2435988

Oppo Reno 10x Zoom beeindruckt im Test: Doch es gibt einen Haken

19.07.2019 | 12:31 Uhr | Dennis Steimels

Kamera mit 60-fachem Zoom, stärkste CPU und Display ohne Notch - das Oppo Reno 10x Zoom beeindruckt im Test. Doch es gibt einen Haken! Hier lesen Sie alle Details.

In Sachen Zoom hat Huawei zuletzt mit dem P30 Pro vorgelegt, jetzt zieht der chinesische Hersteller Oppo mit dem Reno 10x Zoom nach. Das Smartphone besitzt ebenfalls eine Kamera mit Periskop-Technologie für nahezu verlustfreie Qualität bei Vergrößerung. Wie der Name verspricht, gibt es einen 10-fachen Hybrid-Zoom. Aber nicht nur die Kamera macht Laune, das Reno 10x Zoom beeindruckt auch in fast allen anderen Disziplinen. Es gibt nur einen Haken! (Als Testgerät stand uns die globale, nicht die chinesische Version zur Verfügung)

TEST-FAZIT: Oppo Reno 10x Zoom

Das Oppo Reno 10x Zoom kommt mit bester Technik und einer Kamera, die mit Bild- und Zoomqualität überzeugen kann. Die Leistung ist auf Höchstniveau, kaum ein Handy ist schneller. Die Akkulaufzeit hingegen ist eher durchschnittlich. Die restliche Ausstattung ist top, auch die hierzulande nötigen LTE-Bänder sind an Bord. In Summe ist das Reno 10x Zoom ein sehr starkes Smartphone, das mit einem Galaxy S10 oder einem P30 Pro locker mithalten kann. Es kostet allerdings etwas weniger mit einer UVP von 799 Euro mit 8 GB RAM und 256 GB internem Speicher. Der Haken: Das Oppo Reno 10x Zoom wird offiziell nicht in Deutschland verkauft. Sie müssen das Handy aus dem europäischen Ausland beziehen - und selbst da ist es teilweise noch nicht richtig angekommen. Eine chinesische Version ist eher ungeeignet, da das System nicht in deutscher Sprache ist und keine Google Services installiert sind. Die globale Version ist zwar etwas teurer, aber auf deutsch nutzbar. Achten Sie beim Kauf also unbedingt auf die Version.

Als Alternative können wir Ihnen das OnePlus 7 Pro empfehlen. Das hat zwar nicht den krassen Zoom des Reno 10x Zoom, aber die gleiche Hauptkamera, es hat ein 90-Hertz-Display und eine fast identische Ausstattung.

Pro
+ Eines der stärksten Smartphones
+ Tolle, vielfältige Kamera
+ Display ohne Notch

Contra
- Sehr hohes Gewicht
- Akkulaufzeit nur Durchschnitt
- Kein offizieller Verkauf in Deutschland

TESTERGEBNISSE (NOTEN)

Oppo Reno 10x Zoom

Testnote

sehr gut (1,30)

Preis-Leistung

noch preiswert

Ausstattung und Software (24 %)

1,00

Handhabung und Bildschirm (24 %)

1,29

Internet und Geschwindigkeit (20 %)

1,11

Mobilität (19 %)

1,18

Multimedia (10 %)

1,76

Service (3 %)

4,31

Design und Display: Keine Notch dank spezieller Frontkamera

Das Oppo Reno 10x Zoom ist ein besonders schickes Smartphone mit riesigem Display. Ganze 6,6 Zoll misst der AMOLED-Screen in der Bilddiagonalen, das sind 16,76 Zentimetern. Er nimmt laut Oppo insgesamt 93,1 Prozent der Vorderseite ein, die Displayränder sind entsprechend schmal. Auch gibt es keine Notch und kein Punch-Hole, Oppo verbaut einen reinen Fullscreen. Die Frontkamera ist nämlich versteckt, weitere Infos hierzu finden Sie unter dem Punkt " Kamera ". Der Bildschirm des Reno 10x Zoom zeigt seine Inhalte mit 2340 x 1080 Pixeln an, was einer Punktedichte von 387 ppi entspricht Die ist damit geringer als bei der Konkurrenz mit ihren QHD-Displays, in der Praxis ist der Screen aber ausreichend scharf. Auch bei spitzen Blickwinkeln lassen Kontraste und Farben kaum nach.

Oppo Reno 10x Zoom mit Display ohne Notch dank ausfahrbarer Selfiecam
Vergrößern Oppo Reno 10x Zoom mit Display ohne Notch dank ausfahrbarer Selfiecam
© Oppo

Durch seine abgerundeten Seiten liegt das Oppo Reno 10x Zoom sehr angenehm in der Hand. Die Glasrückseite in matter, nur leicht reflektierender Optik sieht überaus schick aus und fühlt sich vor allem wertig an. Während bei den meisten Smartphones die Kamera auf der Rückseite mal mehr, mal weniger stark aus dem Gehäuse ragt, ist die Triple-Kamera des Reno 10x Zoom auf einer Ebene mit der Rückseite. Direkt unter ihr befindet sich der sogenannte O-Dot, durch den das Smartphone nicht ganz flach auf einem Oberläche liegt, um Kratzer auf dem Kameraglas zu vermieden. Das Reno 10x Zoom ist zwar etwas dicker als viele Konkurrenz-Modelle, im Alltag fällt das aber kaum auf. Da fallen die 215 Gramm schon eher ins Gewicht, die man als Nutzer tatsächlich merkt. Zum Vergleich: Ein Galaxy S10+ (Test) wiegt mit 175 Gramm deutlich weniger.


Kamera: Für alle Situationen gewappnet

Triple-Cam: Der Kameraaufbau erinnert an den des Huawei P30 Pro (Test) . Statt eines ToF-Sensors verbaut Oppo einen Laser-Autofokus. Um nahezu vole Qualität beim Zoom zu bieten, setzt Oppo auch auf die Prismatechnologie. Per Prisma wird dabei das Licht um 90 Grad umgeleitet, wodurch die Kameraeinheit inklusive Sensor im rechten Winkel zur Kameraöffnung stehen kann. Somit erreicht die Zoom-Kamera eine größere Brennweite, ohne dass das Smartphone dicker wird. Wie der Modellname "Reno 10x Zoom" verrät, ist mit dem Smartphone ein 10-facher Hybrid-Zoom möglich. Hierbei werden optischer und digitaler Zoom gebündelt, um eine möglichst hohe Qualität zu garantieren. Und das klappt auch, Sie vergrößern Motive deutlich besser als es digital möglich wäre. Mit dem Digitalzoom können Sie insgesamt sogar 60-fach vergrößern. Die Qualität der Bilder ist dann natürlich nicht mehr besonders hoch; Details verschwimmen und die Fotos rauschen stark. Diese Art von Zoom ist aber eher eine Spielerei als ein nützliches Feature.

Triple-Cam des Reno 10x Zoom wird durch den O-Dot vor Kratzern geschützt. Dadurch liegt die Kamera nicht auf einer Oberfläche auf.
Vergrößern Triple-Cam des Reno 10x Zoom wird durch den O-Dot vor Kratzern geschützt. Dadurch liegt die Kamera nicht auf einer Oberfläche auf.
© Oppo

Hauptkamera: Im Oppo Reno 10x Zoom steckt mit dem Sony IMX586 der gleiche Bildsensor wie beispielsweise im OnePlus 7 Pro (Test) . Er hat 48 Megapixel, standardmäßig machen Sie aber Fotos mit 12 Megapixeln. Der Sinn dahinter: vier Pixel werden zu Einem, wodurch die einzelnen Pixel mehr Bildinformationen bekommen und Fotos klarer und heller werden. Tatsächlich ist die Bildqualität des Reno 10x Zoom sehr gut. Unter Tageslicht gelingen Fotos mit hoher Schärfe, naturgetreuen Farben und hohem Dynamikumfang. Probleme hat das Oppo-Handy teilweise mit Bildrauschen an den Rändern oder verwaschenen Details bei Blättern vom Baum.

Bei Nacht lässt die Qualität merklich nach, so rauschen die Bilder und werden oft etwas zu dunkel. Der Nachtmodus reduziert das Rauschen, Details verschwimmen dann teilweise. Und die Fotos sehen nicht mehr ganz naturgetreu aus.

Weitwinkel: Neben Standardfotos können Sie Bilder im Weitwinkel mit 8 Megapixeln aufnehmen. Die Fotoqualität ist gut, an den Rändern sind Details aber teilweise weichgezeichnet.

Zoom: Die Fotoqualität mit dem Hybridzoom hat natürlich nicht dieselbe Qualität, die Sie im Standardmodus erreichen. So ist Bildauschen oft mit dabei, aber die Farben sind recht naturgetreu. In Summe hat das P30 Pro den etwas besseren Zoom.

Der Motor der Selfie-Kamera wurde über 200.000 Mal getestet.
Vergrößern Der Motor der Selfie-Kamera wurde über 200.000 Mal getestet.
© Oppo

Selfies: Oppo versteckt die Frontkamera, sodass es keine Notch gibt. Die Kamera fährt stylish oben aus dem Gehäuse hervor, wenn man zur Frontkamera wechselt. Die Qualität der Kamera ist gut. Der Motor wurde über 200.000 Mal getestet. Selbst wenn Sie die Kamera 100 Mal am Tag aus- und einfahren, sollte der Motor über 5 Jahre durchhalten. Sobald das Smartphone durch Sensoren einen Sturz erkennt, fährt die Kamera sofort ein, um Schäden zu vermeiden.

Leistung: Power ist da

Mit dem Snapdragon 855 verbaut Oppo in seinem Reno 10x Zoom den derzeit schnellsten Mobil-Prozessor. Qualcomm fertigt den Chip im 7-nm-Verfahren, womit er nicht nur leistungsstark, sondern auch sehr energieeffizient ist. Die CPU taktet mit maximal 2,84 GHz. Für Standardaufgaben gibt es mit 1,8 GHz geringer getaktete Kerne. Die Benchmark-Ergebnisse sind auf besonders hohem Niveau, das Reno 10x Zoom gehört zu den schnellsten Smartphones auf dem Markt. Im Antutu-Benchmark schafft das Handy über 356.000 Punkte. Ein Galaxy S10/S10+ kommt hier auf maximal 335.000 Punkte. Die Performance reicht locker für alle alltäglichen Aufgaben sowie zum Zocken von Fortnite und Co. mit höchsten Einstellungen. Mit bis zu 8 GB stehen Ihnen außerdem genügend Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Das Reno 10x Zoom gehört zu den stärksten Smartphones auf dem Markt, es sieht außerdem stylisch aus und hat eine coolen Selfie-Effekt dank Motor.
Vergrößern Das Reno 10x Zoom gehört zu den stärksten Smartphones auf dem Markt, es sieht außerdem stylisch aus und hat eine coolen Selfie-Effekt dank Motor.
© Oppo

Ausstattung und Software: Auf die Version achten

Wer die chinesische Version des Reno 10x Zoom bestellt, der kann das System nicht in deutscher Sprache verwenden. Auch ist der Google PlayStore nicht vorinstalliert. Die Google-Services können Sie aber dank vorhandenem Google Framework selbst installieren. Gehen Sie vor dem Kauf unbedingt sicher, welche Version der Verkäufer anbietet. Die ist nämlich sehr oft chinesisch.

Mit der globalen Version - wie unser Testgerät - können Sie das Smartphone wie jedes andere Gerät nutzen, das Sie hierzulande kaufen. Das Handy ist auf deutsch, Google-Dienste sind vorinstalliert und LTE Band 20 ist auch vorhanden.

Das Reno 10x Zoom läuft mit Android 9 und der von Oppo entwickelten Nutzeroberfläche Color OS 6. Die hat zum Beispiel eine Sidebar, die rechts am Display-Rand angezeigt wird. Wischt man sie zur Bildschirmmitte, dann haben Nutzer Zugriff auf die Screenshot-Funktion und Apps, die sie häufig nutzen. Welche Apps dort angezeigt werden, bestimmen Sie selbst.

Es gibt in den Einstellungen unter "Display - Nachtschutz" auch Dunkelmodi, um einerseits die Augen zu schonen und andererseits Akku zu sparen. Hierbei können Sie das gesamte System auch in Schwarz-Weiß nutzen.

Mobilität: Akku eher durchschnittlich

Das Reno 10x Zoom hat eine Akkukapazität von 4065 mAh. Das ist kein überragend hoher Wert bei der Gehäusegröße. Ein etwas kleineres Asus Zenfone 6 (Test) hat beispielsweise 5000 mAh. Die Akkulaufzeit des Oppo-Smartphones ist mit 11:06 Stunden recht durchschnittlich. Bis zum Abend kommt man "normaler" Nutzung locker, spätestens am nächsten Mittag muss das Handy aber an die Steckdose. Mit der Schnellladefunktion VOOC 3.0 ist das Handy in unter 1,5 Stunden wieder vollgeladen.

PC-WELT Marktplatz

2435988