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Final Fantasy 16: Krieg & Politik wie in Game of Thrones?

21.07.2022 | 09:55 Uhr |

Final Fantasy 16 gibt richtig Gas: Tausende Soldaten crashen ineinander in diesem Mittelalter-Setting, in dem die Helden sich in gewaltige Summons verwandeln in sechs Königreichen, die Final Fantasy XVI auf ein ganz neues Level bringen sollen auf der Playstation 5. Final Fantasy 16 – Die Weltpremiere.

Bahamut und Odin zerreißen in der Weltpremiere von Final Fantasy 16 den Himmel, während sich die Armeen der Menschen unter ihnen duellieren. Schockwellen gehen durchs Bild, hunderte Soldaten werden umher geworfen als wären sie Spielbälle höherer Mächte. Die Schlachten zwischen Summons sehen aus wie gigantische Kaiju-Kämpfe, wie Shivas Eismagie durch die Luft flirrt und von einem Schlag durch Titans Faust gebrochen wird. Wie Bahamuts als gewaltiger Drachen gegen den König auf seinem Pferd kämpfen, das auf Energielinien gen Himmel reitet. Lebenspunktebalken tauchen auf, wir werden diese Schlachten in diesem XXL-Format also selbst spielen können. Den Kampf der Götter!  

Alles dreht sich um die Eikons, also menschliche Helden, die sich in gigantische Wesen verwandeln und entscheidend in mittelalterliche Schlachten eingreifen können.
Vergrößern Alles dreht sich um die Eikons, also menschliche Helden, die sich in gigantische Wesen verwandeln und entscheidend in mittelalterliche Schlachten eingreifen können.
© Square Enix

Final Fantasy 16 fühlt sich wie eine umfassende Liebeserklärung an die Ursprünge der Serie an und versucht gleichzeitig, eine Geschichte zu erzählen, die weit über das hinausgeht, worum sie sich über all die Jahre handelte. Das mittelalterliche Fantasy-Setting wirkt dabei frisch und lebendig, es ist fast ein bisschen Game of Thrones trifft Der Herr der Ringe trifft Final Fantasy, natürlich nur so durchdrungen mit Futurismus und Zauberei. Der Arch Duke und seine Ritter reiten etwa auf schwer gepanzerten Chocobos, die hier zum ersten Mal als Kriegsrösser benutzt werden. Das ist eine ganz andere Fallhöhe, wir kennen die Tiere ja sonst eher als putzige Genossen, die uns gerne mal tragen, aber nie mit uns kämpfen. 

Keine Sorge: Final Fantasy bleibt Final Fantasy, sprich der ikonische Stil des japanischen Studios bleibt, nur eben mit sehr viel stärkerem Einfluss der Großen Europas - Game of Thrones, Der Herr der Ringe, The Witcher.
Vergrößern Keine Sorge: Final Fantasy bleibt Final Fantasy, sprich der ikonische Stil des japanischen Studios bleibt, nur eben mit sehr viel stärkerem Einfluss der Großen Europas - Game of Thrones, Der Herr der Ringe, The Witcher.
© Square Enix

Square Enix war immer gut schon darin, dieses Universum einzigartig erscheinen zu lassen, es gibt nichts Vergleichbares – nicht im Videospiel, nicht in der Serie oder im Kino. Götter wie Shiva, Odin und Bahamut dienen als erzählerischere Säulen, als Fundamente, auf die man bauen kann, die aber gleichzeitig auch die Inszenierung auf Playstation 5 auf ein neues Niveau heben sollen, vor allem weil es keine Ladezeiten gibt: Völlig nahtlos  rotiert die Kamera von den Göttern, die Flammen schießen und Eiszauber wirken, auf die Soldaten unter ihnen, die sich in der Schlacht mit Schwert und Lanze duellieren. Und hey, Clive als Ifrit, das kann schon sehr, sehr cool werden. Insbesondere weil es ihn wohl in einer guten Version gibt – mit gelb leuchten Augen. Und mit roten, für die böse, vielleicht korrumpierte Variante? Wird interessant. 

Der erste Story & Gameplay-Trailer zu Final Fantasy XVI 

Die DNA von Final Fantasy mit den düsteren Massenschlachten eines Game of Thrones 

Sehr gut gefällt uns dieses Konzept der sechs Reiche. Es ermöglicht dem Entwicklerteam, Welten zu bauen, die mal eher europäisches Mittelalter im Game-of-Thrones-Stil charakterisieren. Mal eher orientalisch, wie Assassin’s Creed Odyssey.
Vergrößern Sehr gut gefällt uns dieses Konzept der sechs Reiche. Es ermöglicht dem Entwicklerteam, Welten zu bauen, die mal eher europäisches Mittelalter im Game-of-Thrones-Stil charakterisieren. Mal eher orientalisch, wie Assassin’s Creed Odyssey.
© Square Enix

Diese Wesen sind gigantisch groß, und wenn wir dem König lauschen, so wirkt es als ob die rivalisierenden Königreiche noch nicht so ganz wissen, ob sie diesen als Götter huldigen oder Vorboten der Apokalypse behandeln sollten, schließlich greifen sie gerne ein in diese Massenschlachten mit tausenden von Soldaten auf dem Feld und lassen den Krieg mal in die eine, mal die andere Richtung schwenken. Einmal mehr wird ein kleines Königreich unglücklicher Seelen in einen globalen Konflikt hineingezogen, an dem himmlische Wesen und sture Monarchen beteiligt sind, die alle um eine schwindende Machtposition kämpfen. Nicht umsonst wählt man den Untertitel Dominance: „Wird es schwere Verluste geben? Oh ja, das ist wahr. Doch für jeden, der fällt, wird ein anderer geboren werden. Für jedes zu Hause, das brennt, wird ein anderes erbaut. Das Imperium wird bestehen“, so sagt es der König.  

Die DNA von Final Fantasy bleibt, es gibt etwa die Chocobos. Die sind hier aber keine kunterbunten, lustigen Vögel, um die Gegend zu stapfen, sondern werden eher als Kampfrösser benutzt.
Vergrößern Die DNA von Final Fantasy bleibt, es gibt etwa die Chocobos. Die sind hier aber keine kunterbunten, lustigen Vögel, um die Gegend zu stapfen, sondern werden eher als Kampfrösser benutzt.
© Square Enix

Der König Des Holy Empire of Sanbreque will offensichtlich den Krieg nutzen, um seine Machtbasis zu stärken und interessiert sich wenig für das Schicksal seines Volkes, die in ihren Städten verbrennen. Dieser Charakter des Mittelalters sorgt für eine andere, eine düstere Atmosphäre, wie gesagt Game of Thrones ist hier nicht all zu fern. Das ist eine spannende Entscheidung, schließlich spielte Final Fantasy 15 eher zu unserer Zeit, mitunter in einer futuristischen Umgebung. Jetzt werden Schwerter gekreuzt, Panzerrüstungen überzogen und der Kampf häufig auch hoch zu Ross geführt, was sicherlich spannende Gameplay-Mechaniken mit sich bringen wird. Werden wir vielleicht sogar unsere Truppen taktischen führen können? Nicht ausgeschlossen, dass wir Verteidigung organisieren und aktiv in die Schlacht eingreifen können, denn Final Fantasy 16 wird kein Open-World-Game. Es soll eine fokussierte Story-getriebene Erfahrung werden. 

Noaki Yoshida: Keine Open-World, mehr eine fokussierte Spielerfahrung 

Wir sind ja jetzt schon ein bisschen verliebt in diese von Der Herr der Ringe inspirierten Ländereien. Wer kann hier noch Gondor erkennen? Yoshida ist offensichtlich ein großer Fan europäischer Literatur und möchte das stark einfließen lassen.
Vergrößern Wir sind ja jetzt schon ein bisschen verliebt in diese von Der Herr der Ringe inspirierten Ländereien. Wer kann hier noch Gondor erkennen? Yoshida ist offensichtlich ein großer Fan europäischer Literatur und möchte das stark einfließen lassen.
© Square Enix

Im vergangenen Oktober wurde bekannt, dass Final Fantasy sechs Reiche haben wird, die auf der traditionellen europäischen Fantasy basieren. In jedem Reich wird es eine besondere Person geben, den so genannten „Dominance“, der die Macht eines Eikon besitzt, sich ergo in eines dieser Gottwesen verwandeln kann. Final Fantasy 16 wird also kein Open-World-Spiel, sondern eine fokussiertere Angelegenheit sein, bestätigte sein Produzent Naoki Yoshida in einem Interview mit den Kollegen des Playstation Blogs: 

Eikons und Summons werden sich cineastisch inszenierte Schlachten liefern, in denen es etwa taktisch darum geht, Körperteile abzuschlagen. So ein bisschen wie God of War im XXXL-Style, was definitiv Lust auf mehr macht.
Vergrößern Eikons und Summons werden sich cineastisch inszenierte Schlachten liefern, in denen es etwa taktisch darum geht, Körperteile abzuschlagen. So ein bisschen wie God of War im XXXL-Style, was definitiv Lust auf mehr macht.
© Square Enix

„Als es darum ging, zu entscheiden, was mit Final Fantasy XVI geschehen sollte, dachte ich an das ursprüngliche Final Fantasy zurück und erinnerte mich daran, wie ich mich fühlte, als würde ich die Hauptrolle in einem Kinofilm spielen. Dieses Gefühl wollte ich in Final Fantasy XVI wieder aufleben lassen, aber mit modernstem Spieldesign und der neuesten Technologie. Die superschnellen Ladezeiten der Playstation 5 haben mich wirklich beeindruckt. In Final Fantasy XVI springt man von den Zwischensequenzen der Geschichte direkt in die Echtzeitkämpfe und wieder zurück, ohne dass irgendwelche Ladezeiten anfallen.“ 

Noaki Yoshida, Executive Producer Final Fantasy XVI

Anstelle einer offenen Welt wird Final Fantasy 16 auf ein gebietsbasiertes Design setzen. „Um eine Geschichte erzählen zu können, die sich über den gesamten Globus und darüber hinaus erstreckt, haben wir uns entschieden, ein Open-World-Design zu vermeiden, das uns auf einen einzige offene Welt beschränkt, und setzen stattdessen auf ein unabhängiges, gebietsbasiertes Game-Desing, das den Spielern ein besseres Gefühl für eine wirklich 'globale' Dimension vermitteln kann“. Im selben Interview erzählt er auch noch, was sein Lieblings-Eikon ist: 

Das neue Final Fantasy für 2023 wirkt schon extrem atmosphärisch. Sowohl die Massenschlachten als auch diese ruhigeren Momente in versteckten Palästen in Dungeons machen uns definitiv Lust auf den ersten Anspieltermin.
Vergrößern Das neue Final Fantasy für 2023 wirkt schon extrem atmosphärisch. Sowohl die Massenschlachten als auch diese ruhigeren Momente in versteckten Palästen in Dungeons machen uns definitiv Lust auf den ersten Anspieltermin.
© Square Enix

„Für mich muss es Bahamut sein. Er zerstört nicht nur seine Feinde, sondern auch den Boden, auf dem sie stehen – sogar ganze Planeten! Jedes Mal, wenn er auftaucht, weiß man, dass etwas Unglaubliches passieren wird. Es hilft auch, dass er ein wichtiger Teil der Geschichte von Final Fantasy XIV ist. Was die Summons angeht, die in Final Fantasy XVI auftauchen, so habe ich einen Favoriten, den ich aber nicht verraten kann, weil das zu einer Menge Spekulationen führen würde. Was ich dir sagen kann, ist, dass sie alle verdammt cool sind!“ 

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