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JVC TH-SW8

01.12.2004 | 15:23 Uhr |

JVC TH-SW8

PLUS: Funk-Surround-Lautsprecher
MINUS: Boxen mit hörbaren Verfärbungen

Als einer von zwei Anbietern im Testfeld liefert JVC zur Anlage TH-SW8 rundum sehr kleine Boxen mit. Diese lassen sich problemlos in einem Regal platzieren. Den Surround-Lautsprechern sollte man dennoch ein wenig Platz lassen. Sie strahlten den Schall nicht wie normale Lautsprecher gerichtet ab, sondern diffus nach oben und zu allen Seiten. Das ist für den Raumklang-Eindruck bei Film-Soundtracks durchaus sinnvoll. Hier sind meist Signale zu finden, die die Klangatmosphäre prägen und den Hörer richtig einhüllen sollen. In Kinosälen schaffen das mehrere Boxen, die seitlich und hinter dem Publikum angebracht sind und alle das gleiche Signal hören lassen. Zu Hause muss es ein einzelner Schallwandler richten. Das geht mit diffus abstrahlenden Lautsprechern am besten.

Bei der Musikwiedergabe ist die Lage etwas anders: Oft werden nicht nur Raumklang-Informationen in den hinteren Bereich gemischt, sondern auch Instrumente. Der Zuhörer sitzt gewissermaßen mitten in der Band. Für diesen Fall klingen normale, direkt strahlende Boxen meist natürlicher. Die Surround-Boxen können übrigens wahlweise per Funkübertragung oder direkt per Kabel angesteuert werden.

Die Lautsprecheranschlüsse - und somit auch die Leistungsverstärker - sitzen bei der JVC-Anlage im Subwoofer; bei allen anderen Testkandidaten im Steuergerät. Die JVC-Lösung macht durchaus Sinn, denn die Baustufen benötigen viel Platz und werden im Betrieb sehr warm. Warum also den Receiver mit beidem belasten, wenn der voluminöse Woofer die deutlich besseren Bedingungen dafür bietet?

AUSSTATTUNG : Als einzige Anlage im Test bietet die JVC die Möglichkeit, sich automatisch selbst einzumessen. Dazu muss der Anwender bei aktivierter Automatik nur einmal kräftig in die Hände klatschen. Der Trick dabei: Für das Einmessen werden die Lautsprecher kurzfristig als Mikrofone benutzt und senden den vom Klatschen verursachten Schall an die Auswertungselektronik. Die arbeitet allerdings nur, wenn die Surround-Lautsprecher per Kabel an die Klemmen am Subwoofer angeschlossen sind. Bekommen die Boxen ihr Signal per Funk, kann das System nicht arbeiten. Die Funkstrecke arbeitet nur als Einbahnstraße, die Lautsprecher sind nicht in der Lage, Signale zurückzuschicken.

BEDIENUNG : Das Bildschirmmenü ist klar strukturiert und lässt sich mit der übersichtlichen Fernbedienung einfach durchwandern. Weniger häufig benötigte Tasten wurden unter einem Schieber versteckt. Hier finden sich erfreulicherweise Tasten, mit denen man die Pegel der einzelnen Lautsprecher ohne Umweg bei ausgeschaltetem Fernseher über das Menü einstellen kann.

BILD- UND TONQUALITÄT : Wenig linear verlaufen die Frequenzgänge der JVC-Lautsprecher. Dementsprechend machten die Boxen beim Hörtest durch deutlich hörbare Verfärbungen auf sich aufmerksam. Stimmen und Instrumente klangen nicht sehr natürlich. Hohe Töne kamen außerdem zu leise, was sich durch die Klangregelung zumindest ansatzweise ausgleichen ließ. Bei Film-Soundtracks störten die Verfärbungen nicht so stark wie bei Musik. Die Verständlichkeit der Dialoge war gut, die Räumlichkeit - auch dank der diffus strahlenden Surround-Boxen - ausgezeichnet. Der Bass kam durchaus kraftvoll, reichte tief in den Frequenzkeller und ging hohe Lautstärken, bei denen die restlichen Boxen merklich an ihre Grenzen kamen, klaglos mit.

FAZIT : Die TH-SW8 von JVC ist eine Anlage mit interessanten Features und lässt sich selbst von Einsteigern problemlos bedienen. Sie könnte durch bessere Lautsprecher noch einmal deutlich an Qualität gewinnen.

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