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Intel Core i5-12600K im Test: Wird die CPU zum Bestseller?

04.11.2021 | 14:47 Uhr | Sebastian Schenzinger

Intel macht mit dem Core i5-12600K vieles richtig wie unser Test beweist. Die hybride Alder Lake Architektur bietet nicht nur eine hohe Gaming- und Anwendungsleistung, sondern auch eine gute Effizienz. Die vielen Neuerungen rund um den Sockel 1700 wie DDR5 und PCIe 5.0 haben allerdings ihren Preis. Wohingegen der 12600K aus Preis-Leistungs-Sicht der Konkurrenz von AMD klar vorzuziehen ist, sind die Kosten für eine Z690-Plattform gerade mit DDR5-Sepicher sehr hoch.

Auch wenn Intel mit Rocket Lake den Anschluss an AMDs Zen 3 CPUs etwas verloren hat, haben wir in unserer  CPU-Kaufberatung (zum Artikel)  im Einsteiger- bis Mittelklassesegment ausschließlich Intel Prozessoren empfohlen. Der Core i5-12600K soll jetzt so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau der Mittelklasse werden mit hoher Gaming- und Anwendungs-Performance bei gleichzeitig niedriger Leistungsaufnahme und einem attraktivem Preis. Ermöglichen soll das die Hybrid-Architektur mit performanten Golden Cove und effizienten Gracemont Cores. Neu sind auch der Speichercontroller, der jetzt DDR5 unterstützt sowie die Z690-Mainboards mit dem Sockel 1700, die mit einem PCIe 5.0 Slot ausgestattet sind. So viele Neuerungen haben aber auch ihren Preis. Während die Anschaffungskosten für die CPU vollkommen in Ordnung gehen, sind die zugehörigen Mainboards und der DDR5-RAM für eine Mittelklasse-CPU schon sehr teuer.

Vorwort

Zur Einordnung der neuen Alder Lake Prozessoren waren viele Einzeltests notwendig, um möglichst alle Eventualitäten abzudecken. So setzen die Core-i-Prozessoren der 12. Generation auf ein Hybid-Design aus performanten Golden Cove Kernen und effizienten Gracemont Cores. Zur Verteilung der Aufgaben auf die unterschiedlichen Rechenkerne setzt Intel auf den sogenannten Thread Director. Dieser arbeitet eng mit dem Thread Scheduler des OS zusammen, weshalb der Thread Director vom Betriebssystem für eine optimale Performance unterstützt werden muss. Aktuell ist das nur bei Windows 11 der Fall, das Problem ist, wir haben alle bisherigen CPUs unter Windows 10 getestet. Dementsprechend waren etliche Nachtests notwendig. Dazu kommt, dass der Sockel 1700 sowohl DDR4 als auch DDR5 Arbeitsspeicher unterstützt, weshalb auch hier zusätzlich Tests notwendig waren. 

Testsetup mit ASUS ROG Maximus Z690 Hero Mainboard und G.Skill Trident Z5 DDR5-RAM.
Vergrößern Testsetup mit ASUS ROG Maximus Z690 Hero Mainboard und G.Skill Trident Z5 DDR5-RAM.

Da all diese Messergebnisse zusammen genommen ein Monster von Artikel ergeben hätten, haben wir uns dazu entschieden, die Informationen auf mehrere Artikel aufzuteilen. Da wären zum einen der Einzeltest zum Core i5-12600K (dieser Artikel) und unser Review zum Core i9-12900K (zum Artikel) . Dazu kommt ein Test, welcher die Performance von Windows 10 gegenüber Windows 11 anhand der 11. und 12. Generation von Intel sowie den Ryzen 5000 Prozessoren vergleicht. Zu guter Letzt erörtern wir in einem weiteren Beitrag ob DDR4 oder DDR5 Arbeitsspeicher für Alder Lake die bessere Wahl ist. Die Themen werden wir demnächst veröffentlichen. Für unsere Tests haben wir zudem im Zuge des Updates auf Windows 11 unsere Testplattform aktualisiert, worüber wir in diesem Artikel berichten. In der folgenden Tabelle können Sie kurz und knapp die verwendete Hardware aufgelistet finden:

Hardware

CPUs

Core i 12th Gen

Mainboard

ASUS ROG Maximus Z690 Hero

BIOS

0702  

BIOS-Settings

RAM 4800 MHz CL36-36-36-76 @ 1,1V , PL1/PL2 150W & Tau 28sec, Global C-States enabled, BAR-Support, Fans PWM (manual fan curve), ASUS MultiCore Enhancement off

CPU-Kühler

ASUS ROG Ryujin II 360

Wärmeleitpaste

Thermal Grizzly Kryonaut

Grafikkarte

AMD Radeon RX 6900 XT (2700 MHz Chip, 1,08V, Fast Timings, 2150 MHz VRAM, 115% TDP)

RAM

2x 16 GB G.Skill Tridenz Z5 @ 4800 MHz CL36-36-36-76

System-SSD

Western Digital WD_Black SN850 2 TB

Spiele-SSD

Netzteil

be quiet! Straight Power 11 Platinum 1000W

Benchtable

Lian Li PC-T70X

Monitor

ASUS ROG Swift PG259QNR

Build

Windows 11 Build 22000.282

Wie bei all unseren Test führen wir auch die Messungen zum Core i5-12600K nach den offiziellen Spezifikationen durch. Das bedeutet wir stellen im BIOS sowohl das Power-Limit-1 als auch das Power-Limit-2 auf 150 Watt und Tau auf 28 Sekunden. Kurz gesagt hat das zur Folge, dass sich die CPU dauerhaft bis zu 150 Watt genehmigen darf. Dieser Schritt hat bei der Präsentation der Alder Lake CPUs im Zuge der Intel Innovation (zum Artikel) bei Vielen für Unmut gesorgt, da sie befürchteten, dass Alder Lake in die Fußstapfen von Rocket Lake tritt und ein richtiger Stromfresser wird. Außerdem stellt sich die Frage, ob es ein fairer Vergleich ist, eine CPU mit einem Power-Limit von 88 Watt alias Ryzen 5 5600X gegen eine CPU mit bis zu 150 Watt antreten zu lassen. Letztendlich lassen sich CPUs aus unserer Sicht unter drei Gesichtspunkten kategorisieren: der Leistung, der Leistungsaufnahme und dem Preis. All diese Punkte lassen wir in unsere endgültige Bewertung mit einfließen inklusive aller Vor- und Nachteile, die zum Beispiel die Erhöhung der Leistungsaufnahme mit sich bringt. 

Letztendlich ist es nämlich nur zielführend, ein Produkt so zu testen, wie ein Käufer es zu Hause auch verwenden würde. In Rücksprache mit ASUS haben wir zudem herausgefunden, dass der Schritt von Intel, die Leistungsaufnahme zu erhöhen, keine kurzfristige Entscheidung gewesen ist, sondern schon lange geplant war. So hat uns der Mainboard-Hersteller verraten, dass alle hauseigenen Z690-Einsteiger-Mainbaords mit zwei zusätzlichen Power-Stages gegenüber Z590 ausgestattet sind. Bei den High-End-Platinen sind es sogar bis zu fünf zusätzliche Spannungsversorgungen. Da das Design einer Hauptplatine viel Zeit in Anspruch nimmt, muss sich Intel schon vor langer Zeit entschieden haben, das PL1 auf das Level des PL2 anzuheben. Zudem setzen wir auf den Windows 11 Build 22000.282 und den neuesten Chipsatz-Treiber von AMD, um mit den Ryzen 5000 Prozessoren die beste Performance zu erhalten. Warum das wichtig ist, erfahren Sie in diesem Beitrag (zum Artikel)


Gaming-Performance auf Top-Niveau

Zur Performance des Core i5-12600K war im Vorfeld nicht viel bekannt, da Intel sich in erster Linie auf das Topmodell, den Core i9-12900K (zum Test) , konzentrierte. Nach unseren Tests lässt sich sagen, dass der Core i5 sich nicht vor AMDs derzeitigen Topmodellen zu verstecken braucht. Der Vorsprung auf seinen direkten Konkurrenten beträgt in HD-Auflösung im Schnitt knappe fünf Prozent. Hierbei ist interessant zu wissen, dass der Ryzen 5 5600X unter Windows 11 marginal besser abschneidet als unter Windows 10. Tatsächlich kann der 12600K unter Windows 11 sogar mit dem Ryzen 9 5950X konkurrieren, wobei wir an dieser Stelle hinzufügen müssen, dass der 16-Kerner trotz dem Update für Windows 11 unter Windows 10 gute drei Prozent schneller rechnet. Das hat zur Folge, dass der 12600K nur rund drei Prozent hinter dem 5950X zurück liegt, wenn wir beide CPUs mit ihrem optimalen Betriebssystem testen.

Der Vorsprung des 12600K auf das ehemalige Topmodell, den Core i9-11900K, liegt indes bei knapp sechs Prozent während der direkte Vorgänger in Form des Core i5-11600K um rund 15 Prozent geschlagen wird. Auf den größeren Bruder, den Core i9-12900K beträgt der Rückstand acht Prozent. Interessant wäre noch ein Vergleich zum Ryzen 7 5800X und dem Ryzen 9 5900X gewesen, leider blieb jedoch keine Zeit, diese CPUs unter Windows 11 nachzutesten. Vergleichen wir jedoch die unter Windows 10 ermittelten Werte, dann liegt der 12600K beim 99th Percentile mit dem 5900X gleich auf und bei den Average FPS nur um ein gutes Prozent zurück. Bei den Tests in Full-HD-Auflösung ergibt sich das folgende Bild.

Das Testfeld rutscht deutlich enger zusammen und der 12600K liegt abermals mit dem 5950X gleich auf. Der Unterschied ist hierbei, dass der 16-Kerner von AMD auch unter Windows 10 nicht besser abschneidet. Damit lässt sich sagen, dass es der 6+4-Kerner von Intel auch mit den derzeitigen Topmodellen von AMD aufnehmen kann. Der Ryzen 5 5600X liegt mit einem Abstand von drei Prozent knapp zurück, das ist zwar messbar, dürfte den meisten Gamern jedoch in der Praxis nicht auffallen. Größer ist dann der Vorsprung auf den Core i5-11600K, dieser liegt nämlich bei zehn Prozent.


Deutlich effizienter als Rocket Lake

Auch wenn die preiswerteren Rocket Lake CPUs verhältnismäßig viel Leistung für die Kosten geboten haben, mussten wir immer die hohe Leistungsaufnahme kritisieren. Mit der Ankündigung von Alder Lake und der Bekanntgabe, dass die Leistungsaufnahme des 12600K dauerhaft  bei 150 Watt liegen darf, kamen bei uns Befürchtungen auf, dass die Effizienz erneut nicht so gut ausfallen könnte. Unsere Testergebnisse zeigen zum Glück ein anderes Bild. Bei den zwölf von uns getesteten Spielen bewegt sich die Leistungsaufnahme in einem Bereich von 55 bis 75 Watt je nach Titel. Im Schnitt liegt die Leistungsaufnahme bei 71 Watt in HD-Auflösung und bei 62 Watt in Full-HD-Auflösung. 

Effizienz der Prozessoren beim Gaming in HD-Auflösung in Watt/FPS
Vergrößern Effizienz der Prozessoren beim Gaming in HD-Auflösung in Watt/FPS

Das ist zwar etwas mehr als beim Ryzen 5 5600X, der im Schnitt auf 56 Watt kommt, aber bedeutend weniger als beim 11600K, der sich durchschnittlich 98 Watt genehmigt. Der Ryzen 9 5950X, der, wie wir oben gesehen haben, beim Gaming nur unmerklich schneller ist, braucht sogar 108 Watt. Beim Verhältnis aus Leistungsaufnahme zu den ermittelten FPS erzielt der 12600K dadurch einen guten Wert von 0,28. Der Ryzen 5 5600X liegt mit 0,25 knapp davor. Konkret bedeutet diese Zahl, dass der 12600K im Schnitt 0,28 Watt pro FPS benötigt. Der größere Core i9-12900K ist für ein Topmodell zwar sehr effizient, benötigt aber dennoch 0,37 Watt pro FPS.


6+4-Cores gleich 16 Threads im Anwendungstest

Der Intel Core i5-12600K ist gegenüber dem Ryzen 5 5600X klar im Vorteil. Während der AMD CPU sechs Cores und zwölf Threads zur Verfügung stehen, kann der Intel Prozessor auf 10 Cores und 16 Threads zurückgreifen, womit er eher in einer Liga mit dem Ryzen 7 5800X spielt. Wir konnten das schon lange nicht mehr sagen, aber Intel hat in der Mittelklasse aktuell mehr Rechenkerne zu bieten. In Kombination mit der Tatsache, dass Intel das dauerhafte Powerlimit für den 12600K bei 150 Watt festgelegt hat, verspricht das eine starke Performance. Der Ryzen 5 5600X darf sich im Vergleich dazu nur bis zu 88 Watt genehmigen, der Ryzen 7 5800X wiederum 142 Watt.

Das bestätigt sich dann auch bei unseren Messergebnissen. Im Schnitt liegt der 12600K knappe 24 Prozent vor dem 5600X. Wie groß der Performance-Sprung der 12. Generation ausfällt, zeigt sich beim Vergleich zum 11600K. Hier beträgt der Leistungszuwachs im Schnitt nämlich 36 Prozent und sogar der Core i9-11900K wird um gute zehn Prozent geschlagen. Interessant ist der Vergleich zum Ryzen 7 5800X, wobei wir hier leider nur Messwerte mit Windows 10 haben. Im Schnitt liegt der Intel Prozessor zwei Prozent vor dem Octa-Core von AMD. In Anwendungen wie Blender, Cinebench R23, HandBrake, POV-Ray oder V-Ray liegt der i5 mit dem Ryzen 7 gleich auf oder ist sogar schneller, muss sich dafür dann in 7-Zip und DigiCortex geschlagen geben.


Leistungsaufnahme auf kompetitivem Niveau

Bleibt noch eine wichtige Frage zu klären, wie sieht es mit der Leistungsaufnahme aus? Hier gibt es gute Neuigkeiten, der Core i5 operiert bei unseren Messungen keineswegs durchgehend am Powerlimit von 150 Watt. So stehen bei Blender, Cinebench oder HandBrake im Schnitt 110 bis 120 Watt zu Buche, was ziemlich exakt der Leistungsaufnahme des Ryzen 7 5800X entspricht. Dementsprechend liegt nicht nur die Performance, sondern auch der Strombedarf auf einem Level mit AMDs Octa-Core. Der Ryzen 5 5600X ist mit rund 70 bis 75 Watt natürlich deutlich genügsamer, bietet aber eben auch 24 Prozent weniger Leistung. Im halbstündigen Stresstest mittels Prime95 ohne AVX zeigt sich ein vergleichbares Bild:

Watt avg

Watt max

Temperatur

Takt avg

Takt max

AMD Ryzen 5 5600X

75,8 W

76,0 W

67°C

4494,5 MHz

4525,4 MHz

AMD Ryzen 7 5700G

80,6 W

82,1 W

69°C

4438,5 MHz

4479,9 MHz

AMD Ryzen 7 5800X

119,8 W

130,3 W

83°C

4549,1 MHz

4575,1 MHz

AMD Ryzen 9 5900X

141,7 W

142,1 W

74°C

4416,0 MHz

4450,1 MHz

AMD Ryzen 9 5950X

137,7 W

144,1 W

71°C

4145,0 MHz

4400,2 MHz

Intel Core i3-10105F

40,9 W

42,6 W

50°C

4199,6 MHz

4299,0 MHz

Intel Core i5-11400F

65,2 W

104,6 W

54°C

3535,4 MHz

4200,0 MHz

Intel Core i5-11600K

125,5 W

141,4 W

63°C

4495,6 MHz

4600,0 MHz

Intel Core i7-11700K

125,9 W

170,9 W

69°C

4196,9 MHz

4600,0 MHz

Intel Core i9-11900K

126,4 W

249,6 W

83°C

4366,4 MHz

5100,0 MHz

Intel Core i5-12600K

118,4 W

123,9 W

60°C

4139,8 MHz

4500,0 MHz

Intel Core i9-12900K

217,1 W

232,9 W

80°C

4296,4 MHz

4900,0 MHz

Der 12600K benötigt hierbei im Schnitt 119 Watt und der Ryzen 7 5800X 120 Watt. Bedeutend besser fällt beim Core i5 dann die Temperatur aus, diese liegt nämlich bei maximal 60 Grad Celsius, was ein sehr starker Wert ist. Hier hat es sich ausgezahlt, dass Intel die Dicke des Chips und des STIM verringert hat, um die Wärme über den dickeren Heatspreader besser abführen zu können. Das lässt auf jeden Fall einiges an Spielraum zur Übertaktung.


Preisliche Einordnung und Verfügbarkeit

Die sechs neuen Alder Lake Prozessoren Core i9-12900K(F), Core i7-12700K(F) sowie Core i5-12600K(F) sind ab dem 4. November bei den Händlern erhältlich. Die offizielle UVP für den 12600K liegt bei 289 US-Dollar und für den Core i9-12600KF bei 264 US-Dollar. Aktuell ist das Modell ohne integrierte Grafikeinheit ab 285 Euro (zum Preisvergleich) gelistet, der normale 12600K ist ab 307 Euro (zum Preisvergleich) erhältlich. Der Ryzen 5 5600X kostet im Vergleich dazu derzeit 292 Euro und der Ryzen 7 5800X 379 Euro. In Anbetracht der Leistung wären diese Preise eine echte Kampfansage, würde zu einer CPU nicht noch das entsprechend Ecosystem dazukommen. 

Das Problem ist nämlich, dass für die Verwendung der Alder-Lake-CPUs zwingend ein Mainboard mit Sockel 1700 notwendig ist. Die günstigsten Modelle sind sowohl mit DDR4 als auch mit DDR5 DIMMs  ab 199,90 Euro (zum Preisvergleich)  gelistet. 200 Euro sind für ein Mainboard schon ein echt heftiger Preis, wenn die CPU selbst nicht viel mehr kostet. Vor allem, wenn Sie sich für ein Mainboard mit DDR5-Speicherplätzen entscheiden, benötigen Sie zudem neue Speicherriegel. Ein DDR5-Kit mit 16 GB ist ab 139 Euro erhältlich, wenn Sie 32 GB verbauen wollen, sind mindestens 239 Euro fällig. Damit sind die Anschaffungskosten einer Alder Lake Plattform alles andere als günstig. B550-Mainboards für eine Ryzen 5000 CPU gibt es im Vergleich dazu bereits  ab 60 Euro (zum Preisvergleich)  und auch DDR4-RAM ist mit 53 Euro für 16 GB und 105 Euro für 32 GB mit jeweils 3200 MHz eine gute Ecke günstiger. 


Alder Lake - Eine neue MultiCore-Architektur

Intels "Alder Lake"-Architektur basiert auf dem erst kürzlich vorgestellten  Intel-7-Fertigungsverfahren (zum Artikel)  und soll durch seine Skalierbarkeit in allen Marktsegmenten zum Einsatz kommen. Intel setzt bei den Prozessoren auf den sogenannten Big-Little-Ansatz, den wir vor allem von den ARM-Prozessoren aus dem Mobilbereich kennen. Zur Abstimmung des daraus entstehenden Performance-Hybrid setzt der Hersteller zur effizienten Leistungssteuerung auf den sogenannten Intel Thread Director - im übernächsten Absatz mehr dazu. Der Hersteller verspricht beim Performance-Core eine Instructions-per-Cycle (IPC) Steigerung von 19 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration Rocket Lake und eine stark gesteigerte Multithreading-Performance dank der "Efficient"-Cores. Die Gracemont Cores sollen gemäß Intel so leistungsfähig sein wie die Skylake-Cores des Core i9-10900K.

Die Desktop-Prozessoren der 12. Core-Generation setzen auf den Sockel LGA 1700, die Chipgröße liegt bei 209 mm 2 , Rocket Lake fällt mit 276 mm 2  ein gutes Stück größer aus. Im Mobilbereich kommt der BGA Type3 mit den Maßen von 50 x 25 x 1,3 Millimetern zum Einsatz und im Ultra-Mobilsegment der BGA Type4 HDI mit Abmessungen von 28,5 x 18 x 1,1 Millimetern. Je nach Anwendungsbereich setzen sich die CPUs aus unterschiedlichen Blöcken aus Performance- (P-Core) und Efficient-Cores (E-Core), dem I/O-Panel, der iGPU auf Basis der Xe Architektur, dem Speichercontroller und dem SoC zusammen. Die Desktop-Modelle können in der Vollausstattung auf bis zu 16 Rechenkerne - jeweils acht Performance- und Efficient-Cores - zurückgreifen, wobei nur die Performance-Kerne Hyper-Threading unterstützen. Daraus resultieren bis zu 24 Threads, zu denen sich bis zu 30 MB geteilter L3-/LL-Cache gesellt. Pro P-Core stehen 1,25 MB L2-/MLC-Cache zur Verfügung, wohingegen sich vier E-Cores einen 2 MB L2-Cache teilen.

Um die beste Performance aus der Hybrid-Architektur herausholen zu können, setzt Intel auf den sogenannten Thread Director. Dieser ist fester Bestandteil der CPUs, erfordert jedoch eine gewisse Mithilfe des Betriebssystems. So wertet der Thread Director im Nanosekunden-Bereich die Runtime von jedem Programm als auch den Status jedes Rechenkerns aus. Hierfür muss der Thread Director jedoch eng im Austausch mit dem Betriebssystem stehen. So können die Workloads in Abhängigkeit von den Energieoptionen, der CPU-Temperatur und den ausgeführten Programmen optimal auf die einzelnen Performance- und Efficient-Cores aufgeteilt werden. Diese Verwaltung läuft dynamisch im Hintergrund ab und erfordert keine Aktion des Nutzers. Für eine optimale Performance ist jedoch Windows 11 vonnöten, da aktuell nur dieses Betriebssystem alle vom Thread Director benötigten Informationen liefert. 

Beim Speichercontroller setzt Intel auf die Unterstützung der neuesten Standards. So können die CPUs im Desktop-Bereich nicht nur DDR4-RAM mit 3200 MHz ansprechen, sondern auch neuen DDR5-Arbeitsspeicher mit 4800 MHz. Im Mobilsegment können die Gerätehersteller entweder auf LP5-5200 oder auf LP4x-4266 setzen. Für die Anbindungen von Grafikkarten und M.2-SSDs stehen den Desktop-Prozessoren 16 PCIe 5.0-Lanes und vier PCIe-4.0-Lanes zur Verfügung. Die UHD 770 getaufte Grafikeinheit entspricht der Tiger-Lake-GPU - Intel Xe mit 32 EUs.

Für eine bessere Abführung der Abwärme hat Intel die Dicke des Dies und des STIM-Lötmaterials von Alder Lake im Vergleich zu Rocket Lake verringert, dafür wurde der Heatspreader im gleichen Zug etwas dicker. Das sollte dafür sorgen, dass die neuen CPUs etwas kühler bleiben und dementsprechend mehr Freiraum zur Übertaktung bleibt.

Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die technischen Daten der sechs neuen Prozessoren:

Unlocked 12th Gen Intel Core Desktop Processors
Vergrößern Unlocked 12th Gen Intel Core Desktop Processors
© Intel

Interessant wird es dann beim Thema Leistungsaufnahme, denn hier hat Intel neue Werte definiert. Bisher waren hier drei Werte interessant: die TDP, das Power-Limit 1 (PL1) und das Power-Limit 2 (PL2). Die TDP stellte dabei in keinster Weise die maximale Leistungsaufnahme dar, sondern nur die Leistungsaufnahme bei einer von Intel vordefinierten Last, wenn die CPU mit dem Basistakt läuft. Dieser Wert liegt beim 11900K bei 125 Watt und ist identisch mit dem PL1. Das PL1 beschreibt, wie viel Leistung sich eine CPU gemäß den Spezifikationen von Intel dauerhaft genehmigen darf, viele Mainboard-Hersteller haben sich an diese Werte jedoch nicht gehalten und die Werte im BIOS der Hauptplatine erhöht. Das PL2 (251W bei 11900K) wiederum gibt an, wie hoch die Leistungsaufnahme maximal ausfallen darf über einen vordefinierten Zeitraum Tau - 56 Sekunden beim 11900K. 

Bei Alder Lake sieht das ganze etwas anders aus, die Bezeichnung TDP ist passé. Stattdessen spricht Intel jetzt von der Processor Base Power (PBP), welche bei 125 Watt liegt. Des Weiteren hat der Hersteller PL1 gleich PL2 gleich 241 Watt gesetzt, was neuerdings der Maximum Turbo Power (MTP) entspricht. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Leistungsaufnahme des 12900K dauerhaft bei 241 Watt liegen darf.


Vorstellung des Chipsatzes Intel Z690

Zusammen mit den ersten sechs Alder-Lake-Prozessoren hat Intel den neuen Chipsatz Z690 vorgestellt, die Informationen beschränkten sich jedoch auf eine Folie. Der neue Z690-Chipsatz beherrscht sowohl PCIe 4.0 (bis zu 12 Lanes) als auch PCIe 3.0 (bis zu 16 Lanes) und ist via x8 DMI Gen 4.0 angebunden, was für ein doppelt so hohe Bandbreite zwischen CPU und Chipset gegenüber dem Z590-Chipsatz sorgt. Eine Grafikkarte kann sogar mit PCIe 5.0 angebunden werden, diese Lanes stellt jedoch der Prozessor zur Verfügung. Auf Seiten der Konnektivität beherrscht der Z690-Chipsatz bis zu vier USB 3.2 Gen 2x2 Ports, bis zu zehn USB 3.2 Gen 2x1 Ports und bis zu zehn USB 3.2 Gen 1x1 Ports, ebenso ist Wi-Fi 6E an Bord. Neu ist auch der Support von Thunderbolt 4.

Introducing the Intel 600 Series Chipset
Vergrößern Introducing the Intel 600 Series Chipset
© Intel

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