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Im Test: Die besten Anti-Virus-Tools für 2021

09.12.2020 | 08:07 Uhr | Arne Arnold

Es sind zwölf Programme im Test, von denen elf mit Spitzenwerten beim Virenschutz abschneiden. Nur eines fiel deutlich ab. Die wichtigsten Unterschiede zeigen sich bei den Geschwindigkeitstests. Einige Programme bremsen das System spürbar.

In unserem großen Vergleichstest für Ihre Antiviren-Software 2021 ist es diesmal richtig spannend. Zwar schneiden fast alle Programme beim Virenschutz sehr gut ab. Doch umso mehr lohnt es sich, in den anderen Testkategorien genauer hinzuschauen. Das betrifft vor allem die Geschwindigkeitstests. Im Folgenden stellen wir die interessantesten Testergebnisse sowie die Gewinner und Verlierer des Tests vor. Wichtig sind auch die Preise. Viele Hersteller locken mit Angeboten. Alle Ergebnisse gesammelt finden Sie in der Tabelle am Ende des Artikels.

Testergebnisse: So schneiden die Tools beim Virenschutz ab

Die Experten vom Prüfinstitut AV-Test  haben die Sicherheitsprogramme zwei Monate lang genau unter die Lupe genommen. Fortlaufend mussten die Tools zeigen, wie gut sie einen PC gegen die jeweils neuesten Schädlinge schützen können. Die Tests beinhalten auch Infektionsversuche über Webseiten und per Mail. 370 solcher Angriffe mussten die Programme abwehren. Zusätzlich schaufelten die Experten auch rund 13.600 neue Viren auf die Festplatten und prüften, ob die Scanner diese erkennen.

In diesem Test schlugen sich fast alle Programme exzellent! Elf Programme konnten alle Angriffe komplett blocken und alle Schädlinge korrekt erkennen. Eine Erkennungsrate von 100 Prozent ist ein wirklich sehr guter Wert. Lediglich das Programm Malwarebytes Premium übersah einige Schädlinge. Dieses landet in unserem Test dann auch auf dem letzten Platz.

Wer jetzt aber denkt, der Test sei zu einfach gewesen, irrt. Die Experten von AV-Test hatten noch zehn weitere Programme im Testlabor. Die Tools sind hier nicht aufgeführt, da sie nur einen geringen Marktanteil haben. Von diesen zehn Programmen verfehlten acht die Bestmarke von 100 Prozent. Manche Tools wie Ahnlab V3 IS lieferten eine Erkennungsrate von noch guten 99,3 Prozent, andere schnitten aber deutlich schlechter ab, etwa Cylance Smart AV mit nur 72,2 Prozent Erkennungsrate.

Die Testkategorie „Virenschutz“ umfasst aber nicht nur die Virenabwehr und -erkennung, sondern auch drei Tests mit Fehlalarmen. Bei diesen Tests zeigten einige Programme kleine Fehler. Der Testsieger Kaspersky Internet Security etwa meldete eine Datei unnötig als gefährlich. In der Kategorie Virenschutz konnte der Testsieger deshalb nur die Note 1,05 einfahren. Eine glatte Note 1,00 bekamen aber drei Programme. Das sind McAfee Total Protection (Platz 2), Norton 360 (Platz 4) und Avira Antivirus Pro (Platz 7). Die meisten Programme lieferten in diesem Test nur ein bis zwei Fehlalarme. Malwarebytes (Platz 12) lieferte allerdings elf Fehlalarme.

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Geschwindigkeit: Gute Nachricht für Defender-Nutzer

Der Testsieger: Kaspersky Internet Security schafft es auf den ersten Platz. Die Software liefert zum wiederholten Male eine sehr gute Leistung beim Virenschutz sowie eine gute Leistung in den anderen Tests.
Vergrößern Der Testsieger: Kaspersky Internet Security schafft es auf den ersten Platz. Die Software liefert zum wiederholten Male eine sehr gute Leistung beim Virenschutz sowie eine gute Leistung in den anderen Tests.

In der Kategorie „Geschwindigkeit“ mussten die Tools fünf Tests absolvieren. Zu den interessanten Ergebnissen dieser Kategorie gehört, dass das Kopieren von Dateien und das Herunterladen von Dateien kaum verzögert wird. Nennenswerte Verzögerungen gibt es dagegen bei der Installation von neuen Programmen. Der Testsieger Kaspersky bremste solche Aktionen etwa um 10 Prozent. Das ist nicht schön, aber wenn Sie kein Software-Tester sind, der jeden Tag hunderte Programme installieren muss, ist diese Verzögerung nicht weiter wild.

Worauf es sich zu achten lohnt, sind die Tests für die Programmstarts und fürs Surfen. Denn langsam startende Tool können schnell nerven. Wenn das durch ein Internet-Sicherheitspaket noch weiter verschärft wird, ist das ärgerlich. Freuen können sich hier die Nutzer des Microsoft Defender, dem Bordmittel von Windows. Es bremst den Programmstart nur um fünf Prozent. Ähnlich gut waren nur die Tools von Eset und F-Secure .

Beim Geschwindigkeitstest insgesamt liefert Microsoft Defender das zweitbeste Ergebnis (Zwischennote 1,65). Nur Avira Antivirus Pro (1,55) und F-Secure Safe (1,50) waren etwas besser. Das ist eine gute Nachricht für Anwender, die den Defender nutzen. Denn das Bordmittel war nicht immer so flott. Vor zwei bis drei Jahren bremste es das System teilweise deutlich stärker.

Schließlich sollten Nutzer von älteren Rechnern noch einen Blick auf den Test der Surfgeschwindigkeit werfen. Das beste Ergebnis liefert hier der Defender. Das Bordmittel könnte also in dieser Hinsicht eine gute Wahl für ältere PCs sein. Unser Testsieger schneidet bei der Surfgeschwindigkeit nur befriedigend ab. Er verzögert das Surfen um rund 16 Prozent. Das ist nicht sehr viel, kann aber schon spürbar sein.

Gewinner und Verlierer im Vergleichstest

McAfee Total Protection erzielt den zweiten Platz mit nur hauchdünnem Abstand zum Testsieger. Die Bedienung wurde überarbeitet, was bei McAfee allerdings längst überfällig war.
Vergrößern McAfee Total Protection erzielt den zweiten Platz mit nur hauchdünnem Abstand zum Testsieger. Die Bedienung wurde überarbeitet, was bei McAfee allerdings längst überfällig war.

Auf den ersten Platz landet mit denkbar knappem Vorsprung Kaspersky Internet Security. Informationen zum Testsieger finden Sie im Kasten rechts. Auf Platz zwei kommt McAfee Total Security. Der Hersteller hat gegenüber PC-WELT angegeben, zuletzt mehrere Optimierungen an der Antiviren-Engine vorgenommen zu haben. Der fehlerfreie Virenschutz sei nun das Ergebnis dieser Maßnahmen. Zudem hat McAfee die Bedienerführung weiter vereinfacht. Das war hier allerdings auch nötig, da sich die Bedienung in früheren Jahren stark vom gewohnten Windows-Standard unterschieden hat. Erst nach und nach hat McAfee Umwege und versteckte Optionen in der Bedienung geglättet, zumindest halbwegs.

Platz drei erringt G Data Internet Security. Das Tool zeigte in den Tests der letzten Jahre meist eine sehr gute, aber nur selten eine Top-Leistung beim Virenschutz. In diesem Test hat die Leistung mal wieder gestimmt. Sie erhalten mit G Data einen zuverlässigen Virenschutz mit einer guten, überwiegend einfachen Bedienerführung. Der Funktionsumfang ist für ein Internet-Security-Paket völlig in Ordnung.

Auch die Programme auf den Plätzen vier bis elf lieferten im Test sehr gute Ergebnisse beim Virenschutz und in den weiteren Kategorien. Wenn Sie eines dieser Tools nutzen, machen Sie nichts verkehrt. Einzig das Programm Malwarebytes Premium fiel hinter die anderen Programme zurück, denn es übersah mehrere Schädlinge im Virenschutztest. Zudem bietet es wenig Zusatzfunktionen und zählte zu den eher langsamen Tools.

Gratis-Schutz ist möglich: Microsoft Defender

Achtung: Viele der Hersteller drängen Ihnen bei der Installation der Software eine automatische Verlängerung der Lizenz auf. Der Vorgang lässt sich aber meist abbrechen. Eine Kontrolle der Einstellung ist aber empfehlenswert.
Vergrößern Achtung: Viele der Hersteller drängen Ihnen bei der Installation der Software eine automatische Verlängerung der Lizenz auf. Der Vorgang lässt sich aber meist abbrechen. Eine Kontrolle der Einstellung ist aber empfehlenswert.

In unserem Test finden sich auch zwei kostenlose Sicherheitstools, der Microsoft Defender (Platz 4) und Avast Free Antivirus (Platz 9). Beide schneiden in der Kategorie Virenschutz mit den Noten 1,09 und 1,05 sehr gut ab. Sie können somit beide Tools für Ihre Windows-Rechner mit gutem Gewissen nutzen. 

Der Microsoft Defender ist das Bordmittel von Windows 10 und standardmäßig aktiv, solange keine andere Antiviren-Software installiert ist. Der Defender schneidet aber beim Virenschutz nicht nur in diesem Test sehr gut ab. Bereits seit November 2018 bekam das Windows-Bordmittel im Testlabor von AV-Test meist die volle Punktzahl in dieser Kategorie. Zusammen mit diesem Test etabliert sich das Tool als empfehlenswerte Antiviren-Software. Wenn Sie seine Einstellung kontrollieren möchten, doppelklicken Sie auf das Schutzschildsymbol im Infobereich von Windows. Es öffnet sich das Fenster „Windows Sicherheit“, wo ein Klick auf „Viren- und Bedrohungsschutz“ zum Microsoft Defender führt.

Worauf Sie beim Microsoft Defender allerdings weitgehend verzichten müssen, ist ein Support im Notfall. Das ist der Bereich, bei dem die kostenpflichtigen Tools der Antivirenhersteller auftrumpfen.

Service und Support als Pluspunkte

Auf Platz 3 kommt G Data Internet Security. Die Virenschutz-Software des deutschen Herstellers G Data liefert in allen Tests eine gute bis sehr gute Leistung. Der Funktionsumfang geht in Ordnung.
Vergrößern Auf Platz 3 kommt G Data Internet Security. Die Virenschutz-Software des deutschen Herstellers G Data liefert in allen Tests eine gute bis sehr gute Leistung. Der Funktionsumfang geht in Ordnung.

Die Hersteller von allen kostenpflichtigen Tools bieten einen besseren Support als Microsoft für seinen Defender bei Privatanwender. Das beginnt bei den Infoseiten zu Viren auf den Websites der Hersteller, geht über Support per Mail oder Telefon und reicht teilweise bis hin zu Unterstützung per Remote Desktop.

So bietet zum Beispiel der Antivirenhersteller Norton Life Lock das „Virenschutzversprechen“. Das lautet kurz gesagt: Sollte ein durch Norton 360 geschütztes System doch mit einem Virus infiziert sein, dann wird ein Norton-Experte den Schädling per Remote-Desktop entfernen. Sollte das nicht gelingen, bekommt man sein Geld zurück. Dieser Deal ist für alle interessant, die nicht gerne selber am System rumtüfteln. Was er allerdings nicht abdeckt, ist eine Wiedergutmachung, falls der Virus Schäden am System oder an Dateien verursacht hat.

Außerdem bieten die meisten Internetsicherheitspakete mehr Funktionen als der Defender. In unserem Test kommt das allerdings nicht so deutlich zum Ausdruck. Denn die vielen möglichen Funktionen eines Sicherheitspakets sind nicht für jeden Nutzer gleich wichtig. Und viele Funktionen erhöhen auch nicht automatisch den Schutz vor Viren und Hackerangriffen. Dennoch stellen sie einen Pluspunkt dar, der für manche Nutzer Grund genug ist, für ihren Virenschutz zu zahlen.

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Preise: UVP-Angaben müssen Sie selten zahlen

Schnellstes Programm im Test: F-Secure Safe bremst den Test-PC am wenigsten von allen Programmen aus. Es schneidet zudem beim Virenschutz genauso gut ab wie der Testsieger. Die Bedienung ist allerdings gewöhnungsbedürftig.
Vergrößern Schnellstes Programm im Test: F-Secure Safe bremst den Test-PC am wenigsten von allen Programmen aus. Es schneidet zudem beim Virenschutz genauso gut ab wie der Testsieger. Die Bedienung ist allerdings gewöhnungsbedürftig.

Viele Antivirenhersteller geben hohe unverbindliche Preisempfehlungen (UVPs) an. Doch diesen müssen Sie selten bezahlen, da die Hersteller selbst die meiste Zeit kräftige Rabatte auf ihren Websites offerieren. So bot zum Testzeitpunkt Oktober etwa Norton Live Lock sein Produkt Norton 360 für einen PC und ein Jahr für nur 30 Euro an. Das Produkt kostet laut UVP eigentlich 75 Euro, was einen Rabatt von rund 60 Prozent ergibt. Achten Sie aber bei Norton darauf, dass sich die Software nach einem Jahr nicht automatisch und dann zum vollen Preis verlängert (siehe nächster Absatz). Noch günstiger kommen Sie oft weg, wenn Sie ein Schnäppchen über ein Preisvergleichsportal wie www.pcwelt.de/preisvergleich suchen. Den Testsieger Kaspersky Internet Security konnten wir in unserem Portal im Oktober mit rund 70 Prozent Rabatt ausfindig machen.

Vorsicht: Achten Sie bei der Installation gerade von besonders günstigen Angeboten darauf, dass keine automatische Abo-Verlängerung aktiv ist. Das ist ein Trick einiger Anbieter, mit dem sie nach einem Jahr den vollen UVP verlangen können. Verneinen Sie bei der Installation eine automatische Abo-Verlängerung und suchen Sie zudem zur Sicherheit nach Installation und Aktivierung der Software nach dem Fenster mit der Lizenzlaufzeit. Oft kommen Sie über das Hauptmenü der Software und einen Klick auf „Ihre Lizenz läuft noch XX Tage“ zu dem richtigen Fenster. Steht dort, dass sich Ihre Lizenz automatisch verlängert, dann lässt sich das meist auch an dieser Stelle deaktivieren.

Die Testergebnisse im Überblick
Vergrößern Die Testergebnisse im Überblick

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