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Test: Die besten Grafikkarten ab 400 Euro fürs UHD-Gaming (2160p)

02.07.2018 | 14:15 Uhr |

Wer mit mindestens 60 Bildern pro Sekunde oder in Ultra-HD (2160p) zocken will, der braucht eine sehr starke Oberklasse-Grafikkarte. PC-WELT hat die besten Modelle ab 400 Euro im Test.

Oberklasse-Grafikkarten sind vor allem eins: brutal teuer, denn erst ab 400 Euro sind Sie dabei. Für flüssiges Spievergnügen in Full-HD lesen Sie unseren Test Grafikkarten bis 200 Euro . Sie wollen in WQHD-Auflösung (1440P) flüssig Zocken, dann lesen Sie unseren Test Grafikkarte bis 400 Euro. Wer bereit ist, mindestens 400 Euro anzulegen, darf sich an dreistellige Bildraten, flüssiges Zocken in Ultra-HD und stets maximale Grafikdetails erfreuen. Erfahren Sie in unserem Vergleichstest, mit welchem Modell Sie Ihr High-End-System bestücken sollten, um das Maximum an Performance heraus zu holen. Einen schnellen Überblick inklusive Test-Fazit liefert Ihnen die folgende Bildgalerie:

Auf einen Blick: So viel Euro kostet Sie ein Bild pro Sekunde

So viel Euro müssen Sie ausgeben, um ein Bild pro Sekunde beim jeweiligen Modell zu erhalten.
Vergrößern So viel Euro müssen Sie ausgeben, um ein Bild pro Sekunde beim jeweiligen Modell zu erhalten.

Der Kryptowährungen- respektive Mining-Boom flaut langsam wieder ab, weshalb sich auch die Preise für Grafikkarten wieder auf ein normales Niveau einpendeln. Wie viel Euro Sie im Schnitt für ein Bild pro Sekunde ausgeben müssen, zeigt das folgende Balkendiagramm. Hierfür teilen wir den jeweiligen Straßenpreis einer Grafikkarte durch die durchschnittliche Bildrate in den Spiele-Tests. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis liefert die MSI Geforce GTX 1080 Gaming X: Dieses Modell kostet rund 579 Euro und erreicht im Schnitt 107 Bilder pro Sekunde - jeder FPS kostet Sie hier nur 5,41 Euro. Ebenfalls ein verhältnismäßig gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die  Gainward Geforce GTX 1080 Phoenix GS  mit 5,48 Euro. Am teuersten kommt Sie die Gigabyte Radeon RX Vega 56 mit einem Preis von 7,45 Euro pro Bild in der Sekunde.

Grafikkarten bleiben teuer wegen Mining

Dafür benötigen Sie High-End-Grafikkarten

Ab Auflösungen jenseits von 1920 x 1080 Pixel gehen vielen günstigeren Grafikkarten bereits die Puste aus, unschöne Ruckler und einbrechende Bildraten sind dann an der Tagesordnung. Mittlerweile spielen immer mehr Gamer auch auf drei Monitoren, um das Spielerlebnis zu intensivieren. Oder sie begeben sich in dank eines Virtual-Reality-Headsets in täuschend echte, digitale Welten, wo zu geringe Bildraten oder zu hohe Latenzen das Erlebnis trüben würden. Bei dieser anspruchsvollen Zielgruppe sollte die Bildrate auch niemals unter 60 Bilder pro Sekunde fallen!

Wer in sehr hohen Auflösungen wie Ultra-HD (3840 x 2160 Pixel) mit hohen Bildraten zocken will, der braucht eine High-End-Grafikkarte.
Vergrößern Wer in sehr hohen Auflösungen wie Ultra-HD (3840 x 2160 Pixel) mit hohen Bildraten zocken will, der braucht eine High-End-Grafikkarte.
© Nvidia

Doch auch im Multimedia-Bereich ist die Leistung des Grafikchips wichtig wie noch nie. Videobearbeitungsprogramme wie Adobes Photoshop oder industrielle Anwendungen wie CAD-Tools setzen auf die hohe parallele Rechenkraft der GPU. Hinzu kommen dann noch komplexere Aufgaben wie Deep Learning, künstliche Intelligenzen und wissenschaftliche Simulationen. Nicht umsonst verwenden viele Supercomputer hauptsächlich Grafikprozessoren anstelle von herkömmlichen CPUs. Der aktuell fünftschnellste Supercomputer der Welt hört übrigens auf den Namen Titan und verfügt über 18688 Tesla-K20-GPUs von Nvidia, die 299008 Opteron-Rechenkerne beschleunigen. Auf diese Weise erreicht der Computer ein Ergebnis von 17,59 Petaflops. Zur Veranschaulichung: Ein Petaflop bedeutet eine Billiarde Rechenoperationen in der Sekunde, also eine Zahl mit 15 Nullen.

Wie sinnvoll sind mehrere Grafikkarten?

Das sind die beiden Haken bei Oberklasse-Grafikkarten

Ein schnelles Auto mit viel Pferdestärken und großem Hubraum benötigt viel mehr Kraftstoff als ein Kleinwagen – logisch. Und so verhält es sich auch mit Grafikkarten. Je mehr Power die Geräte liefern, desto mehr Energieressourcen beansprucht die Karte für den Betrieb. Deshalb ist eine Leistungsaufnahme von über 300 Watt keine Überraschung im Oberklasse-Segment. Wer also Strom sparen möchte, der ist hier falsch.

Zweiter Haken ist der Preis, der aktuell jedoch aufgrund des Krypto-Mining-Booms noch weiter in schwindelerregende Höhen getrieben wurde: Für eine Geforce GTX 1070 müssen Sie zurzeit mindestens über 500 Euro auf den Tisch legen, Grafikkarten auf Basis der Radeon RX 56 gibt es erst ab über 800 Euro. Doch da ist noch lange nicht Schluss. Die Nvidia Titan Xp bittet beispielsweise mit rund 1140 Euro ordentlich zur Kasse!

Spiele-Leistung in Full- und Ultra-HD im Vergleich

Die Spieleleistung in Full-HD im Vergleich.
Vergrößern Die Spieleleistung in Full-HD im Vergleich.
Die Spieleleistung in Ultra-HD im Vergleich.
Vergrößern Die Spieleleistung in Ultra-HD im Vergleich.

Wenn man sich die Balkendiagramme für die Messungen in Full-HD betrachtet, dann wird schnell klar, dass die Oberklasse-Grafikkarten ab 400 Euro für deutlich mehr bestimmt sind als Gaming in 1080p. Fast jedes Modell im Test liefert hier dreistellige (!) Bildraten. In Ultra-HD schaut es schon anders aus, die üppig angestiegene Pixelzahl bringt einige Karten ins Schwitzen: Die Nvidia Geforce GTX 1080 Ti führt das Feld deutlich an, nur stark übertaktete GTX 1080 können hier noch mithalten. Auch die Radeon Vega 64 von AMD schlägt sich hier nicht übel. Am schlechtesten schneidet hier aber die Gigabyte Radeon RX Vega 56 ab.

Synthetik- und Computing-Leistung im Vergleich

Computing- und Synthetik-Leistung im Vergleich.
Vergrößern Computing- und Synthetik-Leistung im Vergleich.

 Hier zeigt sich wieder ein gewohntes Bild: AMD wendet bei Multimedia- und Computing-Aufgaben wieder einmal das Blatt und kann selbst unseren Testsieger, die Nvidia Geforce GTX 1080 Ti, in den meisten Kategorien in den Schatten stellen. Um es zu verdeutlichen: Eine RX Vega 64 kann extreme 3,29 Gigapixel in der Sekunde verarbeiten, eine GTX 1080 Ti nur 1,39! Wer also kreativ am PC arbeitet, der profitiert von den deutlich schnelleren AMD-Grafikkarten.

Im Vergleich: Stromverbrauch, Lautstärke und Temperaturen

Die Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform mit verschiedenen Oberklasse-Grafikkarten im Vergleich.
Vergrößern Die Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform mit verschiedenen Oberklasse-Grafikkarten im Vergleich.
Die Lautheit von Oberklasse-Grafikkarten im Vergleich.
Vergrößern Die Lautheit von Oberklasse-Grafikkarten im Vergleich.
Die GPU-Betriebstemperaturen von Oberklasse-Grafikkarten im Vergleich.
Vergrößern Die GPU-Betriebstemperaturen von Oberklasse-Grafikkarten im Vergleich.

Die AMD-basierten Grafikkarten benötigen zum Betrieb deutlich mehr Strom als die deutlich leistungsfähigeren Nvidia-Grafikkarten. Außerdem wird deutlich, wie sich die Übertaktung der einzelnen Modelle direkt auf den Stromverbrauch niederschlägt. In Sachen Betriebslautstärke gibt es sehr viele Karten, die mit semi-passiven Lüftern arbeiten und deshalb bei geringer Auslastung komplett lautlos arbeiten. Den größten Ausreißer leistet sich wieder die AMD Radeon RX Vega 64: Der Lüfter rauscht mit 3,1 Sone nicht nur deutlich hörbar, sondern auch richtig nervig auf. Trotzdem klettert die GPU-Temperatur des AMD-Topmodells auf 87 Grad Celsius - das ist zu hoch! Bei den Betriebstemperaturen fällt natürlich auf, dass die semi-passiv-gekühlten Grafikbeschleuniger im Leerlauf natürlich etwas wärmer werden. Das ist aber völlig normal.

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