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Im Test: Nvidia Geforce RTX 3080 für Laptops

31.01.2021 | 08:26 Uhr |

Ampere für Notebooks: Die Mobilversion der Nvidia Geforce RTX 3080 bietet erneut einen beeindruckenden Leistungszuwachs.

Unsere amerikanische Schwesterpublikation PCWorld hatte den Mobil-Ableger Nvidia Geforce RTX 3080 für Notebooks ausgiebig im Test. Und schon die ersten Ergebnisse können beeindrucken – vor allem in Hinblick auf den kompakten Formfaktor des Notebooks. Eine Übersicht der bereits in Deutschland verfügbaren Gaming-Notebooks mit RTX 3070 und RTX 3080 liefern wir Ihnen in diesem Artikel.

Details zu Nvidia Geforce RTX 3080 Mobile

Der Grafikprozessor (GPU) der mobilen Nvidia Geforce RTX 3080 wird, wie die Desktop-Variante, im effizienten 8-Nanometer-Verfahren von Samsung gefertigt. Komplett gleich sind die beiden Chips aber nicht: Die RTX 3080 für Desktop-PCs setzt auf 10 GB GDDR6X mit einem 320 Bit breitem Speicher-Interface und verfügt über 8.704 Cuda-Kerne. Die Speicherbandbreite beläuft sich auf stolze 760 Gigabyte pro Sekunde (GB/s), was einem gewaltigen Sprung im Vergleich zum Vorgänger bedeutet.

Marktübersicht: Alle aktuell lieferbaren Gaming-Notebooks mit RTX 3070 & 3080

Die mobile Version der RTX 3080 besitzt lediglich 6.144 Cuda-Kerne und ist wahlweise mit 16 oder auch nur 8 GB Grafikspeicher vom etwas langsameren Typ GDDR6 ausgestattet. Auch das Speicher-Interface ist mit 256 Bit schmaler – die Bandbreite beläuft sich nur noch auf 384 GB/s. Hinzu kommen knapp 40 Prozent geringere Boost-Taktraten und auch weniger Tensor- und RT-Kerne (Raytracing).

Die Desktop-Version der Nvidia Geforce RTX 3080 ist eine überaus leistungsfähige Karte - der Mobil-Ableger tritt also ein schweres Erbe an.
Vergrößern Die Desktop-Version der Nvidia Geforce RTX 3080 ist eine überaus leistungsfähige Karte - der Mobil-Ableger tritt also ein schweres Erbe an.
© Nvidia

Das spiegelt sich auch in der Performance wider: Genau wie die mobilen GTX-10- und RTX-20-Serien setzt auch die RTX-30-Serie auf denselben Die (Halbleiter-Wafer) wie die Desktop-Varianten, nur eben auf die Nutzung in Notebooks hin optimiert. So übertraf eine reguläre Geforce RTX 2080 Super eine mobile RTX 2080 im Max-Q-Design um rund 30 Prozent im Benchmark Port Royal von 3DMark. Eine RTX 3080 für Desktops ist im gleichen Benchmark aber im Vergleich zur mobilen RTX 3080 Max-Q um etwa 50 bis 75 Prozent schneller.

Nvidia Geforce RTX 3080 FE im Test: Sehr schnell & günstig, aber auch stromhungrig

Doch warum erwähnen wir das alles? Ganz einfach: Wer bisher glaubte, er kann in einem Notebook die in etwa gleiche 3D-Leistung wie von einer regulären RTX 3080 erwarten, der liegt weit daneben. Hier limitieren vor allem der Formfaktor und das Energielimit von Notebooks. Aber seien Sie sich sicher: die RTX 3080 macht dennoch das Beste draus.

Dynamic Boost 2.0: Leistungssteigerung dank KI

Eine Neuheit der RTX-30-Serie für Notebooks ist die Einführung eines verbesserten Dynamic Boost 2.0. Wenn nötig, führt die Technik automatisch Energie von der CPU ab und speist sie der GPU ein, was in der Praxis ein extra von etwa 15 Watt bedeutet. Das geschieht mithilfe von KI-gestützten Algorithmen und soll bis zu 16 Prozent mehr Leistung ermöglichen. Auch der Grafikspeicher wird hierbei zum ersten Mal flexible mit einbezogen. Doch auch andersherum funktioniert die Stromverteilung. Denn die KI soll bemerken, wenn ein Spiel eher CPU-lastig ist, und reagiert entsprechend. Die Technik lässt sich, sofern sie vom jeweiligen Notebook-Hersteller aktiviert wird, nicht vom Nutzer selbst deaktivieren.

Whisper Mode 2.0: KI sorgt für leise Notebooks

Der ebenfalls überarbeitete Whisper Mode 2.0 setzt ebenfalls auf KI, die die Temperaturen und Leistungsaufnahmen von der GPU und CPU stetig im Auge behält, genau wie die Geschwindigkeit der Lüfter sowie die Bildraten in Spielen. Die KI greift dann aktiv in Lüfterkurven und Energiezufuhr ein, um das vom Nutzer vorab ausgewählte Geräusch-Niveau zu halten.

So wurde getestet

Für die Tests der Nvidia Geforce RTX 3080 Mobile wurde PCWorld mit dem Notebook Gigabyte Aorus 17 YC-8DE6450SH ausgestattet, das mit einem Intel Core i7-10870H, 32 GB RAM und einer RTX 3080 Max-Q mit 8 GB Grafikspeicher ausgestattet ist. Das Display misst 17,3 Zoll in der Diagonale und bietet eine rasante Bildwiederholfrequenz von 300 Hz. Für die Tests war für die Lüfter das „Gamer“-Profil aktiv, die CPU und GPU nutzten die Boost-Einstellungen.

Um die Ergebnisse in Relation zu setzen wurden dieselben Tests auch mit einem Acer Predator Triton 500 (PT515-52-71V4) durchgeführt, das folgendermaßen ausgestattet ist: Intel Core i7-10750H, Nvidia Geforce RTX 2080 Super Max-Q, 32 GB RAM und ein Display mit 15,6 Zoll bei einer Bildwiederholfrequenz von 300 Hz. Während den Tests war die „CoolBoost“-Technik aktiv, die die Lüfter schneller drehen lässt.

Bildraten in Spielen

In Far Cry: New Dawn (Full-HD, Ultra-Grafik) stand es 100 zu 89 Bilder pro Sekunde im Schnitt für das Gigabyte-Notebook mit der RTX 3080, was einer Leistungssteigerung von etwa 12 Prozent entspricht. Bei Gears Tactics (Full-HD, Ultra-Grafik) waren es rund 112 zu 98 Bilder pro Sekunde für das Notebook mit der RTX 3080, was einer Steigerung von zirka 14 Prozent entspricht. Im grafisch eher weniger aufwendigen Titel Counter Strike: Global Offensive (Full-HD, „sehr hohe“ Grafik) schmilzt der Vorsprung jedoch: Das Gigabyte-Modell kommt im Schnitt auf hohe 336 Bilder pro Sekunde, doch das Acer-Notebook zieht mit rund 325 Bildern pro Sekunde nach – ein Plus von nur 3,5 Prozent.

Durchschnittliche Bildraten in Far Cry New Dawn.
Vergrößern Durchschnittliche Bildraten in Far Cry New Dawn.
© PC-WORLD
Durchschnittliche Bildraten in Gears Tactics.
Vergrößern Durchschnittliche Bildraten in Gears Tactics.
© PC-WORLD
Durchschnittliche Bildraten in Counter Strike: Global Offensive.
Vergrößern Durchschnittliche Bildraten in Counter Strike: Global Offensive.
© PC-WORLD

Um einiges anspruchsvoller wird es mit Red Dead Redemption 2 (Full-HD, bevorzugte Qualitätseinstellungen). Das Gigabyte kommt auf 70 Bilder pro Sekunde im Schnitt, das Acer auf knapp 60 Bilder pro Sekunde, was einem Plus von 18 Prozent entspricht.

Raytracing-Leistung auf dem Prüfstand

Nicht weniger aufwendig sind die Raytracing-Tests. Die aktivierte Echtzeitbeleuchtung zieht ordentlich Leistung. So beläuft sich die durchschnittliche Bildrate in Metro Exodus (Full-HD, Ultra-Grafik) beim Gigabyte auf quasi flüssige 58 Bilder pro Sekunde, während das Acer-Modell nur auf 48 Bilder pro Sekunde kommt, was 20 Prozent mehr Leistung bedeutet. In Shadow of the Tomb Raider (Full-HD, „sehr hohe“ Grafik) steht es 80 zu 63 Bilder pro Sekunde für das RTX-3080-Modell. In Quake II RTX ist das Notebook mit der RTX 3080 rund 30 Prozent flotter.

Durchschnittliche Bildraten in Metro Exodus.
Vergrößern Durchschnittliche Bildraten in Metro Exodus.
© PC-WORLD
Durchschnittliche Bildraten in Shadow of the Tomb Raider.
Vergrößern Durchschnittliche Bildraten in Shadow of the Tomb Raider.
© PC-WORLD
Durchschnittliche Bildraten in Quake II RTX.
Vergrößern Durchschnittliche Bildraten in Quake II RTX.
© PC-WORLD

Synthetische Benchmarks

In synthetischen Benchmarks des 3DMark tritt das Gigabyte unter anderem gegen das Alienware Area 51M und das Acer Predator Helios 700, die mit einer vollwertigen RTX 2080 und einer hochgetakteten CPU ausgestattet sind – allerdings sind beide Modelle auch echte Schwergewichte und benötigen viel Strom. Im Benchmark Time Spy muss sich die RTX 3080 tatsächlich geschlagen geben, dafür kann sich das Gigabyte im Raytracing-Test Port Royale wieder deutlich an die Spitze setzen. Geht es also mehr um reine GPU-Leistung, dann ist die RTX 3080 Max-Q stärker.

Ergebnisse in 3DMark Time Spy.
Vergrößern Ergebnisse in 3DMark Time Spy.
© PC-WORLD
Ergebnisse in 3DMark Port Royale.
Vergrößern Ergebnisse in 3DMark Port Royale.
© PC-WORLD

Multimedia-Benchmarks

Gute Nachrichten für Content-Ersteller: Die RTX 3080 für Notebooks ist deutlich leistungsstärker als ihr Vorgänger. In Sachen Optix-Leistung in Blender benötigt die RTX 3080 nur 19 Sekunden zum Rendern, während die RTX 2080 Super aus dem Acer-Notebook fast 36 Sekunden benötigt. Ähnlich schaut es im IndigoBench aus, eine, GPU-basierten Renderer. Die RTX 3080 schafft 11,3 Millionen Samples pro Sekunde im Bedroom-Test, die RTX 2080 Super nur 6,2 Millionen. Im Render-Tool V-Ray Next kann sich die RTX 3080 Max-Q sogar vor die Desktop-Varianten einer Titan RTX und RTX 20890 Ti setzen – beeindruckend!

Ergebnisse in Blender Optix.
Vergrößern Ergebnisse in Blender Optix.
© PC-WORLD
Ergebnisse in IndigoBench Bedroom.
Vergrößern Ergebnisse in IndigoBench Bedroom.
© PC-WORLD
Ergebnisse in V-Ray Next.
Vergrößern Ergebnisse in V-Ray Next.
© PC-WORLD

Fazit: Nvidia Geforce RTX 3080 für Notebooks

Insgesamt sind wir der Meinung, dass die GeForce RTX 3080 tatsächlich die derzeit beste mobile GPU auf dem Markt ist. Fairerweise muss man sagen, dass die Messlatte nicht besonders hoch ist, wenn man nur besser sein muss als die vorherige GPU. Lassen Sie sich nur nicht von der beeindruckenden GeForce-RTX-3080 Desktop-Karte die Erwartungen verderben.

Sobald wir uns mit der Realität abgefunden haben, dass ein Laptop eben ein Laptop ist, dann ist eine Verbesserung von 15 bis 25 Prozent bei grafikintensiven Spielen, und in Raytracing-Titeln sogar noch mehr, dann handelt es sich um durchaus respektable Ergebnisse.

Würden wir von einem Laptop der RTX-20-Serie aufrüsten? Wahrscheinlich nicht, es sei denn, es handelt sich um einen größeren Schritt, wie zum Beispiel den Umstieg von einer RTX 2060 auf etwas Schnelleres. Es macht selten Sinn, von einer Generation zur nächsten aufzurüsten, es sei denn, man tut es wegen der enormen Fortschritte bei der Content-Erstellung.

Da jedes Notebook ein eigenes Gesamtpaket darstellt, ist unser erster Testbericht zu einer neuen Komponente nicht endgültig. Wir werden ein besseres Gefühl für die Laptops der RTX-30-Serie haben, nachdem wir ein weiteres halbes Dutzend oder mehr getestet haben. Aber es ist klar, dass die RTX 3080 mit einer günstigen Implementierung, wie sie PCWorld getestet hat, in der Tat sehr gut abschneiden kann.

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