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AMD Radeon R9 Fury X: Testergebnisse und Fazit

24.06.2015 | 14:00 Uhr |

Für den Lanch-Test der AMD Radeon R9 Fury X haben wir unseren Testparcours erweitert und fügen natürlich Spieletests in 3840 x 2160 Pixel hinzu, schließlich soll die Grafikkarte laut Hersteller ja eben genau für das Spielen in extremen Auflösungen geeignet sein. Wir vergleichen die Ergebnisse mit dem direkten Konkurrenten, der Geforce GTX 980 Ti im Nvidia-Referenzdesign.

Wichtig ist natürlich auch zu wissen, welche Hardware wir für unsere Grafikkarten-Tests verwenden. Deshalb hier die wichtigsten Eckdaten unserer Testplattform: Der Extreme-Prozessor Intel Core i7-4960X ist auf 4,5 GHz übertaktet und kann bis zu 12 Threads parallel bearbeiten. Zur Seite stehen der CPU satte 32 GB DDR3-Arbeitsspeicher im Quad-Channel-Modus aus Corsairs Dominator-Platinum-Serie mit einer Taktfrequenz von 2666 MHz. Alle Testprogramme und Spiele befinden sich auf der 480 GB großen SSD OCZ Vector 150. Die Stromversorgung übernimmt das Super Flower Leadex 80-Plus-Platinum mit einer Bruttokapazität von 1000 Watt. Mehr Details zu den Komponenten und zum Testverfahren erhalten Sie im Artikel "Wie PC-WELT Grafikkarten testet".

AMD Radeon R9 Fury X in Spiele-Tests

In unseren Spiele-Benchmarks messen wir die Bilder pro Sekunde – je höher, desto besser natürlich. Wir testen in den Auflösungen 1920 x 1080 (Full-HD), 2560 x 1440 (Quad-HD) sowie in den oben erwähnten 3840 x 2160 (Ultra-HD) Pixel. Bei den Spielen fällt unsere Wahl auf eine Mischung aus Shootern sowie Rollen- und Strategiespielen. In den folgenden Tabellen haben wir die durchschnittlichen Bildraten der Fury X und 980 Ti direkt gegenüber gestellt.

SPIELE-LEISTUNG IN 1920 x 1080 PIXEL

AMD Radeon R9 Fury X

Nvidia Geforce GTX 980 Ti

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4x MSAA

119 Bilder/s

130 Bilder/s

Battlefield 4: Ultra-Voreinstellungen, 4x MSAA

79 Bilder/s

102 Bilder/s

Tomb Raider: höchste Voreinstellungen, FXAA, 16x AF

119 Bilder/s

133 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, aktiviertes AA, 4x AF

158 Bilder/s

185 Bilder/s

Company of Heroes 2: Maximale Grafikdetails, AA "hoch"

61 Bilder/s

66 Bilder/s

Metro - Last Light: Sehr hohe Grafikdetails, SSAA, keine Advanced PhysX

63 Bilder/s

70 Bilder/s

Witcher 3 - Wild Hunt: Ultra-Grafik, kein Gameworks

54 Bilder/s

57 Bilder/s

Grand Theft Auto V: Sehr hohe Grafik, 2x MSAA, keine erweiterte Grafik

89 Bilder/s

109 Bilder/s

Mittelerde - Mordors Schatten: Ultra-Grafik, FXAA

108 Bilder/s

117 Bilder/s

SPIELE-LEISTUNG IN 2560 x 1440 PIXEL

AMD Radeon R9 Fury X

Nvidia Geforce GTX 980 Ti

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4x MSAA

83 Bilder/s

87 Bilder/s

Battlefield 4: Ultra-Voreinstellungen, 4x MSAA

56 Bilder/s

61 Bilder/s

Tomb Raider: höchste Voreinstellungen, FXAA, 16x AF

85 Bilder/s

85 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, aktiviertes AA, 4x AF

112 Bilder/s

113 Bilder/s

Company of Heroes 2: Maximale Grafikdetails, AA "hoch"

41 Bilder/s

42 Bilder/s

Metro - Last Light: Sehr hohe Grafikdetails, SSAA, keine Advanced PhysX

41 Bilder/s

44 Bilder/s

Witcher 3 - Wild Hunt: Ultra-Grafik, kein Gameworks

44 Bilder/s

44 Bilder/s

Grand Theft Auto V: Sehr hohe Grafik, 2x MSAA, keine erweiterte Grafik

65 Bilder/s

76 Bilder/s

Mittelerde - Mordors Schatten: Ultra-Grafik, FXAA

82 Bilder/s

83 Bilder/s

SPIELE-LEISTUNG IN 3840 x 2160 PIXEL

AMD Radeon R9 Fury X

Nvidia Geforce GTX 980 Ti

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4x MSAA

44 Bilder/s

45 Bilder/s

Battlefield 4: Ultra-Voreinstellungen, 4x MSAA

30 Bilder/s

31 Bilder/s

Tomb Raider: höchste Voreinstellungen, FXAA, 16x AF

44 Bilder/s

43 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, aktiviertes AA, 4x AF

56 Bilder/s

56 Bilder/s

Company of Heroes 2: Maximale Grafikdetails, AA "hoch"

21 Bilder/s

20 Bilder/s

Metro - Last Light: Sehr hohe Grafikdetails, SSAA, keine Advanced PhysX

20 Bilder/s

22 Bilder/s

Witcher 3 - Wild Hunt: Ultra-Grafik, kein Gameworks

29 Bilder/s

27 Bilder/s

Grand Theft Auto V: Sehr hohe Grafik, 2x MSAA, keine erweiterte Grafik

36 Bilder/s

39 Bilder/s

Mittelerde - Mordors Schatten: Ultra-Grafik, FXAA

48 Bilder/s

46 Bilder/s

Schnell fällt auf, dass die Nvidia-Grafikkarte in Full-HD die Nase etwas vorne hat. Im Detail: Die Fury X liefert im Schnitt rund 10 Prozent niedrigere Bildraten ab, aber beide Karten langweilen sich in dieser Auflösung sichtlich. Der Abstand der 980 Ti sinkt aber sichtlich in den Bildraten-Messungen in der Auflösung 2560 x 1440 Pixel. Hier trennen die beiden Grafikbeschleuniger durchschnittlich nur noch vier Prozent voneinander. Und auch hier wieder fällt keines der Spiele unter die 40 Bilder pro Sekunde. Nicht einmal angeblich eher auf Nvidia-Karten optimierte Titel wie "Witcher 3 - Wild Hunt" oder das vermeintlich auf AMD-Modelle getrimmte "Tomb Raider" fallen aus der Reihe, hier messen wir sogar die gleichen Bildraten – allerdings haben wir zur fairen Vergleichbarkeit die Hersteller-spezifischen Grafik-Techniken wie Hairworks oder TressFX in allen Tests deaktiviert.

Zum Vergrößern auf "Zum Originalbild" rechts unten klicken: Wenn es ums Spielen in Ultra-HD geht, dann sind die AMD Radeon R9 Fury X (rot) und die Nvidia Geforce GTX 980 Ti (grün) fast gleichauf.
Vergrößern Zum Vergrößern auf "Zum Originalbild" rechts unten klicken: Wenn es ums Spielen in Ultra-HD geht, dann sind die AMD Radeon R9 Fury X (rot) und die Nvidia Geforce GTX 980 Ti (grün) fast gleichauf.

Bei den UHD-Benchmarks gibt es zwar keine Kehrtwende, dafür aber eine kleine Überraschung: Trotz des im ersten Moment scheinbar geringen 4-GB-HBM der Fury X ist die Grafikkarte fast genau so schnell wie die üppig ausgerüstete 980 Ti mit 6 GB GDDR5 – der Abstand zwischen den beiden Konkurrenten beträgt im Schnitt nur noch einen Prozent. Selbst bei Ultra-Details im Spiel "Mittelerde: Mordors Schatten", das normalerweise einen 6 GB großen (GDDR5-) Grafikspeicher verlangt, schneidet die AMD-Karte mit flüssigen 48 Bilder pro Sekunde sehr gut ab. Hier zeigt HBM, was es wirklich drauf hat, und dass Kapazität nicht das einzige entscheidende Kriterium ist.

Synthetik-Benchmarks und GPGPU-Leistung

In den synthetischen Tests des 3D Mark von Futuremark müssen sich die beiden Rivalen natürlich durch die wirklich fordernden Tests quälen – dem Fire Strike in seinen verschiedenen Varianten: Einmal natürlich im regulären Modus, dann im Modus "Extreme", der für übertaktete oder Multi-GPU-Systeme gedacht ist und als letztes im Modus "Ultra", der die Auslastung in Ultra-HD simuliert. Die Punktzahl am Ende lässt eine gute Vergleichbarkeit zu und zeigt deutlich, dass die Fury X der 980 Ti deutlich unterliegt.

SYNTHETISCHE LEISTUNGS-TESTS

AMD Radeon R9 Fury X

Nvidia Geforce GTX 980 Ti

DirectX 11 (3DMark): Fire Strike / Fire Strike Extreme / Fire Strike Ultra

13758 / 7129 / 3900 Punkte

14645 / 7394 / 4022 Punkte

Direct Compute (Computemark, 1920 x 1080 Pixel, Preset: Complex): Fluid3D / Fluid2D / Mandel Vektor / Mandel Skalar / Qjulia Raytracing / Gesamt-Ergebnis

887 / 566 / 687 / 956 / 758 / 3853 Punkte

722 / 653 / 358 / 593 / 733 / 3059 Punkte

OpenCL (Luxmark 2.0, Sala-Benchmark)

3602 Tausend Samples pro Sekunde

3926 Tausend Samples pro Sekunde

Die parallele Rechenkraft des Grafikchips, also die GPGPU-Leistung (General Purpose Computation on Graphics Processing Unit) testen über die beiden am meisten verwendeten Schnittstellen: Direct Compute aus DirectX sowie den Open-Source-Standard OpenCL mit den Programmen Computemark respektive Luxmark. Bei der Gesamtpunktzahl des Direct-Compute-Tests muss sich wiederum die 980 Ti geschlagen geben, insbesondere bei den Mandel-Berechnungsverfahren. Beide Male sind die Ergebnisse jedoch sehr gut und entsprechen der Oberklasse.

Leistungsaufnahme, Lautstärke und Temperaturen

Spannend ist das Thema Leistungsaufnahme: Nvidias Grafikchip-Architektur Maxwell erlaubt eine bisher unerreichte Energieeffizienz – wie der Hersteller das schafft, lesen Sie im Test der Geforce GTX 980. Doch auch bei der Radeon R9 Fury X soll sich der Stromverbrauch ebenfalls in Grenzen halten, was in erster Linie natürlich am Einsatz von HBM liegt. Wir messen im Spielbetrieb unsere den Verbrauch unserer gesamten Testplattform und kommen bei der Fury X auf 445 Watt, während die 980 Ti im gleichen Szenario nur 416 Watt beansprucht. Ganz an die Effizienz von Maxwell kommt die Grafikkarte also nicht ran, da hierfür schlichtweg tiefergehende Änderungen an der Chip-Architektur vonnöten wären.

An der Unterseite verbaut AMD ein Backplate für mehr Stabilität und eine bessere Wärmeverteilung. Für die Stromversorgung sind zwei 8-Pin-Stecker notwendig, womit wir bei einer TDP von 375 Watt wären.
Vergrößern An der Unterseite verbaut AMD ein Backplate für mehr Stabilität und eine bessere Wärmeverteilung. Für die Stromversorgung sind zwei 8-Pin-Stecker notwendig, womit wir bei einer TDP von 375 Watt wären.
© AMD

Einen sehr guten Job erledigt die Wasserkühlung: In unseren Tests stieg die Temperatur zwar um sieben Grad über die versprochenen 50 Grad Celsius an, doch auch dieser Wert ist tadellos und erlaubt somit sehr viel Freiraum für höhere Taktraten. Das im Catalyst-Treiber verankerte Programm Overdrive bietet sich beispielsweise fürs Übertakten an. Der Lüfter am 120-Millimeter-Radiator rauscht fast konstant mit 1,5 Sone, sowohl im Spielebetrieb, als auch im Leerlauf. Beim Spielen in Ultra-HD jedoch rauscht der Lüfter dann etwas lauter mit 1,9 Sone. Im geschlossenen Gehäuse dürfte der Lüfter dennoch kaum zu hören sein. Uns ist allerdings aufgefallen, dass die Fury X ein zusätzliches, relativ hochfrequentes sowie beständiges Surren an den Tag legt. Vermutlich stammt dieses Geräusch von der Wasserpumpe. Doch auch hier dürfte das geschlossene Case dämpfen.

UMWELT UND GESUNDHEIT

AMD Radeon R9 Fury X

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf

170 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last

445 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf

1,5 Sone

Betriebsgeräusch: Last

1,9 Sone

Temperatur: Leerlauf

26 Grad Celsius

Temperatur: Last

57 Grad Celsius

Test-Fazit zur AMD Radeon R9 Fury X

Die AMD Radeon R9 Fury X ist in Sachen Ultra-HD-Gaming ein würdiger Gegner für die Nvidia Geforce GTX 980 Ti: Die beiden Grafikkarten liegen dort bei den Bildraten nahezu gleichauf. Die Ausstattung des neuen Flaggschiffs mit der Speicher-Technik HBM erlaubt außerdem hohe Speicherbandbreiten und einen geringeren Stromverbrauch bei einer vergleichsweise niedrigen Kapazität. Die Wasserkühlung hält die Betriebstemperaturen stets auf einem sehr niedrigen Niveau. Das wiederum lässt Luft nach oben für das Erhöhen der Taktfrequenzen für mehr Leistung. Ohnehin dürfen wir auf die kommenden Treiber gespannt sein, die noch mehr Rechenkraft aus der Fury X holen dürften. Auch die Lautstärke des Lüfters befindet sich auf einem akzeptablen, fast schon konstanten Level. Und auch wenn dieser Aspekt nicht unbedingt ausschlaggebend ist: Die Fury X wirkt wirklich edel und die Abmessungen lassen kleine, aber leistungsfähige Gaming-PCs zu.

Die Energieeffizienz eines Nvidia-Maxwells erreicht die Fury X freilich nicht. Doch immerhin konnte AMD den Abstand zum ärgsten Konkurrenten deutlich verkleinern. Über alle Auflösungen und Benchmarks hinweg ist die Leistung der Fury X im Vergleich zur 980 Ti eher durchwachsen: In Full- und Quad-HD ist Nvidia im Schnitt sogar schneller, während sich die Grafikkarten in Sachen Computing-Leistung mit der Führung abwechseln. Bei den Schnittstellen gibt es kein DVI mehr, während der Chip-Hersteller einen HDMI-Anschluss in einer älteren, UHD-unfähigen Version verbaut. Für den hochauflösenden TV ist die Karte also weniger geeignet.

Dennoch lässt sich schlussendlich sagen, dass AMD mit der Fury X eine Grafikkarte auf den Markt gebracht hat, die sich auf Augenhöhe mit der 980 Ti befindet – aber nicht gar flotter oder sparsamer ist. Einer der größten Vorteile des neuen AMD-Flaggschiffs haben wir uns aber für den Schluss aufgehoben, nämlich den Preis: Der Hersteller ruft eine unverbindliche Preisempfehlung von 699 Euro auf, Nvidia dagegen empfiehlt für seine 980 Ti 739 Euro. Beide Angebote sind natürlich alles andere als günstig. Doch wenn Sie ein kompaktes UHD-Gaming-System in Planung haben, dann erweist sich die AMD Radeon R9 Fury X als einzig lohnenswerte sowie preislich attraktivere Alternative zur Nvidia Geforce GTX 980 Ti – sofern die Verfügbarkeit denn gegeben ist.

AMD erhält für seine Grafikkarte Radeon Fury X den PC-WELT-Award "Innovative Technik" für den erstmaligen Einsatz von HBM in einem Endkonsumenten-Produkt. Die Technik erlaubt außerdem hohe Bandbreiten, einen geringeren Stromverbrauch und ermöglicht kompaktere Abmessungen für Grafikkarten.
Vergrößern AMD erhält für seine Grafikkarte Radeon Fury X den PC-WELT-Award "Innovative Technik" für den erstmaligen Einsatz von HBM in einem Endkonsumenten-Produkt. Die Technik erlaubt außerdem hohe Bandbreiten, einen geringeren Stromverbrauch und ermöglicht kompaktere Abmessungen für Grafikkarten.

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