89198

Randabdunklung, Dynamik und Rauschen

01.08.2006 | 15:51 Uhr | Verena Ottmann

Oft kommt es vor, dass eine Kamera ihre Helligkeit nicht über das gesamte Bild gleichmäßig aufbringen kann. Wir können mit DC Tau messen, ob eine Kamera zu Randabdunklung neigt oder nicht. Dazu fotografieren wir eine weiße Plexiglasscheibe, die sich vor einem Leuchtpult befindet. Die Kamera stellen wir dabei auf Blende F4 bis F5,6 und aktivieren den Aufnahmemodus „unendlich“, „Landschaft“ oder eine entsprechende Einstellung. Wir machen je eine Aufnahme bei längster, mittlerer und kürzester Brennweite, wobei wir mit dem Objektiv so nahe wie möglich an das Testbild herangehen. Diese Bilder konvertieren wir mit Photoshop zu BMP-Dateien und lassen sie von DC Tau auswerten. Die Software teilt das Testbild in vier Quadranten und ermittelt anhand dieser den Verlauf und die Streuung der Randabdunklung. Diese kann mehrere Ursachen haben – meist ist das Objektiv schuld. Liegen zwischen der Bildmitte und dem Rand weniger als 0,2 Blendenstufen, ist dies ein ausgezeichnetes Ergebnis.

Mit dem dritten Testbild - einem Graukeil - messen wir die Ein- und Ausgangsdynamik einer Kamera und finden gleichzeitig heraus, wie es in puncto Rauschen und Scharfzeichnung um sie bestellt ist. Der Graukeil hat einen Dichteumfang von D 3.8 und ist ebenfalls an einem Leuchtpult befestigt. Wir lichten das Motiv bei mittlerer Brennweite und – falls möglich – mit einer Blende zwischen F4 und F5 ab. Wie schon bei der Auflösungsmessung machen wir auch hier eine Belichtungsreihe, um ein optimal belichtetes Bild zu bekommen. Mittels Photoshop wählen wir dann die Aufnahme, deren Weißbereich in allen drei Farbkanälen einen Wert von 255 liefert. Dann wandeln wir das Testbild ins BMP-Format um und füttern damit die DC Tau.

Die Dynamik-Messung läuft bei DC Tau unter der Bezeichnung OECF (Opto Electronic Conversion Function) und bewertet die Eingangs- und Ausgangsdynamik einer Kamera, soll heißen: Die Software vergleicht das Eingangssignal mit dem umgewandelten Ausgangssignal hinsichtlich der Licht- und Schattenpartien beziehungsweise der Hell- und Dunkelbereiche. Liegt die Eingangsdynamik bei mehr als 9,4 Blendenstufen, ist dies ein hervorragendes Ergebnis. Werte unter 7,9 Blendenstufen sind kritisch und lassen Bilder dumpf erscheinen. Bei der Ausgangsdynamik liegt das beste Ergebnis bei über 252 Helligkeitsstufen.

Die Rauschmessung erfolgt über den gesamten Signalbereich in sehr feinen Abstufungen – und zwar in allen drei Farbkanälen und im humanphysiologisch gemittelten Grau. Da es bei Digitalkameras nicht möglich ist, statisches und dynamisches Rauschen zu unterscheiden, gibt DC Tau einen kombinierten Wert an. Rauschen macht sich bemerkbar, indem das Bild „grieselig“ und verpixelt aussieht. Rauschwerte von unter 3,0 sind hervorragende Ergebnisse. Bei der interne Scharfzeichnung liegen Bestwerte unter 20. Ein Wert größer als 70 ist kritisch.

Übrigens: Unsere Testausrüstung sieht übrigens wie folgt aus: DC Tau nutzt die Entwicklungsumgebung Halcon der Firma MVTec , die von CGI Systems vertrieben wird. Die Motive, mit 3600 dpi hochauflösend mit einem Luxel 9000 Filmbelichter auf grafischen Film HXR belichtet, wurden uns von Fujifilm MAN Technology Center Augsburg erstellt. Als Stativ setzen wir das Modell 058B/11D mit Stativkopf MA405 von Manfrotto ein. Das Leuchtpult kommt von der Firma Rex Leuchtsysteme .

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
89198