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Scooba 390: Der Roboter schwingt den Wisch-Mopp

31.08.2014 | 12:48 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Scooba 390 wird gerade aufgeladen.
Vergrößern Scooba 390 wird gerade aufgeladen.

Scooba 390 ist die nahe liegende Ergänzung zum Staubsaug-Roboter. Erst wird die Wohnung mit Roomba gestaubsaugt, danach werden die Räume, in denen sich kein Teppich- oder Laminatfußboden befindet, mit Scooba noch feucht gewischt. Genauso wie man es auch von Hand machen würde.

Scooba 390 entfernt zunächst Krümel und andere "größere Schmutzteile" (wirklich großen Schmutz sollten Sie allerdings vor dem Einsatz von Scooba von Hand beseitigen). Dann sprüht Scooba 390 das Wasser auf den Boden (inklusive Reinigungsmittel, sofern das dem Wasser zugesetzt wurde), schrubbt dann den Boden und saugt einen Teil des Wassers wieder auf. Ein dünner Feuchtigkeitsfilm bleibt auf dem Boden zurück.

Scooba besitzt für seine Arbeit die gleichen Bodensensoren, mit denen er Stufen oder andere Abgründe erkennt und somit nicht abstürzt. Sie können Scooba also grundsätzlich genauso einsetzen wie Roomba.

Scooba 390 (37 cm x 8,5 cm Höhe x Breite) unterscheidet sich aber trotzdem in einigen Details von Roomba. Scooba 390 lässt sich nicht programmieren (was aber auch für die preiswertesten Staubsaugroboter gilt) und kehrt auch nicht selbstständig zu seiner Ladestation zurück. Der Wartungsaufwand ist beim Nasswischer größer als beim Staubsauger. Der deutlich schwerere Scooba (4,3 Kg; Roomba 780: 3,85 kg) kann zudem Steigungen nicht so souverän nehmen wie der Roomba, bleibt also leichter hängen und benötigt dann Hilfe. Vor allem aber verrichtet Scooba deutlich lauter seine Arbeit.

Scooba mit hochgeklapptem Wassertank.
Vergrößern Scooba mit hochgeklapptem Wassertank.

Reinigungsleistung

Scooba 390 ist für das Feuchtwischen von Räumen bis zu einer Größe von für ca. 40 qm gedacht, eine Akku-Ladung reicht für ca. 2x45-Minuten-Waschgänge, wie unser Test bestätigte. Wenn man das schmutzige Restwasser aus Scooba ins Waschbecken schüttet, dann sieht man, wie viel Schmutz Scooba vom Boden entfernt hat: Es kommt nämlich eine ziemlich schmutzige Brühe aus Scooba raus. Der gewischte Boden bleibt leicht feucht, was aber normal ist und schnell trocknet.

Im Großen und Ganzen überzeugt das Reinigungsergebnis, nur Raum-Ecken bleiben ungeputzt, weil Scooba einfach nicht in die Ecken hineingelangt. Mitunter bleiben auch einige nasse Wollfusel auf dem Boden zurück – deshalb sollten Sie unbedingt immer vorher staubsaugen. Festklebende Flecken kann Scooba auch nicht entfernen, hier kommen Sie nicht um das Schrubben von Hand herum.

Anders als bei Roomba können Sie es bei Scooba nicht ganz vermeiden, dass Sie Böden, die stärker verschmutzen (Eingangsbereiche von Wohnungen oder Küchen) oder besonders sauber sein sollen (Bad, WC), ab und zu auch noch zusätzlich von Hand zu reinigen.
Für die regelmäßige Grundreinigung eignet sich Scooba aber durchaus, nur muss man eben Scoobas Grenzen kennen. Ideal erscheint uns Scooba 390 für die Reinigung größer Flächen beispielsweise im Gastronomiebereich. Hier kann Scooba ständig nach Betriebsschluss und während das Lokal geschlossen ist seine Runden drehen und damit für eine Grundreinigung sorgen.

Wer in erster Linie kleine Räume wie Bäder oder WCs vom Roboter nass wischen lassen will, kann auch zu dem kleineren Modell Scooba 230 greifen. Dieses Modell ist kompakter (1,4 kg; 16,5 x 9,2 cm) und preiswerter (UVP: 329,99 Euro). Dieser kleine Nasswischer eignet sich für ca. 14 qm große Räume

Inbetriebnahme von Scooba

Sie entnehmen vor jedem Wischvorgang den Wassertank und füllen ihn mit Wasser. Je nachdem, wie groß die zu wischende Fläche ist, machen Sie den Wassertank ganz oder nur teilweise voll. Komplett gefüllt wischt Roomba wie bereits erwähnt 2x 45 Minuten – dann ist der Akku leer. Gegebenenfalls füllen Sie noch das von iRobot angebotene Waschmittel dazu, was aber für den Reinigungserfolg nicht zwingend nötig ist.

Wenn Scooba seinen Wischvorgang abgeschlossen hat, entleeren Sie das Schmutzwasser und eventuell noch vorhandenes sauberes Wasser und spülen anschließen den Wassertank kurz aus. Doch anders als bei Roomba sollten Sie nach jedem Waschvorgang auch noch eine kleine Wartung vornehmen.

Die Unterseite mit der Bürste.
Vergrößern Die Unterseite mit der Bürste.

Wartung von Scooba

Dazu entnehmen Sie wieder den Wassertank. Dann sehen Sie im Bodengehäuse von Scooba links und rechts zwei Siebe, die Sie entnehmen und unter dem Wasserhahn ausspülen. Das geht recht fix, ist aber keine besonders appetitliche Angelegenheit. Noch unangenehmer ist das das Reinigen der Bürstenrolle. Diese sollten Sie auch nach jedem Putzvorgang herausnehmen und unter dem Wasserhahn ausspülen.

Die Wartung muss bei Scooba also öfters als bei Roomba vorgenommen werden und sie ist etwas aufwändiger. Vor allem aber kommen Sie dabei mit Schmutz in Berührung. Gummihandschuhe empfehlen sich also.

Natürlich fragt man sich bei einem Produkt, das mit Wasser arbeitet, wie es langfristig bei Scooba mit der Verkalkung aussieht? Irobot versicherte uns, dass das kein Problem sein soll.

Wichtig: Sie müssen Scooba unbedingt regelmäßig verwenden und nach wirklich jedem Einsatz den Wassertank ausspülen. Denn Scooba entwickelt – wie jeder spezielle Staubsauger mit angeschlossenem Wassertank und jedes andere mit Wasser arbeitende Haushaltsgerät – einen unangenehmen Geruch, wenn er mit altem, schmutzigen Wasser für längere Zeit abgestellt wird. Dieser Geruch verschwindet zwar nach einigen Wischdurchgängen wieder, ist aber trotzdem unangenehm.

Schwächen

Die Schwächen von Scooba lassen sich in zwei Punkten zusammenfassen: Er ist weniger robust als Roomba und er ist lauter. Scooba ist konstruktionsbedingt schwerer. Er fährt sich leichter fest und muss dann wieder befreit werden. Er überfährt auch fast keine Hindernisse – ein großer Unterschied zu Roomba, der schon mal flache Metallstuhlbeine überwindet.

Scooba ist zudem sehr laut bei der Arbeit, er verbreitet ein Kreissägen-ähnliches Geräusch. Sie sollten Scooba also nur anwerfen, wenn Sie sicher sind, dass Sie niemanden belästigen – beispielsweise in der Wohnung unter Ihnen.

Kosten

Die UVP für Scooba 390 beträgt 499,99 Euro. Scooba saugt beim Aufladen zwischen 38 und 39 Watt. Der Erhaltungsstrom beträgt rund 2,7 Watt, wenn Scooba mit aufgeladenem Akku an der Steckdose hängte. Der Kostenvergleich sieht bei Scooba zwangsläufig anders als bei Roomba aus. Denn beim Nasswischen von Hand fallen nun einmal keine Stromkosten an. Insofern ist der Einsatz von Scooba immer teurer als das Wischen von Hand.

Fazit zu Scooba 390

Für die grundsätzliche Reinigung von Stein-, Fließen- oder Holzböden eignet sich Scooba durchaus. Besonders im Frühjahr und Sommer ist Scooba die ideale Lösung um regelmäßig den Boden von Blütenstaub zu reinigen – ideal für Allergiker. Sofern Sie Scooba im Dauerbetrieb nutzen, dürfte dadurch auch die Belastung durch Hausstaubmilben deutlich reduziert werden. Scooba bietet also einen Sauberkeits-, Gesundheits- und Zeitgewinn.

Insofern ergänzt er einen Staubsaugroboter sinnvoll. Allerdings ist nicht garantiert, dass Scooba ebenfalls alle Flächen reinigt, die zuvor der Staubsaug-Roboter gereinigt hat. Weil Scooba weniger flexibel als der Staubsaug-Roboter ist und leichter hängen bleibt. Besonders stark verschmutzte Stellen sollten Sie zudem zusätzlich von Hand reinigen, ebenso die Ecken der Zimmer.

Scooba eignet sich grundsätzlich für die gleichen Zielgruppen wie Roomba. Mit dem Unterschied, dass man den Roboter nicht so lange selbstständig fahren lassen kann, wie es mit Roomba möglich ist. Weil Wassertank und Akku nicht so lange durchhalten und öfters eine Wartung nötig ist. Zudem könnten Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen Probleme mit der Wartung von Scooba haben, weil sie doch etwas filigraner und umfangreicher als beim Staubsaug-Roboter ist.

Scooba eignet sich zudem nicht für Anwender, die besonders geräuschempfindliche Nachbarn besitzen – hier ist Ärger vorprogrammiert. Und Scooba eignet sich auch nicht für Anwender, die besonders empfindlich beim Anblick von Schmutz sind – außer sie finden jemanden, der die Wartung übernimmt.

Lieferumfang

Neben dem Roboter liegen noch ein Reinigungsgerät, ein Ladegerät, eine virtuelle Mauer (die Batterien dafür muss man separat kaufen) und lobenswerterweise auch eine ausführliche gedruckte Anleitung bei. Irobot trägt damit dem doch etwas größeren Anlernaufwand Rechnung.

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