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Im Test: Die besten Farblaser-Multifunktionsdrucker

17.06.2020 | 09:30 Uhr | Ines Walke-Chomjakov

Ein Farblaser-Multifunktionsdrucker ist mehr als ein Drucker, denn er kann zusätzlich kopieren, scannen und faxen. Dem Test stellen sich Farblaser-Kombis der Einsteigerklasse ab 250 Euro.

Der Farblaserdrucker hat sich als Helfer am heimischen Arbeitsplatz etabliert. Reicht Ihnen das Drucken allein nicht aus, ist ein Farblaser-Multifunktionsdrucker die Alternative. Er kann auch scannen, kopieren und eventuell sogar faxen. Trotz der vielen Funktionen sind Farblaser-Multifunktionsgeräte inzwischen recht kompakt gebaut. Gerade die Modelle der Einstiegsklasse lassen sich auf dem Schreibtisch oder direkt daneben unterbringen.

Unter den Farblaser-Multifunktionsgeräten im Test nutzt derzeit ausschließlich der Oki MC363dn Leuchtdioden (LED) zum Belichten, die restlichen Geräte bauen auf Laserstrahl. Bei der Mehrheit der Testkandidaten sitzt im Gehäuse ein Single-Pass-Druckwerk. Selbst im Einsteiger-Segment finden Sie Multi-Pass-Druckwerke inzwischen selten – auf den ersten zehn Plätzen dieses Vergleichstests nur noch beim HP Color Laser MFP 178nwg , dessen Druckwerk uns noch vom Samsung Xpress C480FW bekannt ist. Beim Nachfolger macht HP Abstriche in der Ausstattung und hebt die Seitenpreise sogar noch an. Grundsätzlich büßen Geräte mit dem Druckwerkstyp im Farbdruck an Geschwindigkeit ein, denn die Farben werden nacheinander und nicht gleichzeitig übertragen.

Wichtig: Folgekosten bei Farblaser-Multifunktionsdruckern

Haben Sie ein Farblaser-Multifunktionsgerät einmal angeschafft, wollen Sie es mehrere Jahre nutzen. Während dieser Zeit fallen neben dem Papier Zusatzkosten für Toner und Strom an.

Gerade wer viel druckt und kopiert, sollte auf die Seitenpreise achten. Günstige Schwarzweiß-Seiten erzeugt insbesondere der Multifunktionsdrucker Xerox Versalink C405dn mit 1,9 Cent. Hier verspricht der Hersteller, dass alle weiteren Komponenten wie Fixiereinheit und Bildtrommeln „bei durchschnittlicher Nutzung“ nicht getauscht werden müssen. Für den Resttonerbehälter gilt das aber nicht. Noch einen Tick günstiger ist das Modell Brother MFC-L8690CDW mit 1,8 Cent. Es erreicht die günstige Schwarzweiß-Seite dank des Drucker-Airbags, der für die ersten 200.000 Seiten weitere Verbrauchsmittel wie etwa das Transportband abfedert.

Bei den Kosten für das Farbblatt erreicht momentan das Modell Xerox Versalink C405dn mit 10,8 Cent den niedrigsten Wert. Vertretbare Farbseitenpreise liegen im Vergleichstest bei etwa 12 Cent - wie beim HP Color Laserjet Pro MFP M281fdw . Dass HP inzwischen die Strategie geändert hat und mit durchaus hohen Seitenpreisen kalkuliert, zeigt neben dem schon erwähnten HP Color Laser MFP 178nwg mit 22,7 Cent auch das Modell HP Color Laserjet Pro MFP M183fw , für das sich eine ISO-Farbseite mit 21,9 Cent errechnet.

Der HP Color Laser MFP 178nwg bringt der Hersteller den Nachfolger für die beliebte Samsung-Xpress-C480-Modell auf den Markt und verteuert mit neuer Tonergeneration gleichzeitig die Seitenpreise.
Vergrößern Der HP Color Laser MFP 178nwg bringt der Hersteller den Nachfolger für die beliebte Samsung-Xpress-C480-Modell auf den Markt und verteuert mit neuer Tonergeneration gleichzeitig die Seitenpreise.
© HP

Auch bei den Farblaser-Mulfunktionsgeräten, die nicht nur drucken, sondern auch kopieren, liegen weniger befüllte Starter-Toner im Paket. Hier entsprechen Reichweiten von 500 bis 700 Seiten pro Farbe geringen Füllmengen wie bei den Farbkartuschen des Canon i-Sensys MF645Cx . Eine mittlere Erstausstattung liegt bei 1000 bis 1200 Seiten pro Farbe wie etwa beim Oki MC363dn oder Kyocera Ecosys M5521cdw. Eine üppige Erstbefüllung stellen wir bei den Kombigeräten Brother MFC-L8690CDW und Xerox Versalink C405dn mit 3000 schwarzweißen und 1800 bzw. 2000 farbigen Blättern fest.

Vergleichstest: Die besten Farblaserdrucker

Für einen geringen Stromverbrauch ist entscheidend, dass sich der Farblaser-Multifunktionsdrucker nach dem Betätigen des Ausschalters komplett vom Netz trennt. Derzeit ist das genau bei der Hälfte der Testkandidaten der Fall. Die andere Hälfte zieht Strom, wenn auch meist wenig. Zu den größten Verschwendern zählen derzeit der Xerox Versalink C405dn und HP Color Laser MFP 178nwg mit 0,3 Watt. Immerhin noch 0,2 Watt messen wir bei den Geräten Oki MC363dn und Xerox Workcentre 6515DNI . Letzteres Modell ist für die Arbeitsgruppe gedacht und sollte eigentlich weniger verschwenderisch mit Energie umgehen. Das gilt ebenso für den Kyocera Ecosys M5521cdw , der allerdings nur 0,1 Watt zieht.

Beim Stromverbrauch im Energiesparmodus setzt derzeit das Modell HP Color Laserjet Pro MFP M477fdn mit 0,1 Watt den Bestwert. Gute Bewertungen kann auch die aktuelle Canon-Generation mit dem MF645Cx und 0,6 Watt einheimsen. Richtige Energieverschwender in der Wartezeit zwischen den Druck-, Scan- und Kopierjobs sind inzwischen selten geworden. Im Schnitt liegt der Verbrauch zwischen 3 und 7 Watt.

Kaufberatung: Tinte oder Toner - den richtigen Drucker finden

Lärmentwicklung am Arbeitsplatz

Auch das Betriebsgeräusch ist ein wichtiges Auswahlkriterium bei Farblaser-Multifunktionsdruckern. Da Sie neben dem Drucken auch Scans ausgeben und kopieren wollen, stehen die Gesellen dicht neben dem Schreibtisch oder sogar darauf. Unter den Testgeräten entpuppen sich die HP-Geräte Color Laserjet Pro MFP M183fw , M477fdn und Color Laserjet Pro M281fdw sowie das Canon-Modell MF645Cx als wenig störend. Hier schalten die Lüfter sehr schnell ab, wenn der Druck- oder Kopiervorgang erledigt ist. In diesem Zustand sind sie außer für hoch sensible Anwender gar nicht wahrnehmbar. Gut hörbar sind dagegen die größeren Maschinen für mehrere Anwender wie Kyocera Ecosys M5521cdw oder Oki MC363dn. Hier dauert es, bis die Lüfter abschalten.

Manche Geräte bieten deswegen eine extra Taste, die den Energiesparmodus aktiviert – etwa beim Oki MC363dn. Bei Canons i-Sensys MF645Cx schaltet sich der Energiesparmodus so schnell ein, dass die vorhandenen Tasten eher dazu dienen, die Geräte für eine Kopie oder Scan extra zu aktivieren. Ganz grundsätzlich geht der Trend bei Farblaser-Multifunktionsgeräten zum schnellen Umschalten in den Energiesparmodus. Das mindert die Geräuschbelästigung und senkt gleichzeitig den Energiebedarf – hier schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Meist müssen Sie dazu keine Veränderung an den Werkseinstellungen vornehmen.

Wichtig im Arbeitsalltag: schnelles Aufwachen aus dem Ruhemodus

Sie drucken, scannen, kopieren und faxen nicht permanent. Deshalb steht der Bürohelfer zwischendurch immer eine Weile still. Trotzdem soll er für den nächsten Druckauftrag flott wieder aufwachen, um die nächste Aufgabe - etwa einen Scan - zu erledigen. Wir testen diese Zeitspanne anhand einer Textseite aus dem Energiesparmodus. Gemessen wird nicht nur die Reaktion des Farblaser-Kombis, sondern bis das fertig bedruckte Blatt in der Papierablage liegt. Mit 15 Sekunden erstaunlich schnell reagieren die Testkandidaten Canon i-Sensys MF645Cx und HP Color Laser MFP 178nwg. Auch die Geräte HP Color Laserjet Pro MFP M477fdn und M281fdw lassen sich mit 18 Sekunden nur einen Tick mehr Zeit. Am längsten benötigt das Oki-Modell mit 39 Sekunden, um aus dem Schlafmodus in den Betriebsmodus umzuschalten und die Textseite auszugeben.

Qualität im Drucken, Scannen und Kopieren

Neben den genannten Faktoren bleibt die Qualität der Drucke, Scans und Kopien ein zentrales Kaufkriterium. Hier ist Aufatmen angesagt, denn keiner der getesteten Farblaser-Multifunktionsdrucker liefert im Test wirklich schlechte Ergebnisse ab. Der Grund: Die Druck-Einheiten kommen oft aus dem Single-Funktion-Bereich und haben sich dort schon bewährt.

Die Stärke der Geräte mit zusätzlich eingebauten Scannern, Kopierern und Fax-Einheiten liegt im Textdruck mit scharfen Buchstaben und einer guten Tonerdeckung auf dem Blatt. Bei Farbe liefern die Multifunktionsgeräte größere Qualitätsunterschiede. Das kann sich auch bei Modellen eines Herstellers bemerkbar machen. So sind die Farben des Canon i-Sensys MF645Cx dunkler als noch bei der Vorgänger-Generation. Der Grund: Sie unterscheiden sich in den eingesetzten Toner-Reihen.

Auch die eingesetzten Druckersprachen haben Einfluss auf die Farbaufbereitung eines Farblasers. PCL 6 ist hier die beliebteste Variante. Reine GDI-Drucker, die den Windows-Rechner zur Seitenaufbereitung nutzen, sind dagegen auf dem Rückzug. PS 3 (Postscript) wird in den meisten Fällen nur emuliert.

Alltagstauglich: Auch die Büroarbeiter liefern heutzutage ganz ordentliche Scanergebnisse, wie unser Ausschnitt zeigt. Allerdings dürfen Sie sich von der Tiefenschärfe nicht zu viel erwarten.
Vergrößern Alltagstauglich: Auch die Büroarbeiter liefern heutzutage ganz ordentliche Scanergebnisse, wie unser Ausschnitt zeigt. Allerdings dürfen Sie sich von der Tiefenschärfe nicht zu viel erwarten.

Auch im Scannen haben sich die Testteilnehmer verbessert. Ihre Qualität reicht für Büroaufgaben vollkommen aus. Für Aufgaben, bei denen es auf Tiefenschärfe ankommt, eignen sich Farblaser-Multifunktionsgeräte weniger. Die Qualität der Scan-Einheit beeinflusst gleichzeitig auch die Güte der Kopien. Wiederum gilt: Bei Routinejobs im Arbeitsalltag können Sie sich auf Ihr Kombigerät verlassen.

Bessere Handhabung übers Mobilgerät

In letzter Zeit fällt auf, dass das Drucken und Scannen über Smartphone und Tablet auch bei den Ausgabegeräten fürs Büroumfeld immer populärer wird. Die Multifunktionsdrucker bieten allesamt Apps als Treiberersatz für das Mobilgerät. Dazu beherrschen Sie nahezu durchgehend die Mobildruckstandards Apple Airprint, Google Cloud Print und Mopria – das Plug-in für Android.

Mehr App als klassischer Treiber: HPs Smart App sieht auf dem Windows-10-PC nahezu genauso aus wie auf einem Smartphone oder Tablet. Der Anwender soll sich sofort zurechtfinden.
Vergrößern Mehr App als klassischer Treiber: HPs Smart App sieht auf dem Windows-10-PC nahezu genauso aus wie auf einem Smartphone oder Tablet. Der Anwender soll sich sofort zurechtfinden.

HP geht in letzter Zeit noch einen Schritt weiter: So findet sich die App Smart Print nun auch zusätzlich zum klassischen Treiber für Drucker und Scanner auf einem Windows-10-Rechner. Sie haben damit dasselbe Look and Feel - egal, ob Sie Ihr Multifunktionsgerät über den PC oder das mobile Gerät ansteuern.

Außerdem liefern die Hersteller vermehrt flexible Management-Funktionen übers Netzwerk mit. So lassen sich beispielsweise Vorgänge automatisieren und als App am Gerät abrufen. Und auch fürs sichere Drucken ist stärker gesorgt. Dazu stehen in den Treibern gesonderte Funktionen bereit – wie etwa bei Canons i-Sensys MF645Cx oder dem HP Color Laserjet Pro MFP M477fdn.
Die detaillierten Testergebnisse finden Sie im Testbericht zu jedem Farblaser-Multifunktionsdrucker. Extra ausgezeichnete Testteilnehmer stellen wir hier kurz vor. 


Aktueller Testsieger
Vergrößern Aktueller Testsieger

Testsieger: Brother MFC-L8690CDW

Ein guter Arbeiter für den Büroeinsatz von Arbeitsgruppen. Hierfür bringt der Brother MFC-L8690CDW genügend Power mit, um auch umfangreiche Druck-, Scan- und Kopieraufträge verlässlich und in guter Qualität zu erledigen. Der Drucker-Airbag reduziert die Folgekosten in der ersten Zeit rein auf die Tonerkassetten. Das macht den Farblaser-Multifunktionsdrucker zu einem Gerät mit günstigen Seitenpreisen. Doch selbst danach wird er nicht unverschämt teuer im Unterhalt. Die Ausstattung ist gut. Praktisch ist der Dual-Scanner, der sich auch bedienfreundlich einsetzen lässt.

Ausführlicher Testbericht: Brother MFC-L8690CDW

Aktualler Preis-Leistungs-Sieger
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Preis-Leistungs-Sieger: HP Color Laser MFP 178nwg

Wie bei den Samsung-Vorgängern wäre der HP Color Laser MFP 178nwg aufgrund seiner kompakten Gerätemaße eigentlich ein ideales Farblaser-Multifunktionsgerät für den heimischen Arbeitsplatz. Dabei kann es auch direkt neben Ihnen stehen, da das Modell im Ruhemodus so leise ist, dass Sie es auch dann nicht wahrnehmen, wenn Sie sehr sensibel auf Geräusche reagieren.
Gegen den Multifunktionsdrucker sprechen jedoch die Folgekosten. Sie sind noch höher als bei den Vorgänger-Geräten wie etwa dem Samsung Xpress C480fw, der auch nicht gerade günstig im Tonernachkauf ist. Sind Ihnen die Seitenpreise egal, da Sie nur selten drucken und kopieren, kann das HP-Modell in Frage kommen, denn es ist für ein Farblaser-Multifunktionsgerät sehr preiswert in der Anschaffung.

Ausführlicher Testbericht: HP Color Laser MFP 178nwg

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