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So gut arbeitet Google Maps Navigation (Stand: 07.06.2011)

07.06.2019 | 17:23 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Google Maps Navigation steht für alle Android-Smartphones zur Verfügung. Bei Google Maps Navigation handelt es sich um eine kostenlose Navigationslösung, die ihr Kartenmaterial fortlaufend via Internet von den Google-Servern bezieht. Sie bietet viele typische Navi-Funktionen wie sprachgeführte Navigation, Turn-by-Turn-Navigation für Autofahrer und Fußgänger, verschiedene Routenansichten (darunter 3D), Suchfunktionen für ausgewählte Objekte entlang der Routen, Alternativroutenansicht, Routen-Neuberechnung, Verkehrslageninformationen und Spracheingabe. Ein Abbiege-/Fahrspurassistent sowie Radar-/Geschwindigkeitswarner fehlen dagegen. Die Gratis-App für Android steht komplett in deutscher Sprache zur Verfügung, somit sind also auch die gesprochenen Navigationsanweisungen auf Deutsch.

Navigation auf Android-Smartphones

Sprechen Sie die Zieladresse in das Mikrofon
Vergrößern Sprechen Sie die Zieladresse in das Mikrofon

Bei einer kostenlosen Navigationslösung drängen sich einige Fragen auf: Wie zuverlässig lotst Google Maps einen Autofahrer zum Ziel? Erkennt es Staus und kann es dazu Alternativrouten ermitteln? Wie schnell klappt die Routenneuberechnung, wenn man von der vorgegebenen Route abweicht? Wie viel Traffic geht durch die Leitung (das ist wichtig, wenn man keine Datenflatrate benutzt) und kommt es zu während der Fahrt zu erkennbaren Verbindungsabbrüchen, wenn UMTS/HSDPA nicht zur Verfügung steht? Wie sehr beeinträchtigt Google Maps Navigation die Akku-Leistung?

So erkennt Google Maps die Verkehrslage

Wir haben Google Maps Navigation auf fünf längeren Routen getestet. Einmal auf einer ziemlich genau 120 Kilometer langen Strecke, die anfangs Großstadtverkehr und dann Autobahn umfasste. Und drei Mal auf einer jeweils 55 Kilometer langen Route, die das Straßenbild einer mittelgroßen deutschen Stadt samt Autobahn und anschließend noch eine Kleinstadt abbildete (beziehungsweise umgekehrt). Die Datenverbindung bestand je nach Standort aus UMTS/HSDPA oder Edge.

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Update 07.06.2011: Außerdem haben wir Google Maps Navigation auf einer knapp unter 100 Kilometer langen Strecke gegen das TomTom Go Live 1005 Europe antreten lassen. Dabei handelt es sich um ein Top-Navigationsgerät von TomTom, das mit einem Preis von knapp über 300 Euro (ca. 350 Euro UVP) am oberen Ende der Preisskala liegt.

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Voraussetzung für Google Maps Navigation ist ein Google-Account, Android ab Version 1.6 und eine eingeschaltete GPS-Funktion.

Google Maps Navigation steht als separate App mit eigenem blauen Kompass-Nadel-Icon zur Verfügung. Falls Sie nur eine Karte ohne Navigationsfunktion benötigen, können Sie aber auch die App Google Maps allein starten.

In der neuen Folge von Doppelklick erklärt PC-WELT-Experte Hans-Christian Dirscherl, wie sich Smartphones als Navigationsgeräte einsetzen lassen und wo die Unterschiede zu herkömmlichen Navis liegen.

So gut arbeitet Google Maps Navigation

Sie können die Suche entweder über die Google Maps-App „Menü, Route“ (und dann nach erfolgter Adresseingabe „Navigieren“ wählen) oder direkt über das Navigation-Icon (eine blaue Kompassnadel) starten. Routenziele können Sie bei Google Maps Navigation entweder klassisch eintippen oder über die Sprachsuche aufsprechen. Die Eingabe per Sprache klappte im Test sehr gut, selbst POIs wie den Playmobil Funpark erkannte Google Maps Navigation sofort.

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Tipp: Die Sprachsuche eignet sich übrigens nicht nur für die Navigationssoftware, sondern auch generell zur Suche auf dem Android-Gerät: Drücken Sie dazu bei der Suchfunktion auf das Mikrofon-Symbol und sprechen Sie dann den gesuchten Begriff ins Mikro Ihres Smartphones. Binnen weniger Sekunden zeigt Ihnen Google eine Trefferliste an. Doch zurück zur Navigations-App.

Sprechen Sie die Zieladresse in das Mikrofon
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Wer mit der Sprachsuche trotzdem Probleme hat oder auf Nummer sicher gehen will und/oder mit seinem Akzent hadert, gibt die Zieladresse wie gehabt über die Tastatur ein, bereits gesuchte Adressen speichert Google und zeigt Sie dann in einem Auswahlmenü zur Schnellauswahl an. Den eigenen Standort lokalisiert Google Maps Navigation zuverlässig mit Hilfe von GPS. Für die Routenplanung steht neben dem Auto auch der öffentliche Nahverkehr über eine Schnittstelle zu Öffi zur Verfügung.

Navigation auf Android-Smartphones

Die Berechnung der Route erfolgt nach dem Start der Navigation zügig. Wie gehabt bekommen Sie eine Liste aller wichtigen Streckenpunkte und eine Kartenansicht (von der Kartenansicht können Sie über einen Button rechts unten direkt zur Streckenbeschreibung umschalten). Auf der Kartenansicht lassen sich diverse Ebenen (Layer) einblenden : Die aktuelle Verkehrslage, Satellitenansicht, Parkmöglichkeiten, Tankstellen, Geldautomaten/Bankfilialen, Restaurants (mit Telefonnummer und weiterführenden Informationen soweit vorhanden). Sehenswürdigkeiten lassen sich allerdings nicht als Layer einblenden, es gibt auch keine geführten Touren. Google Maps bietet zudem keine Warnungen vor Geschwindigkeitsbegrenzungen und vor Radarfallen (wie es separate Apps wie Trapster ermöglichen).

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Google Street View steht übrigens grundsätzlich auch zur Verfügung und erweist sich gerade bei der Navigation als besonders nützlich.

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Speziell die Ebene Verkehrslage ist natürlich wertvoll. Wir sahen sofort, dass wir – wie erwartet – auf einen massiven Stau zufuhren und wählten die Option „ Alternativroute “, die ebenfalls mit einem Klick zur Verfügung steht. In der Regel ermittelt Google Maps Navigation Alternativrouten schnell. Es blendet diese Alternative neben der aktuell gewählten Route auf der Karte ein, so dass Sie sich schnell einen Augenschein verschaffen können.

Über die Menü-Taste können Sie weitere Informationen aus Google Maps herauskitzeln: Unter „Routeninformationen“ haben Sie beispielsweise die Möglichkeit, Autobahnen und mautpflichtige Straßen von der Routenberechnung auszuschließen. Die hier ebenfalls ausgelisteten Ebenen haben wir bereits erwähnt. Sie können hier die Sprachausgabe abschalten, falls Sie die Stimme Ihrer Lotsin nervt, und die Navigation insgesamt beenden.

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