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WLAN-Router: Kaufberatung und Test

06.09.2017 | 08:21 Uhr |

Der Routerzwang hat ein Ende - wir beraten Sie beim Kauf eines neuen Routers und haben für Sie aktuelle WLAN-Router im Test.

Provider dürfen ihren Kunden keinen Router mehr vorschreiben . Außerdem müssen sie alle Einwahldaten für Internet und Telefonie herausgeben, damit Sie den vereinbarten Tarif mit jedem Router nutzen können. Aus diesem Grund präsentieren wir hier in einer großen Übersicht die wichtigsten Router für DSL, Kabel und WLAN. Außerdem beraten wir Sie beim Kauf und haben die aktuelle Router-Generation getestet. Den Vergleichs-Test finden Sie am Ende dieses Artikels. Einen schnellen Überblick aller WLAN-Router im Test inklusive Link zum günstigsten Preis bietet die folgende Bildgalerie. Neu in der Bestenliste sind die aktuelle Fritzbox 7590 und der super-schnelle Netgear Nighthawk X10 mit 11ad-WLAN.

Wenn Sie sich einen neuen Router zulegen, müssen Sie eine grundlegende Entscheidung treffen: Wollen Sie ein Allroundgerät, das neben WLAN auch DSL-oder Kabelmodem mitbringt, oder einen reinen WLAN-Router, den Sie hinter einem zusätzlichen Modem anschließen. In beiden Gerätekategorien bieten die Hersteller in vielen Preis-und Ausstattungsstufen Produkte an, die sich vor allem beim WLAN-Tempo sowie der Zahl der LAN-und USB-Anschlüsse unterscheiden.

Die Allroundlösung: Ein Modemrouter

Der große Vorteil eines Routers, der DSL-oder Kabelmodem und WLAN vereint: Sie brauchen nur ein Gerät für den Onlinezugang und das Heimnetz. Die Spitzenmodelle bieten außerdem Anschlussmöglichkeiten für schnurlose DECT-, ISDN-oder Analogtelefone, sodass Sie auch auf eine zusätzliche Telefonanlage oder Basisstation verzichten können.

Router-Grundlagen: Fünf Tipps zur optimalen Einrichtung

Das Modem im Router muss natürlich zum Tempo des Onlineanschlusses passen: Aktuelle Modemrouter für DSL unterstützen VDSL sowie ADSL2+. Außerdem bringen sie schnelles WLAN nach dem AC- oder sogar schon AD-Standard mit, während Router für ADSL2+ nur mit 11n-WLAN aufwarten. Wollen Sie ganz zukunftssicher einkaufen oder wissen bereits, dass die Telekom in Ihrer Umgebung die DSL-Geschwindigkeit per Vectoring erhöht, müssen Sie darauf achten, dass der VDSL-Router diese Technik unterstützt: Im Datenblatt sollte dann der Standard ITU G.993.5 auftauchen. Die neuesten Router wie die Fritzbox 7590 gehen noch einen Schritt weiter und kommen sogar mit Supervectoring (Standard 35b) zurecht, das dank eines breiteren Frequenzspektrums Download-Raten von bis zu 300 Mbit/s erreichen soll. Alle aktuellen VDSL-Router sind auch für All-IP-Anschlüsse geeignet (VDSL 2 Annex B), bei Geräten für ADSL2+ müssen Sie darauf achten, dass der Router Annex J unterstützt. Kabelrouter müssen den Standard DOCSIS 3.0 für aktuelle Anschlüsse beherrschen.

Klarer Marktführer bei Modemroutern in Deutschland ist AVM: Die Fritzbox 7490 für rund 190 Euro bietet neben einem VDSL2-Modem auch Anschlüsse für ISDN-und Analog-Telefone sowie eine DECT-Basisstation für sechs schnurlose Telefone und zwei USB-3.0-Ports. Ihr Nachfolger Fritzbox 7580 , die aktuell etwa 250 Euro kostet, verbessert das WLAN-Tempo über die Funktion Multi-User-MIMO (Multiple Input Multiple Output). Die neue 7590 für rund 270 Euro ist technisch weitgehend identisch zur 7580, gleicht im Aussehen aber der 7490 - unter anderem hat die mitgelieferte Wandhalterung diesselben Maße.

WLAN-Router mit Modem (1)
Vergrößern WLAN-Router mit Modem (1)

Ohne ISDN, aber sonst mit fast identischer Ausstattung sind die deutlich günstigeren Router von TP-Link Archer VR900v (rund 150 Euro) und Archer VR2600v (rund 240 Euro) zu haben. Noch günstiger ist der Allroundrouter Speedport W 724V der Telekom (rund 120 Euro), der sich auch an VDSL-Anschlüssen anderer Anbieter nutzen lässt. Wenn Sie keine Analog-oder ISDN-Telefone nutzen, können Sie zur Fritzbox 3490 für rund 130 Euro oder dem Asus DSL-AC68U für rund 160 Euro greifen. Beide VDSL-Router bringen WLAN nach dem aktuellen 11ac-Standard mit sowie zwei beziehungsweise einen USB-3.0-Port.

WLAN-Router mit Modem (2)
Vergrößern WLAN-Router mit Modem (2)

WLAN-Router: Mehr Tempo im Heimnetz

Wer vor allem sehr hohes WLAN-Tempo braucht, kauft sich einen schnellen WLAN-Router, den er über den WAN-Port des Routers mit einem zusätzlichen DSL-oder Kabelmodem verbindet. Im Routermenü tragen Sie die Zugangsdaten für den Internetanschluss ein, damit er alle Heimnetzgeräte online bringt. In reinen WLAN-Routern setzen die Hersteller schneller neue Chipsätze für hohes Tempo ein und können sich beim Gehäusedesign und der Softwareentwicklung ganz auf die Geschwindigkeitsoptimierung für WLAN konzentrieren. Aktuelle Techniken wie MU-Mimo und Tri-Band sind bei diesen Geräten schon verfügbar, während damit ausgestattete Modemrouter jetzt erst auf den Markt kommen.

Greifen Sie unbedingt zu einem Router mit dem WLAN-Standard 11ac. Selbst wenn Sie noch keines oder nur wenige 11ac-Geräte im Heimnetz haben: Immer mehr Smartphones, Notebooks und WLAN-Adapter kommen mit dem neuen Standard. Deshalb sind Sie mit einem 11ac-Router auf der sicheren Seite.

Das wichtigste Auswahlkriterium beim WLAN-Router ist die Geschwindigkeit des Funknetzes. Auf die Tempoangaben der Hersteller sollten Sie sich dabei nicht verlassen – sie können höchstens als grobe Orientierung für das Leistungsniveau eines Routers gelten. Denn Chiphersteller und Routeranbieter übertreiben gerne bei den Geschwindigkeitsangaben. Und außerdem benötigen Sie im Heimnetz entsprechende WLAN-Gegenstellen, die das Tempo des Routers überhaupt ausnutzen können (siehe Kasten am Ende des Beitrags).

Achten Sie lieber auf die Angabe zu den Datenströmen, die ein Router parallel übertragen kann, beziehungsweise zur Antennenkonfiguration. Sie finden sie in den technischen Daten des Routers in der Form 2x2, 3x3 oder 4x4. Damit wird zum einen angegeben, wie viele Datenverbindungen der Router gleichzeitig zu einer Gegenstelle aufbauen kann. Die Übertragungsgeschwindigkeit fällt umso höher aus, je mehr parallele Übertragungen zwischen zwei WLAN-Geräten möglich sind. Weil dabei jede Antenne eine eigene Datenverbindung aufbaut, gibt eine Information wie 2x2 bei einem WLAN-Router oder -Adapter auch Auskunft über die Anzahl der Sende-und Empfangsantennen für jede unterstützte Frequenz – im Fall von 11ac also 5 GHz und 2,4 GHz. Das bedeutet aber, dass zum Beispiel ein 2x2-Router das maximale Tempo nur mit einer 2x2-Gegenstelle erreichen kann.

Die günstigsten 11ac-Router bekommen Sie ab rund 40 Euro. Sie funken aber nur mit einer Antenne und einem Maximaltempo von 433 MBit/s über 5 GHz. Da sie zusätzlich im 2,4-GHz-Netz mit zwei Antennen maximal 300 MBit/s erreichen können, werden sie als AC750-Router verkauft. Sie genügen für ein sehr kleines Heimnetz, in dem ein oder zwei Geräte über 5 GHz im WLAN unterwegs sind. Außerdem haben die günstigen Geräte wie der Asus RT-AC51U für rund 30 Euro nur LAN-Anschlüsse mit Fast-Ethernet-Tempo (100 MBit/s) oder wie der D-Link DIR-809 (rund 35 Euro) keinen USB-Port. Besser ausgestattet ist der TP-Link Archer C2 mit Gigabit-LAN und einem USB-2.0-Port.

Das passende WLAN-Tempo fürs Heimnetz

Wenn in Ihrem Heimnetz schon Notebook, Smartphone und Tablet über 5 GHz funken und außerdem noch einige 11n-Geräte über 2,4 GHz unterwegs sind, empfiehlt sich ein 2x2-Router, der auch unter der Bezeichnung „AC1200“ verkauft wird. Da viele aktuelle Mobilgeräte ebenfalls ein 2x2-WLAN nutzen, können sie das maximale Tempo des Routers ausschöpfen. Für schnelle und stabile Netzwerkverbindungen per Kabel bringen diese Router einen Gigabit-Switch mit. Der TP-Link Archer C5 für rund 80 Euro hat außerdem zwei USB-2.0-Anschlüsse, die Fritzbox 4040 für rund 90 Euro kann USB-Geräte auch per USB 3.0 anbinden.

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Für ein größeres WLAN empfiehlt sich ein 3x3-Router. Sie bieten ein maximales Tempo von 1,3 GBit/s über 5 GHz und 450 bis 600 MBit/s über 2,4 GHz. Allerdings nutzen bisher nur wenige – und vor allem teure – Notebooks oder WLAN-Adapter für den PC die drei Datenströme aus. Aber Sie können Geräte wie Fernseher, Set-Top-Box oder NAS, die eine hohe Datenrate für Videostreaming oder das Übertragen großer Dateimengen benötigen, mit hoher Bandbreite ins WLAN einbinden: Sie verbinden Sie dafür per Netzwerkkabel mit einem passenden 3x3-Repeater, den Sie als WLAN-Client einrichten.
3x3-Router bekommen Sie ab rund 100 Euro, zum Beispiel den TP-Link Archer C7 . Besser ausgestattet und etwas schneller sind Geräte ab rund 160 Euro wie der Asus RT-AC68U oder der Netgear Nighthawk R7000 .

Tri-Band-Router und MU-Mimo: WLAN mit bis zu 5400 Mbps

Ganz frisch auf dem Markt sind Router mit 4x4-Antennenkonfiguration. Damit können die Routerhersteller mit noch größeren Datenraten protzen, etwa AC3100 , AC5300 oder AC5400 . Doch in der Praxis lassen sich diese nicht erreichen, denn WLAN-Gegenstellen mit vier Antennen gibt es nicht – außer Sie setzen einen zweiten 4x4-Router als WLAN-Brücke ein. Sinnvoll werden diese Router erst durch zusätzliche Funktionen wie Multi-User-Mimo oder Tri-Band: Damit wollen sie dafür sorgen, dass sich die Datenrate für viele Clients im WLAN erhöht, nicht nur für einzelne, besonders schnelle.

WLAN-Router (1)
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Mit Multi-User-Mimo (MU-Mimo) kann ein Router unterschiedliche Daten an mehrere Empfänger gleichzeitig senden. Üblicherweise laufen WLAN-Übertragungen zwischen dem Router und verschiedenen Gegenstellen hintereinander ab: Ein langsamer 11ac oder 11n-Adapter reduziert dann den Datendurchsatz im gesamten Funknetz, weil schnellere WLAN-Komponenten länger warten müssen, bis sie wieder dran sind. Da aber ein Router mit MU-Mimo in einem Rutsch mehrere langsame Gegenstelle versorgen kann, reduziert sich die Wartezeit, und der WLAN-Durchsatz steigt für alle Beteiligten.

Derzeit können selbst MU-Mimo-Router mit 4x4 nur an maximal drei MU-Mimo-Clients gleichzeitig senden. Doch das größte Hindernis für den Einsatz von MU-Mimo ist, dass auch der Empfänger die Technik unterstützen muss. Denn Router und Gegenstelle optimieren die Übertragung durch spezielle Kontrolldatenpakete, die nur MU-Mimo-Geräte verstehen.

WLAN-Router mit Modem (1)
Vergrößern WLAN-Router mit Modem (1)

Zwar gibt es schon einige Smartphones und Notebooks für MU-Mimo, zum Beispiel das Google Nexus 5X oder das Acer Aspire V15 . Da ein spürbarer Tempozuwachs erst mit zwei oder drei MU-Mimo-Geräten einsetzt, dürfte sich für die meisten Heimnetze die Investition in einen MU-Mimo-Router noch nicht lohnen. Wer sich aber dafür interessiert, kann einen Blick auf den TP-Link Archer C2600 für rund 190 Euro werfen. Auch die Fritzboxen 7580 und 7590 nutzen MU-Mimo.

Gleiches gilt derzeit für sogenannte Tri-Band-Router: Sie spannen zwei unterschiedliche WLAN-Netze über die 5-GHz-Frequenz auf sowie eines über 2,4 GHz. Der Name ist deshalb etwas irreführend, weil eigentlich nicht drei unterschiedliche Frequenzbänder genutzt werden. Der Router verteilt dann über die Technik Smart Connect die WLAN-Gegenstellen automatisch auf die Funknetze, in denen sie das höchste Tempo beziehungsweise die wenigsten Störungen erwarten dürften. Damit soll der Router ähnlich wie bei MU-Mimo dafür sorgen, dass langsame WLAN-Geräte schnellere nicht ausbremsen und der Datendurchsatz für alle steigt.

WLAN-Router (2)
Vergrößern WLAN-Router (2)

Allerdings macht Tri-Band nur dann Sinn, wenn Sie viele schnelle 5-GHz-Geräte im WLAN haben, die das hohe Tempo einer 3x3 oder gar 4x4-Verbindung auch ausnützen können. Hinzu kommt, dass die Gegenstellen in der Lage sein müssen, alle Übertragungskanäle im 5-GHz-Band zu nutzen. Dafür müssen sie in der Firmware Dynamic Frequency Selection (DFS) und Transmit Power Control (TPC) unterstützen, was nicht bei allen 5-GHz-Geräten der Fall ist. Außerdem klappt die automatische Verteilung nicht immer, weil einige Clients stur auf einer einmal festgelegten Frequenz verharren.

WLAN-Router (3)
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Tri-Band-Router sind außerdem deutlich teurer als Dual-Band-Router, weil sie eben drei Mal Funkhardware wie WLAN-Chipsatz und Signalverstärker benötigen. Der TP-Link Archer C3200 kostet rund 240 Euro, den Netgear Nighthawk X6 R8000 bekommen Sie für etwa 280 Euro. Am teuersten sind derzeit Tri-Band-Router mit 4x4-Antennen: Ihre Preise liegen bei rund 450 Euro wie für den Asus RT-AC5300 oder den Netgear Nighthawk X8 R8500 .

Im Überblick: Die verschiedenen Tempostufen von 11ac-WLAN

Bezeichnung

Parallele Datenströme über 5 / 2,4 GHz

Maximale Datenrate (5 GHz)

Maximale Datenrate (2,4 GHz)

Summe

Besonderheiten

AC600

1/1

433

150

583

AC750

1/2

433

300

733

AC1200

2/2

867

300

1167

AC1600

3/2

1300

300

1600

AC1750

3/3

1300

450

1750

AC1900

3/3

1300

600

1900

AC2350

4/3

1733

600

2333

AC2600

4/4

1733

800

2533

AC3150

4/4

2167

1000

3167

proprietäres Modulationsverfahren

AC3200

4/4

2x 1300

600

3200

Tri-Band

AC5300

4/4

2x 2167

1000

5334

Tri-Band, proprietäres Modulationsverfahren

Die Zukunft sind AD-Router: WLAN mit bis zu 7200 Mbps 

Der Netgear Nighthawk X10 AD7200 und der TP-Link Talon AD7200 beherrschen bereits den AD-Standard, der zusätzlich auf dem 60-GHz-Band Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 4600Mbps erreicht. Kumuliert kommen die beiden WLAN-AD-Router auf bis zu 7,2 Gigabit pro Sekunde. Plex Media Server unterstützen die Router mit Transcoding für 4K-Streaming und verfügen über vier beziehungsweise acht aktive, externe Antennen, die die WLAN-Signale verstärken und dadurch die Reichweite und den Datendurchsatz erhöhen. Zusätzlich ist der Nighthawk X10 auch der erste Router für den Heimgebrauch mit einem 10 Gigabit Glasfaser-Port, was besonders schnelle Backups auch großer Datenmengen erlaubt.

Im Test reizt der Netgear X10 tatsächlich den normalen Gigabit-Anschluss aus und überträgt rund 950 MBit/s. Das hohe Tempo bekommen Sie aber nur über eine kurze Entfernung und mit direktem Sichtkontakt zwischen WLAN-Router und Gegenstelle. Eine Wand oder eine Tür blockiert die WLAN-Verbindung, selbst, wenn die beiden Funkstellen nur wenige Meter auseinander liegen. Hinzu kommt, dass es bislang kaum WLAN-Clients mit 11ad gibt - in der Praxis ist der neue WLAN-Standard also bislang sinnlos.

Weitere Hardware-Ausstattung: LAN und USB

Ein WLAN-Router hat auch einen LAN-Switch eingebaut, meist mit vier Anschlüssen. Damit bringt er kabelgebundene Geräte direkt ins Internet oder stellt eine Verbindung zwischen verschiedenen Heimnetzgeräten her, die per Netzwerkkabel oder Powerline-Adapter angebunden sind. Sie sollten zu einem Router mit Gigabit-Switch greifen: Denn selbst bei vielen günstigen Rechnern, bei Netzwerkspeichern und Powerline-Adaptern ist Gigabit-LAN inzwischen Standard, dessen Tempo durch einen Fast-Ethernet-Switch im Router ausgebremst würde. Auch der WAN-Port, über den der Router mit einem DSL-oder Kabelmodem verbunden ist, erreicht dann Gigabit-Tempo und hat so ausreichend Reserven für einen künftigen Onlinezugang mit über 100 MBit/s.

Da das theoretische WLAN-Tempo eines aktuellen 11ac-Routers inzwischen höher als 1 GBit/s liegen kann, gibt es bereits einige Router, die Link Aggregation unterstützen: Damit lässt sich der Datentransfer über zwei Gigabit-Anschlüsse bündeln, um ein entsprechendes NAS mit der höheren Geschwindigkeit anzuschließen.

Immer wichtiger wird auch die Leistung des Routerprozessors für die Kaufentscheidung: Er sorgt zum Beispiel dafür, dass der Router per Smart Connect Clients schnell in das optimale Funknetz einsortiert oder Quality-of-Service-Funktionen nutzt, um bestimmten Programmen die beste Verbindung zuzuweisen.

Schutz vor WLAN-Hackern: So sichern Sie ihren Router ab

Auch beim Datentransfer per USB zählt die CPU-Geschwindigkeit. Bei einem High-End-Router wie dem Netgear X4S R7800 arbeitet der Dualcore-Prozessor zum Beispiel mit 1,7 GHz. An die USB-Anschlüsse am Router können Sie zum Beispiel einen Drucker anbinden, damit er für andere Heimnetzgeräte zur Verfügung steht. Ein USB-Stick oder eine externe Festplatte wird am Router zum Netzwerkspeicher. Günstige Router haben einen oder zwei Anschlüsse mit USB 2.0. Bei teureren Modellen finden Sie dagegen auch USB 3.0.

Aber: Da die Routerprozessoren deutlich langsamer arbeiten als PC-Prozessoren, beispielsweise um die Hitzeentwicklung im Gehäuse zu minimieren, ist das USB-Tempo am Router deutlich geringer als bei einem NAS oder an einem PC. Für den Anschluss eines Druckers reicht das Transfertempo völlig aus, auch für Musik-oder Videostreaming, über USB 3.0 selbst in Full-HD. Für umfangreiche Kopier-oder Backup-Aufgaben ist das Router-NAS aber weniger optimal.

Bedienung und Sicherheit: Die Hersteller haben hinzugelernt

In puncto Sicherheit haben viele Hersteller in den letzten Jahren dazugelernt: Die meisten Router kommen ab Werk mit einer WPA2-Verschlüsselung: Damit ist der Router bereits beim ersten Start geschützt. Trotzdem sollten Sie das Passwort verändern, denn es steht meist im Handbuch oder am Routergehäuse. Um den Onlinezugang einzurichten, bringen alle Router einen Assistenten mit, der die notwendigen Kennwörter und Zugangsdaten abfragt und auch gleich prüft, ob die Internetverbindung damit funktioniert.

Außerdem arbeiten viele Hersteller daran, das Routermenü, das die Nutzer über ihren Webbrowser aufrufen, übersichtlicher zu gestalten – zum Beispiel, indem sie es in Basisfunktionen und Einstellungen für Fortgeschrittene unterteilen. Die beste Benutzeroberfläche und die meisten Funktionen bieten die Router von AVM. Das ist ein wichtiger Kaufgrund, denn bei den grundlegenden Funktionen unterscheiden sich die meisten Router kaum noch: Mit allen lässt sich ein Gastnetzwerk für Besucher einrichten, WLAN-Regeln für bestimmte Heimnetzgeräte aufstellen oder der Router auch als Access Point oder WLAN-Brücke einsetzen. Deshalb kommt es vor allem darauf an, wie leicht sich diese Funktionen übers Menü einrichten und verwalten lassen.

Ähnliches gilt für die Unterstützung von IPv6: Das können laut Datenblatt alle aktuellen Router, in der Praxis gibt es allerdings deutliche Unterschiede in der Umsetzung. Der deutsche Hersteller ist auch vorbildlich, was die Versorgung mit Firmware-Updates angeht. Andere Hersteller reagieren deutlich langsamer, wenn es darum geht, Sicherheitslücken zu stopfen oder den Router mit neuen Funktionen zu versorgen. Das gilt zum Beispiel für DFS/TPC oder für MU-Mimo.

Großer Vergleichs-Test: Schnelle WLAN-Router
Vergrößern Großer Vergleichs-Test: Schnelle WLAN-Router

Test: Schnelle WLAN-Router im Vergleich

Multi-User-MIMO (MU-Mimo) und Tri-Band sollen das WLAN-Tempo über die 5-GHZ-Frequenz beschleunigen, indem der Router mehrere Gegenstellen gleichzeitig bedient. Üblicherweise werden die WLAN-Übertragungen hintereinander abgearbeitet – erst wenn eine Station gesendet und empfangen hat, kommt die nächste dran. Hängen viele langsame WLAN-Geräte am Router, müssen die schnelleren länger warten und die Datenrate im Funknetz sinkt.

Router mit MU-Mimo können dagegen an mehrere Gegenstellen gleichzeitig Daten schicken. Damit erhöht sich deren Transferrate und auch die Geschwindigkeit im ganzen Netz, weil die nächste Übertragung schneller starten kann. MU-Mimo funktioniert aber nur vom Router zum WLAN-Client, nicht in Gegenrichtung. Außerdem muss auch der WLAN-Client diese Technik beherrschen. Zwar gibt es immer mehr aktuelle Notebooks, Smartphones und Tablets mit MU-Mimo, doch die meisten bringen diese Funktion noch nicht mit – unter anderem iPhone und iPad.

Von einem Tri-Band-Router können dagegen alle Gegenstellen profitieren, die im 5-GHz-Frequenzband arbeiten: Die Router spannen über diese Frequenz zwei getrennte WLANs auf, die sich gegenseitig nicht stören, weil sie über unterschiedliche Funkkanäle arbeiten. Damit kann der Router drei Geräte gleichzeitig versorgen – eines über 2,4 GHz, zwei über 5 GHz.

Praxis-Test: MU-MIMO gegen Tri-Band

Um die möglichen Vorteile von MU-MIMO- und Tri-Band-Routern zu untersuchen, setzen wir auf ein praxisnahes Testverfahren: Ein Router muss insgesamt vier Gegenstellen bedienen. An zwei MU-Mimo-Clients schickt er über 5 GHz jeweils einen Full-HD-Video-Stream. Ein dritter Client ist über 2,4 GHZ verbunden. Das ist die WLAN-Umgebung, in der unsere Teststation, ein Notebook mit einem 2x2-WLAN-Modul von Intel, mit dem Router verbunden ist.

Datenraten in Mbit/s

5 GHz 3m

5 GHz 20m

TP-Link C3200

369

116

Fritzbox 7580

365

152

Sitecom Greyhound

363

91

Netgear R7800

349

131

Fritzbox 7590

347

127

Netgear Nighthawk X10

343

121

Asus DSL-AC87VG

338

120

Fritzbox 7560

322

104

Fritzbox 7490

319

149

Fritzbox 4040

319

44

Netgear R800

309

87

Linksys EA9500

300

84

Die Messungen unter diesen Bedingungen ergeben ein eindeutiges Bild: Ein schneller Router ist immer schnell – egal, ob er mit MU-Mimo oder Tri-Band arbeitet. Zwar erzielen über 5 GHz die MU-Mimo-Router Fritzbox 7580 und Netgear R8000 die höchsten Datenraten. Aber auch der Tri-Band-Router TP-Link Archer C3200 ist flott unterwegs, ebenso wie der Asus DSL-AC87VG, der mit der getesteten aktuellen Firmware MU-MIMO noch gar nicht unterstützt.

Datenraten in Mbit/s

2,4 GHz 3m

2,4 GHz 20m

TP-Link C3200

94

13

Fritzbox 7590

90

30

Netgear R8000

89

36

Fritzbox 7580

89

41

Netgear R7800

86

23

Fritzbox 7560

85

11

Fritzbox 4040

85

15

Fritzbox 7490

78

15

Linksys EA9500

75

14

Netgear Nighthawk X10

72

33

Asus DSL-AC87VG

71

32

Sitecom Greyhound

61

25

Über alle Tempo-Tests hinweg betrachtet, geht die Fritzbox 7580 als schnellster Router aus dem Test. Sie erzielt sowohl über 2,4 und 5 GHz, über eine kurze Distanz von drei Metern und über eine lange Strecke von 20 Metern Top-Ergebnisse. Dahinter folgt der Asus DSL-AC87VG und die beiden Netgear-Router. Der TP-Link Archer C3200 ist über 5 GHz stark, fällt aber bei der Messung über die lange Distanz bei 2,4 GHz zurück.

Die neue Fritzbox 7590 erreicht meist das gute Tempo-Niveau der aufrecht stehenden 7580: Nur über 2,4 GHz ist sie über eine längere Messdistanz von 25 Metern deutlich langsamer. Der Netgear X10 arbeitet ebenfalls mit ordentlichem Tempo, kann sich aber anders als mit der 11ad-Technik über 11ac nicht von der Konkurrenz absetzen.

Sein großer Vorteil- und eine erhebliche Schwäche der Fritzbox-Router - sind die hohen Datenraten, die er über seine USB-3.0-Anschlüsse liefern kann: Mit einem Transfertempo von rund 100 MBit/s kommt er sogar als Ersatz für ein NAS in Frage. Bei der neuen Fritzbox 7590 hat AVM zwar etwas am USB-Tempo geschraubt - doch Router wie der Netgear X10 oder Netgear R7800 arbeiten als NAS rund dreimal so schnell. 

Sicherheit: Kaum ein Router mit Schwächen

Bei den grundlegenden Sicherheitsfunktionen unterscheiden sich die Router kaum: Bei allen ist das WLAN ab Werk mit einem Passwort geschützt, beim Asus-Router müssen Sie bei ersten Einrichtung zwingend ein WLAN-Passwort vergeben. Auch der Zugang zum Router-Menü ist bei den meisten Geräten ab Werk durch ein Passwort abgesichert oder der Router fordert Sie dazu auf, unbedingt ein neues Kennwort zu vergeben. Nur Netgear verzichtet darauf.

Ein wichtiges Sicherheitsmerkmal ist die regelmäßige Aktualisierung des Routers durch Firmware-Updates. Alle Router erlauben, über das Menü die Suche nach einer neuen Firmware anzustoßen und diese automatisch zu installieren. Nur bei TP-Link ist es noch so kompliziert wie früher: Sie müssen auf der Support-Webseite nach einer neuen Version suchen, sie herunterladen und für die Installation im Router-Menü den Pfad zur Firmware eintragen.

Ausstattung: Mit und ohne DSL-Modem

Auch kabelgebundene Geräte versorgen die Router mit einer schnellen Anbindung: Alle haben LAN-Ports mit Gigabit-Tempo an Bord – die meisten Testgeräte vier, der Linksys EA9500 sogar acht.

Ebenso Standard sind mehrere USB-Anschlüsse. Nur die Fritzbox 7560 hat nur einen, der Netgear R7800 zusätzlich zu zwei USB-3.0-Ports auch noch eine e-SATA-Buchse. An die USB-Ports lassen sich Speichersticks oder externe Festplatten anschließen, deren Inhalt der Router für alle Heimnetzgeräte freigeben kann. Im Test mit einer externen SSD liefern die meisten Router darüber auch sehr ordentliche Schreib- und Leseraten – der Netgear R7800 liegt mit über 70 MB/s an der Spitze. Der TP-Link Archer C3200 und der Sitecom Greyhound arbeiten eher gemächlich und sind daher ebenso wie die Fritzbox 7560 als potentieller NAS-Ersatz nicht geeignet. Dafür können Sie an den Sitecom-Router direkt ein Gerät für die digitale oder analoge Audioausgabe von Musikdateien anschließen.

Der Sitecom-Router leistet sich außerdem einen klaren Fehler: Er ist der einzige Router im Test, bei dem sich über 5 GHz nicht alle Funkkanäle nutzen lassen. Alle anderen können mit der getesteten Firmware auch die höheren Kanäle ab Kanal 48 für eine Übertragung nutzen. Nur so haben Sie die Möglichkeit, störenden WLANs über 5 GHz auszuweichen. Da auf einigen der höheren Kanäle auch Radarsysteme funken, muss der Router diese erkennen können und gegebenenfalls den Kanal wechseln. Diese Funktion Dynamic Frequency Selection (DFS) implementiert der Router-Hersteller per Firmware, was Sitecom bisher verpasst hat.

Die Fritzboxen 7580 und 7560 sowie der Asus DSL-AC87VG haben ein eingebautes DSL-Modem, das VDSL-Vectoring unterstützt. Außerdem arbeiten alle drei Router als Telefonanlage für DECT-Telefone oder analoge Endgeräte, die sich über RJ11- oder TAE-Buchsen anschließen lassen.

Test-Sieger: AVM Fritzbox 7580
Vergrößern Test-Sieger: AVM Fritzbox 7580

Test-Sieger: AVM Fritzbox 7580

Als Testsieger geht die Fritzbox 7580 durchs Ziel: Der DSL-Modem-Router hat eigentlich nur eine Schwäche – er ist teuer. Ansonsten überzeugt er vollkommen: Das WLAN-Tempo ist hoch, die Ausstattung üppig, das Menü übersichtlich und trotzdem mit vielen Funktionen versehen. Die neue Fritzbox 7590 ist nur minimal langsamer und unsere Empfehlung, wenn Sie dsa flache Design bevorzugen und von der Fritzbox 7490 umstiegen wollen.

Zum besten Angebot: AVM Fritzbox 7580

Die besten Alternativen mit und ohne VDSL-Modem

Preis-Leistungs-Sieger: AVM Fritzbox 4040
Vergrößern Preis-Leistungs-Sieger: AVM Fritzbox 4040

Preis-Leistungs-Sieger: AVM Fritzbox 4040

Die Fritzbox 4040 für rund 80 Euro genügt für ein kleineres WLAN und wenn Sie auf Top-Tempo verzichten können. Unterm Strich geht die AVM Fritzbox 4040 als Preis-Leistungs-Sieger aus unserem Vergleichs-Test hervor.

Zum besten Angebot: AVM Fritzbox 4040

Attraktiver Preis: Asus DSL-AC87VG
Vergrößern Attraktiver Preis: Asus DSL-AC87VG

Bei den Routern mit VDSL-Modem ist der günstigere Asus DSL-AC87VG dem AVM-Top-Router ganz nahe auf den Fersen: Er ist kaum langsamer und ähnlich reichhaltig ausgestattet. Allerdings ist in der aktuellen Firmware die MU-Mimo-Funktion noch nicht aktiviert. Trotzdem ist er in der Preisklasse unter 200 Euro die bessere Alternative zur etwas günstigeren Fritzbox 7560.

Zum besten Angebot: Asus DSL-AC87VG

Herausragendes Tempo: Netgear R7800
Vergrößern Herausragendes Tempo: Netgear R7800

Bei den reinen WLAN-Routern ist der Netgear R7800 mit MU-Mimo unsere Empfehlung, der mit einem guten WLAN-Tempo und hohen Transferraten bei der USB-Übertragung glänzt. Dank dem flotten Übertragungstempo zeichen wir den Netgear R7800 mit unserem Award "Herausragendes Tempo" aus.

Zum besten Angebot: Netgear R7800

Der Netgear X10 R9000 lässt dank des neuen Standards 11ad die Muskeln spielen - dafür gibt es die Auszeichung für innovative Technik. Diese Kraft verpufft aber in der Praxis meist wirkungslos, weil es keine passenden WLAN-Clients gibt und sich das hohe Tempo nur über eine sehr kurze Distanz einstellt. Über 5 und 2,4 GHz erzielt der Nighthawk zwar auch ordentliche Datenraten, ist aber nicht schneller als deutlich günstigere Router. Einzig beim USB-Transfer spielt er wieder in einer eigenen Liga.

Zum besten Angebot: Netgear X10 R9000

Vorsicht bei Firmenangaben: Die große Tempo-Lüge!

Wenn Sie sich schon länger mit WLAN beschäftigen, wissen Sie natürlich: Die Tempoangaben auf den Routerverpackungen haben nichts mit der Praxis zu tun. Im Gegenteil: Die Angaben werden immer dreister. Beispiele gefällig? Bei Tri-Band-Routern wird einfach das Maximaltempo in jedem einzelnen Funknetz zusammengezählt, das der Router aufbauen kann. Aktuelle Geräte mit 3x3-Antennen werden dann etwa als AC3200 vermarktet, weil die zwei 5-GHz-Netze jeweils 1300 MBit/s und das 2,4-GHz-Netz 600 MBit/s liefern kann. Haben Sie im Heimnetz aber nur jeweils eine Gegenstelle mit 5 und 2,4 GHz, ist dieser Router genauso schnell wie einer, auf dessen Karton AC1750 steht – vorausgesetzt, die WLAN-Clients haben ebenfalls 3x3-Antennen und können so unter idealen Bedingungen das maximale Tempo abrufen.

Außerdem nehmen die Hersteller auch proprietäre Beschleunigungsfunktionen in ihre Rechnungen auf: So kommt etwa die Summe 5300 bei AC5300-Routern zustande, denn Chipsatz-Hersteller Broadcom behauptet, mit einer speziellen Modulation namens 1024QAM bis 2167 MBit/s über 5 GHz und 1000 MBit/s über 2,4 GHz erreichen zu können – macht 5334 MBit/s. Aber das funktioniert selbst in der Theorie nur dann, wenn jeder WLAN-Client ebenfalls einen Broadcom-Chipsatz mit dieser Modulation nutzt. TP-Link rundet übrigens beim Archer C5400 auch noch zu AC5400 auf.

Netgear und TP-Link treiben es mit ihren 11ad-Routern noch weiter: Beim Nighthawk X10 beziehungsweise dem Talon AD7200 werben die Hersteller mit einem Maximaltempo von 7,2 GBit/s. Zu den 800 MBit/s und den 1733 MBit/s, die die Router mit 11ac über 2,4 und 5 GHz liefern, werden noch 4600 MBit/s addiert: Die kann der Router über den neuen Standard 11ad erreichen – grundsätzlich richtig, aber völlig praxisfern: Denn für 11ad gibt es praktisch noch keine passenden Gegenstellen. Außerdem funkt 11ad auf der 60-GHz-Frequenz, die nur wenige Meter Reichweite hat und nicht durch Wände dringen kann. Die sagenhaften Datenraten zum Beispiel für 4K-Streaming lassen sich also nur erreichen, wenn der Router direkt neben dem Fernseher steht.

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