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Plantronics BBPRO5100: True Wireless mit starkem Sitz und Klang

25.10.2019 | 13:22 Uhr | Peter Müller

Ganz ohne Kabel, aber fest im Ohr: Der Plantronics-Hörer überzeugt mit Klang, drückt auf Dauer aber ein wenig in den Ohren.

Worauf es bei True-Wireless-Hörern ankommt? Vor allem auf den Klang, wie bei all den anderen Kategorien von Audiowiedergaben, logisch. Nur kommen bei den völlig drahtlosen Hörern, die Apple mit seinen Airpods wesentlich beeinflusst hat, auch noch andere Kriterien zum Tragen. Akkulaufzeit, Bedienbarkeit und vor allem der Sitz. Dieser hängt ja auch wesentlich mit dem Klang zusammen.

Apple hat vor drei Jahren versprochen, die Airpods würden trotz ihres eher lockeren Sitzes nicht ständig aus den Ohren fallen. Nun ja. Der Verzicht auf Silikon- oder Schaumstoffkappen bringt natürlich einen unvergleichlichen Tragekomfort, die Airpods hat man auch gerne wie die verkabelten Earpods über Stunden im Ohr. Aber bei gar nicht mal so wenigen Leuten fallen sie dann doch aus den Ohren, mal aus einem, mal aus dem anderen, mal aus beiden. Das ist nicht nur lästig, sondern kann auch teuer werden. Wir kennen schließlich Murphys Gesetz: Immer dort, wo uns die Airpods aus den Ohren fallen, warten zuverlässig Gullideckel darauf, sie zu schlucken. Einen weiteren Nachteil erleiden die, in deren Ohren die Airpods nicht so bleiben, wie sie sollten: Sie klingen dann einfach nicht so gut, wie sie könnten. Aber diese Erfahrung haben wir schon in der Kabel-Ära gemacht .

Starker Sitz, starker Klang

In Sachen Sitz gibt das neue True-Wireless-System von Plaintronics Backbeat Pro 5100 auch jede Menge Vertrauen: Zu den Ohrhörern sind Silikonkappen in drei Größen mitgeliefert, schon die ab Werk verbauten mittlerer Größe passen uns ganz gut. Im Ohr steckt das perfekt, wenn man die Hörer richtiggehend in die Gehörgänge eindreht. Da wackelt nichts und der Sound kommt so am Trommelfell an, wie er sollte: Satt im Bass, aber nicht zu aufdringlich, sauber in Mitten und Höhen, niemals schrill. Sind wir ein wenig sorgloser beim Einlegen der Backbeat Pro 5100 hören wir auch gleich den Unterschied: Wenn sie nicht richtig sitzen, klingen sie blechern und hohl, also genau so wie ein Airpod, kurz bevor es sich aus dem Ohr verabschiedet.

Plantronics Backbeat Pro 5100 bei Amazon (180 Euro)

Das geht allerdings auf Kosten des Tragekomforts: Schon nach relativ kurzer Zeit werden die Hörer leicht unangenehm, auf Dauer wollten wir sie nicht tragen, etwa im Büro. Wobei: Wenn wir mal unsere Ruhe haben wollen, sind die Hörer ideal, schirmen sie doch sehr gut gegen Außengeräusche ab. Noise Cancelling sollen zudem vier Mikrophone garantieren, da die Funktion aber immer an ist, können wir nicht überprüfen, wie es ohne wäre. Unter unseren über die Ohren reichenden Haaren sind die Lauscher nicht sichtbar und Kollegen, die uns nicht ansprächen, trügen wir dicke OverEars, wundern sich, wenn wir sie nur ungläubig anstarren, weil sie ihre Münder bewegen, ohne dass ein Ton an unsere Ohren käme … So oder so funktioniert die Geräuschunterdrückung bestens.

Telefonieren nicht immer ein Vergnügen

Im Büro sitzend taugen uns also die Airpods besser, wir hören mehr Außengeräusch und telefonieren mit den Plantronics-True-Wireless ist gewöhnungsbedürftig. Das Gegenüber versteht uns genau so gut oder schlecht wie mit den Airpods im Ohr, wir selbst hören uns aber vorwiegend über Knochenleitung. Die Außenmikrofone sollen besonders gut Windgeräusche dämpfen, so dass wir beim Telefonieren auch noch zu verstehen sind – wir werden das nachtesten, sobald die November-Stürme toben.

Die starke Abschirmung gegenüber der Umwelt lässt die Backbeat Pro 5100 auch als weniger für den Outdoorsport geeignet erscheinen, aber zu diesem Zweck werden wir in Kürze ein anderes Modell des Anbieters testen. Zwar sind sie nach Schutzstandard IPX4 gegen Schweiß resistent und halten auch den ein oder anderen Regenguss aus, aber im öffentlichen Raum sollte man auch beim Training ein wenig von der Geräuschkulisse mitbekommen. Wir nahmen die Hörer aber immerhin auf einen gut halbstündigen schnellen Spaziergang zur U-Bahn mit, bei einer solchen Gelegenheit verlieren wir die Airpods ständig. Die Backbeat Pro 5100 bleiben auch bei festem Schritt relativ fest in den Ohren und der Klang konstant, ein oder zwei Mal müssen wir aber ein bisschen nachjustieren.

Durchdachte App, empfindliche Knöpfe

Bei der Gelegenheit springt dann auch gleich Siri an, der wir dann sagen, sie werde jetzt nicht gebraucht. In der Backbeat-App lässt sich einstellen, welcher der beiden Ohrstöpsel bei Druck den Sprachassistenten startet und damit der primäre ist. Legt man keinen Wert auf Siri oder den Google Assistant, kann man diese Funktion deaktivieren. Dann und nur dann lässt sich mit dem primären Ohrstöpsel die Lautstärke ändern. Der andere hält die Musik an oder setzt sie fort, bei langem Druck schaltet er das System ab.

Nimmt man die Ohrhörer aus der Ladeschale, verbinden sie sich sofort mit dem iPhone, solange das nicht auf anderen Hörern per Bluetooth Sound abgibt. Beim Herausnehmen eines Stöpsels aus dem Ohr hören beide mit der Wiedergabe auf - und setzen sie nach Wiedereinsetzen wieder fort. Ob man bei einem eingehenden Anruf diesen an das Telefon weiterleitet, wenn man beide Hörer abnimmt oder das Mikrofon stumm schaltet, ist ebenfalls Einstellungssache. Geht doch einmal einer der InEars verloren, hat sich die App nach vorheriger Konfiguration der Funktion den letzten Ort gemerkt, an dem Verbindung bestand. Schön, hilft aber nichts, wenn der obligatorische Gullideckel wieder zugeschlagen hat. Immerhin lässt sich auf im Raum verlegten Backbeat ein Ton abspielen, solange sie nicht mit dem Telefon verbunden sind.

Mit einer Ladung halten die Hörer sechseinhalb Stunden lang, diese Herstellerangaben konnten wir einigermaßen reproduzieren. Das Ladecase hält zwei weitere volle Ladungen bereit, also 13 Stunden Verlängerung. So lange wollen wir die Hörer dann aber doch nicht ununterbrochen tragen.

Fazit

Was den Sound betrifft, spielen die Plaintronics Backbeat Pro 5100 in der gleichen Liga wie die Airpods. Bei Siri muss man Abstriche machen - sofern wir mit den aktuellen Modellen der Airpods vergleichen, die auf "Hey Siri!" reagieren. Ansonsten besteht der Unterschied in der Frage, ob Tragekomfort oder Sicherheit vor spontanem Verlust die wichtigere Rolle spielen und ob man wirklich von der Außenwelt akustisch abgeschnitten sein will. Hier mache die True-Wireless-Hörer einen sehr guten Job. Auch der Preis von 180 Euro samt Ladeschale mit Micro-USB-Buchse spielt in der Liga, in der sich Apples Airpods bewegen.

Plantronics Backbeat Pro 5100 bei Amazon (180 Euro)

Backbeat Pro 5100

Hersteller:

Plantronics

Vorzüge:

Sicherer Sitz, starker Klang, gute Abschirmung

Nachteile:

Drücken auf Dauer im Gehörgang

Preis:

180 Euro

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