1241740

Menschliche Ortung überlisten

08.12.2003 | 12:27 Uhr |

Menschliche Ortung überlisten

Wie ihre Stereo-Brüder bestehen auch Surround-Kopfhörer aus zwei Hörkapseln. Der Unterschied liegt in der vorgeschalteten Elektronik. Sie muss den Raumklang simulieren, den normalerweise Lautsprecher-Anlagen mit mehreren Boxen rund um den Zuhörer erzeugen.

Bei normalen Stereo- Kopfhörern scheint die Musik im eigenen Kopf zu spielen, Sänger und Instrumente wirken sehr klein. Das liegt daran, dass beim normalen Hören die Ohrmuschel eine wesentliche Rolle spielt, Kopfhörer aber quasi direkt aufs Trommelfell einwirken. Weil Menschen Richtung und Entfernung eines Geräuschs recht gut orten können, besteht die Kunst beim Bau eines Surround-Kopfhörers darin, die menschliche Ortung zu überlisten.

Der Hubschrauber darf nicht am Ohr knattern, sondern muss um den Hörer herumfliegen, die Musik auf der Bühne vor dem Zuhörer spielen, nicht in seinem Kopf. Erschwert wird die Aufgabe dadurch, dass es kein Standard-Gehör gibt, sondern verschiedene Menschen höchst unterschiedlich hören, unter anderem deshalb, weil sich das Gehirn an Kopf und Ohrform gewöhnt hat.

Die Elektronik kann das Signal aber immer nur für ein "Durchschnitts-Ohr" aufbereiten. Es ist also durchaus möglich, dass ein Hörer den Raumklang-Effekt in seiner ganzen Pracht genießen kann, während ein anderer nur wenig Verbesserung wahrnimmt.

PC-WELT Marktplatz

1241740