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Getestet: Bremst Windows 11 die Spieleleistung?

07.10.2021 | 09:16 Uhr | Michael Schmelzle

Windows 11 soll die Gaming-Leistung um bis zu 28 Prozent reduzieren - wir haben selbst den Test gemacht!

Im Netz sorgt der Test der US-Spiele-Website PC Gamer für Schnappatmung unter den PC-Spielern: Windows 11 soll die Gaming-Leistung um bis zu 28 Prozent reduzieren. Unsere Schwesterpublikation PCWorld konnte das nicht so recht glauben und hat selbst einen umfangreichen Test durchgeführt. Windows 11 ist seit dem 5. Oktober nun erhältlich und steht zum Download bereit

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VBS steht für Virtualization Based Security und erhöht die Sicherheit unter Windows 11, indem es virtuelle Sicherheitsenklaven erstellt. Dies ist eine der Anforderungen, die Microsoft eingeführt hat. Dadurch unterstützt Windows 11 keine CPUs, die älter als Intels 8. Core-Generation beziehungsweise AMDs Ryzen-1000-Serie sind. Wir haben unsere eigenen VBS-Tests mit einer Vielzahl von Prozessoren durchgeführt, um die potenziellen Auswirkungen von Windows 11 auf die Leistung zu ermitteln, aber unsere ersten Tests umfassten keine Spiele. Mehr dazu lesen Sie hier: Windows 11 - Test beweist, ältere CPUs sind zu schwach.

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Um zu sehen, ob PC-Spielern nach dem Upgrade tatsächlich eine düstere Zukunft bevorsteht, haben wir die aktuelle Version 22000.194 von Windows 11 Home auf einem Acer Predator Triton 500-Laptop mit Intel Core i7-8750H, 16 GB DDR4-RAM und einer Nvidia GeForce RTX 2060 Max-Q GPU installiert. Dazu spielten wir die neuesten Updates und Treiber auf, die wir für den Laptop finden konnten - inklusive dem Windows 11-Treiber von Nvidia.

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Wir haben mit zehn Spielen getestet (siehe Diagramm unten), wobei wir aus Konsistenzgründen ihre integrierten Benchmark-Modi ausführten (Durchschnittswerte für drei Spieldurchläufe in 1080p). Jeder Test wurde jeweils mit ein- und ausgeschaltetem VBS durchgeführt. Hier sind die Ergebnisse - das Diagramm zeigt VBS-On-Scores in Grün und VBS-Off-Scores in Rot:

Gaming-Leistung mit ein- und ausgeschalteter VBS-Sicherheitsfunktion von Windows 11
Vergrößern Gaming-Leistung mit ein- und ausgeschalteter VBS-Sicherheitsfunktion von Windows 11

Bei fast allen Tests konnten wir keinen Unterschied feststellen - die meisten Ergebnisse lagen innerhalb der Fehlerspanne. Lediglich bei Counter-Strike: Global Operations sank die Spieleleistung bei aktiviertem VBS um etwa 6 Prozent. Wie sind die Ergebnisse zu deuten? Wir sind uns ehrlich gesagt nicht sicher, aber hier gibt es viele Variablen. Erstens verwenden wir einen OEM-Laptop und keinen selbst gebastelten Rechner wie "PC Gamer". Auch die beiden von der Website verwendeten Kernkomponenten sind deutlich schneller als unser Laptop, besser gekühlt - und das System ist auch mit mehr Arbeitsspeicher ausgestattet.

Seltsam: Einige der von PC Gamer getesteten Titel haben wir ja auch getestet, aber unsere Ergebnisse zeigten keine Einbrüche bei der Gaming-Performance. Ist es möglich, dass sich VBS trotz des Einschaltens auf unserem Gaming-Laptop nicht einschaltet? Wir wissen es nicht.

Aber es ist klar, dass die Spieleleistung von Windows 11 jetzt, da die endgültige Version veröffentlicht ist, noch mehr getestet werden muss. Wir wissen, dass sogar Microsoft der Meinung ist, dass die Aktivierung aller Sicherheitsfunktionen des neuen Betriebssystems mit Kosten verbunden ist - und die Redmonder erlauben sogar PC- und Notebook-Herstellern, Systeme mit deaktivierter VBS-Funktion auszuliefern:

„Da HVCI auf dem Windows-Hypervisor basiert, haben die Sicherheitsvorteile der Speicherintegrität Kompromisse bei der Rechenleistung und dem Stromverbrauch“, heißt es hier in der Dokumentation von Microsoft. „Einige Geräte, die besonders leistungsempfindlich sind (z. B. Gaming-PCs), werden möglicherweise mit deaktiviertem HVCI ausgeliefert. Angesichts der Auswirkungen auf die allgemeine Gerätesicherheit empfehlen wir Ihnen, diese Szenarien vorher gründlich zu testen.“

Unser Tipp: Bevor Sie auf Windows 11 umsteigen sollten Sie weitere Gaming-Speed-Tests abwarten.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine Übersetzung unserer Schwesterpublikation PC-World, hier im Original nachzulesen.

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