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Sony MDR-DS 5100

08.12.2003 | 12:27 Uhr |

Sony MDR-DS 5100

Der für 600 Euro mit Abstand teuerste Testkandidat, der Infrarot-Kopfhörer Sony MDR-DS 5100, weist seine Kontrahenten in Sachen Verarbeitung klar in die Schranken. Das zeigen bereits Design und Aufbau der Basisstation.

In der edlen Metallhülle steckt viel Technik: Die Sony-Kombi versieht nicht nur zweikanaligen Raumklang aus analogen Quellen mit Surround-Sound, sie besitzt auch Decoder für Dolby Digital und DTS. Die beiden 5.1-Decoder erhöhen die Chancen auf ein realistisches Klangerlebnis, da die fehlerträchtige Verarbeitungsstufe zum Entflechten der Tonkanäle entfällt. Für jedes der drei Raumklang-Programme Dolby Surround, Dolby Digital und DTS stellt die Sony-Basisstation zwei unterschiedliche Modi bereit, "Music" und "Dolby Virtual".

Letzteres ist ein Verfahren, das über zwei Lautsprecher - oder eben einen Kopfhörer - den Klang einer Heimkino-Anlage mit fünf Lautsprechern simulieren soll. Über die Eigenschaften von "Music" schweigt sich die Anleitung zwar aus, doch der Name legt nahe, dass dieser Modus für Musikwiedergabe optimiert wurde.

Auch für Kabel-Kopfhörer

Die Sony-Basis bietet nicht nur kabellosen Raumklang, sondern stellt auch eine Klinkenbuchse für kabelgebundene Kopfhörer inklusive Lautstärkeregler zur Verfügung. Die Infrarot- Sender links und rechts der Front gehen überaus kräftig zu Werke. Bis zu zehn Meter Reichweite spezifiziert Sony.

Die Qualität der Übertragung war im Test besser als die der beiden auf dem Papier überlegenen Funksysteme von AKG und Philips. Im 30 Quadratmeter großen Testraum gab es keinerlei Empfangslöcher, auch in den Ecken nahm die Qualität nicht ab. Der Sony-Hörer wartet zudem mit einem netten Trick auf: Wie man ihn auch dreht und wendet, es ist kein Einschalt-Knopf zu finden.

Trotzdem startet er beim Aufsetzen sofort mit der Wiedergabe. Des Rätsels Lösung: Der Schalter sitzt im Kopfband. Wenn es sich beim Aufsetzen dehnt, wird der Hörer mit Strom versorgt. Das ist nicht nur pfiffig, sondern praxisgerecht. So vergisst man nie, den Hörer auszuschalten. Fummelig sind dafür die kleinen Regler-Rädchen geraten, die man bei aufgesetztem Hörer nicht auf Anhieb findet.

Ein Manko ist auch, dass Sony zwar einerseits Mignon-Akkus mitliefert, aber kein Ladegerät - unverständlich bei diesem Preis. Sehr angemessen hingegen ist die Klangqualität. Vor allem der Raumklang beeindruckt durch Luftigkeit und Präzision. Die gefürchtete Ortung im Kopf verschwindet fast völlig - das ist überhaupt kein typischer Kopfhörerklang mehr. Allerdings verfärbt der Sony den Klang vor allem im Music- Modus kräftig.

Deutlich weniger, aber immer noch wahrnehmbar, legt er in der Betriebsart "Dolby Virtual" falsche Klangfarben auf. Frei von solchen Verfälschungen zeigt er sich erst bei deaktiviertem Raumklang. So klingt er luftig, direkt und ausgeglichen, aber nicht so bassstark wie die beiden Konkurrenten.

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