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Preview: Star Wars Eclipse - Ein ganz anderes Star Wars

13.07.2022 | 09:15 Uhr |

Ein Mon Calamari. Ein Kopfgeldjäger. Ein Sith. Ein Jedi. Ein Protokolldroide. Das Zeitalter der High Republic. Quantic Dream geht Spiele anders an, mit mehreren Protagonisten, die immer sterben können. Und sie zwingen uns zu harten Entscheidungen. Deshalb wird Star Wars Eclipse anders als jedes andere Star-Wars-Abenteuer.

Star Wars Eclipse eröffnet eine neue Star-Wars-Ära. Weil es sich rein atmosphärisch gesehen in seinen ersten Sekunden gar nicht nach Star Wars anfühlt: Mächtige Trommeln werden geschwungen und dieser Sound, er erinnert uns an Christopher Nolans The Dark Knight Rises. Als Bruce Wayne versucht, aus den Höhlen des Leidens zu entfliehen. Oder an Denis Villeneuves Dune. Wir denken nicht an Star Wars, aber das muss nichts Schlechtes sein. Es gibt Szenen, da ist Star Wars Eclipse, Star Wars, wie wir Stars Wars kennen – im Anflug auf Naboo oder beim Großangriff auf ein Kommandoschiff der Handelsföderation. Es hat diese magischen Sonnenaufgänge, die die Welt in orange tauchen wie in so vielen Star-Wars-Filmen. Eclipse hat aber auch sehr düstere Szenen, die es eher in die DC-Richtung drängen. Das Color-Grading arbeitet mit Grautönen, Licht wird vom Dunkel verschluckt wie in The Batman . Es hat auch Szenen, die rücken es nahezu unverwechselbar an Dune heran – wenn eine Figur von Öl umhüllt aus einer Öl-Grube heraufsteigt, denken wir direkt an Stellan Skarsgård aus Denis Villeneuves Oscar-prämiertem Meisterwerk. 

Aus Mystik ist in der Kunst schon immer Großes entstanden, denn wir alle lassen uns gerne überraschen. Wie viele der Millionen von Dune-Zuschauern im Kino haben wohl die Bücher gelesen? Ein Bruchteil, die breite Masse wird dieses Universum zum ersten Mal auf der großen Leinwand erlebt haben. Natürlich wird es uns in Star Wars Eclipse nicht ganz so gehen, denn wir kennen Naboo und andere Planeten, die uns bereits gezeigt wurden. Aber wir kennen nicht das Zeitalter, denn Eclipse spielt in einer Epoche, von der wir in Büchern gelesen haben, sprich wir können in unserer Gedankenwelt ein ungefähres Bild davon zeichnen. Aber wir haben das Zeitalter der High Republic noch nie im Kino oder auf dem 65-Zoll-Fernseher zu Hause erlebt. Wobei, ganz richtig ist das nicht, denn tatsächlich spielte eines der besten Star-Wars-Spiele aller Zeiten auch bereits weit vor der Prequel-Trilogie, nämlich Star Wars: Knights of the Old Republic , welches dieses Jahr ein Remake spendiert bekommen soll. 

Quantic Dream hat bereits bestätigt, dass sie wieder mit mehreren Figuren arbeiten werden, deren Pfade sich im Laufe des Spiels treffen und beeinflussen werden…
Vergrößern Quantic Dream hat bereits bestätigt, dass sie wieder mit mehreren Figuren arbeiten werden, deren Pfade sich im Laufe des Spiels treffen und beeinflussen werden…
© Quantic Dream

Die Y-Forces, die erste Generation einer Klonarmee 

Bei den Y-Forces handelt es sich um eine erste Klon-Armee der Handelsföderation. Sie werden in Lucrehulks befördert, nutzen aber andere Panzer und Walker als wir sie kennen.
Vergrößern Bei den Y-Forces handelt es sich um eine erste Klon-Armee der Handelsföderation. Sie werden in Lucrehulks befördert, nutzen aber andere Panzer und Walker als wir sie kennen.
© Quantic Dream

Doch auch Knights of the Old Republic spielt lange, lange vor der Prequel-Trilogie in der namensgebenden alten Republik, der Old Republic. Und damit ist die High Republic für uns doch eine unbekannte Ära, mit vielen Truppen-Typen wie den Y-Forces etwa, die zwar auf den ersten Blick, vom Gang, der Aufstellung, der mechanischen Art, an die B1-Kampfdroiden der Handelsförderation erinnern. Aber doch ganz anders sind, denn sie tragen ein großes Y auf der mechanischen Brust und wirken durch ihre Orange-Rot-Goldene Rüstung mit golden verzierten Schulterblättern sehr viel weniger edel und weniger militärisch als ihre Nachfolger. Sie haben menschliche Züge – es sind erste Klone. Nicht so perfekt wie die Klone der Klonkriege, die Elite-Soldaten sind, aber eben eine Mischung aus den sehr dummen B1-Kampfdroiden und den sehr smarten Klonen der 501sten. Wir wissen noch nicht, ob dies die Klonarmee der Jedi ist, denkbar wäre es jedoch, denn die High Republic war das Zeitalter unbegrenzter Macht der Jedi. 

Quantic Dream feiert den Alltag, entsprechend viel Zeit werden wir auch auf Märkten, in den Straßen, mit dem Volk einzelner Städte verbringen und viele neue Tiere und Kreaturen kennenlernen.
Vergrößern Quantic Dream feiert den Alltag, entsprechend viel Zeit werden wir auch auf Märkten, in den Straßen, mit dem Volk einzelner Städte verbringen und viele neue Tiere und Kreaturen kennenlernen.
© Quantic Dream

Die Jedi stellen in der High Republic Legislative und Exekutive, waren Bürgermeister, Senatoren, Polizeichefs und Generäle. Nun kennen wir die Jedi als die Guten, man kann sich aber auch vorstellen, dass intergalaktisch gesehen eine derart exklusive Gruppierung ziemlich umstritten ist –  schließlich kann nur zum Jedi ausgebildet werden, wer die Macht in sich trägt. Es ist eine sehr elitäre militärische Vereinigung, die es sich eigentlich zur Aufgabe machte, all die düsteren Flecken auf Planeten zu bereinigen und sicherer zu machen. In den Welten von Stars Wars ist der Sklavenhandel gang und gebe, der junge Anakin Sykwalker und seine Mama waren lange nach der High Republic noch Sklaven auf Tattoine. Was zeigt, dass die Jedi mit ihrem Ansatz gescheitert sind, sich viele Feinde gemacht und Bürgerkriege entfacht haben. Eine spannende Ära für eines der besten Spielestudios der Welt – für Quantic Dream, die mit Heavy Rain eines der besten Spiele der Playstation-3-Ära geschaffen und mit Detroit: Become Human gerade erst bewiesen haben, wie gut sie darin sind, uns mit ungewöhnlichen Figuren zu überraschen.

Entwickelt von Sonys bestem Storytelling-Studio, inspiriert von The Last of Us 2 

LucasFilm war so begeistert von Quantic Dreams Project Kara, das sie mit den Franzosen ein eigenes Spiel entwickelt wollten. Auch dort spielen Roboter die Hauptrolle.
Vergrößern LucasFilm war so begeistert von Quantic Dreams Project Kara, das sie mit den Franzosen ein eigenes Spiel entwickelt wollten. Auch dort spielen Roboter die Hauptrolle.
© Quantic Dream

Der erste Trailer von Star Wars Eclipse verrät uns bereits, wie sich dieses Abenteuer spielen wird. Denn es gibt keinen Fokus auf eine Figur, sondern wir sehen sehr viele Charaktere in ganz unterschiedlichen Situationen: einen Kopfgeldjäger mit Augenklappe im Outer Rim, Jedis im Duell und der offenen Welt, Sith in einem Tempel bei einem Ritual, einen Protokolldroiden. Menschen, Mon Calamari, Droiden, Klone. Dieses Spiel trägt die klare Handschrift Quantic Dreams, denn sie schaffen es immer wieder, uns zu überraschen, mit anderen Stilmitteln und Figuren zu arbeiten, als wir es gewohnt sind. In Detroit: Become Human spielen wir eine junge Frau, die eigentlich ein Roboter ist – sie sollte als Dienstmädchen für die sexuellen Genüsse ihres Käufer sorgen, doch bricht aus der Fabrik aus, freut sich über jeden einzelnen Moment in Freiheit – als sie im Regen tanzt wie ein Kind, zeigt Quantic Dreams visionärer Chefautor David Cage, was er und sein Team können: Emotionen zu wecken, an Orten, die wir nicht erwarten. Mal tut er das, indem er uns überrollt – weil in seinen Spielen Hauptfiguren immer auch sterben können. 

Mal ganz subtil, wenn ein Roboter-Mädchen im Regen tanzt, weil sie noch nie den Regen gesehen hat. Oder als ein Android-Detective zögert, einen Geiselnehmer auf einem Dach zu töten und wir seine Hand führen. Wir entscheiden, ob dieser Mann, der das Kind hält, von unseren Scharfschützen eliminiert werden soll oder nicht. Das wird uns auch in Star Wars Eclipse erwarten. Denn Jedi waren im Zeitalter der High Republic häufig Polizisten und Detectives – wie Connor in Detroit: Become Human. Quantic Dream sind die Könige des Storytellings, weil sie sich trauen dorthin zu gehen, wo sonst keiner hin will – in unsere Psyche, in Situationen, die keinen Spaß machen, sich aber in unser Gehirn und Herz brennen. Weil sie Fragen stellen, die heute noch keiner stellt, aber schon sehr bald etwas sein wird, über das unsere Gesellschaft diskutieren wird: Hat ein Droide Rechte? Hat ein Protokoll-Droide Rechte? Darf man einen KI-basierten Roboter, der zumindest menschliche Wesenszüge trägt, als Ware verkaufen? 

Die Spiele von Quantic Dream basieren sonst häufig auf Quick-Time-Events, Star Wars Eclipse soll sich eher an dem Mix aus Stealth und sehr aggressivem Nahkampf im Stil eines The Last of Us 2 orientieren.
Vergrößern Die Spiele von Quantic Dream basieren sonst häufig auf Quick-Time-Events, Star Wars Eclipse soll sich eher an dem Mix aus Stealth und sehr aggressivem Nahkampf im Stil eines The Last of Us 2 orientieren.
© Quantic Dream

Nun hatte Quantic Dream aber immer eine Schwäche: den Kampf, der häufig auf Quicktime-Events basierte. Das wird ganz anders in Star Wars Eclipse. Es soll vom Kampfsystem von The Last of Us 2 inspiriert sein. Wo wir schleichen können, mit Stealth-Kills arbeiten, aber auch sehr brutal in den Nahkampf gehen. Auch das würde zum ersten Trailer passen: Denn ein Jedi sucht stets den Nahkampf mit dem Lichtschwert, ein Attentäter ist eher ein Assassine, der aus der Dunkelheit kommt. Auch arbeitet The Last of Us stark mit der Vertikalen, wir klettern über Dächer, gelangen so in andere Gebäudeteile. Die Städte von Star Wars wachsen immer in der Vertikalen, in Coruscant geht es tief hinab, denn nur die Elite wohnt Oben. Oben, Unten, Reich und Arm, die Elite der Jedi, das einfache Volk. Noch so etwas, womit Quantic Dream sicherlich sehr viel mehr spielen wird als je ein Star-Wars-Spiel zuvor…

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