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Flintlock: The Siege of Dawn – Napoleon meets Dark Fantasy

25.05.2022 | 09:12 Uhr |

Eines der spannendsten Spiele des Jahres: Teile von Weta Digita, die Der Herr der Ringe geschaffen haben, arbeiten mit CGI-Experten von Godzilla und Planet der Affen sowie Spieleentwicklern von Ashen und Medal of Honor an einem beeindruckenden Abenteuer, in dem wir uns mit Kanonen, Musketen und Feuersteinschloss-Pistolen mit Armeen des 18. Jahrhunderts in Schlachten gegen die Götter werfen. Flintlock: The Siege of Dawn im Mega-Preview.

Eine menschliche Koalitionsarmee nähert sich den Toren der City of Dawn, der städtischen Festung der alten Götter, mit all ihren Mauerringen, die uns ein bisschen an Minas Tirith erinnern. Je näher wir kommen, desto lauter wird das Geflüster des Göttlichen im Wind und die Musik spielt mit einer Epik auf, man wähnt sich bereits in Der Herr der Ringe. Die Schlacht entbrennt, Kanonen werden abgefeuert, Musketen durchgeladen, Soldaten kämpfen sich durch den Schlamm. Sie tragen hohe Helme, edle weiße Uniformen, die an die napoleonischen Kriege erinnern. Man rückt in Reih und Glied vor. Flintlock: A Siege of Dawn basiert auf einem sehr speziellen Genre, von dem die meisten vermutlich noch nie etwas gehört haben: der Flintlock-Fantasy. „Flintlock Fantasy ist ein Genre, das Schwarzpulver und die Technologie des 18. Jahrhundert mit schwarzer Magie und den alten Göttern verbindet, die über diese Welt herrschen“, erklärt Derek Bradle, Creative Director vom Studio A44 Games, die in direkter Nachbarschaft von WETA Digital residieren. Viele hier haben an einigen der größten Filme aller Zeiten gearbeitet: An der Trilogie Planet der Affen mit Matt Reeves und am größten Epos unserer Zeit: Der Herr der Ringe 1 bis 3 mit Peter Jackson.

Flintlock: The Siege of Dawn ist ein Open-World-Abenteuer im Stil von The Witcher 4, soll sich aber geführter anfühlen und die Architektur erinnert viel stärker an die mesopotamische oder ägyptische Architektur im Mix mit Schlachten des 18. Jahrhunderts.
Vergrößern Flintlock: The Siege of Dawn ist ein Open-World-Abenteuer im Stil von The Witcher 4, soll sich aber geführter anfühlen und die Architektur erinnert viel stärker an die mesopotamische oder ägyptische Architektur im Mix mit Schlachten des 18. Jahrhunderts.
© A44 Games

Sie wissen, wie man atemberaubende Schlachten zeichnet und Schwarze Magie, das heißt Zombies und Skelett-Krieger in Rüstungen, wie die der Uruk-Hais, gegen die wir auf Schlachtfeldern kämpfen, in denen permanent Kanonen donnern, deren gewaltige Kugeln das Terrain umgraben. Diese Spielszenen erinnern an einen Trailer von Assassin’s Creed 3, der genau das 20212 zeichnete, aber noch nicht in seinem Gameplay umsetzen konnte. Und wir selbst spielen eine Lady namens Nor, die von ihrem Outfit irgendwo zwischen neuseeländischer Ureinwohnerin und Offizierin der Armee angesiedelt ist – weiße Kriegsbemalung über den Augen trifft auf Uniform eines Offiziers des 18. Jahrhunderts. Sie kämpft mit Enteraxt, Musketen und legt Bomben, was einen spannenden Gameplay-Loop erlaubt: Wir springen in die Luft, schlagen mit der Axt zu, wirbeln im Kreis und feuern abwechselnd die namensgebende Flintlock ab – eine Feuersteinschloss-Pistole, wie sie in den Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts verwendet wurde.

A44 Games ist das Studio hinter Ashen, womit sie gezeigt haben, welch dichte Atmosphäre sie schaffen können. Nun war Ashen aber visuell sehr reduziert, sehr indie. Viel von diesem Vibe, dieser Liebe im Design zeigt sich auch in Flintlock: A Siege of Dawn, allerdings in moderner Unreal Engine mit lebensechten Gesichtern, die mit MetaHuman gerendert wurden, einer neuen Technologie von Epic Games, die fotorealistische Personen erlaubt. Figuren, die sich einprägen, sind wichtig für große Abenteuer und die Atmosphäre. Die wird auch vom fantastischen Soundtrack untermalt. Die Neuseeländer lieben die Musik und spielen sehr gerne damit. Schon Ashen hatte diesen beeindruckenden Rhythmus und den nutzt man jetzt in Flintlock als Gameplay-Mechanik: "Ich habe schon immer das Guitar Hero-Gefühl von Soulslikes geliebt, wenn man sich wirklich darauf einlässt. Man lernt den Rhythmus, und man tanzt mit seinen Gegnern. Man taucht förmlich in diesen Zen-Rhythmus ein, während man sich durch das Spiel bewegt.“

Rein thematisch arbeitet A44 Games mit einem sehr wilden Mix aus einer Welt, die mehr an die Antike erinnert von seiner Kultur und Architektur mit diesen Zeltlagern, die wir eher mit den napoleonischen Kriege verbinden. Auch die Uniformen der Soldaten seh
Vergrößern Rein thematisch arbeitet A44 Games mit einem sehr wilden Mix aus einer Welt, die mehr an die Antike erinnert von seiner Kultur und Architektur mit diesen Zeltlagern, die wir eher mit den napoleonischen Kriege verbinden. Auch die Uniformen der Soldaten seh
© A44 Games

Die Kämpfe basieren auf einer Taktstruktur wie ein interaktives Notenblatt, bei dem Trefferanimationen auf einem Beat landen. Ein bisschen wie Beat Saber für VR, transformiert in ein Open-World-Abenteuer mit dem Charme der alten Assassin’s Creeds, insbesondere Asssassin’s Creed 3. Wo wir mit der Enteraxt Pirouetten drehen wie ein Connor, der auch eingeborener Abstammung ist, aber in Flintlock auch Bomben legen können, Kanonenfeuer auf Positionen befehlen, aber auch mit einer Art fliegendem Fuchs zusammenarbeiten, der allerlei Magie beherrscht – er kann Feinde in Stasis halten und in die Lüfte heben, was uns mehr Zeit gibt, Musketen und Steinschloss-Pistole nachzuladen. Es ist ein spannender Mix, der technisch exzellent umgesetzt ist, etwa weil jeder Schuss aus der Pistole eine Rauchfahne nach sich zieht.

Eine Welt wie The Witcher 4 in Neuseeland, die von seinen Autoren aber etwas geführter ist

Erinnert Sie diese massive Festungsstadt mit ihren vielen Mauerringen auch ein bisschen an Minas Tirith? Viele Mitarbeiter von A44 Games kommen von Weta Digital, Peter Jacksons CGI-Studio und haben an Der Herr der Ringe 1 bis 3 gearbeitet.
Vergrößern Erinnert Sie diese massive Festungsstadt mit ihren vielen Mauerringen auch ein bisschen an Minas Tirith? Viele Mitarbeiter von A44 Games kommen von Weta Digital, Peter Jacksons CGI-Studio und haben an Der Herr der Ringe 1 bis 3 gearbeitet.
© A44 Games

Schon Ashen hatte diese vielfältige Welt, die uns immer wieder überrraschte – etwa einem dicken Drachen-Buddy, der ganze Gesteinsformationen sprengen konnte. Mit tiefen, düsteren, spärlich beleuchteten Dungeons und Monster-Bossen, die an God of War erinnern. In Flintlock: The Siege of Dawn kämpfen wir gegen Götter, die etwa majestätische goldene Adler-Wesen sein können, mit einem vergoldeten Kopf, der fast schon an ägyptische Sarkophage erinnert. Es ist so ein ganz eigener Mix aus Kulturen, Stilen, Architektur und Mythologie, der uns fasziniert. Und das wiederum eingebettet in eine Open-World, die uns nicht wie Assassin’s Creed Valhalla in eine riesige Landschaft mit tausend Icons auf der Karte wirft, sondern eher etwas orchestrierter sein soll. Die Entwickler selbst reden etwa von "developer authored but player driven storytelling.“ Spannenderweise verfolgt den gleichen Ansatz ja auch Ubisoft mit Assassin’s Creed Rift, wo wir als Basin in Baghdad wieder ein eher klassisches Stealth-AC erleben sollen dürfen. Flintlock fährt eine sehr große Welt auf, unterteilt in drei Gebiete, die von ihrer Heimat Neuseeland inspiriert ist, worauf wir uns sehr freuen.

Denn Neuseeland haben wir den Charme von Der Herr der Ringe zu verdanken – das Auenland, die Felder des Pennelor vor Minas Tirith oder auch die Hafenstadt Númenor mit ihren riesigen Statuen in Amazons Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht. Aber alles mit einem ganz eigenen Look & Feel – ionischen Säulen etwa, die Tempel nachzeichnen, die hier einst standen und sich eher nach Imperium Romanum oder der griechischen Antike anfühlen. Städte mit einer eigenwilligen Architektur, in der etwa Herrschaftspaläste wie Obelisken in den Himmel wachsen. Eine Welt auch mit sehr viel Geschichte, wo wir Holzforts sehen, gebaut von den Armeen, die hier campieren. Aber auch große mittelalterliche Festungen, in denen Fraktionen residieren, die eher dem Mittelalter zugewandt sind mit Kronsäälen, die von Ritterrüstungen flankiert werden. „Jedes der drei Gebiete soll sich komplett anders anfühlen, von seinem Stil, seiner Kultur, seiner Architektur“, verrät Environment Artist Steven Chen. Wir sehen Städte, die an Mesopotamien erinnern oder den Glanz von Memphis, die Hauptstadt des antiken Ägytens.

Schläge landen auf einen musikalischen Beat, so will das Studio einen Kampf-Rythmus schaffen, der an Guitar Hero erinnert. Auch das klingt enorm innovativ, wir wollen das spielen.
Vergrößern Schläge landen auf einen musikalischen Beat, so will das Studio einen Kampf-Rythmus schaffen, der an Guitar Hero erinnert. Auch das klingt enorm innovativ, wir wollen das spielen.
© A44 Games

In einer sehr lesenswerten Coverstory der Kollegen von EDGE erzählen die Entwickler zudem, dass auch dieses Fuchs-artige Wesen Enki mit seinen hochstehenden Ohren und schwarzem Fell, das in einer Art Vogelschweif endet, von mesopotanischen Gottheiten inspiriert ist. Enki war der sumerische Gott der Kreation, Intelligenz, des Wassers und der Magie. Er dient Nor als Begleiter, aber weniger wie ein Hündchen, mehr wie ein Kamerad, der uns ein bisschen an Rocket aus Guardians of the Galaxy erinnert. Er hat durchaus seine Eigenheiten, flunkert gerne mal und die beiden bilden einen interessanten Kontrast: Nor ist sehr militärisch geprägt, ihr Vater war Kommandant der Streitkräfte. Sie ist sehr engagiert und loyal, Enki beschreibt A44 Games eher als liebenswerten, aber gierigen, kleinen Gauner, dem wir laut Creative Director vielleicht nicht einfach so alles glauben sollten…

Flintlock: The Siege of Dawn erscheint 2022 für PC, Xbox Series X/One sowie PS5/PS4.

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