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Sonos Move im Test

18.12.2019 | 15:39 Uhr | Markus Pilzweger

Schickes Design, tragbar, starker Klang. Doch ist der Speaker eine pfiffige Ergänzung oder eher etwas für jemanden, der schon alles hat?

Recht schlicht und auf den ersten Blick unscheinbar kommt das neue Mitglied der Sonos-Familie daher – der Sonos Move. Der erste tragbare Lautsprecher des Unternehmens ist im Vergleich zum eher zierlichen Play:1 ein echter Brummer: mit 240mm x 160mm x 126mm ist er knapp 50 % größer und rund 1,2 Kilogramm schwerer als das Geschwisterchen. Das Gewichtsplus erklärt sich logischerweise durch den Akku, der für den Betrieb in der Wohnung oder im Freien zuständig ist.

Sonos-Nutzer werden sich mit dem Move schnell zurechtfinden. Statusleuchten auf der Oberseite geben Auskunft über Betriebszustand oder das aktivierte Mikro, über Touch-Buttons wird die Wiedergabe gesteuert – soweit bekannt von Sonos One oder Play:5 . Eine kleine Akkuleuchte informiert über den Ladezustand der Stromlieferanten. Versteckt an der Hinterseite befinden sich ein Ein-Aus-Schalter, die Verbindungstaste sowie eine Modus-Taste (Bluetooth/WLAN). Bei WLAN werden einige Sonos-Nutzer aufhorchen. Denn normalerweise werden neue Sonos-Lautsprecher in ein vorhandenes Sonos-Netzwerk aufgenommen, das wiederum per Bridge mit dem Internet verbunden ist. Das ist auch beim Move der Fall. Sofern ebereits ein Sonos-Netzwerk vorhanden ist, integriert sich der Player auch in selbiges.

Ist der Move ihr erster Sonos-Speaker, wird  das heimische WLAN angezapft, Zugangsdaten müssen dann entsprechend auf dem Player gespeichert werden. Der Move taucht nach der Einrichtung - wie alle eventuell bereits vorhandenen Player - in der Sonos-App auf. Der Betrieb im Freien ist per WLAN logischerweise nur möglich, so lange das Netz auch verfügbar ist, ist kein Netz mehr vorhanden, muss die Wiedergabe auf Bluetooth umgestellt werden. Abschließend wird der Move noch für Amazon Alexa freigeschaltet, um den Speaker per Sprachbefehl steuern zu können.

Nach der Einrichtung ist erst einmal ein Workout fällig. Der Move wird geschnappt und im Sportzimmer auf einem Regal platziert. Per Sprachsteuerung basslastige Mucke ausgesucht und los geht’s. Bei der Wiedergabequalität gibt der Move dabei durchgängig ein gutes Bild ab. Die Bässe kommen gut rüber, auch die Höhen und Mitten der unterschiedlichen Songs sind klar und deutlich. Ein Übersteuern oder Klirren ist wenn, dann nur im Maximal-Lautstärkebereich zu vernehmen.

Sonos Move
Vergrößern Sonos Move
© Sonos

Wer möchte, kann die integrierte Trueplay-Funktion automatisch im Hintergrund laufen lassen. Mit Hilfe dieses Features passt der Speaker den Sound an den jeweiligen Wiedergabeort an. Die Option ist durchaus empfehlenswert, da sich im Test das Klangbild je nach Situation durchaus verändert und dabei auch verbessert hat. Klangpuristen, die bei Streaming-Lautsprecher gerne die Nase rümpfen, werden sich auch vom Move nicht überzeugen lassen. Nutzer, die einfach Musik hören möchten, egal wo sie sind und das in einer für herkömmliche Ohren durchaus hohen Qualität, kommen beim Move hingegen voll auf ihre Kosten.

Die Leistung des Speakers genügt dabei vollkommen, um ein mittelgroßes Zimmer in absolut ausreichender Lautstärke beschallen zu können. Im Freien verliert er in der Hinsicht ein wenig, allerdings genügen auch hier die Reserven allemal, um eine Grillparty oder Geburtstagsfeier ordentlich zu beschallen – und nach 22:00 Uhr sollte ja sowieso ein wenig reduziert werden. Und da wir gerade beim Thema sind: Der Move ist recht robust gestaltet und laut Sonos relativ unempfindlich gegenüber Stößen, Stürzen, Feuchtigkeit, Staub, UV-Strahlung oder hohen Temperaturen sein. Da wir mit Testgeräten ungern Falltests durchführen, können wir dies nicht verifizieren. Und Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit bedeutet auch nicht, dass man den Speaker im Regen stehen lassen darf. Hier sind also ein paar Vorsichtsmaßnahmen – gerade beim Betrieb im Freien – nötig.

Sonos gibt die Laufzeit des Move mit einer Akkuladung mit 10 Stunden an. Im Test zeigte sich, dass dieser Wert durchaus erreichbar ist, wenn auch nicht bei maximaler Lautstärke. Löblich ist, dass der Move sowohl über die mitgelieferte Ladestation als auch über ein herkömmliches USB-C-Kabel aufgeladen werden kann.

Praktisch am Move ist in erster Linie, dass man ihn überall hin mitnehmen kann. Sei es beim Training, der Feier im Partykeller oder als Sound-Untermalung im Freien. Die Wiedergabequalität ist sehr gut, egal ob Klassik, Mainstream, HipHop oder Metal, der Sound kommt immer klar und dem nötigen Druck aus den Hoch- und Mitteltönern. Eine Zusammenschaltung zweier Move zu einem Stereo-Paar ist möglich, allerdings lässt sich diese Kombi nicht in ein Home Entertainment-Setup integrieren (wie beispielsweise zwei Sonos Ons zusammen mit einem Sub und einer Beam). Eher unpraktisch ist der Move leider auch als Speaker am Badesee oder Strand, schlichtweg auf Grund seiner recht unhandlichen Maße und des hohen Gewichts.

Stellt sich die Frage, für welchen Nutzungstyp der Move geeignet ist?

Typ A wäre beispielsweise jemand, der noch keinen Sonos-Speaker und eine kleine Wohnung plus Garten besitzt. Die Anschaffungskosten sind überschaubar und man hat in jedem Raum sowie draußen einen hochwertigen Sound.

Typ B bewohnt eine Einzimmerwohnung  - hier macht der Move eher weniger Sinn, stattdessen würden sich zwei Play:1 als Stereopaar anbieten, die in etwa gleich viel kosten würden.

Typ C schließlich hat bereits mehrere stationäre Speaker in seiner Wohnung/seinem Haus im Einsatz. Hier kann der Move eine abschließende Ergänzungsanschaffung sein, um die letzten weißen Flecken der Wohnung und auch den Außenbereich abzudecken. Ob die Bequemlichkeit an der Stelle den Preis rechtfertigt, muss allerdings abgewogen werden.

Der Sonos Move ist aktuell nur in Schwarz erhältlich und kostet 399 Euro.

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