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Ford Sync 3 im Fiesta: Navi, Telefonie, Carplay und Android Auto im Test

26.02.2018 | 15:22 Uhr |

Sync 3 sorgt im Ford für Unterhaltung, bietet eine Freisprechanlage, liest SMS vor und übernimmt die Navigation. Carplay und Android Auto stehen ebenfalls zur Verfügung. Wir haben Ford Sync 3 mit App Link im Fiesta getestet und fanden Licht und Schatten.

Ford Sync 3 ist die aktuelle Version von Fords Infotainmentsystem. Es umfasst in der höchsten Ausbaustufe eine Navigationslösung, Freisprecheinrichtung samt SMS-Management, diverse Unterhaltungsfunktionen wie Audio-Streaming oder DAB+-Radio, Carplay und Android Auto.

Preise: Der 8-Zoll-Touchscreen mit App Link (für Carplay und Android Auto) gehört ebenso wie das Navi, DAB+ und das B&O-Play-Soundsystem mit zehn Lautsprechern zum Cool & Sound-Paket IV, das 900 Euro kostet. Die kamera-basierte Verkehrsschild-Erkennung gehört wiederum zum Sicherheits-Paket I, das weitere 250 Euro kostet.

Kann man auf das B&O-Play-Soundsystem verzichten, so bekommt man je nach Ausstattungsvariante des Wagens Sync 3 mit App Link und 8-Zoll-Touchscreen auch schon für 350 Euro und zusätzlich mit DAB+ für 550 Euro sowie zusätzlich mit dem Navigationssystem für 850 Euro. Der CD-Player im Handschuhfach kostet 100 Euro extra.

Ein Notrufsystem bietet Ford ebenfalls an. Dieses funktioniert allerdings nur über das gekoppelte Smartphone. Eine eigene SIM verbaut Ford also anders als zum Beispiel BMW oder Audi nicht fest im Wagen. Fairerweise muss man aber sagen, dass fest verbaute SIM-Karten im Volumen-Segment derzeit noch unüblich sind.

Der Touchscreen zeigt den Startbildschirm mit verkleinerter Navi-Karte, Unterhaltungsmenü und Telefonie. Darunter die diversen physischen Bedienelementen.
Vergrößern Der Touchscreen zeigt den Startbildschirm mit verkleinerter Navi-Karte, Unterhaltungsmenü und Telefonie. Darunter die diversen physischen Bedienelementen.

Testbasis ist ein Ford Fiesta Titanium mit Ford Sync 3 mit App Link, Navigation, DAB+ und CD-Player sowie B&P-Player-Soundsystem zum Listenpreis von 24.330 Euro.

Hardware-Ausstattung

Der frei stehenden 8-Zoll-Touchscreen vor der Mitte des Armaturenbretts ist das Herzstück von Ford Sync 3. Acht Zoll ist im Volumensegment eine gängige Bildschirmgröße. Wobei VW im Golf mittlerweile auch 9,2 Zoll anbietet. Dieses Discover Pro ist aber deutlich teurer als Ford Sync 3.

Links oben auf dem Bildschirm befindet sich der Home Button zum Aufrufen des Startbildschirms. Daneben zeigt Sync 3 Informationen wie Uhrzeit oder Außentemperatur an. Am unteren Rand ist die Menüleiste mit den Buttons für die einzelnen Funktionen wie Musik/Radio, Navigation oder Apps angebracht.

Die Bordcomputeranzeige direkt vor dem Fahrer.
Vergrößern Die Bordcomputeranzeige direkt vor dem Fahrer.

Der Touchscreen lässt sich grundsätzlich zuverlässig bedienen und reagiert ausreichend schnell. Der Bildschirm ist aber recht kleinteilig aufgebaut. Viele Menü-Punkte und Schaltflächen sind klein gehalten und erfordern während der Fahrt die ganze Aufmerksamkeit des Fahrers, damit dieser sie mit dem Finger treffen kann.

Zu dem 8-Zoll-Touchscreen kommt noch ein kleines Informationsdisplay zwischen Tachometer und Drehzahlmesser direkt vor dem Fahrer im Cockpit, das die Bordcomputer-Angaben darstellt. Auf diesem Informationsdisplay sehen Sie den Kilometerstand, Navigationsinformationen oder Informationen zum gekoppelten Telefon oder zum gerade laufenden Radiosender.

Wie gehabt stehen Lenkradtasten zum Annehmen von Anrufen, zum Starten der Sprachsteuerung, zur Lautstärkeregelung, zur Bordcomputer-Steuerung oder zur Radiosender-Wahl zur Verfügung. Heizung und Klimaanlage können Sie aber über klassische Dreh-Drück-Knöpfe bedienen. Ebenso können Sie die Lautstärke mit Hilfe von mechanischen Stellknöpfen einstellen und darüber auch die Radiosender wechseln. Damit schalten Sie den Bildschirm auch ein und aus. Und Sie können Lieder mit mechanischen Tasten unterhalb des Touchscreens vor- und zurückspulen und anhalten. Eine gewisse Blindbedienbarkeit ist bei Sync 3 also durchaus gegeben: Gut! Neben Touchscreen, klassischen Bedienknöpfen und Lenkradtasten steht bei Sync 3 aber auch eine Sprachsteuerung zur Verfügung.

Sprachsteuerung: Etwas mühsam

Sie können die Bereiche Telefon, Musik, Apps und das Navigationssystem mit Sprachbefehlen bedienen. Dabei können Sie aber nicht völlig frei sprechen, sondern müssen die Vorgaben von Sync 3 einhalten. Ford Sync 3 lässt sich mit der Sprache also nicht ganz so natürlich wie beispielsweise BMW Connected Drive bedienen. Es leistet sich zudem einige merkwürdige Schwächen: So erkannte die Sprachsteuerung bei der Eingabe des Navigationsziels „München“ meist nicht. Das hatte zur Folge, dass wir keine Navigationsziele in München per Sprache eingeben konnten! Auch bei einigen anderen Städtenamen gab es mitunter Probleme,  wieder andere Städtenamen erkannte Sync 3 dagegen sofort.

Bei der Wahl der Radiosender zeigte sich die Sprachsteuerung ebenfalls zickig: Sie können nur Frequenzen per Sprachbefehl eingeben (wer merkt sich denn Frequenzen?), aber keine Sendernamen! Das ist nicht gerade bedienerfreundlich.

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Sie können per Sprachsteuerung Kontakte aus dem Smartphone-Telefonbuch anrufen und sich mit „SMS anhören“ neu eingetroffene Kurznachrichten vorlesen lassen. Der Sprachbefehl „Verkehrslage anzeigen“ öffnet den entsprechenden Bildschirm. Diese Befehle funktionierten im Test zuverlässig.

In einigen Fahrzeugen von Ford soll sich auch die Klimaanlage über Sprachbefehle bedienen lassen. Diese Funktion stand in unserem Fiesta aber nicht zur Verfügung. Sofern die Sprachsteuerung auch die Klimaanlage unterstützen würde, sollte der Sprachbefehl „Temperatur 20 Grad“ die Heizung entsprechend einstellen.

Insgesamt funktioniert die Sprachsteuerung zwar, sie gehört aber zu den schwächeren und umständlicheren Lösungen auf dem Markt.

Navigation
Vergrößern Navigation

Navigation

Die von Sync 3 bereitgestellte Navigation erledigt ihre Aufgabe solide und ohne Schnickschnack. Optische Leckerbissen wie Google-Earth-Ansicht oder Street View fehlen ebenso wie fotorealistische 3D-Häusermodelle. Im Test lotste sie uns zuverlässig zu allen eingegebenen Zielen. Die Zieleingabe klappt zwar grundsätzlich auch per Sprache, wobei wir da aber das bereits erwähnte ärgerliche Problem mit dem Stadtnamen "München" hatten. Das Verständnisproblem ist aber nicht auf "München" beschränkt: Sync 3 verstand aber auch einige andere Städtenamen nicht, dann aber verstand Sync 3 eine komplette Adresse in einer Kleinstadt wieder auf Anhieb. Außerdem muss man bei der Adresseingabe per Sprache genau die von Sync 3 erwartete Reihenfolge einhalten. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Eingabe von Navigationszielen per Sprache relativ oft scheitert und somit insgesamt etwas mühsam ist.

Navigationsmenüs.
Vergrößern Navigationsmenüs.

Für die Sonderzielsuche steht die Google-Suche aber nicht zur Verfügung, sondern nur die interne POI-Suche. Diese liefert aber weniger Treffer als eine Google-Suche und ist deutlich sperriger als die Google-Suche zu bedienen.

Die TMC-basierten Verkehrslageinformationen lassen sich auch per Sprachbefehl anzeigen. Sie sind aber wenig aussagekräftig.
Vergrößern Die TMC-basierten Verkehrslageinformationen lassen sich auch per Sprachbefehl anzeigen. Sie sind aber wenig aussagekräftig.

Live-Traffic soll es nur über die Ford-Pass-App geben. Sie müssen die App auf Ihrem Smartphone installieren und ein Ford-Konto anlegen. Das geht kostenlos. Wenn Sie Ihr Fahrzeug über die Angabe der VIN/FIN in der App hinterlegt haben, sollen Sie die Echtzeit-Verkehrsinformationen empfangen. Über die Internetverbindung des gekoppelten Smartphones und die Ford-Pass-App sollen dann die Echtzeit-Verkehrsdaten zur Navigation von Ford Sync 3 gelangen. Sie sollen laut Ford den Status unter „Mobile App, FORD PASS, Live Traffic“ sehen können. Die Echtzeitverkehrslagedaten kommen von Here.

In unserem Fall scheint das aber nicht funktioniert zu haben, wir navigierten während des gesamten Testzeitraums offensichtlich nur mit den deutlich ungenaueren Verkehrslagedaten von TMC. Diese stehen standardmäßig zur Verfügung. Dafür benötigen Sie keine Internetverbindung.Die TMC-Daten sind aber wie gehabt ungenau: Wir standen mehrmals im Stau, trotzdem zeigte uns Sync 3 an, dass auf unserer Route keine Verkehrsbehinderungen vorliegen würden.

Mit dem Sprachbefehl „Verkehrslage anzeigen“ öffnen Sie den Verkehrslage-Bildschirm auf dem Monitor. Das klappte im Test auf Anhieb.

Bei einer laufenden Navigation sehen Sie die voraussichtliche Ankunftszeit nur, wenn Sie das Navigationsmenü geöffnet haben. Auf dem Startbildschirm dagegen sehen Sie im kleineren Navigationbildschirm nicht, wann Sie Ihr Zeit erreichen werden.

Die Telefonie-Menüs.
Vergrößern Die Telefonie-Menüs.

Freisprecheinrichtung und SMS-Verwaltung

Sie können Kontakte aus dem Adressbuch Ihres via Bluetooth verbundenen Smartphones per Sprachbefehl anrufen und Nummern auf dem Touchscreen auch eintippen. Das Aufsprechen von Telefonnummern ist dagegen nicht möglich! Anrufe nehmen Sie mit einem Druck auf die entsprechende Lenkradtaste entgegen.

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Wenn Sie ein Android-Smartphone mit Ford Sync 3 koppeln, steht Ihnen ein leistungsfähigeres Kurznachrichten-Management als beim iPhone zur Verfügung. Eintreffende Textnachrichten liest Sync 3 bei Android-Smartphones vor. Für die Antworten stehen Textbausteine zur Verfügung, die Sie per Touch auswählen können. Einen eigenen Text können Sie dagegen nicht aufsprechen. Mit dem Sprachbefehl „SMS anhören“ können Sie sich eine SMS vorlesen lassen.

SMS-Verwaltung.
Vergrößern SMS-Verwaltung.

Beim iPhone können Sie SMS zumindest empfangen und sich vorlesen lassen. Antworten sind jedoch nicht möglich.

Trifft eine SMS während der Koppelung Ihres Smartphones mit Ford Sync ein, erscheint ein Hinweis auf dem Fahrzeug-Bildschirm.

Radio, Audio-Streaming, CD

In erster Linie bedienen Sie die Unterhaltungsfunktionen über den Touchscreen, zusätzlich können Sie aber beispielsweise die Lautstärke auch über Lenkradtasten und den Drehknopf unterhalb des Touchscreens regeln. Beliebte Sender können Sie auf digitale Favoriten-Tasten legen.

Lieder von USB-Stick.
Vergrößern Lieder von USB-Stick.

Neben FM/UKW und AM gibt es gegen Aufpreis auch DAB+. Außerdem können Sie sich von den Liedern auf Ihrem Smartphone bespaßen lassen – dank Bluetooth-Audiostreaming. Dazu können Sie in den Playlists Ihres Smartphones stöbern und dann den gewünschten Titel abspielen lassen.

Etwas unbequem: Wenn man das Abspielen von Liedern, die per Bluetooth-Audiostreaming vom Smartphone abgespielt werden, auf dem Sync-3-Bildschirm anhält und dann eine Verkehrsdurchsage eintrifft und man diese per Fingerdruck beendet, wird das Abspielen des Liedes wieder fortgeführt.

Umständlich und kein Beitrag zur Steigerung der Verkehrssicherheit: Wie bereits erwähnt, können Sie per Sprachbefehl keinen Radiosender auswählen, sondern müssen die Senderwahl über den Touchscreen erledigen. Laut Isfried Hennen, Leiter Produktkommunikation Ford, soll dieser Schwachpunkt im Zuge eines der nächsten Sync-3-Updates beseitigt werden. Hennen kann dafür aber keinen konkreten Zeitpunkt nennen.

Bluetooth-Audio-Streaming vom Smartphone.
Vergrößern Bluetooth-Audio-Streaming vom Smartphone.

Das CD-Laufwerk befindet sich im Handschuhfach; an dieser Stelle verbaut auch die Volkswagengruppe den CD-Player. Außerdem können Sie Lieder, aber keine Videos von einem USB-Stick abspielen. Insofern kann man Sync 3 den für Fahrzeuge dieser Preisklasse gewohnten Funktionsumfang bescheinigen.

CD-Player im Handschuhfach.
Vergrößern CD-Player im Handschuhfach.

Webradio steht im Ford nicht zur Verfügung - ausgenommen über Spotify oder Tune-In beziehungsweise Google Play Music im Rahmen von Carplay beziehungsweise Android Auto.

Mühsam: Die mit der App ermittelten Navi-Ziele werden erst dann zu Sync 3 übertragen, wenn man das Smartphones per USB-Kabel mit dem Fahrzeug verbindet.
Vergrößern Mühsam: Die mit der App ermittelten Navi-Ziele werden erst dann zu Sync 3 übertragen, wenn man das Smartphones per USB-Kabel mit dem Fahrzeug verbindet.

Ford Pass App

Über die Ford Pass App für iOS und Android bekommen Sie laut Ford die Echtzeit-Verkehrsinformationen (bei unserem Testwagen scheint das nicht geklappt zu haben). Sie können damit außerdem nach Tankstellen und Parkplätzen rund um Ihren Standort suchen und im Pannenfall den Pannennotruf von Ford kontaktieren. Wenn Sie in der App eine Tankstelle oder einen Parkplatz aussuchen, können Sie sich dieses Ziel für das Navigationsgerät vormerken lassen. Die Übertragung des Navigationsziels erfolgt aber erst, wenn Sie Ihr Smartphone im Wagen per USB-Kabel mit Ford Sync 3 verbinden.

Die Ford-Pass-App.
Vergrößern Die Ford-Pass-App.

Die Ford-Pass-App bietet aber keinen Fernzugriff auf Klimaanlage, Türen oder Fenster. Der aktuelle Standort des angestellten Fahrzeugs wird aber angezeigt, wenn Ihr Smartphone beim Abstellen mit dem Ford verbunden war.

Die Integration von iPhones in das Entertainment-Systems eines Autos funktioniert dank Apple Wireless CarPlay jetzt auch kabellos. Bisher gibt es die Technologie allerdings nur bei BMW. Mehr Infos zu Wireless CarPlay erhalten Sie in diesem Video.

Sync 3 bietet keinen eigenen Internetzugang an. Alle Internetverbindungen laufen gegebenenfalls über das gekoppelte Smartphone.
Sie können Sync-kompatible Apps mit App Link bedienen. Die Anzahl der Sync-kompatiblen Apps ist allerdings überschaubar: Es gibt Wetter.de, Gympse, n-tv, Accu-Weather und Katwarn sowie die kostenpflichtige Navigations-App von Sygic. Eine Nachrichten-App fehlt. Alles in allem scheint Ford den Apps keine allzu große Bedeutung beizumessen. Übrigens: Mit dem Sprachbefehl „Apps anzeigen“ veranlassen Sie Sync 3 dazu, alle Sync-kompatiblen Apps anzuzeigen.

Das Bild zeigt Carplay auf dem Touchscreen im Fiesta.
Vergrößern Das Bild zeigt Carplay auf dem Touchscreen im Fiesta.

Erheblich spannender sind die ebenfalls unter App Link zusammengefassten Schnittstellen Apple Carplay für iPhones und Android Auto für Android-Smartphones. Beide Systeme werden via Kabel mit Sync 3 verbunden, Wireless Carplay steht also anders als bei BMW nicht zur Verfügung. Sowohl Carplay als auch Android Auto funktionieren dann in der gewohnten Weise. Sie starten also beispielsweise Siri oder die Google-Sprachsteuerung mit einem langen Druck auf die Sprachsteuerungstaste am Lenkrad.

Whatsapp im Rahmen von Carplay.
Vergrößern Whatsapp im Rahmen von Carplay.

Whatsapp funktionierte im Rahmen von Carplay im Ford nur mittelmäßig. So wies uns das Whatsapp-Icon auf dem Carplay-Bildschirm oft nicht auf neue Nachrichten hin, sondern wir mussten erst das Whatsapp-Icon antippen, um sehen zu können, ob unter dem Button "Ungelesen" neue Nachrichten vorlagen.

Whatsapp: Ungelesene Nachrichten.
Vergrößern Whatsapp: Ungelesene Nachrichten.

Siri las uns diese neuen Nachrichten dann manchmal vor, manchmal brach Siri aber auch mit einer Fehlermeldung ab. Bilder oder Videos, die mit Whatsapp eintrafen, bekamen wir auf dem Carplay-Bildschirm nicht zu Gesicht. Auch nicht bei ausgeschaltetem Motor.

Whatsapp unter Carplay: Nachricht mit Siri aufsprechen.
Vergrößern Whatsapp unter Carplay: Nachricht mit Siri aufsprechen.

Das Aufsprechen und Verschicken von Whatsapp von Carplay aus mit Hilfe von Siri funktionierte dagegen problemlos.

Android Auto mit Ford Sync 3.
Vergrößern Android Auto mit Ford Sync 3.

Bei Android Auto konnten wir problemlos die Sprachsteuerung mit einem langen Druck auf die Sprachsteuerungstaste im Lenkrad drücken und per Sprachbefehl sofort ein Navigationsziel für Google Maps eingeben. Die Navigation mit Google Maps startete dann sofort.

Tankstellensuche mit der Ford-Pass-App.
Vergrößern Tankstellensuche mit der Ford-Pass-App.

Fazit: Fairer Preis, aber durchaus Schwächen

Der grundsätzliche Funktionsumfang von Ford Sync 3 ist okay. Sync 3 deckt alle wesentlichen Einsatzbereiche ab. Navigation, Freisprechanlage, Radio und Audio-Streaming funktionieren so, wie sie sollen. Gut gefällt uns, dass sogar in begrenztem Umfang ein SMS-Management möglich ist.

Auch der Preis geht in Ordnung. Die Sprachsteuerung ist aber nur Mittelmaß und an einigen Stellen ziemlich unkomfortabel. Immer wieder verstand uns die Sprachsteuerung nicht. Besonders ärgerlich waren die Probleme bei der Spracheingabe von Navigationszielen: So etwas tritt nur noch selten bei modernen Infotainmentsystemen auf. Dass man den Namen eines Radiosenders nicht per Sprachbefehl eingeben kann, ist sogar völlig unzeitgemäß.

Ende des Tests von Ford Sync 3 im Ford Fiesta vom Februar 2018. Beginn des Tests von Ford Sync 2 im Ford Mustang im November 2015:

Test: Sync 2 im Ford Mustang GT mit V8 und 421 PS
Vergrößern Test: Sync 2 im Ford Mustang GT mit V8 und 421 PS
© Ford

Ford Sync 2 im Mustang GT im Test

Der Ford Mustang bietet mit seinem mächtigen V8-Saugmotor nicht nur Riesenfahrspaß, sondern mit Sync 2 auch Freisprecheinrichtung, Sprachsteuerung, Navi, Unterhaltung und Klima-Regelung. Mit Sync 2 telefonieren Sie freihändig über das gekoppelte Smartphone, lassen sich zu Ihren Navigationszielen lotsen, wählen Musik und Radio aus und regeln sogar die Klimaanlage. Per Sprache, Tasten oder Touchscreen. Wir haben Sync 2 im November 2015 getestet und fanden Licht und Schatten im berühmten Pony Car.

Die Sync-Familie

Sync 2 war 2015 die in Deutschland verkaufte Infotainmentlösung von Ford. Es hat das Vorgängersystem Sync 1 ersetzt, das bei Optik und Funktionsumfang noch sehr schlicht war (wir haben Sync 1 ebenfalls getestet haben. Sie finden diesen Test in diesem Artikel unterhalb des Testberichts zu Sync 2. Scrollen Sie dazu einfach weiter nach unten). Sync 2, wie es Ford derzeit unter anderem in seinem Pony Car verkauft, ist aber schon wieder ein Auslaufmodell. Denn Ford arbeitet bereits intensiv am Nachfolger Sync 3, das Ford auf der CES 2015 in Las Vegas vorgestellt hat. Sync 3 verspricht eine attraktiverer Optik, schnellerer Reaktion, besserer Hardware und viele Apps – das Infotainmentsystem bekommt mit Sync 3 also eine umfassende Anbindung an Smartphone und Internet, wie man es schon von den Infotainmentsystemen vieler anderer Automobilherstellern kennt. Sync 2 gibt sich gegenüber Internet- und Smartphoneanbindung dagegen weitgehend verschlossen, mehr dazu später.

Unser Testwagen in der Tiefgarage des Verlagsgebäudes
Vergrößern Unser Testwagen in der Tiefgarage des Verlagsgebäudes

Das von uns getestete Sync 2 basiert noch auf einem speziell für den Embedded-Einsatz in Autos angepassten Windows-System. Doch Ford beendet die Kooperation mit Microsoft und setzt bei Sync 3 auf die Zusammenarbeit mit Blackberry und dessen Betriebssystem QNX.

QNX statt Windows: Ford wirft Windows aus dem Wagen

Preis für Sync 2 im Mustang

Im Ford Mustang ist das „Audiosystem CD inklusive Ford SYNC 2“ mit Touchscreen (Kommunikations- und Entertainmentsystem mit erweiterter Sprachsteuerung) bereits im Grundpreis enthalten. Allerdings ohne Navigationsfunktion. Möchte man das Navi mit dabei haben, dann werden 2500 Euro für das Premium-Paket (Navi, Premium-Lederpolsterung, Parkdistanzkontrolle hinten) fällig. In diesem heftigen Preis sind aber neben dem Navigationssystem zusätzlich ein Sound-System mit 12 Lautsprechern, Lederpolsterung, klimatisierte Vordersitze, 19-Zoll-Leichtmetallräder, das Park-Pilot-System hinten und diverse optische Aufwertungen enthalten. Die Funktion App-Link, die Ford bei einigen Modellen offensichtlich auch anbietet, stand in unserem 421-PS-Wagen nicht zur Verfügung.

Testbasis mit V8-Motor

Unsere Testbasis war ein Ford Mustang GT mit acht Zylindern und 421 PS.

Hardware: Farb-Touchscreen mit CD-Player und Lenkradtasten

Das Herzstück von Sync 2 ist der 8 Zoll große Touchscreen im Armaturenbrett über der Mittelkonsole. Er ist das einzige Ausgabeinstrument und zugleich das wichtigste Bedieninstrument neben Sprachsteuerung, Lenkradtasten und einigen klassischen Bedienknöpfen und Schaltern, die unterhalb des Bildschirms angebracht sind. Einen auf der Mittelkonsole angebrachten Controller, wie ihn Audi , BMW , Mercedes und Lexus sowie Mazda zur Bedienung des Bildschirms-Menüs verbauen, gibt es nicht.

Sinnvoll: Einige Funktionen stehen aus Gründen der Verkehrssicherheit nur zur Verfügung, wenn das Fahrzeug steht.

Startbildschirm
Vergrößern Startbildschirm

Aufbau des Touchscreens

Bei Ford Sync 2 ist der Touchscreen in vier Bereiche aufgeteilt: Telefon, Navigation, Entertainment und Klimatisierung. Oben am mittleren Bildschirmrand kann man die Uhrzeit und die Außentemperatur ablesen. Unten in der Mitte des Bildschirms befindet sich die Info-Taste, die zum Beispiel die Verkehrslagemeldungen anzeigt. Und zwar getrennt nach den für die aktuelle Route relevanten und allen empfangbaren Verkehrsmeldungen (gut! Diese Unterscheidung bieten nicht alle Navigationssysteme). Daneben befindet sich der Home-Button für die Startseite von Sync 2 und danach wiederum das Einstellungsmenü für Sync. In den vier Ecken des Bildschirms befinden sich die recht klein geratenen Schaltflächen zum Aufrufen der Menüs für Telefon, Navigation, Entertainment und Klimatisierung.

Ford Sync 2 im Mustang GT Bild für Bild:

Die Info-Taste bietet auch eine praktische Wo-bin-ich-Funktion sowie einen Kalender, der allerdings nicht mit dem Smartphone synchronisiert wird und keine Termine enthält. Der Sinn eines solchen Kalenders ohne Termine erschließt sich uns nicht. Hier wäre eine Synchronisation mit dem Kalender des gekoppelten Smartphones wünschenswert.

Außerdem zeigt Ford Sync im Info-Menü Benachrichtigungen an. Auch „Anwendungen“ hat Ford hier platziert. Allerdings fast ohne Inhalt. Derzeit gibt es hier nur den Notruf-Assistenten und eine Update-Funktion. Also keine Smartphone-Apps oder ähnliches.

Gut gefällt uns die relativ große „Bitte-nicht-stören“-Schaltfläche für das Smartphone auf dem Startbildschirm. Damit erspart man sich während der Fahrt störende Anrufe.

Kleinteilig und etwas langsam

Der Bildschirm lässt sich zwar grundsätzlich gut ablesen. Er bietet aber viele kleinteilige Schaltflächen und Informationsangaben, die man erst einmal während der Fahrt finden oder mit dem Finger treffen muss. Während der Fahrt lenkt das zu lange vom Verkehrsgeschehen ab. Weil man relativ lange auf dem Bildschirm schauen und nach der richtigen Schaltfläche suchen oder genauer hinschauen muss, um zum Beispiel in der Navigation die Ankunftszeit abzulesen. Zudem reagiert der Touchscreen
etwas verzögert und nur auf nachdrücklichen Fingerdruck.

Etwas überladen

Außerdem hat es Ford mit der Informationsdichte etwas zu gut gemeint, man muss sich erst einmal auf dem Bildschirm und in den Untermenüs zurecht finden. Besonders intuitiv empfanden wir Menüführung und Bedienbarkeit jedenfalls nicht.

Klassische Bedieninstrumente
Vergrößern Klassische Bedieninstrumente

Klassische Bedienelemente und CD-Laufwerk

Unter dem Touchscreen sind klassische Drehschalter zum Regeln der Lautstärke und zur Senderwahl angebracht. Außerdem Tasten zum Ein- und Ausschalten des Infotainmentsystems, zum Vor- und Zurückspulen, zum Auswerfen der CD und für die Klangeinstellungen. Ford verzichtet bei Sync 2 im Unterschied zu einigen anderen Herstellern also nicht auf das CD-Laufwerk – lobenswert.

Lenkradrasten
Vergrößern Lenkradrasten

Lenkradtasten

Das Lenkrad ist mit Lenkradtasten etwas überladen: Für Bordcomputer und Tempomat sind sie links von der Hupe angeordnet. Die Lenkradtasten rechts von der Hupe dienen zur Lautstärkeregelung (zwei Tasten) und zum Vor- und Zurückspulen bei Radiosendern und Musiktracks (ebenfalls zwei Tasten). Zwischen diesen vier Tasten ist die Mode-Taste angeordnet, mit denen man die Audioquelle wie Radio, CD, USB oder Audiostreaming auswählt. Aufgrund der engen Anordnung erwischt man schon mal versehentlich die Mode-Taste anstelle der Lautstärkeregelung. Und verliert dadurch den gerade gehörten Radiosender. Ärgerlich. Rechts darunter befinden sich die Tasten zum Führen von Telefonaten und zum Einschalten der Sprachsteuerung sowie die Stummschaltung.

Unter der Mittelarmlehne hat Ford einen USB-Anschluss, SD-Kartenslot (der aber bereits mit einer SD-Karte mit der Navigationskarte belegt ist) und AUX/Line-in vorhanden.
Cockpit-Instrumente vor dem Fahrer

Direkt vor dem Fahrer befinden sich Drehzahlmesser und Tachometer, dazwischen das Bordcomputer-Display. Ford nennt das alles zusammen Kombiinstrument. Navigations- oder Abbiegehinweise oder andere Infotainment-Informationen findet man hier im Unterschied zu den Systemen einiger anderer Hersteller wie beispielsweise Volkswagen oder Seat nicht. Das ist schade, denn das Einblenden von Navigationshinweisen oder des Auswahlmenüs für Radiosender direkt vor dem Fahrer reduziert deutlich die Ablenkungsgefahr. Ebenso fehlt ein ausfahrbares Head-Up-Display, wie es beispielsweise im Mini oder Mazda 3 oder VW Passat verbaut ist.

Stattdessen liefert der kleine Bildschirm zwischen Drehzahlmesser und Tachometer diverse Motordaten wie Zylinderkopftemperatur oder Öldruck – wie es sich für einen Sportwagen gehört - und Verbrauchswerte (die bei einem V8-Motor eher unerfreulich sind). Bedient wird der Bordcomputer über die oberen linken Bildschirmtasten.

Sprachsteuerung

Die Sprachbefehle stehen für alle Hauptbereiche von Sync 2 zur Verfügung. Also für Telefon, Navigation, Unterhaltung und sogar für die Klimaanlage. Letzteres erinnert uns an Uconnect im Jeep Grand Cherokee, wo man ebenfalls die Klimaanlage per Sprachbefehl bedienen konnte.

Wie bei allen Infotainmentsystemen startet man die Sprachsteuerung über einen Druck auf eine Lenkradtaste. Damit die Sprachsteuerung das tut, was man will, müssen Sie exakt die von Ford Sync erwarteten Befehle aufsprechen. Tun Sie das nicht, so verweigert Sync die Zusammenarbeit.

Insgesamt funktioniert die Sprachsteuerung zwar, die Gespräche ziehen sich aber etwas arg lang hin, das System wartet oft noch sehr lange, bis es eine Funktion auslöst. Keinesfalls kann man mit Sync 2 so frei sprechen wie beispielsweise mit Siri – dafür versteht Sync 2 einfach zu wenig. So erwartet die Sprachsteuerung bei der Wahl eines Radiosenders allen Ernstes die Frequenz oder aber die Preset-Angabe (also die belegte Stationstaste). Den einfachen Befehl „Sender Bayern 1“, wie man ihn beispielsweise im VW oder Seat aufsprechen kann, versteht die Sprachsteuerung dagegen nicht.

Die Sprachsteuerung versteht also nur eng umgrenzte Befehle und ist nicht sehr flexibel. Somit werden Sie zumindest anfangs nicht umhinkommen und sich alle verfügbaren Sprachbefehle über „Kommandoliste“ vom System anzeigen zu lassen.

Wenn Sie die Sprachsteuerung auf den Expertenmodus umschalten, dann ist Sync etwas wortkarger und damit schneller, aber so richtig natürlich konnten wir mit Sync 2 nicht sprechen.

Telefonie
Vergrößern Telefonie

Telefonie und Freisprecheinrichtung

An der Freisprechanlage gibt es nichts zu kritisieren, sie stellt alle gängigen Funktionen wie Kurzwahlen, Telefonbücher und Ruflisten zur Verfügung. Sie können problemlos mehrere Smartphone mit Sync 2 verbinden, eines legt man als bevorzugtes Telefon fest. Die Bluetoothkoppelung klappte mit allen unseren Smartphones auf Anhieb, selbst das uralte HTC Desire ließ sich sofort mit Sync 2 koppeln.

Diese Smartphones sind mit Sync 2 gekoppelt
Vergrößern Diese Smartphones sind mit Sync 2 gekoppelt

Nach der Bluetooth-Koppelung mit dem Smartphone steht auch der Notruf-Assistent bereit – Ford verbaut also im Mustang keine SIM-Karte für Notrufe. Ein Unterschied beispielsweise zum Mini von BMW, der seit Frühjahr 2014 die fest verbaute SIM-Karte für Notrufe nutzt. Ohne gekoppeltes Smartphone gibt es also keine Notruffunktion.

Ein Telefonat kann man auf verschiedene Weise beginnen: Man öffnet das Telefon-Menü auf dem Touchscreen und tippt auf der virtuellen Tastatur die Nummer ein, oder man spricht die Nummer per Sprachsteuerung auf, oder man wählt einen Namen aus dem Telefonbuch aus. Dabei ist es - wie immer bei der Sprachsteuerung von Sync 2 - wichtig, dass man exakt den vorgegebenen Befehl wählt. So führt „wählen“ zur Eingabe einer Telefonnummer, „anrufen“ verlangt dagegen die Eingabe eines Eintrags aus dem Telefonbuch des Smartphones. Sync 2 lädt sofort nach der Koppelung die Telefonbücher der Smartphones herunter.

Textvorlagen für SMS
Vergrößern Textvorlagen für SMS

Gut gefällt uns das Kurznachrichten-Management von Ford Sync 2. SMS, die auf dem gekoppelten Smartphone eintreffen, kann man sich auf dem Sync-Bildschirm anzeigen lassen und dort lesen. Auf Wunsch liest Sync die SMS sogar vor. Sie können aber auch selbst Kurznachrichten im Auto verfassen und abschicken. Zunächst einmal stellt Sync dafür Textbausteine bereit, die Sie dann noch nachträglich bearbeiten können. Aufsprechen können Sie Kurznachrichten jedoch nicht.

Ob Sie sich die Kurznachrichten auf dem Fahrzeugbildschirm anzeigen lassen können oder nicht, hängt davon ab, ob Ihr Smartphone das dafür nötige Bluetoothprofil unterstützt. Mit neueren Smartphones wie dem HTC One M9 oder dem iPhone 6 gibt es diesbezüglich keine Probleme, von unserem alten HTC Desire lassen sich die Kurznachrichten dagegen nicht anzeigen.

Entertainment: Radio, Streaming, CD

Gut: Ganz klassisch besitzt der Mustang noch ein CD-Laufwerk. Dazu gibt es AM-, FM- und DAB+-Radio. Inklusive Sendersuchwahl und Senderspeichertasten. Gerade dank des Digitalradios vermisst man die nicht vorhandenen Apps für das Webradio kaum.

Denn mit Sync 2 kann man nicht im Internet surfen und auch kein Webradio, keine Podcasts und keine Musikstreamingdienste nutzen. Zumindest nicht über die entsprechenden Apps, wie beispielsweise für Amazon Music, Spotify oder Deezer im Mini oder auch im Mazda 3. Doch über einen Umweg kommt dann doch Musik aus dem Internet in den Mustang. Über das USB-Kabel nämlich.

Webradio per USB-Kabel vom Smartphone zu Sync
Vergrößern Webradio per USB-Kabel vom Smartphone zu Sync

Webradio per USB

Musikdienste aus dem Internet kann man bei Sync 2 nämlich trotz der fehlenden App-Unterstützung im Infotainmentsystem nutzen. Indem Sie das Smartphone via USB-Kabel mit dem Infotainmentsystem verbinden und dann die gewünschte Smartphone-App, also beispielsweise TuneIn für Webradio, auf dem Smartphone starten. Über den USB-Eingang landet diese Musik dann im Auto. Sync zeigt diese Verbindung unter USB in seinem Entertainmentmenü an. Im Test klappte das mit einem iPhone 6 einwandfrei. Somit kann man im Ford Webradio empfange, obwohl dafür keine Apps vorhanden sind.

Audio-Streaming via Bluetooth vom HTC Desire aus
Vergrößern Audio-Streaming via Bluetooth vom HTC Desire aus

Problemloses Audio-Streaming

Das Smartphone dient darüber hinaus natürlich auch als Musikquelle via Bluetooth-Audiostreaming. Auch das funktionierte ohne Probleme. Selbst unser Smartphone-Methusalem, das HTC Desire, kam diesbezüglich problemlos mit Sync 2 zurecht. Sofern bei den abgespielten Liedern Metadaten oder Coverfotos vorhanden sind, werden diese auf dem Touchscreen angezeigt.

Eine SIM-Karte verbaut Ford wie bereits erwähnt nicht im Wagen. Somit bietet Ford auch keine Musikflatrate an wie beispielsweise BMW mit seinem Online-Entertainment.

Das Vor- und Zurückspulen von Liedern oder Radiosendern kann man zwar auch auf dem Touchscreen erledigen, doch sicherer für das Verkehrsgeschehen macht man das mit der rechten Lenkradtaste.

Viele Anschlussmöglichkeiten

Musik kann man zudem auch vom USB-Stick abspielen. Im Test klappte das ohne Probleme. Und schließlich stehen auch noch ein SD-Kartenslot sowie Line-IN alias AUX als Audio-Quellen zur Verfügung. Wobei der SD-Kartenslot allerdings nicht frei verfügbar ist, wenn man die Navigation nutzt. Weil sich das Kartenmaterial auf SD-Karte befindet.

Das Zusammenspiel zwischen den unterschiedlichen Menüpunkten von Sync 2 klappte gut. Läuft zum Beispiel ein Audiostream via Bluetooth, so hält Sync 2 diesen an, wenn ein Anruf eingeht, man selbst einen Anruf machen will, oder man zum Beispiel ein Navigationsziel eingibt. Sobald die Navigation dann läuft oder das Telefonat beendet ist, setzt Sync 2 das Audiostreaming fort.

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Sync 2 unterstützt weder Android Mirrorlink noch Andoid Auto noch Apple Carplay. Ein WLAN-Hotspot kann jedoch aufgebaut werden, wenn man Sync mit einem Hotspot auf dem Smartphone verbindet. Uns erschließt sich aber nicht der Vorteil gegenüber einem Hotspot auf einem im Auto befindlichen Smartphone.

Navigation
Vergrößern Navigation

Solide Navigation ohne Echtzeitverkehrsdaten

Die Navigation von Sync 2 verrichtet zuverlässig und unspektakulär ihre Arbeit. Optische oder funktionale Highlights wie Google Street View, Panoramio oder gar Google-Maps-Satellitenansicht wie im Audi TT oder Audi A3 fehlen. Die Routenberechnung erfolgt ohne Probleme; wenn man von der geplanten Route abweicht, berechnet Sync 2 schnell und solide eine neue Route. Manchmal hätten wir uns aber etwas mehr gesprochene Abbiegeanweisungen gewünscht.

Verkehrslageinformationen
Vergrößern Verkehrslageinformationen

Verkehrslagedaten liegen aber nur als TMC vor, sind also dementsprechend ungenau. Teilweise zeigt uns Sync 2 trotz zähfließendem oder stehenden Verkehr keine Verkehrslagedaten während der Fahrt an.

Das Aufsprechen von Zielen per Sprachsteuerung geht nur langsam über die Bühne, immerhin aber zuverlässig. Bevorzugte Ziele lassen sich abspeichern, ebenso eine Heimatadresse. Der Karten-Bildschirm ist während der Navigation aber etwas unübersichtlich, weil Ford ihn mit vielen kleinteiligen Informationen überladen hat.

Da keine Websuche zur Verfügung steht, stehen für die Sonderzielsuche nur die POIs des Navi zur Verfügung. Wie auch schon bei anderen Navigationssystemen ist ohne Google Lokale Suche die POI-Suche deutlich weniger ergiebig und bleibt oft auch ohne Treffer.

Klimaanlagensteuerung
Vergrößern Klimaanlagensteuerung

Klimaanlage

Ford hat bei Sync 2 die Bedienung der Klimaanlage ähnlich prominent in die Bedienung per Touchscreen und Sprachsteuerung integriert, wie es zum Beispiel Fiat auch bei Uconnect oder im Fiat 500X macht. Somit können Sie Heizung und Kühlung/Gebläse auf dreierlei Arten bedienen: Per Sprachsteuerung, per Touchscreen und über die Schieberegler und Druckknöpfe unterhalb des Bildschirms.

Die aktuell gewählte Temperatur zeigt der Touchscreen im Eck rechts unten an. Wie leider so oft ist die Anzeige sehr klein geraten, man muss also konzentriert hinschauen.

Fazit: Ford Sync 2 mit Touchscreen und CD im Mustang

Der Test des Infotainmentsystems Sync 2 im Ford Mustang hinterlässt gemischte Gefühle. Gut finden wir die Konzentration des Infotainmentsystems auf Funktionen, die für das Autofahren, das erfreuliche Fahrerlebnis und die unmittelbare Kommunikation wichtig sind. Und dazu gehören nun einmal neben der Navigation auch das sichere Telefonieren, angenehme Unterhaltung aus möglichst vielen unterschiedlichen Quellen und die passende Klimatisierung. Ob es Sinn macht vom Auto aus twittern zu können oder Statusmeldungen für Facebook absetzen zu können, darüber kann man lange diskutieren. Ford meint offensichtlich Nein – und das ist völlig okay. Allerdings führt dieser völlige Verzicht auf Internetfunktionen natürlich dazu, dass Nachrichten aus dem Internet, aktuelle Wetterdaten sowie eine Google-Suche fehlen.

Weniger gut finden wir den insgesamt etwas träge reagierenden Touchscreen und vor allem dessen kleinteilige und unübersichtliche Darstellung. Zudem lässt sich Ford Sync 2 nicht intuitiv bedienen. Sofern man nicht schon über einige Erfahrung mit modernen Infotainmentsystemen verfügt, kommt man anfangs oft ins Grübeln, wenn man eine bestimmte Funktion sucht. Hier empfiehlt sich dringend das Lesen der Bedienungsanleitung, die es auch kostenlos als PDF im Internet gibt. Die etwas hakelige Sprachsteuerung strapazierte unsere Nerven ebenfalls einige Male. Ebenso haperte es etwas mit der wichtigen Blindbedienbarkeit.

Zusammenfassend kann man sagen: Das Grundkonzept und die Funktionsauswahl ist gelungen, mit der Bedienbarkeit hapert es aber noch etwas. Vor allem wenn man die sehr intuitiven Systeme von Konkurrenten wie Volkswagen oder Mazda zum Vergleich heranzieht. Mit Sync 3 steht aber ohnehin schon der Nachfolger in den Startlöchern.

Niemand braucht in einem Mustang ein Infotainmentsystem!

Doch Infotainmentsystem hin oder her: Wer braucht beim Sound eines V8-Saugmotors schon ein Infotainmentsystem? Besser: Sie schalten Sync aus, fahren das Seitenfenster herunter und genießen das Röhren des 5-Liter-Motors bei 4500 Umdrehungen. Das Infotainmentsystem dürfte kaum ein Grund sein, weswegen sich ein Mustang-Fan für oder gegen den Kauf des berühmten Pony Cars entscheidet.

Ende des Updates des Sync-Tests, Beginn des ursprünglichen Test von Sync 1 im Ford Focus:

Dieser Test stellt das Infotainmentsystem Sync vor, wie es Ford im Sommer 2013 verkauft hat. Das aktuell verkaufte Ford Sync kann davon deutlich abweichen.

Grundsätzlich können Sie die Telefonfunktion in einem Ford mit Sync-System bedienen, indem Sie auf der Mittelkonsole auf den Schalter „Phone“ drücken. Dann erscheint das Auswahlmenü für die Telefonie. Für die sichere Bedienung des Fahrzeugs im dichten Straßenverkehr ist die Sprachsteuerung jedoch erheblich sicherer. Genau dafür gibt es die Sprachsteuerungsfunktion im Ford Sync-System.

Die Bedienungskonsole von Ford Sync: Für Telefonie, Navigation und CD-Radio. Mit dem Phone-Button links unten kann man das Telefonmenü ebenfalls starten und dann über das große Bedienelement in der Mitte der Konsole steuern.
Vergrößern Die Bedienungskonsole von Ford Sync: Für Telefonie, Navigation und CD-Radio. Mit dem Phone-Button links unten kann man das Telefonmenü ebenfalls starten und dann über das große Bedienelement in der Mitte der Konsole steuern.

Mit Ford Sync (das nicht mit dem deutlich umfangreicheren Ford Sync mit MyFord Touch verwechselt werden darf. MyFord Touch bietet deutlich mehr Funktionen, die Auslieferung beginnt in Deutschland aber erst in den nächsten Monaten) können Sie ein angeschlossenes Smartphone per Freisprecheinrichtung bedienen und mit Sprachbefehlen steuern. Die Verbindung zwischen Ford Sync und Smartphone erfolgt wie gehabt via Bluetooth. Sie können bis zu sechs Smartphones per Bluetooth bei Sync anmelden, aber immer nur ein Gerät verwenden. Die Koppelung mit unserem HTC Desire und einem Nexus 4 klappte problemlos. Alle einmal verbundenen Smartphones zeigt Sync in einer Auswahlliste an. Praktisch: Der Ladezustand des Smartphone-Akkus wird auf dem Fahrzeug-Display angezeigt.

Freisprecheinrichtung nutzen

Die Freisprecheinrichtung für das angeschlossene Telefon starten wir mit einem Druck auf die Lenkradtaste rechts im Lenkrad unseres Testwagens, einem Ford Focus. Sofort zeigt Sync auf dem kleinen Bildschirm im Armaturenbrett die zur Verfügung stehenden Befehle an. Sie können damit einen gespeicherten Kontakt aus dem Telefonbuch Ihres Smartphones anrufen oder direkt eine Telefonnummer aufsprechen. Sync wiederholt jeden aufgesprochenen Befehl. Bevor Sie einen Befehl, einen Namen aus dem Adressbuch oder eine Telefonnummer aussprechen, müssen Sie immer erst den Signalton abwarten. Mit „Hilfe“ können Sie sich alle zur Verfügung stehenden Befehle ansagen lassen.

Die Freisprecheinrichtung per Lenkradtaste starten
Vergrößern Die Freisprecheinrichtung per Lenkradtaste starten

Die Lautstärke regeln Sie entweder über die Lenkradtasten oder über das große Lautstärkeregelrad in der Mittelkonsole. Eingehende Anrufe können über einen Druck auf die „Ok“-Taste angenommen werden. Und natürlich kann man eingehende Anrufe auch problemlos abweisen.

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Das alles klappte im Test mit unseren beiden Android-Smartphones problemlos. Die Sprachqualität war okay, die Sprachsteuerung erkannte auch bei hohen Autobahngeschwindigkeiten und dem damit verbundenen etwas lauteren Umgebungsgeräusch zuverlässig unsere Ansagen.

SMS stand nicht zur Verfügung
Vergrößern SMS stand nicht zur Verfügung

Kurznachrichten wurden nicht unterstützt

Die Telefonanlage bietet grundsätzlich alle für die Telefonie nötigen Funktionen wie das Anrufen eines Namens aus den Telefonbuch des Smartphones, die Eingabe einer Telefonnummer, Wahlwiederholung, Anruflisten und einen Blick ins Telefonbuch. Grundsätzlich können Sie auch SMS mit Sync nutzen. Das klappt aber nur, wenn das Bluetooth-Profil Ihres Smartphones diese Funktion unterstützt. Und damit sind wir beim Problem: Bei unseren beiden Testgeräten, einem HTC Desire und einem Nexus 4, unterstützte Sync keine SMS-Funktionen. Dieses Problem hatten wir aber nicht nur bei Ford Sync, sondern auch bei Toyota Touch & Go Plus und bei dem hochpreisigen Audi Connect. Beim vergleichsweise preiswerten Opel IntelliLink ist das Versenden von Nachrichten per iMessage und Siri Eyes Free zumindest für iPhone-Nutzer möglich.

Diese Sprachbefehle stehen zur Verfügung.
Vergrößern Diese Sprachbefehle stehen zur Verfügung.

Fazit zu Ford Sync

Für die Bedienung eines Smartphones per Freisprecheinrichtung stellt Sync alle wesentlichen Funktionen zur Verfügung. Durch den festen Einbau im Wagen (Lenkradtasten und Monitor im Armaturenbrett) spart man sich die typischen Nachteile einer nachgerüsteten Freisprecheinrichtung wie Stromversorgung per Akku, zusätzlicher Bildschirm auf dem Armaturenbrett oder möglicherweise auch Kabelgewirr zum Mikrofon. Der Bildschirm ist für heutige Verhältnisse aber etwas klein geraten.

Testbasis war ein Ford Focus in der Ausstattungsvariante Titanium als 5-Türer mit einem 2,0-Liter TDCi 163 PS-Motor.
Vergrößern Testbasis war ein Ford Focus in der Ausstattungsvariante Titanium als 5-Türer mit einem 2,0-Liter TDCi 163 PS-Motor.
© Ford

Unterschied zwischen Ford Sync und Ford Sync mit MyFord Touch

Bei den in Deutschland verkauften Ford-Fahrzeugen bietet Sync derzeit nur eine Sprachsteuerung für Telefonie und angeschlossene externe Geräte wie iPod und USB-Stick an. Das Radio mit dem CD-Player, die Klimaanlage und vor allem die Navigation lassen sich dagegen nicht per Sprache steuern. Somit bietet Sync im Ford Focus im Wesentlichen die Funktion einer Freisprecheinrichtung. Allerdings soll die Sprachsteuerung für Radio und CD in naher Zukunft als Update verfügbar sein, wie Anusch Sheibani, Sync Product Specialist, auf unsere Nachfrage erklärte.

Die Sprachsteuerung für die Navigationsfunktion und für die Klimaanlage kommt aber definitiv erst mit Sync mit MyFordTouch. Sync mit MyFord Touch ist die nächste Generation von Sync (das übrigens auf Microsoft Windows basiert). Es bringt nicht nur einen deutlich größeren Bildschirm, nämlich mit 8 Zoll, im Armaturenbrett mit sich, sondern auch Internetkonnektivität und App-Unterstützung. Eine Kooperation mit dem Musikstreamingdienst Spotify ist ebenfalls geplant. Sync mit MyFord Touch will Ford nach dem derzeitigen Kenntnisstand in Deutschland ab Herbst 2013 einführen.

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