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Test: Die besten Multifunktionsgeräte zum Drucken, Scannen, Kopieren, Faxen

31.05.2017 | 17:02 Uhr |

Aktuelle Kombigeräte können nicht nur drucken, scannen, kopieren und eventuell faxen. Gerade die besten Multifunktionsgeräte bieten clevere Zusatzfunktionen, wie der Test belegt.

Ein Tinten-Multifunktionsgerät für zu Hause oder den Heimarbeitsplatz muss flexibel sein. Der Kombidrucker soll den Ausdruck von Internetseiten genauso erledigen wie den Scan für die Hausaufgaben oder die Belegkopie für die Steuererklärung. Und alles natürlich in Farbe. Doch bei den Grundfunktionen des Druckens, Scannens und Kopierens unterscheiden sich die Modelle nicht mehr so gravierend. Zunehmend konzentrieren sich die Hersteller von Multifunktionsgeräten auf zusätzliche Fähigkeiten. 

Aktueller Spitzenreiter im Testfeld: HP Pagewide 377dw
Vergrößern Aktueller Spitzenreiter im Testfeld: HP Pagewide 377dw
© HP

Drucken vom Mobilgerät via Cloud

HP setzt aufs Drucken über die Cloud und stattet die Mehrheit der Kombidrucker mit "HP ePrint" aus. Mit dieser Funktion drucken die Multifunktioner ohne Treiber vom mobilen Gerät aus, etwa Smartphone oder Tablet. Damit das klappt, ist das Multifunktionsgerät per WLAN mit dem Internet verbunden und hat eine eigene E-Mail-Adresse, an die der Druckauftrag gesendet wird. Allerdings geht dieser nicht direkt dorthin, sondern in die Cloud. Dort wird er druckfähig umgewandelt. Im Test klappt das mit allen HP-Kandidaten gut. Neben HP setzt auch Epson auf den Umweg über die Cloud mit dem Dienst Epson Connect.

Canon setzt auf das Konzept des "Cloud Link". Hier findet sich am Multifunktionsdrucker ein Icon im Display - meist "Cloud" genannt, über das sich das Gerät direkt mit dem Dienst "Canon Cloud Printing" verbinden lässt. Dahinter steckt ein Zugang zu Services wie Dropbox, Google Drive oder Evernote, aber auch One Drive oder Facebook. Der Anwender muss sich an seinem Account anmelden und hat dann Zugriff auf Dokumente und Bilder, die er direkt am Multfunktionsdrucker ausgibt. Bei den Maxify-Modellen MB2750 und MB5150 geht der Hersteller noch einen Schritt weiter und lässt das Reisekosten-Abrechnungstool Concur direkt erreichen. Ein Zeichen, wie stark diese Multifunktionsdrucker auf Office-Anwendungen ausgelegt sind.

Manche Modelle wie das Epson Workforce WF-3620DWF, HP Officejet Pro 8620, HP Officejet Pro 6960, HP Officejet Pro 8720, HP Pagewide 377dw sowie Maxify MB2750 und MB5150 können noch mehr: So lassen sie sich per Wi-Fi Direct ohne Router mit dem Mobilgerät verbinden. Dann nutzen Sie die herstellereigenen Apps zum Drucken und Scannen. Außerdem können sie Scans an E-Mail-Adressen senden - eine praktische Funktion, die im Test wiederum gut funktioniert.

Drucken vom Mobilgerät - so geht's

Dass das Drucken vom Mobilgerät auch im Büro Einzug hält, wünschen sich alle Druckerhersteller. Explizite Geräteserien fürs Office bieten HP mit den Officejets Pro und Epson mit den Workforce-Geräten an, die es schon einige Jahre gibt. Canon ist mit der Maxify-Serie etwas später nachgezogen. Sie bringt Tinte ins Büro und setzt gleichzeitig auf direkten Zugriff auf Clouddienste. Im Test des Maxify MB2350 sowie der zweiten Generation, wie dem MB2750 und dem MB5150, klappt das sehr gut. Aktuell ergänzt HP die Bürodrucker-Reihen mit der Pagewide-Familie, die einen seitenbreiten Druckkopf als Merkmal mitbringt. Er gibt den Geräten im Tempo einen neuen Schub. Das zeigt auch der erste Kandidat der Reihe im Test - der HP Pagewide 377dw.

Gleichzeitig setzen die Druckerhersteller vermehrt auf NFC (Near Field Communication). Hier halten Sie das NFC-fähige Smartphone oder Tablet an den Tag am Druckergehäuse und schon sollen sich die Geräte gegenseitig erkennen. Im Test funktioniert der Kommunikationsweg manchmal noch nicht ganz reibungslos wie beim HP Officejet Pro 8620. Ob die Ursache am Tag oder dem NFC-Modul im Mobilgerät liegt, lässt sich nicht genau feststellen. Auf jeden Fall ist der Weg über Wi-Fi Direct wesentlich ausgereifter. Immerhin hat sich die NFC-Bandbreite verbessert und schafft bei aktuellen Multifunktionsdruckern den gesamten Datentransfer. Das war früher nicht so: Hier reichte es nur für den ersten Handshake. Für die eigentliche Übertragung wurde Wi-Fi Direct verwendet.

Ausstattung macht den Unterschied

Die Platzierung in der Top 10 der Tinten-Multifunktionsgeräte verdanken die Kandidaten neben einer runden Leistung im Drucken, Scannen und Kopieren nicht zuletzt Ausstattungsmerkmalen wie Duplex-Einheit, Fax-Funktion sowie im Falle der Modelle HP Officejet Pro 8620, Officejet Pro 8720, HP Pagewide 377dw, Epson Workforce WF-3620DWF, Canon Pixma MX725 sowie Maxify MB5150 Duplex-Scan beziehungsweise Duplex-Kopie.

Um die Multifunktionsdrucker kompakter zu kriegen, machen die Hersteller aber auch Kompromisse, die Sie vor dem Kauf kennen sollten. Canon hat mit der Pixma-TS-Reihe eine eigene Serie im Programm, die explizit darauf setzt, wenig Platz zu benötigen - jedenfalls, wenn der Multifunktionsdrucker nicht im Betrieb ist. Für den Druck hat der Hersteller das hintere Fach als Papierzufuhr wieder entdeckt. Darin finden aber nur bis zu 100 Blatt Platz - wie beispielsweise beim Canon Pixma TS5051 . Ähnlich verfährt HP beim Officejet 4650 . Trotz des "Office" in der Produktbezeichnung eignet sich dieses Modell nicht für den harten Büroeinsatz, sondern entpuppt sich im Test als Gelegenheitsdrucker für zu Hause. Das reicht nicht für eine Platzierung in der Top 10.

Aktueller Preis-Leistungs-Sieger: Epson Workforce Pro WF-3720DWF
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© Epson

Wichtig: Folgekosten für Tinte und Strom

Ein zentraler Punkt bei Multifunktiondruckern sind die Seitenpreise. Gerade bei Geräten fürs Büro sind große Tintentanks und damit möglichst niedrige Seitenpreise Pflicht. Das erfüllt der HP Officejet Pro 8620: Hier errechnen wir 1,2 Cent für das schwarzweiße und 4,2 Cent für das farbige Blatt. Zugrunde liegen jeweils Kartuschen mit hoher Reichweite. Auf dieses Top-Ergebnis kommt der Nachfolger HP Officejet Pro 8720 zwar nicht, liegt aber mit 1,6 beziehungsweise 5,7 Cent gleichermaßen im günstigen Bereich.

Einen anderen Ansatz in Sachen Seitenpreisen vertritt Canon beim Modell Pixma MX725. In das Multifunktionsgerät lässt sich eine XXL-Schwarzkartusche einsetzen, die den Preise für die Schwarzweißseite auf 2,5 Cent drückt. Das ist zwar etwas teurer als bei HP, trotzdem aber eine günstige Lösung. Und auch die Maxify-Modelle von Canon setzen auf günstige Folgekosten. So kommen wir beim MB2350 auf 2,0 Cent für das schwarzweiße und 4,9 Cent für das farbige Blatt. Der Nachfolger MB2750 drückt die Textseite auf 1,4 Cent und liegt beim Farbblatt mit 5,7 Cent leicht über dem Vorgänger. Noch günstiger ist der MB5150 vor allem bei Schwarzweiß-Seiten. Er nutzt eine andere Tintenserie, mit der sich 1,0 Cent für das schwarzweiße und 4,8 Cent für das farbige Blatt errechnen. Bei allen Modellen liegt das Kombi-Pack mit vier XL-Tintentanks zugrunde.

Epson geht einen ganz eigenen Weg: Der Hersteller verabschiedet sich bei der Ecotank-Reihe vollkommen von Kartuschen und ersetzt diese mit seitlich am Gehäuse platzierten Tanks, die per Fläschchen nachgefüllt werden. Die Seitenpreise sinken so auf super günstige 0,3 Cent für das schwarzweiße und 0,5 Cent für das farbige Blatt. Allerdings fordert die spätere Ersparnis eine relativ hohe Investition in der Anschaffung wie etwa 300 Euro für den Ecotank ET-2550 im Test zeigen.

Auch Canon beherrscht die Tintenzufuhr per Tank-Leitungssystem wie der Canon Pixma G4500 im Test beweist. Hier errechnen wir bei den Nachfüllfläschchen 0,2 Cent für das schwarzweiße und 0,4 Cent für das farbige Blatt. Den Kombidrucker gibt es allerdings nicht im regulären Handel, sondern ausschließlich im Canon-Online-Shop. Und wieder ist der Anschaffungspreis mit rund 330 Euro vergleichsweise hoch.

Bildergalerie: Die besten Multifunktionsgeräte mit WLAN

Im Stromverbrauch gehen die Verbrauchswerte bei Multifunktionsgeräten zurück. Das ist lobenswert. Einen Ausschalter, der das Multifunktionsgerät komplett vom Stromnetz trennt, haben aber immer noch nicht alle Geräte. Wiederum können hier Modelle von HP als Beispiel dienen: Beim Officejet Pro 8620 und Officejet Pro 8720 zeigt das Messgerät bei betätigtem Ausschalter im Test noch 0,3 beziehungsweise 0,2 Watt an - ein unnötiger Energieverbrauch. Auch beim HP Pagewide 377dw verzichtet der Hersteller auf eine saubere Trennung. 0,4 Watt im ausgeschalteten Zustand sind die Folge. Hier punktet Canon mit den Modellen Maxify MB2350, MB2750, MB5150 und Pixma MX725 oder Epson mit dem Workforce WF-3620DWF: Sie gehen nach Betätigen den Ausschalters tatsächlich auf 0 Watt.

Fazit: Tintenkombis sind vielseitig und trotzdem bürotauglich

Wer heute ein Multifunktionsgerät sucht, das sowohl zu Hause als auch im kleinen Büro eine gute Figur macht, muss wenig Kompromisse machen. Es findet sich eine gute Auswahl an geeigneten Geräten, wie dieser Vergleichstest zeigt. Allerdings sind diese leistungsstarken Multifunktionsgeräte in der Anschaffung nicht ganz so günstig. In der Regel müssen Sie mit rund 200 Euro  (UVP) rechnen, um auch einen Alleskönner zu bekommen, der die alltägliche Belastung im Büro aushält. Mit der Zeit macht sich diese Investition jedoch dank vergleichsweise moderater Verbrauchskosten bezahlt.

Für zu Hause sind Multifunktionsdrucker ab 100 Euro (UVP) empfehlenswert. Sie erweisen sich im Test als Allrounder, die viele Funktionen abdecken, aber in keiner Disziplin zur absoluten Spitze gehören. Trotzdem können sie genau den Bedarf erfüllen, den Sie an Ihren heimischen Multfunktioner anlegen. Für die Vergleichbarkeit im Test gehen wir von unverbindlichen Empfehlungen der Hersteller aus. Die Straßenpreise liegen oft deutlich darunter.

Aktueller Testsieger: HP Pagewide 377dw
Vergrößern Aktueller Testsieger: HP Pagewide 377dw

Aktueller Spitzenreiter ist der HP Pagewide 377dw : Er erreicht mit seinem großen Druckkopf, der einer Seitenbreite entspricht, neue Tempo-Bestwerte - und das, ohne an der Leistung zu sparen Auch die Ausstattung überzeugt mit Duplex-Druck- und -Scan-Einheiten, 500-Blatt-Papierkassette und zusächlichem Mehrzweckfach sowie der üppigen Schnittstellenauswahl. Allerdings gibt es auch Kritik am Alleskönner: Denn trotz großer Tintentanks und Ausrichtung auf den Büroeinsatz fallen die Seitenpreise zu hoch aus. Hier könnte HP noch nachbessern, denn die Technik an sich ist vielversprechend.

Der beste Preis: HP Pagewide 377dw

Aktueller Multifunktionsdrucker mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis: Epson Workforce Pro WF-3720DWF
Vergrößern Aktueller Multifunktionsdrucker mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis: Epson Workforce Pro WF-3720DWF

Epson liefert mit dem Workforce Pro WF-3720DWF einen Multifunktionsdrucker, der aus seinem Einsatzweck im Büro keinen Hehl macht. Dabei erreicht das Gerät ein sehr ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis. Neben der Ausstattung mit Duplex-Druck-Einheit, Touchscreen und vielen Schnittstellen (inklusive Ethernet und NFC) spricht auch das flotte Arbeitstempo auf Normalpapier für das Epson-Modell. Die Qualität im Drucken, Scannen und Kopieren reicht für Alltagsaufgaben aus. Nur bei spezielleren Tätigkeiten wie dem Fotodruck zeigt sie deutliche Defizite. Dabei erzeugt der WF-3720DWF insgesamt vertretbare Druckkosten, wenn Sie auf XL-Patronen setzen.

Der beste Preis: Epson Workforce Pro WF-3720DWF

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