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Insta360 EVO: 360-Grad-Kamera mit 3D-Funktion ausprobiert

30.05.2019 | 10:00 Uhr |

Die Insta360 EVO ist eine faltbare 360-Grad-Kamera, die nicht nur Aufnahmen in bis zu 5K verspricht, sondern auch mit die Möglichkeit von 3D-Aufnahmen bietet. Die Idee ist innovativ, ob die Kamera hält, was sie verspricht, klären wir in unserem Hands-On

Das chinesische Unternehmen Insta360 ist einer der Marktführer im Bereich der 360-Grad-Kameras. Mit der EVO hat Insta360 ein Modell mit einer interessanten Neuerung auf den Markt gebracht. Die EVO, ausgestattet mit einer Doppellinse, lässt sich "falten".

1. Lieferumfang & Spezifikationen

Kommen wir erstmal zu den technischen Details:

Spezifikationen:

Blende:

F2.2

Fotoauflösung:

6080*3040 (18 MP)

Videoauflösung:

5760*2880@30fps,3840*1920@50fps 3840*1920@30fps,3008*1504@100fps

Fotoformat:

insp, jpeg (kann über Kamera-App exportiert werden), dng(RAW)

Videoformatt:

insv, mp4 (kann über Kamera-App exportiert werden)

Videocodierun:

H264

Videobitrate:

Bis zu 100Mbps

Stabilisierung:

Integrierte Gyroskop-Sensoren für 6-Achsen Bildstabilisierung

Foto- und Videospezifikationen

Fotomodi:

Standard 360 Fotos, Zeitgesteuerte 360 Fotos, Intervall 360 Fotos, RAW 360 Fotos, HDR 360 Fotos

Videomodi:

Standard Video, Timelapse, Log Video, HDR Video

EV:

-4EV~+4EV

Belichtungsmodi:

Automatisch, Manuell (Verschluss 1/4000s-55s, ISO 100-3200), Verschlusspriorität (1/4000s-1/4s, nur Fotos), ISO-Priorität (100-3200, nur Fotos)

Weißabgleich:

Auto, bewölkt, sonnig, Fluoreszenz, Kunstlicht

Design

Farbe:

Schwarz

Gewicht:

113g

Dimensionen:

Ausgeklappt: 98.4mm*49mm*26.27mm; Eingeklappt: 50.3mm*49mm*52.54mm

Abspeichern & Verbinden

Bluetooth:

BLE4.0

Wi-Fi:

5G (Standard Reichweite von ca. 20 Meter)

SD-Karte:

Max. 128 GB

Akku

Akku-Kapazität:

1200mAh (5V2A)

Aufladen:

Micro USB

Ladezeit:

90 mins

Akku-Laufzeit:

65 mins

Im Standard-Bundle kommt die EVO mit einer faltbaren VR-Brille, einem kleinen Stativ, einer Schutztasche sowie einem USB-Kabel. Eine Speicherkarte ist nicht enthalten. Diese ist mit einer Kapazität von 32 Gigabyte in einem Memory-Card-Bundle enthalten. Außerdem gibt es noch das "Get-Set-Kit", bei dem auch noch ein Selfie-Stick dabei ist. Unser Test-Gerät kam außerdem noch mit dem "Holoframe", einer Handyhülle, die dabei helfen soll, Inhalte ohne Brille auf dem Smartphone in 3D betrachten zu können. Doch dazu später mehr.

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2. Einrichtung

Die Einrichtung der EVO funktioniert unkompliziert. Über eine eigene App lässt sich die Kamera mit dem Smartphone verbinden. Das läuft über einen WLAN-Hotspot, den die Kamera bereitstellt. Anschließend lässt sich die Kamera über die App steuern.

3. Die App

In der App wird eine Vorschau angezeigt, wenn auch komprimiert. Das ist auch nötig, denn die EVO hat keinen eigenen Bildschirm. In der App kann man alle Einstellungen für die Aufnahmen vornehmen, zum Beispiel die Auflösung oder die Framerate. Videos und Fotos lassen sich auch direkt auf das Smartphone übertragen. Videos bearbeitet man auch direkt in der App und schneidet sie zurecht. Der Funktionsumfang ist in Ordnung, die wichtigsten Tools sind vorhanden.

4. Aufnahmequalität

Die EVO nimmt Video in einer Auflösung von bis zu 5,7K mit 30 FPS auf. In 4K sind bis zu 50 FPS möglich, in 3K sogar 100 FPS. Das gilt sowohl für 180-Grad- als auch für 360-Grad-Aufnahmen. Die Bildqualität ist für eine Kamera der Größe standesgemäß, aufgefallen sind uns die teilweise deutlich sichtbaren Übergänge an dem Punkt, an dem das finale Bild aus den Einzelbildern der Kameras zusammengefügt wird. In der verfügbaren PC-Software lässt sich dies aber noch nachträglich verbessern. Positiv aufgefallen ist uns vor allem die Bildstabilisierung, die dank der Flowstate-Technologie ausgezeichnet funktioniert. Auch bei hektischen Bewegungen bleibt das Bild flüssig und ohne Ruckler.

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5. 3D ohne 3D-Brille - mit dem "Holoframe"

Um die 3D-Aufnahmen der EVO betrachten zu können, liefert Insta360 etwas mit, das auf den ersten Blick wie eine sehr merkwürdige Brille aussieht. Diese lässt sich an Ihrem Smartphone befestigen, so dass jedes Brillenglas eine Seite des Displays abdeckt. Über die Insta360-App können Sie dann die entsprechende Ansicht auswählen und durch die Brillengläser gucken, und schon sehen Sie Ihre Aufnahmen in 3D. Zumindest in der Theorie. In der Praxis funktioniert das nur bedingt, gerade bei Videos wirkt das Bild einfach schwammig und doppelt. Bei Fotos lässt sich der 3D-Effekt zwar erahnen, bewegt man den Kopf aber nur etwas, ist der Effekt auch schon wieder verschwunden.

Interessanter ist der separat erhältliche Holoframe, eine transparente Schutzhülle. Sie lässt sich als normale Schutzhülle nutzen, für den 3D-Effekt wird sie aber vorne über das Display gestülpt. Damit soll es möglich sein, ohne spezielle Brille, nur mit bloßem Auge, den 3D-Effekt wahrnehmen zu können.

Mit dem Holoframe sollen sich 3D-Aufnahmen auch ohne 3D-Brille betrachten lassen.
Vergrößern Mit dem Holoframe sollen sich 3D-Aufnahmen auch ohne 3D-Brille betrachten lassen.
© Insta360

Beim Betrachten eines Fotos oder Abspielen eines Videos können Sie über einen Button die Holoframe-Wiedergabe starten. Anschließend wird ein Tutorial abgespielt, das Ihnen zeigt, wie Sie den Holoframe richtig einrichten. Es dauerte etwas, bis wir den richtigen Abstand zum Auge und Betrachtungswinkel gefunden haben. Dann funktionierte der 3D-Effekt aber überraschend gut. Ohne weitere Hilfsmittel ließ sich die Räumlichkeit sehr gut wahrnehmen. Ein leichter Wackler des Smartphones zerstört die Illusion aber wieder schnell. Der Holoframe ist keine Revolution, aber ein nettes Gimmick. Mit 30 Euro Verkaufspreis allerdings auch nicht ganz günstig. Immerhin lässt er sich auch als Hülle nutzen.

Alternativ lassen sich 3D-Inhalte natürlich auch mit traditionellen VR-Brillen nutzen, in die Sie ihr Smartphone einsetzen können.

Fazit

Die Insta360 EVO bringt frischen Wind in den 360-Grad-Kamera-Markt. Der Ansatz, wieder verstärkt 3D-Effekte nutzbar zu machen, ist erstmal gut umgesetzt. Ob die Nutzer diese Funktion auch regelmäßig nutzen werden, ist die andere Frage. Wir fanden die Funktion nett, würden sie im Alltag aber eher selten gebrauchen, da das Ansehen der Inhalte doch etwas umständlich ist. Außerdem ist das Hauptfeature einer 360-Grad-Kamera immer noch die Rundumaufnahme, und die unterstützt die 3D-Funktion nicht. Aber auch so ist die EVO eine anständige Kamera mit einer guten Bildqualität für einen angemessenen Preis. Die Insta360 EVO kostet 469 Euro. Gestört hat uns vor allem das fehlende Display, sodass sich Vorschauen lediglich auf dem Smartphone betrachten ließen. Wer auf ein Display nicht verzichten möchte, greift lieber zu einem anderen Produkt. Die Akkulaufzeit ist auch etwas kurz, was besonders ärgerlich ist, da sich der Akku nicht austauschen lässt. Wenn Sie diese Kritikpunkte nicht stören, können Sie mit der EVO eigentlich nicht viel falsch machen.

Hersteller: Insta360
Preis: 469 Euro

+ Gute Aufnahmequalität
+180° 3D- und 360°-Aufnahmen möglich
+ Gute Software
+ Praktisches Design
+ Gute Verarbeitung

- Kein Display an der Kamera
- Mittelmäßige Akkulaufzeit
- Akku nicht austauschbar

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