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Ryzen 7 5700G im Test: AMDs Antwort auf die GPU-Knappheit ist da

04.08.2021 | 13:51 Uhr | Sebastian Schenzinger

AMDs Zen 3-basierte APU AMD Ryzen 7 5700G ist nicht günstig, bietet aber eine sehr gute CPU-Leistung und akzeptable GPU-Leistung.

Etwa neun Monate nach dem Release der ersten Ryzen-5000-CPUs (zu unserem Testbericht)  auf Basis von Zen 3 erweitert AMD sein Portfolio um weitere Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit. Vorgestellt hat AMD diese sogenannten APUs (Accelerated Processing Unit) (zum Artikel)  bereits im April. Bisher waren der Ryzen 3 5300G, der Ryzen 5 5600G und der Ryzen 7 5700G jedoch nur in OEM-Systemen anzutreffen. Ab dem 5. August um 15 Uhr sind die beiden letztgenannten auch für den DIY-Markt erhältlich. Wir prüfen anhand des Topmodells, ob AMD eine gute Symbiose aus den Zen-3-Rechenkernen und der Vega-Grafikeinheit geschaffen hat. 


Ryzen 5000G: Picasso Nachfolger und Lineup-Lückenfüller

Der Ryzen 3 3200G (zum Preisvergleich) und der Ryzen 5 3400G (zum Preisvergleich) erfreuen sich nach wie vor einer großen Beliebtheit. Der Grund: Die Picasso-APUs eignen sich Dank der starken integrierten Grafikeinheit hervorragend für günstige Gaming-PCs ohne dedizierte Grafikkarte. Die Ryzen 3000G sind mittlerweile jedoch in die Jahre gekommen und basieren noch auf der Zen+ Architektur aus dem Jahr 2018. Zwar veröffentlichte AMD letztes Jahr mit Ryzen 4000G Pro alias Renoir einen Nachfolger, leider waren diese APUs offiziell aber nur in OEM-Systemen erhältlich. Gerade in Zeiten der globalen Grafikkartenknappheit war das ein eher unerfreulicher Schritt, den AMD hier gegangen ist. Über diverse Systemintegratoren konnten Interessenten diese Modelle als Tray-Version dann trotzdem erwerben - allerdings ohne Garantie.

APU

Ryzen 7 5700G

Ryzen 7 4750G

Ryzen 5 5600G

Ryzen 5 4650G

Ryzen 3 5300G

Ryzen 3 4350G

Ryzen 5 3400G

Codename

Cezanne

Renoir

Cezanne

Renoir

Cezanne

Renoir

Picasso

Architektur

Zen 3

Zen 2

Zen 3

Zen 2

Zen 3

Zen 2

Zen+

Cores / Threads

8 / 16

8 / 16

6 / 12

6 / 12

4 / 8

4 / 8

4 / 8

Basistakt

3,80 GHz

3,60 GHz

3,90 GHz

3,70 GHz

4,00 GHz

3,80 GHz

3,70 GHz

Turbotakt

4,60 GHz

4,40 GHz

4,40 GHz

4,20 GHz

4,20 GHz

4,00 GHz

4,20 GHz

L3-Cache

16 MB

8 MB

16 MB

8 MB

8 MB

4 MB

4 MB

iGPU

8 Cores, 2000 MHz

8 Cores, 2100 MHz

7 Cores, 1900 MHz

7 Cores, 1900 MHz

6 Cores, 1700 MHz

6 Cores, 1700 MHz

11 Cores, 1400 MHz

Mit den Cezanne-APUs gibt es ab dem 5. August um 15 Uhr einen offiziellen Nachfolger auf Basis der Zen-3-Architektur, die in unserem CPU-Vergleich (zum Artikel) auf ganzer Linie zu überzeugen wusste, kombiniert mit einer Vega-Grafikeinheit. Anders als bei Ryzen 3000 sollen die Ryzen 5000G Modelle das bestehende Line-Up nicht nur nach unten hin abrunden, sondern auch ergänzen. So haben sich laut AMD viele potenzielle Käufer einen Ryzen 7 5800 non-X und einen Ryzen 5 5600 non-X gewünscht. Für Systemintegratoren ist ein solcher Ryzen 7 5800 auch erhältlich, für den Consumer Markt sollen die Ryzen 5000G APUs diese Lücke schließen. 

Mit dem Ryzen 7 5700G bringt AMD den Nachfolger des beliebten Ryzen 5 3400G auf den Markt - der war wegen des günstigen Preises und der starken integrierten Grafikeinheit besonders für günstige Einsteiger-PCs sehr gut geeignet. Der Ryzen 7 5700G kommt jetzt mit doppelt so vielen Rechenkernen, viermal so viel L3-Cache und einer schnelleren integrierten Grafikeinheit - kann er damit eine Lösung für die weiter anhaltende GPU-Krise sein? Wie er sich beim Gaming und in Anwendungen schlägt, erfahrt Ihr in diesem Video.

Alle Infos und noch mehr Benchmark-Ergebnisse zum nachlesen:
www.pcwelt.de/2602363

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Hintergrund: Bei den Zen-2-Modellen setzten sowohl der Ryzen 5 3600 und der Ryzen 5 3600X als auch der Ryzen 7 3700X und der Ryzen 8 3800X jeweils auf den gleichen Chip. Die beiden kleineren Modelle kamen jeweils mit einer verringerten TDP von 65 Watt und etwas niedrigeren Taktraten aus. Durch manuelle Übertaktung ließ sich jedoch das gleiche Performance-Level der teureren X-Varianten erreichen und sich dadurch Geld einsparen. Für den Ryzen 7 5700G im Vergleich zum Ryzen 7 5800X gilt das jedoch nicht, wie bereits ein Blick auf die technischen Spezifikationen offenbart.


Architektur: Cezanne und nicht Vermeer

Die Unterschiede zeigen sich auch beim Codenamen. Während die bisherigen Ryzen-5000-Desktop-Modelle unter dem Namen Vermeer bekannt sind, gehören die Ryzen-5000G-Modelle zur Cezanne-Familie, die wir aus dem Mobilbereich unter anderem vom Ryzen 9 5980HS (zum Testbericht) kennen. Die 5000G-APUs setzen dementsprechend auf einen monolithischen Aufbau im 7-nm-Verfahren und nicht auf mehrere Chiplets sowie ein I/O-Die wie die Ryzen-5000-Desktop-Prozessoren. Im Vergleich zu den Ryzen-4000-Pro-Modellen hat AMD nahezu nichts verändert. So verwendet der Ryzen 7 5700G das gleiche SoC, das gleiche IO und die gleiche Grafikeinheit wie sein direkter Vorgänger, der Ryzen 7 4750G. Verändert haben sich nur die Größe des L3-Cache und die CPU-Kerne mit einem Wechsel auf Zen 3, der einen IPC-Uplift von 19 Prozent mit sich bringt.

Die Cezanne Architektur kennen wir bereits aus dem Mobilbereich.
Vergrößern Die Cezanne Architektur kennen wir bereits aus dem Mobilbereich.
© AMD

Gegenüber den Vermeer-Prozessoren bringt das gewisse Nachteile mit sich. In diesem Vergleich fällt der L3-Cache nämlich nur halb so groß aus - 16 MB vs 32 MB - und das hat Auswirkungen auf die Spieleleistung, wie sich später zeigt . Auch die Anbindung der Grafikkarte und der M.2 SSD erfolgt nur halb so schnell. So stehen nämlich nur 24 PCIe 3.0 Lanes anstelle von 24 PCIe 4.0 Lanes zur Verfügung. Aufgrund der niedrigeren TDP von 65 Watt fallen zudem die Boost-Taktraten des Ryzen 7 5700G um 100 MHz niedriger aus als beim Ryzen 7 5800X. Im Vergleich zum Ryzen 7 4750G taktet die iGPU des Ryzen 7 5700G mit 2,0 GHz interessanterweise um 100 MHz niedriger und soll dadurch für ein besseres Gleichgewicht zwischen CPU und GPU Leistung sorgen. Die CPU selbst weist einen Basistakt von 3,8 GHz und einen Boost-Takt von 4,6 GHz auf. 

CPU

Sockel

Codename

Architektur

Grafik

TDP

Powerlimit

Kerne

Threads

Basistakt

Turbotakt

Speicher max.

Speichercontroller

Fertigung

L2-Cache

L3-Cache

PCIe-Lanes

AMD Ryzen 3 3200G

AM4

Picasso

Zen+

Vega 8

65 W

88 W

4

4

3,60 GHz

4,00 GHz

64 GB

DDR4-2933

12nm

2 MB

4 MB

16x PCIe 3.0

AMD Ryzen 5 3400G

AM4

Picasso

Zen+

Vega 11

65 W

88 W

4

8

3,70 GHz

4,20 GHz

64 GB

DDR4-2933

12nm

2 MB

4 MB

16x PCIe 3.0

AMD Ryzen 7 3700X

AM4

Matisse

Zen 2

nein

65 W

88 W

8

16

3,60 GHz

4,40 GHz

128 GB

DDR4-3200

7nm / 12nm

4 MB

32 MB

24x PCIe 4.0

AMD Ryzen 5 5600X

AM4

Vermeer

Zen 3

nein

65 W

88 W

6

12

3,70 GHz

4,60 GHz

128 GB

DDR4-3200

7nm / 12nm

3 MB

32 MB

24x PCIe 4.0

AMD Ryzen 7 5700G

AM4

Cezanne

Zen 3

Vega 8

65 W

88 W

8

16

3,80 GHz

4,60 GHz

128 GB

DDR4-3200

7nm / 12nm

4 MB

16 MB

24x PCIe 3.0

AMD Ryzen 7 5800X

AM4

Vermeer

Zen 3

nein

105 W

142 W

8

16

3,80 GHz

4,70 GHz

128 GB

DDR4-3200

7nm / 12nm

4 MB

32 MB

24x PCIe 4.0

Intel Core i7-10700K

1200

Comet Lake-S

Comet Lake

UHD 630

125 W

229 W

8

16

3,80 GHz

5,10 GHz

128 GB

DDR4-2933

14nm++

2 MB

16 MB

16x PCIe 3.0

Intel Core i7-11700K

1200

Rocket Lake-S

Cypress Cove

UHD 750

125 W

251 W

8

16

3,60 GHz

5,00 GHz

128 GB

DDR4-3200 (Gear 2)

14nm+++

4 MB

16 MB

20x PCIe 4.0

Intel Core i9-11900K

1200

Rocket Lake-S

Cypress Cove

UHD 750

125 W

251 W

8

16

3,50 GHz

5,30 GHz

128 GB

DDR4-3200

14nm+++

4 MB

16 MB

20x PCIe 4.0

Flotter RAM: So wichtig ist der Arbeitsspeicher-Takt für den Gaming-PC

Gerade für die integrierte Grafikeinheit bringt Zen 3 eine wichtige Neuerung mit sich und das ist der schnellere Speichercontroller. Wohingegen die Picasso APUs offiziell nur RAM mit 2933 MHz unterstützen, so ist Cezanne auch mit 3200 MHz Arbeitsspeicher kompatibel. Durch manuelle Übertaktung ließen sich bei Zen+ etwa Taktraten von 3466 MHz erreichen, bei Zen 3 sind auch 3800 MHz kein Problem. Aus diesem Grund haben wir die iGPU des Ryzen 7 5700G mit zwei unterschiedlichen RAM-Szenarien getestet: 3200 MHz CL14 und 3600 MHz CL16. Zudem haben wir abweichend von unserem standardmäßigen Testsystem auf ein ASUS ROG Strix B550-E Gaming gesetzt, da AMD nur für ausgewählte Mainboards ein Vorab-BIOS zur Verfügung gestellt hat. 

AMD Testsystem (1)

AMD Testsystem (2)

Intel Testsystem (1)

Intel Testsystem (2)

CPUs

Ryzen 3000 & Ryzen 5000

Ryzen 5000G

Core i 10th Gen

Core i 11th Gen

Mainboard

MSI MEG X570 Godlike

ASUS Rog Strix B550-E Gaming

ASUS ROG Maximus XII Extreme

ASUS ROG Maximus XIII Hero

BIOS

E7C34AMS.1C6

2404

2004

0610

BIOS-Settings

XMP Profile, PBO disabled, Global C-States enabled, BAR-Support, Fans PWM (manual fan curve)

XMP Profile, PBO disabled, Global C-States enabled, BAR-Support, Fans PWM (manual fan curve)

XMP Profile, PL1, PL2 & Tau, Global C-States enabled, BAR-Support, Fans PWM (manual fan curve) ASUS MultiCore Enhancement off

XMP Profile, PL1, PL2 & Tau, Global C-States enabled, BAR-Support, Fans PWM (manual fan curve) ASUS MultiCore Enhancement off

CPU-Kühler

G.Skill ENKI 360 (manual fan curve)

Grafikkarte

AMD Radeon RX 6900 XT (2700 MHz Chip, 1,08V, Fast Timings, 2150 MHz VRAM, 115% TDP)

RAM

4x 8 GB G.Skill Trident Z Royal @ 3200 MHz CL14-14-14-34

System-SSD

Western Digital WD_Black SN750 1 TB

Spiele-SSD

SanDisk SSD Plus 1 TB

Netzteil

be quiet! Straight Power 11 Platinum 1000W 


Die schnellste integrierte Grafikeinheit

AMD hat bereits für den Zwischenschritt vom Ryzen 5 3400G auf den Ryzen 7 4750G die integrierte Vega-Grafikeinheit überarbeitet. Interessanterweise hat sich dadurch die Anzahl an Compute Units (CUs) von elf auf acht verringert, dafür jedoch die Performance pro CU um bis zu 60 Prozent erhöht, was vor allem auf die deutlich höheren Taktraten zurückzuführen ist. Beim Ryzen 7 5700G hat AMD die iGPU wiederverwendet, jedoch am Taktratenverhältnis zwischen CPU und iGPU sowie der Energieeffizienz gefeilt. Wir haben anhand der drei kompetitiven Spielen CS:GO, Fortnite und Overwatch sowie den drei AAA-Titeln Assassin's Creed Valhalla, Metro Exodus und Shadow of the Tomb Raider getestet, wie viel Mehrleistung Sie erwarten können. Die Tests wurden einerseits in HD mit hohen Spiel-Presets und andererseits in Full-HD mit niedrigsten Settings durchgeführt. Die durchschnittliche Performance sowie die Einzelergebnisse können Sie der folgenden Bildergalerie entnehmen:

Im Durchschnitt messen wir bei der iGPU des Ryzen 7 5700G einen Leistungszuwachs von 13 bis 14 Prozent in 720p und 1080p gegenüber dem Ryzen 5 3400G. Mit einem schnelleren Arbeitsspeicher mit 3600 MHz lässt sich die Performance um weitere sechs bis sieben Prozent erhöhen. Auch wenn Intel mit dem Release von Rocket Lake-S wie dem Core i9-11900K (zum Testbericht)  mit der Iris Xe eine neue Grafikeinheit eingeführt hat, muss sich diese trotzdem mit nahezu 50 Prozent Abstand geschlagen geben. Das liegt daran, dass die UHD Graphics 750 getaufte Grafikeinheit nur auf 32 EUs zurückgreifen kann, wohingegen im Mobilbereich bis zu 96 EUs verbaut sind. Bei den AAA-Titeln erreicht die Vega-Grafikeinheit des Ryzen 7 5700G im Schnitt 30 bis 40 FPS in 1080p. In kompetitiven Spielen liegen die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde sogar im dreistelligen Bereich.


Anwendungs-Performance auf Level des 11900K

Die Anwendungstests werden ganz klar von den AMD Prozessoren allen voran dem Ryzen 9 5950X (zum Testbericht) dominiert, aber wie schlägt sich die Cezanne APU? Nochmal zur Erinnerung: Der Ryzen 7 5700G soll die Leistungs- und Preislücke zwischen dem Ryzen 5 5600X und dem Ryzen 7 5800X schließen. Und tatsächlich kann der Octa-Core diese Aufgabe gut bewältigen, so liegt er im Durchschnitt nämlich 13 Prozent vor dem 5600X und zehn Prozent hinter dem 5800X. Das führt dazu, dass der Ryzen 7 5700G im Gesamt-Ranking nur knapp hinter dem Intel Core i9-11900K liegt, der eine gute Ecke mehr kostet. Der Vorsprung auf den Ryzen 7 3700X liegt indes bei neun Prozent und auf den Ryzen 5 3400G bei satten 115 Prozent. Hier macht sich nicht nur die doppelte Kernanzahl, sondern auch die IPC-Steigerung bemerkbar. Bei der Single-Core-Performance fällt der Ryzen 7 5700G dann leicht hinter dem Ryzen 5 5600X zurück und liegt in etwa auf einem Level mit dem Core i5-11600K.


Gaming-Performance mit dGPU eher enttäuschend

Soweit so gut, bisher ordnet sich der Ryzen 7 5700G ziemlich genau dort ein, wo wir ihn verordnet hätten. Bleibt noch die Frage zu beantworten, ob Gamer mit dem Ryzen 7 5700G den gewünschten Ryzen 5800 non-X erhalten, der sich zum günstigeren Preis durch manuelle Übertaktung auf das gleiche Level heben lässt. Da der Rückstand in den Anwendungstests bereits bei 10 Prozent lag, war unsere Hoffnung hier jedoch nicht allzu groß und diese Einschätzung belegten dann auch die Messergebnisse. Hier zeigt sich recht deutlich, wie wichtig AMDs Schritt gewesen ist, den L3-Cache über die einzelnen Zen-Generationen immer weiter zu vergrößern und auf eine Ring-Architektur zu setzen. Beim Ryzen 7 5700G fällt der L3-Cache mit 16 MB jedoch nur halb so groß aus wie beim Ryzen 5 5600X oder dem Ryzen 7 5800X:

Lag der Ryzen 7 5700G bei den Anwendungstests noch mit dem Core i9-11900K gleich auf, so muss er sich bei den Spieletests mit dem deutlich günstigeren Core i5-10600K herumschlagen. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Vergleich zum Ryzen 5 5600X: Lag der Ryzen 7 5700G bei den Anwendungen noch mit 13 Prozent vorne, so muss er sich jetzt mit einem Rückstand von 13 Prozent geschlagen geben. Der Abstand auf den Ryzen 7 5800X fällt mit guten 19 Prozent noch einmal größer aus. Immerhin liegt der Ryzen 7 5700G noch fünf Prozent vor dem Octa-Core der Vorgängergeneration, dem Ryzen 7 3700X. Der Ryzen 5 3400G ist indes weit abgeschlagen auf dem letzten Platz und performt um gute 65 Prozent langsamer.

Bei einer Erhöhung der Auflösung auf 1080p rutscht das Testfeld wie zu erwarten deutlich näher zusammen. Warum man hier zum Teil nicht mehr von einem CPU-Test sprechen kann, zeigt das Beispiel Assassin's Creed Valhalla gut: Hier liegen 14 Prozessoren bei etwa 150 FPS quasi gleich auf, weil die Grafikkarte der limitierende Faktor ist. Dadurch lässt sich dementsprechend nicht sagen, welche CPU denn wirklich am schnellsten rechnet. An der Positionierung des Ryzen 7 5700G ändert sich dadurch jedoch nicht wirklich viel. Im Vergleich zur Konkurrenz liegt er zwischen dem Core i5-10600K und dem Core i7-10700K, sowie hinter dem Core i5-11600K zurück. Der Rückstand auf den günstigeren Ryzen 5 5600X beträgt vier Prozent und auf den Ryzen 7 5800X gute acht Prozent. Hier muss man also ganz klar sagen, dass es nicht nur im eigenen Haus, sondern auch bei der Konkurrenz deutlich bessere Alternativen zum Zocken mit einer dedizierten Grafikkarte gibt. 


Energieeffizienz auf sehr gutem Level

In puncto Energieeffizienz wusste die Zen-3-Architektur bereits in den bisherigen Test zu überzeugen und der Ryzen 7 5700G macht hier keine Ausnahme, ganz im Gegenteil. Mit 53 Watt im Schnitt aus 12 Spielen verbraucht die APU sogar etwas weniger als der Hexa-Core Ryzen 5 5600X. Der etwa gleich schnelle Core i5-10600K benötigt 10 Watt mehr und der Core i5-11600K ist sogar nahezu doppelt so durstig. Selbst im Vergleich zum Quad-Core Ryzen 5 3400G benötigt der Ryzen 7 5700G nur 26 Prozent mehr für eine 65 Prozent höhere Gaming-Performance und 115 Prozent mehr Anwendungsleistung:

Die Energieeffizienz des Ryzen 7 5700G weiß im Test zu gefallen.
Vergrößern Die Energieeffizienz des Ryzen 7 5700G weiß im Test zu gefallen.

Ein interessantes Bild offenbart dann der Blick auf die anliegenden Taktraten beim Zocken. So takten der Ryzen 7 5700G und der Ryzen 5 5600X über die zwölf getesteten Spiele nämlich gleich schnell. Trotzdem liegt der Hexa-Core bei der Gaming-Performance in HD 13 Prozent und in Full-HD noch vier Prozent vor der Cezanne-APU. Das verdeutlicht, welche Rolle hier der doppelt so große L3-Cache der Vermeer-CPUs spielt:

Die Taktraten des Ryzen 7 5700G und des Ryzen 5 5600X fallen beim Gaming identisch aus.
Vergrößern Die Taktraten des Ryzen 7 5700G und des Ryzen 5 5600X fallen beim Gaming identisch aus.


An wen richtet sich der Ryzen 7 5700G überhaupt? Die Antwort

Eine Einordnung des Ryzen 7 5700G (zum Preisvergleich) zu treffen ist gar nicht so leicht, da aus unserer Sicht nicht so ganz klar ist, an wen AMD die APU eigentlich richtet. Der Ryzen 3200G und der Ryzen 3 3400G waren gerade deshalb so beliebt, weil Sie für wenig Geld eine gute Kombination aus CPU- und GPU-Performance geboten haben, die auch für das ein oder andere Spiel in 1080p gereicht hat. Mit Preisen von 99 und 149 Euro ließen sich mit den APUs hervorragend Low-Budget-Gaming-PCs für 300 bis 400 Euro zusammenbauen. Der Ryzen 7 5700G wiederum soll für 359 US-Dollar an den Start gehen. Der Preis sollte sich inklusive Steuern 1:1 in Euro umrechnen lassen. Wenn also alleine die CPU mit der integrierten Grafikeinheit 359 Euro kostet, dann ist ein gesamter PC für maximal 400 Euro schon einmal nicht mehr möglich.

Das Gaming mit einer dedizierten Grafikkarte macht aber auch nur bedingt Sinn, weil es nicht nur im eigenen Haus, sondern auch bei der Konkurrenz mehr Performance fürs Geld gibt. Der Ryzen 7 5700G sollte die Lücke zwischen dem Ryzen 5 5600X (zum Preisvergleich) und dem Ryzen 7 5800X (zum Preisvergleich) schließen. Diese sind ursprünglich für 299 Euro und 449 Euro an den Start gegangen. Aktuell liegen die Preise aber bei 259 Euro für den Hexa-Core und bei 369 Euro für den Octa-Core. Für aktuell nur 10 Euro mehr bietet der 5800X 10 Prozent mehr Anwendungsleistung und eine 19 Prozent höhere Gaming-Performance gegenüber dem Ryzen 7 5700G. Der Ryzen 5 5600X wiederum ist derzeit 100 Euro günstiger, beim Gaming trotzdem schneller und liegt bei den Anwendungen nur 13 Prozent zurück. Hier muss man jedoch mit einberechnen, dass der Ryzen 7 5700G mit einem CPU-Kühler ausgeliefert wird, der einen guten Job erledigt und sich dadurch etwas Geld einsparen lässt. Beim Ryzen 5 5600X ist ebenso ein CPU-Kühler mit im Lieferumfang, beim Ryzen 7 5800X hat AMD darauf verzichtet.

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Einziger Pluspunkt des Ryzen 5 5700G ist dementsprechend die integrierte Grafikeinheit. Aus unserer Sicht eignet sich der Ryzen 7 5700G also vor allem für diejenigen, die sich einen neuen Gaming-PC zusammenbauen wollen, aber keinen übertriebenen Preis für eine dedizierte Grafikkarte zahlen wollen und jetzt nach einer Übergangslösung suchen. Dafür ist der Ryzen 7 5700G nämlich perfekt geeignet. Dank der Vega Grafikeinheit lassen sich diverse Spiele in Full-HD mit niedrigen Details ganz solide spielen, bis die Grafikkarten wieder günstiger werden, und die acht Rechenkerne versprechen eine gute Zukunftssicherheit. 

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Alternativ lässt sich der Ryzen 7 5700G auch in einem Arbeits-Rechner einsetzen, aber hierfür wäre der Ryzen 5 5600G wahrscheinlich die deutlich bessere Wahl, von dem wir leider kein Test-Sample erhalten haben. Gemäß den Vorabinformationen, die wir von AMD bekommen haben, soll die iGPU jedoch nur unwesentlich langsamer sein, und sechs Kerne sind für die meisten Anwendungen auch vollkommen ausreichend. Mit einem Preis von 259 US-Dollar ist der Hexa-Core zudem ein gutes Stück günstiger.

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