgedreht ist es für ein kleines Zimmer fast schon zu laut – hier kommt der Roam aber auch schon an seine Grenzen, was die Wiedergabequalität angeht. Außen genügt die Lautstärke locker, um Bereich über 10 – 15 Meter zu beschallen. Das wird ein Spaß im Freiluftschwimmbad – sobald man wieder hin darf.

SONOS Roam bei Media Markt für 179 Euro
 
Und wo wir gerade beim Thema Wasser sind: Der Roam ist laut Sonos wasserdicht nach IP67 (bis ein Meter Tiefe für maximal 30 Minuten). Wir konnten es uns auch nicht nehmen lassen, das auszuprobieren. Also schwupps eine Schüssel mit Wasser befüllt, den Roam eingetaucht und die Musik gestartet. Nichts passiert. Kurzer Schockmoment, der Roam konnte nicht im Netzwerk gefunden werden. Ups. Vielleicht doch nicht so wasserdicht und ein Roam weniger auf der Welt? Also wurde er kurzerhand herausgeholt, abgetrocknet – worauf er wieder im Netzwerk auftauchte. Zweiter Versuch: Diesmal starten wir den Sond und legen ihn dann ins Wasser. Es funktioniert. Und obendrein mit einem netten Springbrunneneffekt (siehe Bild). Wiedergegeben wurde übrigens „Wherever I may roam“…

Ein Brunnen im Wohnzimmer...
Vergrößern Ein Brunnen im Wohnzimmer...

 
Der integrierte Akku sorgt laut Sonos für maximal 10 Stunden Musikwiedergabe am Stück (je nach Lautstärke kann das auch weniger sein) und maximal 10 Tage im Standby-Modus. Gut ist die integrierte Trueplay-Funktion, die den Roam jedesmal, wenn er irgendwo aufgestellt wird die Sound-Wiedergabe an die Umgebung anpasst. Über eine Swap-Funktion können Songs im häuslichen Netzerk vom Roam an den nächstgelegenen Player weitergegeben werden. Eine Funktion, die sich dem Tester irgendwie nicht so recht erschließen will, aber immerhin so funktioniert, wie sie soll. Und wer möchte, kann schließlich auch zwei Roam zu einem Stereopaar verbinden.
 
Optional erhältlich ist ein magnetisches, drahtloses Ladegerät für den Roam, er kann aber auch mit jedem Qi-Ladegerät mit Strom versorgt werden.
 
Fazit: Musikfreunde, die häufig unterwegs sind und einen hochwertig verarbeiteten, wasserdichten Player suchen, sollten einen Blick riskieren. Insbesondere, wenn bereits ein Sonos-System zu Hause vorhanden ist. Denn im Gegensatz zu einem klassischen Bluetooth-Player verhält sich der Roam im Netzwerk wie ein ganz normaler stationärer Speaker von Sonos. Sehr bequem ist dabei auch der automatische Wechsel zwischen Bluetooth und Netzwerk.

SONOS Roam bei Media Markt für 179 Euro

Der Sound geht für einen mobilen Player absolut in Ordnung. Insbesondere bei den Höhen, der Stimm- oder Instrumentalwiedergabe spielt der Roam seine Stärken aus. Auch die Mitten kommen gut rüber. Bei den tiefen Tönen fehlt es leider. Fans basslastiger Musik sollten also prüfen, bevor sie sich binden. Daher kommt der Roam als Player im heimischen Sonos-Netz auch nicht so richtig gegen einen Play:1 an, der hier mehr Breite bietet.
 
Dennoch: Als Ergänzung für Frischluftfans mit Drang nach Musik ist der Roam auf jeden Fall einen Blick wert. Der Sonos Roam kostet 179 Euro und ist ab sofort erhältlich .

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