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Kritikpunkte bei Google Maps Navigation

07.06.2019 | 17:23 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Konkrete Mängel fanden wir bei Google Maps Navigation nicht (von dem gescheiterten Ermitteln einer Alternativroute einmal abgesehen), somit beschränkt sich unsere Kritik auf allgemeine Schwächen von Navigationslösungen, bei denen das Kartenmaterial fortlaufend aus dem Internet nachgeladen wird. Sie brauchen also durchgehend eine Internetverbindung, wobei wir aber in keinem Fall eine nennenswerte Unterbrechung während unserer durchaus langen Fahrten auch über flaches Land fernab der Ballungszentren feststellen konnten.

Kartenansicht
Vergrößern Kartenansicht

Google Maps Navigation bietet mittlerweile auch die Option, Kartenmaterial vor Antritt der Fahrt auf das Smartphone beziehungsweise auf dessen SD-Karte herunterzuladen. Damit können Sie einen großen Nachteil von Google Maps Navigation vermeiden: Denn im Ausland verursacht Google Maps Navigation erhebliche Roamingkosten! Zudem dürfte bei häufiger Verwendung von Google Maps Navigation Ihr freies Trafficvolumen schnell ausgeschöpft sein. Danach können Sie Google Maps nur noch mit Edge-Tempo nutzen – was allerdings zumindest bei der Kartenansicht durchaus vertretbare Resultate liefert. Einen Vorteil hat diese Lösung allerdings auch: Sie müssen sich nicht selbst um die Kartenaktualisierung kümmern, das macht Google für Sie.

Navigation auf Android-Smartphones

Zudem gilt für Google Maps das Gleiche wie für alle mobilen Navigationsgeräte: Sobald das GPS-Signal unterbrochen wird, beispielsweise durch einen Tunnel, kann Sie die Navi-Lösung nicht mehr lokalisieren (fest eingebaute Navis ermitteln die zurückgelegte Strecke in solchen Fällen zum Beispiel über einen Sensor am Rad). In der Praxis wiegt dieser Nachteil jedoch nicht sehr schwer, weil Google Maps umgehend die Neupositionierung vornimmt, sobald es wieder ein GPS-Signal empfängt.

So erkennt Google Maps die Verkehrslage

Falls Sie es gewohnt sind, den Akku Ihres stromhungrigen Smartphone während der Fahrt im Auto aufzuladen, sollten Sie berücksichtigen, dass sich der Aufladevorgang massiv verzögert oder sogar ganz zum Erliegen kommt, wenn Sie das Smartphone als Navigationsgerät verwenden. In unseren Tests (mit einem HTC Desire in Kombination mit dem Ladegerät von Yayago ) konnte der Akku entweder leicht geladen werden (von 40 auf 60 Prozent innerhalb von ca. 90 Minuten Fahrzeit) oder zumindest einigermaßen erhalten werden. Besonders die Satellitenansicht macht dem Akku jedoch zu schaffen, hier muss offensichtlich der Prozessor so richtig heftig rechnen, dass sich der Akku sogar trotz Ladekabel etwas entleerte. Wählen Sie dagegen die Kartenansicht, so kann der Akkus nach einer halben Stunde Fahrtzeit immerhin um zehn Prozent geladen werden. Diese Angaben beziehen sich auch ein Ladegerät mit 550 mA. Sollten Sie also beabsichtigen, Ihr Smartphone regelmäßig als Navi zu verwenden, so empfiehlt es sich, ein Ladekabel mit höherer Stromleistung zu verwenden, um den Akku schneller aufladen zu können.

Die Entscheidung, ob Sie Google Maps mit Kartenansicht oder mit der spektakulären Satellitenansicht einsetzen, wirkt sich nicht nur auf den Ladestand Ihres Smartphone-Akkus aus, auch Ihr Trafficvolumen wird dadurch maßgeblich beeinflusst. So machte sich die Verwendung von Google Maps mit Kartenansicht nicht nennenswert beim Gesamttraffic bemerkbar, bei unseren 55-Kilometerstrecken versursachte Google Maps damit jeweils nur 1 MB Traffic. Anders sah es aus, als wir die 55 Kilometer mit Satellitenansicht zurücklegten – das bescherte uns 11 MB Traffic. Falls Sie also einen Mobilfunkvertrag mit Traffic-Limit haben, sollten Sie der Kartenansicht den Vorzug geben.

GPS-Tracker im Test

Das Smartphone wurde im Einsatz sehr heiß, was allerdings zum Teil auch an der direkten Sonneneinstrahlung lag. Sofern vorhanden, sollten Sie während des Einsatzes von Google Maps Navigation die Klimaanlage einschalten und den Luftstrom so stellen, dass die kühle Luft das Smartphone kühlt.

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