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Ricoh GXR (Platz 6)

27.01.2010 | 09:06 Uhr | Verena Ottmann

Fazit: Ricoh präsentiert hier ein revolutionäres Kamerakonzept, das es auf dem Kameramarkt jedoch schwer haben dürfte. Denn während sich die GXR technisch zwischen Kompaktkamera und Systemkamera (mit und ohne Spiegel) ansiedeln lässt, geht der Preis doch eher in Richtung SLR der Mittel- bis Oberklasse. Und dafür war die Bildqualität - zumindest mit dem getesteten Modul - nicht gut genug. Mit einem besseren Modul und einem kleinen Preisnachlass könnte sich die Ricoh GXR jedoch zu einem Geheimtipp mausern - denn Ausstattung, Bedienung und Arbeitsgeschwindigkeit sind mehr als optimal.

Ausstattung: Im Gegensatz zu einer Spiegelreflexkamera, bei der Sie lediglich das Objektiv austauschen können, verwendet die Ricoh GXR Wechselmodule, die aus Objektiv, Sensor und Bildprozessor bestehen. Auf diese Weise will der Hersteller gewährleisten, dass alle drei Komponenten optimal aufeinander aubgestimmt sind. Außerdem lassen sich auf jedem Wechselmodul über einen Adapterring Filter, Konverter und anderes optionales Zubehör anbringen. Der Body der Ricoh GXR bringt sämliche Bedienelemente mit, etwa ein 3-Zoll-Display und den Aufklapp-Blitz mit.
Das von uns getestete Kameramodul der Ricoh GXR besteht aus einem 10-Megapixel-CCD-Sensor und einem 3fach-Zoomobjektiv, dessen Anfangsblende bei f2,5 liegt. Der Brennweitenbereich reicht von 24 bis 72 Millimeter. Außerdem hat das Modul einen mechanischen Bildstabilisator integriert, was bedeutet, dass der Bildsensor beweglich gelagert ist und Wackler ausgleicht.Der Body ermöglicht verschiedene Motivprogramme und eine Belichtungskorrektur. Außerdem bietet er 86 MB internen Speicher und einen SD-Slot. Ein USB-Anschluss und eine Mini-HDMI-Buchse dienen zum Anschluss am PC beziehungsweise Fernseher. Um den HDMI-Anschluss nahezu auszuschöpfen, lassen sich mit dem Zoom-Modul HD-Videos mit 1280 x 720 Pixeln und 24 Bildern pro Sekunde aufzeichnen.

Bildqualität: Wir haben die Ricoh GXR mit dem Zoom-Modul S10 24-72 mm getestet. Dabei ermittelten wir einen für eine 10-Megapixel-Kamera hohen mittleren Wirkungsgrad. Auch die Auflösung war positiv zu bewerten, sie verlief bei kurzer, mittlerer und langer Brennweite nahezu identisch. Allerdings verlor die Ricoh GXR zum Bildrand hin um etwa 15 Prozentpunkte an Auflösung, was aber noch okay ist. Was das Bildrauschen angeht, so fanden wir bei ISO 100 bereits vereinzelt Bildfehler. Ab ISO 800 war das Bildrauschen dann deutlich sichtbar. Die Eingangsdynamik war sehr hoch, so dass die Ricoh GXR auch kontrastreichere Motive darstellt, ohne dass Lichter ausbrennen beziehungsweise Schatten absaufen. Die Ausgangsdynamik, die die Anzahl der Helligkeitsstufen zwischen den hellsten und dunkelsten Bildbereichen beschreibt, war dagegen nur ausreichend. Die Helligkeit wiederum war sehr gleichmäßig.

Handhabung: Zum Anbringen der Module verwendet Ricoh bei der GXR einen Schiebemechanismus, den Sie über einen Knopf lösen. Das Wechseln der Module funktionierte im Test einwandfrei und hat gegenüber Spiegelreflexkameras mit ihren Wechselobjektiven den Vorteil, dass alle Teile geschlossen und damit nicht anfällig für Staub sind. Ab Werk sind sämliche Anschlüsse mit einer Abdeckung geschützt, da Body und Module getrennt geliefert werden. Der Body der Ricoh GXR macht einen sehr robusten und wertigen Eindruck. Allerdings ist die Kombination Body/Modul nicht gerade ein Leichtgewicht: Mit 361 Gramm reiht sich die Ricoh GXR bereits in die Gewichtsklasse der Bridge-Kameras ein. Dafür ist die GXR, wie von Ricoh gewohnt, rasend schnell und sehr intuitiv zu bedienen. Wem das 3-Zoll-Display zum Fotografieren nicht reicht, kann sich für stolze 249 Euro den elektronischen Aufstecksucher VF-2 dazukaufen, der am Blitzschuh befestigt wird.

Ausführlicher Testbericht: Ricoh GXR im Test

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