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Im Test: So schnell ist der neue Edge (Chromium)

16.01.2020 | 12:57 Uhr | René Resch

Lange Zeit war Googles Chrome-Browser der alleinige Platzhirsch, wenn es um Geschwindigkeit ging. Mit der neuen Edge-Version auf Chromium-Basis will Microsoft nun nachziehen. Kann sich Chrome noch gegen die Konkurrenz durchsetzen? Wir haben sechs Browser verschiedenen Benchmarks unterzogen, um den schnellsten Browser zu ermitteln.

Der neue Microsoft Edge Browser auf Chromium-Basis wurde ab dem 15. Januar 2020 an alle Windows-Nutzer ausgeliefert und heizt den Konkurrenzkampf unter den Browser-Entwicklern neu an. Grund genug für uns die Geschwindigkeiten der verschiedenen Browser noch einmal näher anzusehen und zu prüfen, wie diese sich im Vergleich mit dem aktuellen Edge (Chromium) schlagen.

Microsoft Edge (Chromium): Jetzt hier zum Download

Folgende Browser traten gegeneinander an: Google Chrome 79, Mozilla Firefox 72.0.1, Opera 66, Vivaldi 2.10, Microsoft Edge (Chromium) 79 sowie der alte Microsoft Edge 44 (mit EdgeHTML-Engine). Die Verwendung des Microsoft Internet-Explorers ist nicht mehr empfehlenswert, der Browser wird daher nicht mehr getestet.

Die Benchmarks wurden alle auf dem gleichen Test-Rechner (Intel Core i7-4790K, 12 GB DDR3-Arbeitsspeicher, Nvidia GTX 1080 Ti) durchgeführt. Als Betriebssystem verwenden wir Windows 10 Pro in der 64-Bit-Version.

Basemark Web 3.0: Sieg für den Edge-Browser auf Chromium-Basis

Der Basemark Web 3.0 Browser-Perfomance-Benchmark testet, wie gut der Browser mit verschiedenen modernen Web-Anwendungen umgehen kann. Dieser Benchmark umfasst verschiedene System- und Grafik-Tests, die auf den neuesten Web-Standards und -Features basieren. Somit ist dieser Test unter allen hier verwendeten Benchmarks am aussagekräftigsten. Je höher die Punktzahl, umso besser. Das schlechte Abschneiden des alten Edge-Browser liegt unter anderem am nicht möglichem WebGL-2.0-Test.

1.    Edge (Chromium) (1492.87 Punkte)
2.    Vivaldi (1492.66 Punkte)
3.    Chrome (1463.52 Punkte)
4.    Opera (1353.77 Punkte)
5.    Firefox (943.77 Punkte)
6.    Edge (448.04 Punkte)

JetStream 2: Auch hier macht der neue Edge-Browser das Rennen

JetStream 2 ist ein JavaScript-Benchmark , der sich auf die fortschrittlichsten Web-Applikationen konzentriert. Je mehr Punkte umso besser. In der Vorgängerversion von des Benchmarks konnte hauptsächlich der Edge glänzen. Bei JetStream 2 zickt der Microsoft-Browser und erhält daher keinerlei Wertung. Im Test durchsetzen konnte sich jedoch der neue Chromium-Edge-Browser. Platz zwei geht an Chrome, Platz drei schnappt sich der Opera-Browser.

1.    Edge (Chromium) (138.498 Punkte)
2.    Chrome (136.251 Punkte)
3.    Opera (135.468 Punkte)
4.    Vivaldi (120.997 Punkte)
5.    Firefox (93.734 Punkte)
6.    Edge (-)

Kraken: In Mozillas Benchmark setzt sich die Eigenmarke durch

Mozillas Kraken-Benchmark (wird wohl nicht mehr weiterentwickelt) soll sich auf realistische Anwendungsfälle konzentrieren, ist allerdings schon etwas in die Jahre gekommen. Hier wird der Durchschnitt der Zugriffszeiten ermittelt, also gilt: Je niedriger der Wert, desto besser. Beim Kraken-Benchmark setzt sich seit jeher der Firefox-Browser durch.

1.    Firefox (873.7 ms)
2.    Edge (Chromium) (925.3 ms)
3.    Chrome (930.2 ms)
4.    Opera (963.6.2 ms)
5.    Vivaldi (1063.0 ms)
6.    Edge (1113.7 ms)

Octane 2.0: Den Google-Benchmark gewinnt Opera

Auch Google hat seinen eigenen Benchmark: Octane 2.0 . Auch dieser wird nicht mehr weiterentwickelt. In diesem Benchmark gilt: Je höher die Punktezahl, desto besser. In früheren Tests konnte hier der hier der alte Edge-Browser immer eine relativ gute Platzierung erzielt, ist nun jedoch weit abgeschlagen. Opera gewinnt diesen Test. Platz zwei geht an den Chrome-Browser, Platz drei geht an Edge (Chromium).

1.    Opera (45526 Punkte)
2.    Chrome (45233 Punkte)
3.    Edge (Chromium) (44650 Punkte)
4.    Vivaldi (42221 Punkte)
5.    Firefox (33266 Punkte)
6.    Edge (30656 Punkte)

Chalkboard: In Microsofts Benchmark siegt Google

Auch der Chalkboard-Benchmark wird nicht mehr weiterentwickelt. Microsoft hat seinen Test in die Weiten der Azure-Archive verwiesen. Microsofts Benchmark konzentriert sich auf HTML5-Skalierung, -Schwenks und -Zooms. Hier heimst der Blink-Engine-Browser Chrome Platz eins ein. Quasi gleichauf schnappt sich die neue Edge-Version Platz zwei. In früheren Tests war Firefox weit abgeschlagen kann jedoch aufholen und belegt den dritten Platz. Bei Mozilla hat sich also ebenfalls etwas getan. Der alte Edge-Browser hat bei diesem Test so seine Probleme und ist weit abgeschlagen. In diesem Test gilt: Je niedriger der Wert, desto besser.

1.    Chrome (4.84 Sekunden)
2.    Edge (Chromium) (4.85 Sekunden)
3.    Firefox (4.88 Sekunden)
4.    Vivaldi (5.09 Sekunden)
5.    Opera (5.12 Sekunden)
6.    Edge (33.05 Sekunden)

RAM-Auslastung: Der neue Edge-Browser ist ein Leichtgewicht

Wir haben uns die Arbeitsspeicher-Auslastung etwas genauer angesehen. Für den Test öffneten wir den Browser, besuchten die Webseiten pcwelt.de, macwelt.de, computerwoche.de, cio.de, channelpartner.de und idg.de warteten eine Minute und verglichen die RAM-Auslastung. Hier gilt natürlich: Je weniger, desto besser. Mit nur rund 596 MB Auslastung gewinnt hier der neue Edge-Browser. Zum Vergleich benötigte der alte Edge-Browser rund 1488 MB - er bildet in diesem Test das Schlusslicht.

1.    Edge (Chromium) (596,2 MB)
2.    Vivaldi (620,3 MB)
3.    Firefox (1180,2 MB)
4.    Opera (1186,2 MB)
5.    Chrome (1270,4 MB)
6.    Edge (1488,6 MB)

#

Basemark Web 3.0

JetStream 2

Kraken

Octane 2.0

Chalkboard

RAM-Test

Platz 1

Edge 
(Chromium)

Edge 
(Chromium)

Firefox

Opera

Chrome

Edge 
(Chromium)

Platz 2

Vivaldi

Chrome

Edge 
(Chromium)

Chrome

Edge 
(Chromium)

Vivaldi

Platz 3

Chrome

Opera

Chrome

Edge 
(Chromium)

Firefox

Firefox

Platz 4

Opera

Vivaldi

Opera

Vivaldi

Vivaldi

Opera

Platz 5

Firefox

Firefox

Vivaldi

Firefox

Opera

Chrome

Platz 6

Edge

Edge

Edge

Edge

Edge

Edge

Fazit

Mit drei Siegen schnappt sich der neue Edge auf Chromium-Basis die Krone. Bei den wichtigsten Tests wie dem Basemark Web 3.0-Benchmark und dem JetStream-2-Benchmark, setzt sich ebenfalls der neue Edge-Browser durch. Das macht den Browser zum besten Allrounder. Weitere Einzelsiege gehen an Firefox, Chrome und Opera. Die Browser auf der Chromium-Basis und Blink-Engine schneiden allesamt recht gut ab. Aber auch die Konkurrenz schläft nicht: Mozilla setzt seine gute Arbeit an seinem Browser fort und kann in einigen Bereichen die Blink-Browser sogar abhängen.

Das Alleinstellungsmerkmal als absoluter Top-Browser hat Google verloren, die Konkurrenz ist größer geworden. Der Gewinner aus dem wieder entfachten Kopf-an-Kopf-Rennen ist in diesem Fall der User, der aus einer Vielzahl an guten Web-Browsern wählen kann.

Das Sorgenkind bleibt der alte Edge-Browser: Konnte in unseren letzten Testdurchläufen der alte Browser aus dem Hause Microsoft noch einige Siege für sich einfahren, landet der Browser mittlerweile in jedem Test auf dem letzten Platz. Der Wechsel auf die Chromium-Basis zahlt sich für Microsoft also aus.

Downloads:
Google Chrome , Opera , Vivaldi , Mozilla Firefox, Edge-Chromium

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