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Intel Core i9-12900K im Test: Alder-Lake-CPU auf dem Gaming-Thron

04.11.2021 | 14:04 Uhr | Sebastian Schenzinger

Der Core i9-12900K auf Basis von Alder Lake ist performant, effizient und innovativ, aber es gibt Schwächen wie ein teures Ecosystem.

Intel beschreitet mit Alder Lake neue Wege und veröffentlicht mit den CPUs der 12. Core-i-Generation die ersten Hybrid-Prozessoren für den Desktop. Aber nicht nur die Golden Cove und Gracemont Cores sind neu, sondern auch der Speichercontroller, welcher Unterstützung für DDR5-RAM und die Z690-Mainboards mit Sockel 1700 und einem PCIe 5.0 Slot. Tatsächlich hat Intel von Rocket Lake so gut wie alles über Board geworfen und eine vollkommen neue Architektur geschaffen, welche AMD das Fürchten lehren soll. So viel Innovation hat allerdings seinen Preis, denn das zugrunde liegende Ecosystem ist alles andere als günstig. Bereits die Alder Lake CPUs haben eine leichte Preiserhöhung gegenüber dem Vorgänger erfahren, besonders teuer sind dann jedoch die Z690-Mainboards. Wer auf DDR5-Arbeitsspeicher setzen möchte, muss hier mit einem weiteren Aufpreis gegenüber DDR4-RAM rechnen.


Vorwort

Intels 12. Core-i-Generation war der mit Abstand aufwendigste Test, den wir seit vielen Jahren durchgeführt haben. Schuld dafür sind drei Punkte: erstens das neue Hybrid-Design, welches sich aus performanten Golden Cove Kernen, effizienten Gracemont Cores und dem Thread Director zusammensetzt, welcher den Thread Scheduler des Betriebssystems bei der Verteilung der Aufgaben unterstützt. Zweitens die Wahl des Betriebssystems, denn bisher unterstützt nur Windows 11 den Thread Director, all unsere bisherigen Tests für den CPU-Vergleich (zum Artikel)  erfolgten jedoch mit Windows 10, weshalb etliche Nachtests notwendig waren. Und zu guter Letzt, der neue Sockel 1700, welcher nicht nur DDR4-RAM, sondern auch DDR5-Arbeitsspeicher unterstützt. 

Testsetup mit ASUS ROG Maximus Z690 Hero Mainboard und G.Skill Trident Z5 DDR5-RAM.
Vergrößern Testsetup mit ASUS ROG Maximus Z690 Hero Mainboard und G.Skill Trident Z5 DDR5-RAM.

Um Sie nicht mit unseren Messwerten zu überfluten, haben wir die Infos auf mehrere Artikel aufgeteilt: ein Einzeltest zum Core i9-12900K (dieser Artikel), ein Einzeltest zum Core i5-12600K (zum Artikel) , ein Performance-Vergleich des Core i9-12900K mit DDR4 und DDR5 Arbeitsspeicher mit unterschiedlichen Taktraten und zu guter Letzt ein Performance-Vergleich des Core i9-12900K zwischen Windows 10 und Windows 11. Die letzten beiden Themen kommen demnächst. Zudem haben wir unseren Artikel aktualisiert wie wir Prozessoren testen (zum Artikel). In der folgenden Tabelle haben wir die verwendete Hardware als Übersicht aufgelistet:

Hardware

CPUs

Core i 12th Gen

Mainboard

ASUS ROG Maximus Z690 Hero

BIOS

0702  

BIOS-Settings

RAM 4800 MHz CL36-36-36-76 @ 1,1V , PL1/PL2 241W & Tau 56sec, Global C-States enabled, BAR-Support, Fans PWM (manual fan curve), ASUS MultiCore Enhancement off

CPU-Kühler

ASUS ROG Ryujin II 360

Wärmeleitpaste

Thermal Grizzly Kryonaut

Grafikkarte

AMD Radeon RX 6900 XT (2700 MHz Chip, 1,08V, Fast Timings, 2150 MHz VRAM, 115% TDP)

RAM

2x 16 GB G.Skill Tridenz Z5 @ 4800 MHz CL36-36-36-76

System-SSD

Western Digital WD_Black SN850 2 TB

Spiele-SSD

Netzteil

be quiet! Straight Power 11 Platinum 1000W

Benchtable

Lian Li PC-T70X

Monitor

ASUS ROG Swift PG259QNR

Build

Windows 11 Build 22000.282

Intel selbst präsentierte die ersten Alder Lake Prozessoren am 28. Oktober im Zuge der Innovation (zum Artikel)  und kündigte den Core i9-12900K als schnellste Gaming-CPU an. Nicht nur wir, sondern auch viele andere Medien sahen Intels gezeigte Performance-Werte jedoch kritisch. So wurden alle Tests unter Windows 11 durchgeführt wurden und zwar ohne das Windows-Update KB5006746 und den Chipsatztreiber 3.10.08.506. Warum das wichtig ist, erfahren Sie in diesem Beitrag (zum Artikel) . Kurz gesagt, können AMD Prozessoren mit mehr als acht Rechenkernen ohne diese Updates unter Windows 11 nicht ihr volle Leistung entfalten und liegen hinter der Windows 10 Performance zurück. Wir haben all unsere Tests mit dem neuesten Windows-Build 22000.282 sowie dem neuesten Chipsatz-Treiber von AMD durchgeführt. Ein weiterer Kritikpunkt war, dass Intel das Power-Limit 1 des 12900K auf das Level des Power-Limit 2 angehoben hat, welches bei 241 Watt liegt. So hoch darf die Leistungsaufnahme des Core i9-12900K dauerhaft ausfallen, beim Ryzen 9 5950X liegt das Powerlimit wiederum bei 142 Watt.

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In Rücksprache mit ASUS haben wir herausgefunden, dass der Schritt von Intel, die Leistungsaufnahme so drastisch zu erhöhen, keine kurzfristige Entscheidung gewesen ist, sondern schon lange geplant war. So hat uns der Mainboard-Hersteller verraten, dass alle hauseigenen Z690-Einsteiger-Mainboards mit zwei zusätzlichen Power-Stages gegenüber Z590 ausgestattet sind. Bei den High-End-Platinen sind es sogar bis zu fünf zusätzliche Spannungsversorgungen. Da das Design einer Hauptplatine viel Zeit in Anspruch nimmt, muss sich Intel schon vor langer Zeit entschieden haben, das PL1 auf das Level des PL2 anzuheben. Wir führen unsere Tests generell gemäß den Herstellerspezifikationen durch, um die Performance zu simulieren, welche ein Käufer letztendlich auch erhält. Dabei berücksichtigen wir alle Vorteile - eine höhere Leistung - als auch die Nachteile - eine höhere Leistungsaufnahme - die eine solche Herstellerentscheidung mit sich bringt. 


Der neue Gaming-King im Ring

Intel hat mit dem Core i9-12900K nicht zu viel versprochen. In neun der zwölf von uns getesteten Spiele in HD-Auflösung liegt das neue Topmodell an der Spitze. Warum wir die Tests in dieser eher realitätsfernen Auflösung durchführen, erklären wir in dem Artikel, wie wir CPUs testen (zum Artikel). Im Schnitt liegt der 8+8-Kerner knappe zehn Prozent vor dem AMD Ryzen 9 5950X unter Windows 11. An dieser Stelle müssen wir jedoch hinzufügen, dass der 16-Kerner trotz des Windows-Updates und dem neuesten Chipsatz-Treiber unter Windows 11 gute drei Prozent eingebüßt hat gegenüber Windows 10. Vergleichen wir beide CPUs mit ihrem idealen Betriebssystem, hat der Core i9-12900K noch um gute fünf Prozent die Nase vorne. Im Detail gehen wir darauf beim Performance-Vergleich zwischen Windows 10 und Windows 11 (zum Artikel) ein. Ebenso wichtig ist die Wahl des Arbeitsspeichers bei Alder Lake (zum Artikel). Mit DDR4-RAM mit 3200 MHz anstelle von DDR5-Arbeitsspeicher mit 4800 MHz gibt es nämlich nur noch ein Unentschieden zwischen dem Intel Core i9-12900K mit Windows 11 und dem Ryzen 9 5950X mit Windows 10. 

In Spielen wie "A Total War Saga Troy", "Cyberpunk 2077", "Hitman 3" oder "Watch Dogs Legion" kann sich der Core i9-12900K sehr deutlich von seinem Konkurrenten absetzen, ein Abstand von 15 bis 20 Prozent ist keine Seltenheit. Im Vergleich zum Vorgänger, dem Core i9-11900K, kann das neue Topmodell einen Leistungszuwachs von 15 Prozent vorweisen. Der Vorsprung auf den kleineren Core i5-12600K (zum Testbericht) beträgt indes rund neun Prozent. Da wir aus Zeitgründen leider noch nicht dazugekommen sind, alle Ryzen 5000 CPUs unter Windows 11 nachzutesten, fehlt ein Vergleich zum Ryzen 9 5900X oder dem Ryzen 7 5800X. Unter Windows 10 trennten den 12-Kerner und den 16-Core jedoch nicht einmal ein Prozent. Erhöhen wir die Auflösung auf 1920 x 1080 Bildpunkte ergibt sich das folgende Bild:

Dadurch, dass wir so langsam ins GPU-Limit kommen, rückt das Testfeld näher zusammen. Der Vorsprung des 12900K auf den 5950X schrumpft bei den AVG-FPS auf knapp fünf Prozent. Bei der Betrachtung des "99th percentile" schneidet der Core i9-12900K  etwas besser ab. Hier liegt der Vorsprung auf den 5950X bei guten acht Prozent und auf den 11900K bei elf Prozent. In 1080p-Auflösung ist der 16-Kerner von AMD unter Windows 10 und Windows 11 übrigens exakt gleich schnell. Etwa genauso weit zurück wie der 5950X liegt der kleinere Core i5-12600K. Der Core i9-11900K wiederum muss sich mit einem Rückstand von knappen zehn Prozent geschlagen geben. Einen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Topmodellen von AMD und Intel können wir nur noch in "A Total War Saga Troy", "Cyberpunk 2077" und "Hitman 3" messen. In den restlichen Spielen liefern sich die Kontrahenten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Und auch hier ist der schnellere DDR5-RAM ausschlaggebend. Testen wir beide CPUs mit DDR4-Arbeitsspeicher mit 3200 MHz, sind der Core i9-12900K und der Ryzen 9 5950X gleich schnell.


Mit Alder Lake lässt sich effizient gamen

Für Alder Lake haben wir eine neue Metrik eingeführt, die Effizienz beim Gaming. Bereits seit den vorletzten Updates unseres Test-Setups messen wir bei allen zwölf Spieletests nicht nur die durchschnittlichen FPS sowie das 99th Percentile, sondern auch den anliegenden Verbrauch und die Taktraten. Allerdings haben wir bisher nie ein Verhältnis aus Leistungsaufnahme und gemessenen FPS gebildet. Wer jetzt Angst hat, dass Alder Lake in die Fußstapfen von Rocket Lake tritt und ein wahrer Energiefresser ist, den können wir beruhigen. Die maximale Leistungsaufnahme mag jetzt zwar bei 241 Watt liegen, beim Gaming zeigt sich der Core i9-12900K jedoch durchaus effizient.

Effizienz der Prozessoren beim Gaming in HD-Auflösung in Watt/FPS
Vergrößern Effizienz der Prozessoren beim Gaming in HD-Auflösung in Watt/FPS

Über die zwölf Spiele reicht die Leistungsaufnahme je nach Titel von 70 bis 120 Watt in HD-Auflösung. Der Schnitt über alle Titel liegt bei 93 Watt, was sogar weniger ist als der Wert des Core i5-11600K. Der Ryzen 9 5950X ist mit einem Average von 108 Watt eine gute Ecke durstiger und trotzdem etwas langsamer. An die Effizienz eines Ryzen 5 5600X oder eines Core i5-12600K kommt der 8+8-Core zwar nicht heran, aber das Topmodell einer Generation galt noch nie als Energiesparwunder. Das letzte Quäntchen Performance erkaufen sich die Hersteller immer mit einer höheren Leistungsaufnahme. Dafür kann sich ein Effizienzgrad (Watt pro FPS) von 0,37 sehen lassen, gerade gegenüber den 0,47 des Ryzen 9 5950X oder den 0,56 des Core i9-11900K. 


Kreativ-Performance - eine Frage der Anwendung

Bei den Anwendungstests zeigt sich ein sehr gemischtes Bild. Hier hat das Hybrid-Design aus acht Performance-Cores und acht Efficient-Cores einen schweren Stand gegenüber AMDs nativem 16-Kerner. Das mag auch der Grund gewesen sein, warum Intel die Leistungsaufnahme des Core i9-12900K bis auf 241 Watt angehoben hat, um mit der Konkurrenz besser mithalten zu können. Jetzt mag sich natürlich die Frage stellen, ob es ein fairer Vergleich ist, eine CPU mit einem Powerlimit von 142 Watt gegen eine CPU mit einem Powerlimit von 241 Watt antreten zu lassen. Aber genau aus diesem Grund messen wir nicht nur die reine Rechenleistung, sondern auch die Leistungsaufnahme und berücksichtigen bei der abschließenden Bewertung ebenso die Anschaffungskosten.

Bei den Anwendungstests erzielt der Ryzen 9 5950X unter Windows 11 indes vergleichbare oder sogar bessere Resultate als unter Windows 10 und liegt im Schnitt drei Prozent vor dem Core i9-12900K. Das klingt zunächst nach einem sehr guten Ergebnis für Intels Topmodell, wobei wir hier bei den Anwendungen differenzieren müssen. Bei der Bild- oder Videobearbeitung hat die Alder Lake CPU immer die Nase vorne, was in erster Linie daran liegt, dass die Programme nicht dauerhaft alle Rechenkerne beanspruchen, sondern eine wechselnde Last anliegt und genau hier kann die Hybrid-Architektur punkten. das verdeutlicht sich bei den Single-Core-Tests, welche deutlich zugunsten der Intel CPU ausfallen. Solange also nur ein Teil der Cores beansprucht wird, hat der 12900K die Nase vorne. Doch auch bei Blender, Cinebench oder HandBrake kann es der 12900K mit dem 5950X aufnehmen und diesen zum Teil sogar schlagen. Bei der Datenkomprimierung via 7-Zip, der Berechnung von neuronalen Netzwerken via DigiCortex oder der Strahlenberechnung in V-Ray hat der Alder-Lake-Prozessor dann das Nachsehen. 


PL1 gleich PL2 gleich 241 Watt

Es ist ziemlich beachtlich, dass Intel es annähernd geschafft hat, mit einer 24-Thread-Hybrid-CPU AMDs nativen 16-Kerner mit 32 Threads in Schach halten zu können. Allerdings fehlt bisher noch eine wichtige Messung und das ist die Leistungsaufnahme, welche offenbart wie Intel sich die Performance erkauft hat. Hier sieht es leider nicht mehr ganz so gut für den Core i9-12900K aus. Zwar liegt die Leistungsaufnahme nicht dauerhaft bei den maximalen 241 Watt, aber dennoch ein gutes Stück höher als bei der Konkurrenz. So pendelt die Leistungsaufnahme bei Render-Aufgaben in Blender oder Cinebench zwischen 200 und 220 Watt. Bei der Enkodierung eines Videos in HandBrake haben wir rund 185 Watt gemessen. Der Ryzen 9 5900X als auch der Ryzen 9 5950X begnügen sich bei den gleichen Tests mit 130 bis 140 Watt. Das zeigt sich auch bei unserem Stresstest in Prime95 über eine halbe Stunde ohne AVX.

Watt avg

Watt max

Temperatur

Takt avg

Takt max

AMD Ryzen 5 5600X

75,8 W

76,0 W

67°C

4494,5 MHz

4525,4 MHz

AMD Ryzen 7 5700G

80,6 W

82,1 W

69°C

4438,5 MHz

4479,9 MHz

AMD Ryzen 7 5800X

119,8 W

130,3 W

83°C

4549,1 MHz

4575,1 MHz

AMD Ryzen 9 5900X

141,7 W

142,1 W

74°C

4416,0 MHz

4450,1 MHz

AMD Ryzen 9 5950X

137,7 W

144,1 W

71°C

4145,0 MHz

4400,2 MHz

Intel Core i3-10105F

40,9 W

42,6 W

50°C

4199,6 MHz

4299,0 MHz

Intel Core i5-11400F

65,2 W

104,6 W

54°C

3535,4 MHz

4200,0 MHz

Intel Core i5-11600K

125,5 W

141,4 W

63°C

4495,6 MHz

4600,0 MHz

Intel Core i7-11700K

125,9 W

170,9 W

69°C

4196,9 MHz

4600,0 MHz

Intel Core i9-11900K

126,4 W

249,6 W

83°C

4366,4 MHz

5100,0 MHz

Intel Core i5-12600K

118,4 W

123,9 W

60°C

4139,8 MHz

4500,0 MHz

Intel Core i9-12900K

217,1 W

232,9 W

80°C

4296,4 MHz

4900,0 MHz

Maximal stehen für den Core i9-12900K 233 Watt zu Buche, der Durchschnitt liegt bei 217 Watt. Das erklärt auch, warum Intel so viel daran gesetzt hat, die Abwärme effektiver abführen zu können. So hat sich die Die-Höhe als auch die Dicke des STIM verringert und im gleichen Zug die Dicke des Heatspreaders erhöht. Dennoch bekommt die von uns verwendete Kompaktwasserkühlung ASUS ROG Ryujin II 360 ordentlich zu tun. Als maximale Temperatur messen wir 80 Grad Celsius, womit der 12900K definitiv zu den wärmeren CPUs zählt und das trotz unserer üppigen Kühllösung. Natürlich stellt ein solcher Stresstest das Worst Case Szenario dar, dennoch dürfte es schwierig werden, den 12900K mit einem Luftkühler zu bändigen, wenn Anwendungen ausgeführt werden sollen, welche die CPU über einen längeren Zeitraum voll auslasten. 


Preisliche Einordnung und Verfügbarkeit

Die sechs neuen Alder Lake Prozessoren Core i9-12900K(F), Core i7-12700K(F) sowie Core i5-12600K(F) sowie die zugehörigen Z690-Mainboards sind ab dem 4. November bei den Händlern erhältlich. Weitere CPUs und Chipsätze sollen erst zu Beginn 2022 nachfolgen. Der Preis für den 12900K soll bei 589 US-Dollar liegen und für den Core i9-12900KF bei 564 US-Dollar.

In einem weiteren Telefonat wurde uns mitgeteilt, dass sich der Core i9-12900K preislich nicht nach dem Ryzen 9 5950X, sondern dem Ryzen 9 5900X richten soll. Dieser ist für 549 Euro an den Markt gegangen und liegt derzeit im Preisvergleich bei 519 Euro .

Das deckt sich bisher nicht wirklich mit den ersten Listungen der Händler. Demnach sind der Core i9-12900K ab 699 Euro erhältlich (zum Preisvergleich) und der Core i9-12900KF ab 669 Euro (zum Preisvergleich)

Hinzu kommt, dass für die Verwendung der Alder-Lake-CPUs zwingend ein Mainboard mit Sockel 1700 notwendig ist. Die günstigsten Modelle sind sowohl mit DDR4 als auch mit DDR5 DIMMs ab 199,90 Euro (zum Preisvergleich) gelistet. Wenn Sie sich für zweitere Variante entscheiden, benötigen Sie zudem neue Speicherriegel. Ein DDR5-Kit mit 16 GB ist ab 139 Euro erhältlich, wenn Sie 32 GB verbauen wollen, sind mindestens 239 Euro fällig. Damit sind die Anschaffungskosten einer Alder Lake Plattform alles andere als günstig. B550-Mainboards für eine Ryzen 5000 CPU gibt es im Vergleich dazu bereits ab 60 Euro (zum Preisvergleich)  und auch DDR4-RAM ist mit 53 Euro für 16 GB und 105 Euro für 32 GB mit jeweils 3200 MHz eine gute Ecke günstiger. 


Alder Lake - Eine neue MultiCore-Architektur

Intels "Alder Lake"-Architektur basiert auf dem erst kürzlich vorgestellten  Intel-7-Fertigungsverfahren (zum Artikel)  und soll durch seine Skalierbarkeit in allen Marktsegmenten zum Einsatz kommen. Intel setzt bei den Prozessoren auf den sogenannten Big-Little-Ansatz, den wir vor allem von den ARM-Prozessoren aus dem Mobilbereich kennen. Zur Abstimmung des daraus entstehenden Performance-Hybrid setzt der Hersteller zur effizienten Leistungssteuerung auf den sogenannten Intel Thread Director - im übernächsten Absatz mehr dazu. Der Hersteller verspricht beim Performance-Core eine Instructions-per-Cycle (IPC) Steigerung von 19 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration Rocket Lake und eine stark gesteigerte Multithreading-Performance dank der "Efficient"-Cores. Die Gracemont Cores sollen gemäß Intel so leistungsfähig sein wie die Skylake-Cores des Core i9-10900K.

Die Desktop-Prozessoren der 12. Core-Generation setzen auf den Sockel LGA 1700, die Chipgröße liegt bei 209 mm 2 , Rocket Lake fällt mit 276 mm 2  ein gutes Stück größer aus. Im Mobilbereich kommt der BGA Type3 mit den Maßen von 50 x 25 x 1,3 Millimetern zum Einsatz und im Ultra-Mobilsegment der BGA Type4 HDI mit Abmessungen von 28,5 x 18 x 1,1 Millimetern. Je nach Anwendungsbereich setzen sich die CPUs aus unterschiedlichen Blöcken aus Performance- (P-Core) und Efficient-Cores (E-Core), dem I/O-Panel, der iGPU auf Basis der Xe Architektur, dem Speichercontroller und dem SoC zusammen. Die Desktop-Modelle können in der Vollausstattung auf bis zu 16 Rechenkerne - jeweils acht Performance- und Efficient-Cores - zurückgreifen, wobei nur die Performance-Kerne Hyper-Threading unterstützen. Daraus resultieren bis zu 24 Threads, zu denen sich bis zu 30 MB geteilter L3-/LL-Cache gesellt. Pro P-Core stehen 1,25 MB L2-/MLC-Cache zur Verfügung, wohingegen sich vier E-Cores einen 2 MB L2-Cache teilen.

Um die beste Performance aus der Hybrid-Architektur herausholen zu können, setzt Intel auf den sogenannten Thread Director. Dieser ist fester Bestandteil der CPUs, erfordert jedoch eine gewisse Mithilfe des Betriebssystems. So wertet der Thread Director im Nanosekunden-Bereich die Runtime von jedem Programm als auch den Status jedes Rechenkerns aus. Hierfür muss der Thread Director jedoch eng im Austausch mit dem Betriebssystem stehen. So können die Workloads in Abhängigkeit von den Energieoptionen, der CPU-Temperatur und den ausgeführten Programmen optimal auf die einzelnen Performance- und Efficient-Cores aufgeteilt werden. Diese Verwaltung läuft dynamisch im Hintergrund ab und erfordert keine Aktion des Nutzers. Für eine optimale Performance ist jedoch Windows 11 vonnöten, da aktuell nur dieses Betriebssystem alle vom Thread Director benötigten Informationen liefert. 

Beim Speichercontroller setzt Intel auf die Unterstützung der neuesten Standards. So können die CPUs im Desktop-Bereich nicht nur DDR4-RAM mit 3200 MHz ansprechen, sondern auch neuen DDR5-Arbeitsspeicher mit 4800 MHz. Im Mobilsegment können die Gerätehersteller entweder auf LP5-5200 oder auf LP4x-4266 setzen. Für die Anbindungen von Grafikkarten und M.2-SSDs stehen den Desktop-Prozessoren 16 PCIe 5.0-Lanes und vier PCIe-4.0-Lanes zur Verfügung. Die UHD 770 getaufte Grafikeinheit entspricht der Tiger-Lake-GPU - Intel Xe mit 32 EUs.

Für eine bessere Abführung der Abwärme hat Intel die Dicke des Dies und des STIM-Lötmaterials von Alder Lake im Vergleich zu Rocket Lake verringert, dafür wurde der Heatspreader im gleichen Zug etwas dicker. Das sollte dafür sorgen, dass die neuen CPUs etwas kühler bleiben und dementsprechend mehr Freiraum zur Übertaktung bleibt.

Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die technischen Daten der sechs neuen Prozessoren:

Unlocked 12th Gen Intel Core Desktop Processors
Vergrößern Unlocked 12th Gen Intel Core Desktop Processors
© Intel

Interessant wird es dann beim Thema Leistungsaufnahme, denn hier hat Intel neue Werte definiert. Bisher waren hier drei Werte interessant: die TDP, das Power-Limit 1 (PL1) und das Power-Limit 2 (PL2). Die TDP stellte dabei in keinster Weise die maximale Leistungsaufnahme dar, sondern nur die Leistungsaufnahme bei einer von Intel vordefinierten Last, wenn die CPU mit dem Basistakt läuft. Dieser Wert liegt beim 11900K bei 125 Watt und ist identisch mit dem PL1. Das PL1 beschreibt, wie viel Leistung sich eine CPU gemäß den Spezifikationen von Intel dauerhaft genehmigen darf, viele Mainboard-Hersteller haben sich an diese Werte jedoch nicht gehalten und die Werte im BIOS der Hauptplatine erhöht. Das PL2 (251W bei 11900K) wiederum gibt an, wie hoch die Leistungsaufnahme maximal ausfallen darf über einen vordefinierten Zeitraum Tau - 56 Sekunden beim 11900K. 

Bei Alder Lake sieht das ganze etwas anders aus, die Bezeichnung TDP ist passé. Stattdessen spricht Intel jetzt von der Processor Base Power (PBP), welche bei 125 Watt liegt. Des Weiteren hat der Hersteller PL1 gleich PL2 gleich 241 Watt gesetzt, was neuerdings der Maximum Turbo Power (MTP) entspricht. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Leistungsaufnahme des 12900K dauerhaft bei 241 Watt liegen darf.


Vorstellung des Chipsatzes Intel Z690

Zusammen mit den ersten sechs Alder-Lake-Prozessoren hat Intel den neuen Chipsatz Z690 vorgestellt, die Informationen beschränkten sich jedoch auf eine Folie. Der neue Z690-Chipsatz beherrscht sowohl PCIe 4.0 (bis zu 12 Lanes) als auch PCIe 3.0 (bis zu 16 Lanes) und ist via x8 DMI Gen 4.0 angebunden, was für ein doppelt so hohe Bandbreite zwischen CPU und Chipset gegenüber dem Z590-Chipsatz sorgt. Eine Grafikkarte kann sogar mit PCIe 5.0 angebunden werden, diese Lanes stellt jedoch der Prozessor zur Verfügung. Auf Seiten der Konnektivität beherrscht der Z690-Chipsatz bis zu vier USB 3.2 Gen 2x2 Ports, bis zu zehn USB 3.2 Gen 2x1 Ports und bis zu zehn USB 3.2 Gen 1x1 Ports, ebenso ist Wi-Fi 6E an Bord. Neu ist auch der Support von Thunderbolt 4.

Introducing the Intel 600 Series Chipset
Vergrößern Introducing the Intel 600 Series Chipset
© Intel

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