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Overwatch 2 Preview: Inspiriert von The Avengers Endgame

13.05.2020 | 11:34 Uhr |

Overwatch 2 liefert eine richtige Geschichte, und Blizzard lässt sich von Marvels brillantem Charakterdesign inspirieren. Tracer erinnert an Black Widow, etliche Figuren erben den trockenen Humor Robert Downey Jr. in der Rolle seines Lebens als Tony Stark alias Iron Man. Erwartet uns ein großes, emotionales Finale im Stil von Endgame? Overwatch 2 im Story-Special.

Mit Marvel erlebte die Ensemble-Geschichte ihr großes Comeback: Jason Bourne ist ein Einzelgänger, James Bond wird im September wieder in No Time to Die seine Solo-Tournee abziehen. Marvel-Filme sind da anders: Auch wenn sich Robert Downey Jr. In der Rolle seines Lebens als Tony Stark selbst als „Milliardär, Philanthrop, Playboy“ bezeichnet und in Iron Man noch den Solo-Helden mimte, der dazu neigte, sich ständig in Schwierigkeiten zu bringen. So braucht er doch seinen Buddy War Machine (Don Cheadle) und seine „Sie wollen sich, sie wollen sich nicht, sie lieben sich doch“-Freundin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow). Für The Avengers avanciert er zum Gehirn der Superhelden-Spezialeinheit, braucht aber auch die anderen: Das fliegerische Geschick von Special Agent Black Widow, die nah dran ist an Overwatch 2s Tracer. Und Captain America, die Seele des Teams, der moralische Kompass. Ein Typ wie Winston. Ja doch, Overwatch 2 fühlt sich schon ein bisschen wie The Avengers: Endgame an.

Overwatch: Was bisher geschah:

Auch weil in beiden Werken zu Beginn das Team zerbrochen ist. Jeder geht seiner Wege, das Schicksal und der Tod vereint sie wieder im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind.

„Die Leute wollen wissen, was geschehen ist, als Winston den Button „Initiiere Overwatch“-Recall gedrückt hat“, erklärt Lydia Bottegoni, Senior Vice President of Story bei Blizzard „Es ist schon witzig, weil wir natürlich oft auf die Parallelen angesprochen werden, tatsächlich wurde die Geschichte von Overwatch 2 aber lange vor Avengers: Endgame entwickelt. Dennoch ist Marvel natürlich eine Inspiration, ganz klar. Jeder hier im Studio hat die Filme gesehen, wir reden darüber, analysieren, was daran so gut funktioniert. Die Chemie zwischen den Avengers ist großartig, weil hier komplett unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen, die wie eine Familie zusammenhalten, wenn es drauf ankommt.“ 

Der Overwatch-Recall: Der Notruf für die Superhelden-Einheit

Wie in The Avengers: Endgame zwingt ein drastisches Ereignis die Overwatch zur Reunion. Blizzard hat die Story vor dem Filmlaunch geschrieben, liebt aber die Marvel-Filme.
Vergrößern Wie in The Avengers: Endgame zwingt ein drastisches Ereignis die Overwatch zur Reunion. Blizzard hat die Story vor dem Filmlaunch geschrieben, liebt aber die Marvel-Filme.
© Blizzard

„Ich glaube, die große Stärke dieser beiden Welten liegt darin, dass jeder auch sein eigenes Leben lebt und nach Overwatch 1 dorthin zurückgekehrt ist. Einige haben Familie, andere sich ihren Freunden wieder angeschlossen – das natürliche Habitat eines Revolverhelden ist der Wilde Westen, nicht die Großstadt. Und natürlich können wir damit spielen und kokettieren.“ Es gibt diese Figuren, die die Overwatch vermisst haben: Tracer sicherlich, die sich als Pilotin nie ganz davon verabschiedet hat. Andere haben sich stärker entfernt und müssen sich erst wieder einfinden. „Das macht eine spannende Geschichte, wenn nicht alle aus gleichen Positionen starten.“ Deshalb habe man auch eine gewisse Schwere und Dramaturgie in die Eröffnungssequenz gesteckt und die Entscheidung von Winston:

„Sie sind ein Team, wie eine Familie. Winston weiß aber auch, dass er diese Charaktere alle aus ihrem Leben rausreißen muss, was sie sich gerade erst wieder aufgebaut hatten. Und dass er sie natürlich Gefahren aussetzen muss.“ Ein Film namens „Overwatch: Was bisher geschehen ist“, zeigt etwa wie Familienmitglieder mit dieser Entscheidung hadern – etwa die Tochter von Reinhardt: „Du hast Overwatch alles gegeben, dein ganzes Leben gewidmet. Sie haben dich rausgeworfen, jetzt wollen sie sich plötzlich zurück? Ernsthaft? Warum?“ Spannend auch: Overwatch 2 stellt viele Fragen, die auch Avengers: Endgame stellte. Denn wer Infinity War gesehen hat, der weiß, dass sich die Menschheit im Stich gelassen fühlte von den Avengers. Und dass das Team auseinanderbrach, weil sie diese nicht beschützen konnten. Zivilisten fremdeln mit den Avengers und auch in Overwatch 2 haben sich die Dinge geändert: „In dieser Szene in Paris gibt es Polizisten, die wissen, wer die Overwatch sind. Andere können sich darunter nichts vorstellen, weil die Spezialeinheit länger nicht mehr aufgetreten ist.“ Wir erinnern uns: Über den Petras Act wurde die Overwatch 2024 offiziell zerschlagen und der Kontakt von Agenten untereinander unter Strafe gestellt.

Die Locations: Bekannt und doch frisch, neu und inspirierend 

Monte Carlo ist direkt wiedererkennbar, allerdings hat Blizzard futuristische Supercars und Formel-1-Autos implementiert, inklusive F1-Box.
Vergrößern Monte Carlo ist direkt wiedererkennbar, allerdings hat Blizzard futuristische Supercars und Formel-1-Autos implementiert, inklusive F1-Box.
© Blizzard

Die Orte des Spiels sollen eine Geschichte erzählen und sich neu anfühlen, aber trotzdem bekannt vorkommen - eine Stadt, die die Welt des antiken Ägyptens mit ihren Sarkophagen und prächtigen Gewändern der Pharaonen in Architektur einkleidet. „Oder nehmen wir Toronto, unsere erste Push-Map, die wir gezeigt haben. Es gibt den Racoons Curling Club, weil Kanadier Curling lieben. Alles ist sehr von Eishockey dominiert, und wir nehmen die Silhouette und zum Beispiel das Mauerwerk von echten Häusern in Toronto und transformieren diese in die Zukunft.“ Dann gibt es Monte Carlo: Mit majestätischen Palästen, futuristischen Supersportlern, die mit einklappbaren Reifen vor Kasinos parken, aber auch einer Rennstrecke und Werkstatt, in der das steht, was vielleicht in vielen Jahren mal die Formel 1 abbilden könnte.“ 

Blizzard nutzt sein multinationales Team. An der Rio-Karte für die Kampagne arbeiteten etwa Brasilianer des Teams, weil diese am besten die Magie der Stadt einfangen können.
Vergrößern Blizzard nutzt sein multinationales Team. An der Rio-Karte für die Kampagne arbeiteten etwa Brasilianer des Teams, weil diese am besten die Magie der Stadt einfangen können.
© Blizzard

Blizzard greift dabei auf seine multinationale Crew im Headquarter in Irvine bei Los Angeles zu. „Wir haben brasilianische Kollegen, die an Rio de Janeiro arbeiten. Schweden, die an der Gothenburg (Göteburg)-Map arbeiten oder Kanadier, die die Toronto-Karte designen. Weil sie am besten wissen, was die nationale Identität ausmacht. Worauf ist die Stadt stolz, was definiert sie – in Toronto gibt es eine riesige Eishockey-Statue, und die Gebäude wirken zwar futuristisch, aber ein Kanadier würde trotzdem die Form und die Silhouette etlicher Bauwerke wiedererkennen. Das ist das Ziel“, erklärte Creative Director Jeff Kaplan im Rahmen des Blizzcon-Panels. 

Das Overwatch-Universum: Entstanden als Antithese zur Popkultur 

Wann immer möglich, setzt das Artdesign-Team auf leuchtende Farben. Achten Sie mal auf den knalligen Orange-Ton von Tracers Leggins.
Vergrößern Wann immer möglich, setzt das Artdesign-Team auf leuchtende Farben. Achten Sie mal auf den knalligen Orange-Ton von Tracers Leggins.
© Blizzard

„Als wir in Overwatch (1) gestartet sind, haben wir das Mantra definiert: „An inspiring future earth worth fighting for“. Übersetzt: „Eine inspirierende Zukunft, für die es sich zu kämpfen lohnt“. Deshalb haben wir uns für dieses sehr bunte, von Leuchtfarben getriebene Artdesign entschieden. Sie erinnern sich vielleicht an den Charakter-Trailer von Bastion: Wo dieser Koloss von einer Maschine von Moos bedeckt ist, sein Freund, ein kleiner Vogel kommt vorbei, setzt sich hin, singt ihm ein Lied. Das ist die Atmosphäre, die wir vermitteln wollten.“ Für ihre Design-Bibel schuf Blizzards Concept-Art-Team zunächst Kairo und entwarf dafür Holografie-Köpfe auf Pyramiden und eine Hightech-Welt, die sich doch bekannt anfühlt. Hey Blizzard, wolltet ihr uns nicht längst diese coolen Robo-Kamele geben, die wir auf Grafiken gesehen haben? Und nur für den Fall, dass es Ihnen noch nicht aufgefallen ist: Overwatch sollte sich auch für Fans anderer Blizzard-Spiele wie nach Hause kommen anfühlen.

Nun ist Warcraft deutlich düsterer, aber Torbjörn ist klar inspiriert von Muradin aus Warcraft 3: Mächtiger Bart, glänzende Rüstung, blaue LEDs daran und auch sein Werkzeug und sein Greifarm sind in leuchtenden Farben erhalten. „Wir wollten keine Dystopie schaffen, wo alles düster und schrecklich ist, sondern eher eine fröhliche Utopie – ein Paradies, welches in Gefahr gerät“, erklärt die Chefautorin. „Deshalb liebe ich Tracer so, weil egal, was passiert und auch wenn die Welt gerade in Scherben liegt, sie hat immer ein Lächeln im Gesicht, bleibt immer positiv.“ Das zeigt sich auch in den ersten Missionen von Overwatch 2: „Achtung, Achtung hier spricht Ihre Pilotin. Sie dürfen Ihre elektrischen Geräte jetzt wieder einschalten“, witzelt Tracer aus dem Cockpit. Winston lädt seine Tesla-Kanone durch, Mai testet ihren Schockfrost-Würfel. 

Der Null Sector bringt eine deutlich größere Armee mit als im ersten Overwatch: Inklusive Giganto-Mechs, Rhino-Robotern und Einheiten, die auch aus Saber Rider and the Star Sheriffs stammen könnten.
Vergrößern Der Null Sector bringt eine deutlich größere Armee mit als im ersten Overwatch: Inklusive Giganto-Mechs, Rhino-Robotern und Einheiten, die auch aus Saber Rider and the Star Sheriffs stammen könnten.
© Blizzard

Eine Szene, wie sie auch aus einem Marvel-Film stammen könnte – unten ist die Hölle los, Paris steht unter einer Invasion des neuen Feinds des Null-Sektors, aber ein Gag darf nie fehlen. Paris wirkt indes wie aus einem Pixar-Film: Knallbunt, mit messerscharfen Texturen. Und auch wenn eine Roboter-Armee die französische Hauptstadt angreift, erinnert das alles mehr an Disney denn Call of Duty. Polizisten etwa sehen aus wie eine Mischung aus Musketier und Ritter, ein älterer Franzose wirft seine Baguettestange auf die in strahlendem weiß lackierten iRobots. Und doch mit der richtigen Portion Dramatik: Ähnlich wie Thanos sind die Ominös mit ihren Titanen-Mechs übermächtig. Dieser zerstört in der Paris-Mission unseren Overwatch-Jet und bringt das Team in erhebliche Bedrängnis. Im Zentrum der Geschichte von Overwatch 2 dürfte die Omnic-Krise stehen - der Aufstand der Roboter gegen die Menschen, ihre Schöpfer. In Overwatch 2 entflammt der Krieg der Omnics gegen die Menschheit wieder – die Roboter werden missbraucht vom Null Sector. Doch welche Rolle spielt hier Talon? Talon ist die Gegenbewegung zu Overwatch, bestehend aus Widowmaker, Reaper, Sombra, Moira und Sigma. Erst kürzlich wurde ja Bodybuilder Mauga bestätigt als neuer Tank der Talons und Konter zu Reinhardt…

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