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Schwächen des Buches und Fazit

19.01.2012 | 11:22 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Business-Einsatz kommt zu kurz

Das ärgerliche Problem, dass beim Galaxy Tab 10.1 nach der Eingabe der PIN zum Freischalten des Bildschirms immer die virtuelle Tastatur ausfuhr, erwähnt der Autor nicht (Samsung hat dieses Ärgernis im Rahmen eines System-Updates beseitigt). Profi-Themen wie die Einrichtung einer sicheren VPN-Verbindung werden in dem rund 350 Seiten dicken Buch nicht behandelt, wie überhaupt der Einsatzbereich Business sehr knapp ausfällt; im Wesentlichen stellt der Autor nur einige Office-Programme vor. Das ist durchaus bedauerlich, weil Tablets immer mehr Notebooks im Business-Einsatz ersetzen, beispielsweise bei Kundenbesuchen und zu Präsentationszwecken.

Wo bleibt die Sicherheit?

Ein echtes Manko ist das Fehlen eines eigenen Abschnittes zum Thema Sicherheit. Auch wenn Android dank seiner Sicherheitsarchitektur ein sehr sicheres Betriebssystem ist, gerät es doch aufgrund seiner immer größeren Verbreitung immer mehr in den Fokus von Malware-Programmierern und Hackern. Somit ist Sicherheit ein wichtiges Thema unter Android. Ein Einsteigerbuch sollte die Sicherheits-Prinzipien und -Probleme von Android (keine oder nur eingeschränkte Rootrechte für Apps/Benutzer, Gefahren des Rootings, Downloads von Apps, die nicht aus dem Android-Market stammen - der Autor erwähnt andere Downloadquellen neben dem Android Market und die Installation von APK-Dateien, geht jedoch nicht auf deren Sicherheitsproblematik ein - Malware-verseuchte Apps im Android-Market und die Rechtevergabe bei Apps) durchaus vorstellen.

Der Autor geht auf das Thema Sicherheit jedoch nur vereinzelt und dann nur sehr knapp ein, beispielsweise wenn er die Bildschirmsperre und die PIN-Eingabe erklärt oder bei der App-Installation erläutert, was es mit den Rechten auf sich hat, die sich eine App auf dem Android-Tablet einräumt. Letzteres beschränkt sich jedoch auf genau zwei Sätze! Hier hätten wir uns deutlich mehr gewünscht.

Ebenfalls völlig außer Acht gelassen wurde die nahe liegende Frage, was man tun kann, wenn man das Tablet verliert. Also der Themenkomplex Daten-Verschlüsselung, Fern-Ortung eines verlorenen Tablets mit Hilfe geeigneter Sicherheits-Apps wie Lookout oder Norton Tablet Security und schließlich die Möglichkeit der Fernsperre und Fern-Löschung. All das hätte der Autor in einem eigenen Sicherheits-Kapitel erklären sollen.

Fazit: Gut für Einsteiger geeignet, Profis lassen besser die Finger davon

Das Buch „Die besten Tipps & Tricks zu Samsungs Galaxy Tab“ von Data Becker eignet sich sehr gut für Android- beziehungsweise Tablet-Einsteiger und auch für Umsteiger, die vom Apple iPad kommen (wenn es denn solche überhaupt gibt). Wer noch nie zuvor einen Tablet-PC (mit Android) in den Händen gehalten hat, kann mit Hilfe dieses Buches von Data Becker sofort loslegen und das Galaxy Tab schon nach kurzer Zeit umfassend nutzen. Erfahrene Android-User, die sich das Galaxy Tab 10.1 als weiteres Android-Gerät angeschafft haben, dürften dagegen kaum noch Nutzen aus diesem Buch ziehen. Und Profi-Android-Fans, die ihr Tablet am liebsten sofort rooten wollen, können sich den Kauf komplett sparen.


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