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Preview: Forspoken - Skyrim meets Final Fantasy

11.03.2022 | 12:02 Uhr |

Was für eine zauberhafte Welt: Forspoken mischt die Over-the-Top-Action eines Final Fantasy mit dem Mittelalter eines Skyrim oder The Elder Scrolls 6. Mit majestätischen Festungen, Feuer spuckenden Drachen, Eisbären in goldenen Rüstungen und einer Protagonistin, die eigentlich aus New York City kommt. Forspoken – die Mega-Preview.

Forspoken ist eine faszinierende neue Welt: Das Design von Final Fantasy in einem Mittelalter-Universum voller Festungen, Schlösser, königlicher Wachen mit Hellebarden, Königinnen und Intrigen. Aber auch riesigen Wölfen, die durch die Nacht schleichen, brennend wie der Phoenix aus der Asche. Und mit Eisbären in goldenen Rüstungen. Unsere Protagonistin Frey springt in Sneakers über Gebirge, schwingt sich an Lianen über eine wunderschön texturierte Schlucht, beschwört eine Ranke, um ein Rudel dieser marodierenden, wolfsähnlichen Kreaturen zu umhüllen, und entfacht Stürme. Ein majestätischer Drachen schwingt sich in die Lüfte, mit aufgerissener, glühender Brust, die uns wohl sagen soll, wo seine Schwachstelle ist. Frey trägt moderne Kleidung – Jeans und Kakis statt Ritterrüstung, weiße Sneaker statt Lederschuhe. Ein Teenager aus unserer heutigen Welt, mächtig wie einst nur Merlin beschrieben wurde oder Gandalf im Der Herr der Ringe: Sie beschwört ganze Bäume, die aus dem Boden schießen, um ihre Feind zu umklammern und davon zu werfen. Schießt Eispfeile, hebt Felsen hoch wie ein Jedi, wie Daisy Ridley als Rey in Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers.

Forspoken hat enorm viel Druck in seinen magischen Kämpfen, bei denen wir mit Eis- und Feuerzaubern arbeiten, aber auch Gegner mit Baumranken festhalten oder größeren Felsen bewerfen können.
Vergrößern Forspoken hat enorm viel Druck in seinen magischen Kämpfen, bei denen wir mit Eis- und Feuerzaubern arbeiten, aber auch Gegner mit Baumranken festhalten oder größeren Felsen bewerfen können.
© Square Enix

Und in der Tat hat einer von Forspokens Chefautoren auch Star Wars: Rogue One geschrieben, sicherlich einen der besseren neuen Star-Wars-Filme. Sie verwandelt Steine in Geschosse, die sie mit unglaublicher Wucht wie aus einer Maschinenpistole auf ihren Feind abfeuert. Frey lässt Wasserfälle um sich formieren, die die feindlichen Horden hinwegspülen wie Moses die Truppen des Pharao in der Bibel. Wie in einem magischen Parcours springt, fliegt und klettert sie über Felsen, die in der Luft schweben, kämpft aber auch gegen Ritter, die eher aussehen wie schwer gepanzerte Wikinger mit Rundschild und Schwert. Stark, wie viel Druck dieses Spiel hat, was für einen interessanten Flow, in all seinen Gameplay-Facetten: Frey surft auf einer Art magischen Surfbrett, auf einem Fluss, aber auch in der Luft. Forspoken ist eine dieser seltenen, komplett neuen Marken, die uns richtig fasziniert. Weil es ein Mädchen nimmt, die in New York City aufgewachsen ist –  also im 21. Jahrhundert, in unserer Zeit. Sie trägt Sneakers und nutzt ein iPhone. Und sie wird über ein magisches Portal ins Mittelalter eines Fantasy-Universums gezogen, in das Königreich Cipal. 

Cipal erinnert so ein bisschen an den Style von Final Fantasy, denn das Entwicklerteam ist jenes von Final Fantasy 15. Es ist also recht japanisch, ein bisschen Over-the-Top, vielleicht nicht ganz so kunterbunt wie Final Fantasy, aber die DNA spürt man. Es hat aber auch eine Komponente, die erinnert an Game of Thrones: Mit einer Königin, die finstere Pläne hat, der eine Armee zur Verfügung steht und einem Volk, das natürlich Angst hat, denn vor ihrer Haustür zeigen sich so ziemlich alle Kreaturen, die man sich vorstellen kann, inklusive Elementar-Drachen, die Stürme hervorrufen können und solche, die Städte niederbrennen. Frey schmiedet Allianzen, macht sich aber auch Feinde. Einige in diesem königlichen Rat halten sie für eine Hexe, andere für eine Sendung der Götter – die letzte Hoffnung für diese Lande, denn ihre eigenen Soldaten und Armeen vermögen es nicht, diese übermächtigen Feinde zu stoppen. Es gibt in dieser Welt weitere Königreiche, die Frey mit ihren eigenen, menschlichen Armen bekämpfen. 

Eine der faszinierendsten neuen Welten des Jahres 2022 

Als wir mit dem Konzept von Forspoken begannen, hatten wir die Idee, eine Dualität darzustellen, ein modernes Element und ein Fantasy-Element zu zeigen und zu überlegen, wie wir diese beiden Komponenten zusammenbringen können", erklärte Raio Mitsuno im Rahmen eines Interviews mit den Kollegen von Gamesradar.com: "Beginnend mit dem Fantasy-Element haben wir unsere tiefen RPG-Wurzeln aus Final Fantasy und die Art von Spielen, für die unser Unternehmen bekannt ist, genommen und wollten eine brandneue Fantasy-Welt voller Magie und Matriarchen erschaffen, die über sie herrschen, aber wir wollten auch eine frische, moderne Perspektive anbieten. So sind wir auf die Idee gekommen: 'Lasst uns die Protagonistin aus unserer Welt nehmen, lasst sie unser Spiegelbild sein', und alles, was sie durchmacht, ist ebenso, wie wir in dieser Situation reagieren oder uns fühlen würden. "

- Raio Mitsuno, Creative Director Forspoken 

Ähnlich wie in Final Fantasy gibt es sehr viele unterschiedliche Gegner-Designs, die sehr individuelle Taktiken erfordern – hier bilden wir einen magischen Schild gegen Steinwesen.
Vergrößern Ähnlich wie in Final Fantasy gibt es sehr viele unterschiedliche Gegner-Designs, die sehr individuelle Taktiken erfordern – hier bilden wir einen magischen Schild gegen Steinwesen.
© Square Enix

Frey hatte eine schwere Kindheit, wuchs im Heim auf, wurde in den Straßen New Yorks ausgeraubt und prügelte sich oft. Sie ist also nicht die geborene Heldin, zu der sie jetzt reifen muss. Daraus entspinnt das Autorenteam eine spannende Geschichte und auch dieses ist sehr renommiert: Die Welt an sich entworfen haben Amy Hennig, Chefautorin von Uncharted 1 bis 3 und Garry Whitta, früher Spieleredakteur bei PC Gamer, heute gefeierter Hollywoodautor. Zuletzt hat er Star Wars: Rogue One geschrieben, der ganz neue Komponenten in dieses Universum eingepflanzt haben, inklusive einer starken Rebellen-Heldin. Forspoken gefällt uns schon deshalb sehr gut, weil es in letzter Zeit eher wenige Fantasy-Mittelalter-RPGs gab: In denen man durch festliche, glamouröse, riesige Festsäle läuft, durch ein majestätisches Schloss, aber auch in den Ruinen von Festungen kämpft, wie zuletzt in Skyrim. Die Geschichte ist dem Team offensichtlich sehr wichtig, es gibt viele unterschiedliche Figuren, alle hochwertig besetzt: Frey wird von Ella Balinska gespielt, die einen sehr guten Ersteindruck hinterlässt. Sie kennt man aus 3 Engel für Charlie. Eine der Antagonistinnen namens Tanta Sila wird von Janina Gavankar gespielt (Star Wars: Battlefront 2, Navy CIS).  Sie ist die große Bösewichtin unter den Tantas, der Gruppe von "verdrehten" Matriarchen, gegen die wir in Forspoken bestehen müssen. 

Spannende Story-Idee: Frey trägt Sneakers, kommt aus dem heutigen New York und wird in eine Fantasy-Mittelalter-Wert geworfen, die so ein bisschen Game of Thrones ist. Inklusive vieler Intrigen und Machtkämpfe.
Vergrößern Spannende Story-Idee: Frey trägt Sneakers, kommt aus dem heutigen New York und wird in eine Fantasy-Mittelalter-Wert geworfen, die so ein bisschen Game of Thrones ist. Inklusive vieler Intrigen und Machtkämpfe.
© Square Enix

Und dann hat dieses Spiel auch so einen gewissen Borderlands-Touch, denn es ist sehr witzig: Cuff ist unser Begleiter und wie sein Name schon verrät, ist er eine … Manschette. Im wahrsten Sinne des Wortes. Er ist ein "magischer, empfindungsfähiger Armreif ungewisser Herkunft", der mit herrlich überheblich britischem Akzent spricht – ungefähr so wie man sich einen Lord vorstellt. Gespielt wird er von Jonathan Cake, den wir aus Der erste Ritter oder der Serie Chuck kennen. Freys Nachname ist sicherlich auch nicht ganz zufällig Holland, denn die Inszenierung geht so dezent Richtung Spider-Man in einem Fantasy-Mittelalter: Auch sie kann eine Art Spinnweben aus ihren Händen schießen und auch sie muss all diese vielen Fähigkeiten, die sie plötzlich hat, erstmal lernen einzuschätzen und ist anfangs völlig überfordert damit. Gerade die Interaktion mit ihrem Armreif macht viel Spaß, die beiden haben eine gute Chemie und sie selbst fragt sich oft, ob sie einfach nur in einem Traum festhängt, denn das alles wirkt surreal. Mister Cuff sorgt dabei dafür, dass sie ob all der Magie nicht abhebt und erinnert sie daran, dass sie gerade nur einen kleinen Drachen bekämpft hätte, nicht den Hauptdrachen. Nun, danke Mister Cuff! 

Wie fühlt sich Forspoken denn jetzt an? Spider-Man trifft Assassin’s Creed trifft Fantasy auf 300 gedreht 

Es geht weniger um 08/15-Zauber, mehr um Over-the-Top-Magie – hier lässt Frey aus dem Boden riesige Baumranken schießen, die den Feind umschließen und so leichter angreifbar machen.
Vergrößern Es geht weniger um 08/15-Zauber, mehr um Over-the-Top-Magie – hier lässt Frey aus dem Boden riesige Baumranken schießen, die den Feind umschließen und so leichter angreifbar machen.
© Square Enix

Forspoken ist crazy, es gab wahrscheinlich schon lange kein Spiel mehr, das so viel Druck hatte und so viele Genres kombinierte: Es hat den Parcours von Assassin’s Creed, die Spinnfäden und das Umherschwingen eines Spider-Man, nur eben nicht durch Manhattan, sondern mittelalterliche Städte. Und die Design-DNA von Final Fantasy. Frey kann auf einem magischen Surfboard surfen – im Wasser, in der Luft. Es gibt magische Fähigkeiten, die Strategie erfordern. Etwa ein Zauber namens Prime, mit dem unsere sympathische Protagonistin magische Fallen an einer bestimmten Stelle platziert, und wenn ein Feind darauf tritt, verursacht er explosiven Flächenschaden. Es gibt auch eine Bewegung namens Binden, die Feinde in Unkraut verwickelt. Oder eine mächtige Fähigkeiten namens Implantieren, die Samen auf Feinde schießt, und eine Bewegung namens „disperse“, die Blumen an einer bestimmten Stelle sprießen lässt, die sich dann in der Nähe befindliche Felsen schnappen und sie auf Feinde schleudern. Frey kämpft gegen Untote, die Break genannt werden und die aus der Erde auftauchen, doch diese Schlacht fühlt sich anders an als sonst in Magie fokussierten Werken wie etwa einem Dragon Age. Frey ist nicht wie angewurzelt, wirft endlos identische Feuerbälle und sieht sich die gleichen Zauberanimationen aus der Konserve an, wenn sich ihre Zauberleisten füllen. Das ist ja die 08/15-Art, die viele Studios nutzen. 

Das Figurendesign hat definitiv die DNA von Final Fantasy – sehr verspielt, sehr künstlerisch, aber Forspoken ist insgesamt etwas gedämpfter im Ton.
Vergrößern Das Figurendesign hat definitiv die DNA von Final Fantasy – sehr verspielt, sehr künstlerisch, aber Forspoken ist insgesamt etwas gedämpfter im Ton.
© Square Enix

Ihre Magie ist kein Knopf, den man drückt, wenn die Abklingzeit abgelaufen ist. Es ist mehr ein magischer Parcours, der den Kampf schnell und reaktiv aussehen lässt, mit fließenden Übergängen von schnell über die Schulter abgefeuerten Zaubern zum Abrollen, um Feindfeuer auszuweichen. Wir kämpfen etwa gegen eine Art Wurm, der Schleim verschießt. Das sieht extrem stylisch aus. In einer mühelos aussehenden Sequenz pfeffert Frey umstehenden Break-Zombies Darts entgegen, wie eine Messerwerferin auf Speed und weicht ihren Angriffen durch Saltos aus. Wenn die Menge zu dicht wird, springt Frey hoch und über sie hinweg, wobei sie kurzzeitig in der Luft schwebt, gerade lange genug, um einen Fächer von Bolzen zu versprühen und einige Kopfschüsse zu landen. Nach der Landung drehen wir uns um, um etwas Abstand zu gewinnen und entladen ein geladenes Sperrfeuer, das die übrigen Truppen auslöscht. Uns steht eine riesige Zahl von Magie zur Verfügung: Eiszauber, Feuer-Magie. Die rote Feuer-Magie scheint am aggressivsten zu sein: Die Projektile enden in Explosionen, einschließlich eines verzauberten Drehkicks, dem wir ein Ziel zuweisen - landet der Treffer, explodiert der Zauber. 

Der Parcours ist ein wilder Mix aus Schwingen im Spider-Man-Stil, Parcours von Assassin’s Creed und irren Zauber-Moves – etwa einem magischen Surfboard.
Vergrößern Der Parcours ist ein wilder Mix aus Schwingen im Spider-Man-Stil, Parcours von Assassin’s Creed und irren Zauber-Moves – etwa einem magischen Surfboard.
© Square Enix

Die blaue Eis- und Wassermagie ist etwas technischer ausgelegt: Forspoken hat viele Kombinationsmöglichkeiten und Verlangsamungseffekte, vom ersten Eindruck her ist das ein sehr robustes Set an magischen Sprüchen, vielleicht das größte, das wir seit langem gesehen haben. Es gibt Ausrüstung zum Sammeln und Herstellen, einen Fertigkeitsbaum zum Erlernen neuer und verbesserter Zaubersprüche. Und dann gibt es noch Runen, die allerdings hier in Form von Fingernägeln genutzt werden: Indem sie spezielle Muster auf ihre Fingernägel mit magischen Materialien malt, kann Frey ihre Zaubersprüche mit zusätzlichen Effekten verstärken, sprich hier steckt ein richtiges RPG drin. Die Gegner unterteilen sich in Break und Break Storm. Breaks sind Zombies, fliegende Adler-Kreaturen, Eisbären in goldenen Rüstungen, ethereale Wölfe. Und dann entsprechend Break Storms, die quasi die Bosse stellen. Und auch diese sind mehr als nur beeindruckend: Wir haben bereits einen riesigen Boss gesehen, der an God of War erinnerte – also wirklich gigantisch groß, hoch wie ein Gebirge, wie eine Art riesiger Baum, der elektrisch geladen ist. Sieht absolut fantastisch aus ob Square Enix neuer Hightech-Engine Luminous. Wir freuen uns richtig drauf. 

Dieser Screenshot zeigt schon schön, welche Epik dieses Forspoken auffährt. Die Bosse sind groß und monumental wie in God of War Ragnarök.
Vergrößern Dieser Screenshot zeigt schon schön, welche Epik dieses Forspoken auffährt. Die Bosse sind groß und monumental wie in God of War Ragnarök.
© Square Enix

Erstes Fazit: Forspoken könnte der Überraschungshit 2022 werden 

Forspoken erscheint bereits am 11. Oktober 2022, warum spricht dann kaum einer darüber? Es ist eine der wenigen neuen Mega-IPs des Jahres. Ein komplett neues Universum, welches sehr viel anders macht. Das sich nicht einfach 08/15-Magie bedient, wie gefühlt jedes RPG, sondern uns regelrecht zu Gandalf meets Galadriel werden lässt: Wo wir Äste aus der Erde schießen lassen, die den Feind umwickeln, Bäume für uns kämpfen lassen oder uns auch richtige Magie-Gefechte liefern mit anderen Zauberern. Wo wir Wassermassen anschwellen lassen, den Gegner damit überrollen oder kurzerhand schockfrosten. Wo wir uns unsichtbar machen können, um eher auf Stealth-Wegen im Stil eines Assassin’s Creeds Wachposten auszuschalten, wenn wir mal nicht den großen Auftritt wagen wollen. In einer Fantasy-Mittelalter-Welt, die so ein bisschen Skyrim trifft The Witcher ist mit dem Design von Final Fantasy – also künstlerisch super hochwertig gearbeitet, aber schon eine gute Nuance düsterer als sich FF gibt. Mal schauen, wie sich die ungewöhnliche Story mit einer Protagonistin aus unserer Zeit einfügt, aber bislang sieht das richtig klasse aus.

Forspoken erscheint am 11. Oktober 2022 für PC und Playstation 5. 

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