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PC-Welt baut Wasserstoffauto mit echter Brennstoffzelle von Fischertechnik

23.03.2021 | 14:14 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ein eigenes Brennstoffzellenauto für knapp 90 Euro? Fischertechnik macht’s möglich. Wir haben das "Fischertechnik H2 Fuel Cell Car" zusammengebaut und ausprobiert, ob und wie die Brennstoffzellentechnik zu Hause funktioniert.

Seit einigen Tagen können Sie mit Fischertechnik ein eigenes Brennstoffzellenauto bauen. Wir haben diesen spannenden Bausatz ausprobiert.

Der Bausatz Fischertechnik 559880 Profi H2 Fuel Cell Car-Brennstoffzellenfahrzeug für knapp 90 Euro umfasst 117 Teile. Wobei für einige verschleißanfällige Kleinteile wie zum Beispiel die Kabelklemmen zusätzliche Exemplare als Reserve beiliegen. Laut Fischertechnik ist der Bausatz für Kinder ab 9 Jahren geeignet.

Alle Bestandteile des Bausatzes.
Vergrößern Alle Bestandteile des Bausatzes.

Eine gut bebilderte Anleitung führt durch den Zusammenbau der Kunststoff- und Gummiteile, des Elektromotors und der Brennstoffzelle samt den beiden Speicherzylindern für Wasser, Wasserstoff und Sauerstoff. Werkzeug oder Batterien sind für den Zusammenbau nicht erforderlich, Sie benötigen allerdings zwingend destilliertes Wasser.

Das Fahrzeug reift.
Vergrößern Das Fahrzeug reift.

Das Modell ist nach kurzer Zeit fertig zusammengestellt und erfordert kein besonderes Geschick, selbst wenn man die Fischertechnik-Bausätze zuvor nicht kannte.

Die Brennstoffzelle ist zusammen mit den beiden Speicherzylindern auf das Auto gesetzt. Die Fahrt kann beginnen.
Vergrößern Die Brennstoffzelle ist zusammen mit den beiden Speicherzylindern auf das Auto gesetzt. Die Fahrt kann beginnen.

Das war beim deutlich komplexeren 3D-Drucker von Fischertechnik noch ganz anders, dieser Bausatz erforderte viel Zeit und Bastelleidenschaft. Mehr dazu lesen Sie hier: Fischertechnik 3D-Drucker. Doch zurück zum Brennstoffzellen-Auto für zu Hause.

Fischertechnik Bausatz Brennstoffzellenauto kaufen

Erweiterbar um: Fischertechnik Experimentierkasten Green Energy

Der Zusammenbau ist also geschafft, doch jetzt kommt der eigentlich spannende Teil: Die Stromerzeugung. Hierzu gehen Sie nach der Anleitung auf der Fischertechnik-Webseite vor. In gedruckter Form liegt diese Anleitung nicht vor.

Hier hängt die Brennstoffzelle am Netzteil. Sie erzeugt nun aus H2O Wasserstoff und Sauerstoff. Dabei wird immer mehr Wasser in die beiden oberen Überlaufkammern gedrückt, während H2 und O2 gewonnen wird.
Vergrößern Hier hängt die Brennstoffzelle am Netzteil. Sie erzeugt nun aus H2O Wasserstoff und Sauerstoff. Dabei wird immer mehr Wasser in die beiden oberen Überlaufkammern gedrückt, während H2 und O2 gewonnen wird.

 

Damit Sie aber überhaupt Strom erzeugen können, benötigen Sie erst einmal Wasserstoff und Sauerstoff. Diese beiden Stoffe hat man in getrennter Form ja nicht mal eben so zu Hause lagern. Deshalb legt Fischertechnik eine so genannte „reversible Brennstoffzelle“ bei. Sprich: Diese kann nicht nur aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom und Wasser erzeugen, sondern in einem vorausgehenden Schritt aus destilliertem Wasser erst einmal Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) herstellen.

Der gleiche Vorgang von oben fotografiert.
Vergrößern Der gleiche Vorgang von oben fotografiert.

Vereinfacht zusammengefasst: Wir füllen zunächst das destillierte Wasser in die beiden Speicherzylinder bis zur Markierung. Beachten Sie dazu die diversen Hinweise, wie zum Beispiel das Öffnen der Entlüftungsstopfen. Dann schließen wir das mitgelieferte Netzteil an die Brennstoffzelle an - diese muss sich dafür nicht zwangsläufig auf dem Auto befinden. Jetzt erzeugt die Brennstoffzelle aus dem destilliertem Wasser die Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff. Geben Sie der Brennstoffzelle dafür reichlich Zeit, insbesondere bei der ersten Inbetriebnahme.

Das Auto wartet darauf mit der Brennstoffzelle samt den beiden Speicherzylindern bestückt zu werden. Rechts hinten der Behälter mit dem destilliertem Wasser.
Vergrößern Das Auto wartet darauf mit der Brennstoffzelle samt den beiden Speicherzylindern bestückt zu werden. Rechts hinten der Behälter mit dem destilliertem Wasser.

Nach einiger Zeit klemmen Sie das Netzteil ab und stecken die Brennstoffzelle mit den beiden Speicherzylindern auf das Mini-Auto. Jetzt schließen Sie die beiden vom Elektromotor kommenden Kabel an die Brennstoffzelle an. Das ist etwas unglücklich gelöst, denn es gibt keinen Ein-/Ausschalter zum Starten des Autos, sondern das Auto fährt sofort los, sobald die zweite Klemme an die Brennstoffzelle angeschlossen ist und der Strom fließt.

Die Brennstoffzelle ist zusammen mit den beiden Speicherzylindern auf das Auto gesetzt. Die Fahrt kann beginnen. Hierzu müssen wir nur noch das zweite Kabel, das jetzt noch lose hängt, anschließen.
Vergrößern Die Brennstoffzelle ist zusammen mit den beiden Speicherzylindern auf das Auto gesetzt. Die Fahrt kann beginnen. Hierzu müssen wir nur noch das zweite Kabel, das jetzt noch lose hängt, anschließen.

Hinweis: Der "fischertechnik H2 Fuel Cell Car" Baukasten eignet sich laut Hersteller als Ergänzung zum Baukasten Green Energy , der die Prinzipien von Wasserkraft, Windkraft und Solarenergie erklärt.

Die Brennstoffzelle in der Mitte zwischen den beiden Speicherzylindern. Hier stehen die Zylinder auf dem Kopf.
Vergrößern Die Brennstoffzelle in der Mitte zwischen den beiden Speicherzylindern. Hier stehen die Zylinder auf dem Kopf.

Tipps: Falls das Auto nicht losfährt, beobachten Sie, ob sich der Wasserspiegel in den beiden Speicherzylindern senkt. Dann arbeitet die Brennstoffzelle durchaus, aber vielleicht braucht sie beim ersten Mal einfach mehr Zeit beim Aufladen und beim Aufnehmen des Wassers, bis sie optimale Leistung liefern kann. Außerdem sollten Sie prüfen, ob alle vier Räder leichtgängig sind. In unserem Fall war in der Tat das linke hintere Antriebsrad schwergängig und verlangsamte das Fahren erheblich. Wir lösten daraufhin die Flügelmutter etwas und schon flitzte das Brennstoffzellenauto los.

Man kann die Brennstoffzelle natürlich auch im eingebauten Zustand zum Erzeugen von Wasserstoff verwenden.
Vergrößern Man kann die Brennstoffzelle natürlich auch im eingebauten Zustand zum Erzeugen von Wasserstoff verwenden.

Wenn alle Räder leichtgängig sind und die Antriebswelle des E-Motors sauber in das Antriebsritzel greift und die Brennstoffzelle zu voller Leistung sich aufgeschwungen hat, dann steht einem durchaus beachtlichen Fahrvergnügen nicht mehr im Wege. Das Fischertechnik H2 Fuel Cell Car fährt mehrmals flott durch unsere Wohnung, bis Wasserstoff und Sauerstoff wieder vollständig zu Wasser umgewandelt sind. Dann kann das Ganze wieder von vorne beginnen: Mit der Elektrolyse von Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff.

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