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Test: Die besten Multifunktionsgeräte zum Drucken, Scannen, Kopieren und Faxen

07.11.2019 | 11:11 Uhr | Ines Walke-Chomjakov

Aktuelle Kombigeräte können nicht nur drucken, scannen, kopieren und eventuell faxen. Gerade die besten Multifunktionsgeräte bieten clevere Zusatzfunktionen, wie der Test belegt.

Inhalt zum Vergleichstest der besten Tinten-Multifunktionsdrucker

1. Ausstattung

2. Mobildruck

3. Folgekosten

4. Fazit und Testsieger

Grundsätzlich muss ein Tinten-Multifunktionsgerät für zu Hause, den heimischen Arbeitsplatz oder das Büro flexibel sein. Es soll den Ausdruck von Internetseiten oder Präsentationen genauso erledigen wie den Briefverkehr oder die Belegkopie für die Steuererklärung. Im Büroumfeld spielt dabei das Drucktempo eine größere Rolle als zu Hause. Aber allzu lange wollen Sie eigentlich nie auf das Ergebnis warten.

Eine Möglichkeit, die Arbeitsweise bei Tintenstrahldruckern für den Office-Einsatz zu beschleunigen, ist der seitenbreite Druckkopf, wie ihn HP bei der Pagewide-Familie einsetzt. Selbst das Modell HP Pagewide 377dw , das den Einstieg in die Serie markiert, kommt damit rechnerisch auf bis zu 30 Seiten pro Minute und bestätigt im Test das flotte Druck- und Kopiertempo mit nur 36 Sekunden für zehn gedruckte Textseiten. Ist dieses Gerät für Ihre Zwecke überdimensioniert, finden Sie in der Maxify-Serie von Canon oder den Workforce-Modellen von Epson etwas kompaktere Alternativen, die ihre Aufgaben schnell erledigen.

Feinheiten in der Ausstattung

In den Grundfunktionen unterscheiden sich die Modelle nicht mehr so gravierend. Die Druckeinheiten sind ausgereift und die Scanner liefern Ergebnisse, die für den Alltagsgebrauch absolut ausreichen. Den eigentlichen Preisunterschied verursachen oft bestimmte Ausstattungsmerkmale wie Fax und Duplex-Einheiten. Dabei ist das automatische Bedrucken von Vorder- und Rückseite eines Blattes weiter verbreitet als das gleichzeitige Einscannen beider Seiten. Letzteres Feature findet sich deshalb eher bei höherpreisigen Geräten wie den Modellen Canon Maxify MB5150 , Epson Workforce WF-3620DWF , Epson Expression Premium XP-7100 , HPs Officejet Pro 8720 Pagewide 377dw oder dem ganz aktuell getesteten Officejet Pro 9019 .

Um die Multifunktionsdrucker kompakter zu kriegen, machen die Hersteller aber auch Kompromisse, die Sie vor dem Kauf kennen sollten. Canon hat mit der Pixma-TS-Reihe eine eigene Serie im Programm, die explizit darauf setzt, wenig Platz zu benötigen - jedenfalls, wenn der Multifunktionsdrucker nicht im Betrieb ist. Um das zu erreichen, sind die Bedienpanel klappbar. Das hat auch Nachteile: Denn die Panels sind dünn konstruiert und geben bei festerem Drücken mit dem Finger leicht nach - wie etwa beim Canon Pixma TS8250 . Günstige Multifunktionsdrucker beschränken sich oft auf Schriftanzeigen oder sehr kleine Grafikdisplays, die sich nicht über Touch, sondern über Tasten bedienen lassen. Aktuell hat Canon diese Kategorie mit dem Pixma TS5350 erweitert. Das Besondere hier ist ein Oled-Panel, das zwar klein ausfällt, aber erstaunlich gut lesbar ist, auch wenn es monochrom arbeitet. Je höher der Gerätepreis, desto eher finden Sie große Touchscreens am Panel, die den Stand-alone-Gebrauch erleichtern. Wiederum dient der Canon Pixma TS8250 hier als Beispiel für ein Gerät mit großem Touchscreen.

Drucken vom Mobilgerät

Dass das Drucken vom Mobilgerät auch im Büro Einzug hält, wünschen sich alle Druckerhersteller. Explizite Geräteserien fürs Office bieten HP mit den Officejets Pro und Epson mit den Workforce-Geräten an, die es schon einige Jahre gibt. Canon ist mit der Maxify-Serie etwas später nachgezogen. Sie bringt Tinte ins Büro und setzt gleichzeitig auf direkten Zugriff auf Clouddienste. Im Test des Canon Maxify MB2750 und des MB5150 , klappt das sehr gut. Auch HP hat die Bürodrucker-Reihen mit der Pagewide-Familie ergänzt, die einen seitenbreiten Druckkopf als Merkmal mitbringt. Er gibt den Geräten im Tempo einen neuen Schub. Das zeigt auch das Einsteigermodell - der HP Pagewide 377dw - im Test.

Gleichzeitig setzen die Druckerhersteller teils auf NFC (Near Field Communication). Hier halten Sie das NFC-fähige Smartphone oder Tablet an den Tag am Druckergehäuse und schon sollen sich die Geräte gegenseitig erkennen. Im Test funktionierte der Kommunikationsweg anfangs noch nicht ganz reibungslos wie beim HP Officejet Pro 8620. Ob die Ursache am Tag oder dem NFC-Modul im Mobilgerät liegt, ließ sich nicht genau feststellen. Inzwischen verbinden sich die Geräte jedoch gut. Epson kennzeichnet die Stelle mit dem Tag am Bedienpanel nur noch mit einem "N", wie etwa beim Workforce WF-2860DWF .

Beliebter als NFC ist Wi-Fi Direct als drahtloser Kommunikationsweg zwischen Mobilgerät und Drucker. Wie bei NFC sparen Sie sich den Umweg über den Router, um sich mit dem Drucker zu verbinden. Allerdings funktioniert das "normale" WLAN nicht, während Sie direkt kommunizieren. Wi-Fi Direct ist sehr verbreitet - acht der zehn Geräte in der Topliste unterstützen den Verbindungstyp - auch der aktuelle Officejet Pro 9019.

Wichtig: Folgekosten für Tinte und Strom

Ein zentraler Punkt bei Multifunktiondruckern sind die Seitenpreise. Gerade bei Geräten fürs Büro sind große Tintentanks und damit möglichst niedrige Seitenpreise Pflicht. Das erfüllt vorbildlich beispielsweise der Brother MFC-J1300DW : Hier errechnen wir 0,8 Cent für das schwarzweiße und 2,4 Cent für das farbige Blatt. Zugrunde liegen jeweils Kartuschen mit hoher Reichweite, die lobenswerterweise im Lieferumfang bereits inbegriffen sind. Deshalb spricht der Hersteller bei diesem Modell auch von "All-in-Box".

Das kommt schon in die Nähe von Geräten, die anstelle einer Patrone einen Tintentank eingebaut haben, der sich per Tintenfläschchen nachfüllen lässt. Die Seitenpreise sinken so auf super günstige 0,2 Cent für das schwarzweiße und 1,1 Cent für das farbige Blatt, wie etwa beim Epson Ecotank ET-7700 . Allerdings fordert die spätere Ersparnis eine relativ hohe Anfangsinvestition. Beim ET-7700 zahlten Sie anfangs stolze 680 Euro (UVP). Im Moment sind es immer noch rund 600 Euro (UVP).

Auch Canon beherrscht die Tintenzufuhr per Tank-Leitungssystem wie der Canon Pixma G4500 im Test beweist. Hier errechnen wir bei den Nachfüllfläschchen 0,2 Cent für das schwarzweiße und 0,5 Cent für das farbige Blatt. Den Kombidrucker gibt es allerdings nicht im regulären Handel, sondern ausschließlich im Canon-Online-Shop. Und wieder ist der Anschaffungspreis mit rund 264 Euro vergleichsweise hoch. Dass Canon inzwischen vom Tintentank-Prinzip stärker überzeugt ist, zeigt sich an der zweiten Generation der Tankdrucker. Sie ist im regulären Handel erhältlich und von PC-WELT mit dem Canon Pixma G6050 getestet. Hervorzuheben ist bei diesem Kombi-Modell, dass drei Schwarztintenflaschen ab Werk beiliegen. Mit diesem Vorrat kommen Sie rechnerisch 18.000 Seiten weit. 

Aktuell ist auch HP in Deutschland in die Kategorie der Tankdrucker eingestiegen. Im Test haben wir den HP Smart Tank Plus 655 durchleuchtet. Hier sind die Tanks ins Druckergehäuse integriert. Das kommt den Maßen zugute. Die Seitenpreise bewegen sich im ähnlichen Rahmen wie bei Epson und Canon. Zwei XL-Tintenflaschen für Schwarz sorgen für einen üppigen Vorrat beim HP Smart Tank Plus 655 .

Im Stromverbrauch sind Tinten-Multifunktionsgeräte von Hause aus nicht verschwenderisch. Einen Ausschalter, der das Multifunktionsgerät komplett vom Stromnetz trennt, haben aber immer noch nicht alle Geräte. Wiederum können hier Modelle von HP als Beispiel dienen: Bei den Officejet-Pros 8720 und 9019 zeigt das Messgerät bei betätigtem Ausschalter im Test noch 0,2 Watt an - ein unnötiger Energieverbrauch. Auch beim HP Pagewide 377dw verzichtet der Hersteller auf eine saubere Trennung. 0,4 Watt im ausgeschalteten Zustand sind die Folge. Hier punktet Canon mit den Modellen Maxify MB2750 und MB5150 genaus wie Epson mit dem Workforce WF-3620DWF und WF-2860DWF , aber auch Brother mit dem MFC-J1300DW. Hier zeigt unser Messgerät nach Betätigen des Ausschalters tatsächlich 0 Watt an. Dass die Geräte trotzdem noch geringe Mengen an Energie verbrauchen, liegt an anderen Ursachen - etwa ziehen sie über den USB-Anschluss noch Strom. 

Fazit: Tintenkombis sind vielseitig und trotzdem bürotauglich

Wer heute ein Multifunktionsgerät sucht, das sowohl zu Hause als auch im kleinen Büro eine gute Figur macht, muss wenig Kompromisse machen. Es findet sich eine gute Auswahl an geeigneten Geräten, wie dieser Vergleichstest zeigt. Allerdings sind diese leistungsstarken Multifunktionsgeräte in der Anschaffung nicht ganz so günstig. In der Regel müssen Sie mit rund 200 Euro  (UVP) rechnen, um auch einen Alleskönner zu bekommen, der die alltägliche Belastung im Büro aushält. Mit der Zeit macht sich diese Investition jedoch dank vergleichsweise moderater Verbrauchskosten bezahlt.

Immer verbreiteter wird das Prinzip, den Anschaffungspreis höher zu legen, dafür aber den Tintenvorrat in den Lieferumfang zu packen. Vorreiter war hier Epson mit der Ecotank-Serie. Inzwischen folgen weitere Anbieter wie Canon mit der G-Serie oder HP mit den Smart Tanks, aber auch Brother mit der "All-in-Box", dessen erster Vertreter im Test das Modell MFC-J1300DW darstellt. Im Idealfall haben Sie bei diesen Multifunktionsdruckern drei Jahre Ruhe vom Tintennachkauf.

Für zu Hause sind Multifunktionsdrucker ab 100 Euro (UVP) empfehlenswert. Sie erweisen sich im Test als Allrounder, die viele Funktionen abdecken, aber in keiner Disziplin zur absoluten Spitze gehören. Trotzdem können sie genau den Bedarf erfüllen, den Sie an Ihren heimischen Multfunktioner anlegen. Für die Vergleichbarkeit im Test gehen wir von unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller aus. Die Straßenpreise liegen oft deutlich darunter.

Die Testsieger im Überblick

Aktueller Testsieger: HP Pagewide 377dw
Vergrößern Aktueller Testsieger: HP Pagewide 377dw

Aktueller Spitzenreiter ist der HP Pagewide 377dw : Er erreicht mit seinem großen Druckkopf, der einer Seitenbreite entspricht, neue Tempo-Bestwerte - und das, ohne an der Leistung zu sparen Auch die Ausstattung überzeugt mit Duplex-Druck- und -Scan-Einheiten, 500-Blatt-Papierkassette und zusächlichem Mehrzweckfach sowie der üppigen Schnittstellenauswahl. Allerdings gibt es auch Kritik am Alleskönner: Denn trotz großer Tintentanks und Ausrichtung auf den Büroeinsatz fallen die Seitenpreise zu hoch aus. Hier könnte HP noch nachbessern, denn die Technik an sich ist vielversprechend.

Ausführlicher Testbericht: HP Pagewide 377dw

Der beste Preis: HP Pagewide 377dw

Aktueller Multifunktionsdrucker mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis: Epson Workforce WF-2860DWF
Vergrößern Aktueller Multifunktionsdrucker mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis: Epson Workforce WF-2860DWF

Der Multifunktionsdrucker Epson Workforce WF-2860DWF ist ein faires Angebot, betrachten wir die runde Ausstattung, die Qualität im Drucken, Scannen und Kopieren und beziehen wir das Gesamtpaket auf den Preis (UVP) von derzeit rund 130 Euro. Insgesamt kann sich der Testkandidat damit die Auszeichnung „Preis-Leistungs-Sieger“ sichern.

Ausführlicher Testbericht: Epson Workforce WF-2860DWF

Der beste Preis: Epson Workforce WF-2860DWF

Empfehlung der Redaktion: Brother MFC-J1300DW
Vergrößern Empfehlung der Redaktion: Brother MFC-J1300DW

Insgesamt erobert sich der Brother MFC-J1300DW die Auszeichnung „Empfehlung der Redaktion“. Denn der Multifunktionsdrucker ist eine runde Lösung für den Arbeitsplatz, die zwar im Anschaffungspreis recht hoch ausfällt, sich aber lohnt, weil Sie sich selbst dann nicht über hohe Druckkosten aufregen müssen, wenn die Patronen früher als in drei Jahren leer gedruckt sind.

Ausführlicher Testbericht: Brother MFC-J1300DW

Der beste Preis: Brother MFC-J1300DW

Auszeichnung Top-Design: HP Officejet Pro 9019
Vergrößern Auszeichnung Top-Design: HP Officejet Pro 9019

Legen Sie auf Design bei Ihrem Multifunktionsdrucker wert, können Sie sich den HP Officejet Pro 9019 mit einer eleganten Alu-Optik ansehen. Darüber hinaus senken Sie die Folgekosten für Tinte bei diesem Modell anfangs auf Null, denn er bringt das Tinten-Abo Instant Ink mit, das in den ersten 12 Monaten kostenlos läuft. Danach hängt es von der gebuchten Seitenzahl ab, wieviel Sie weiter zahlen müssen.

Ausführlicher Testbericht: HP Officejet Pro 9019

Der beste Preis: HP Officejet Pro 9019

Auszeichnung Top-Design: Canon Pixma TS5350
Vergrößern Auszeichnung Top-Design: Canon Pixma TS5350

Ein weiterer Multifunktionsdrucker, der auf Design-Elemente setzt, ist der Canon Pixma TS5350. Er bietet ein monochromes Oled-Display, das eine außerordentlich gute Schärfe bietet, und ein zurückgenommenes Gehäuse-Design, das Freunde der Schlichtheit ansprechen wird. Dazu gibt es gute Ausstattungsmerkmale - beispielsweise zwei Papierzuführungen. Allerdings sind die Seitenkosten selbst bei XL-Patronen hoch.

Ausführlicher Testbericht: Canon Pixma TS5350

Der beste Preis: Canon Pixma TS5350

Auszeichnung Innovative Technik: HP Smart Tank Plus 655
Vergrößern Auszeichnung Innovative Technik: HP Smart Tank Plus 655

Auf Innovation setzt aktuell auch HP und startet mit der Tintentank-Serie Smart Tank in Deutschland. Als ersten Vertreter hat PC-WELT den HP Smart Tank Plus 655 getestet. Die gelungene Umsetzung der Tank-Technik ist uns die Auszeichnung "Innovative Technik" wert.

Ausführlicher Testbericht: HP Smart Tank Plus 655

Der beste Preis: HP Smart Tank Plus 655

Weitere Drucker im Test:

Zum Angebot: Brother MFC-J1300DW

Zum Angebot: Canon Maxify MB5150

Zum Angebot: Canon Maxify MB2750

Zum Angebot: HP Officejet Pro 8720

Zum Angebot: Epson Workforce Pro WF-3720DWF

Zum Angebot: Epson Workforce WF-3620DWF

Zum Angebot: Epson Ecotank ET-7700

Zum Angebot: HP Officejet Pro 6960

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