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Fast perfekte Navigation

07.06.2019 | 17:23 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Während der Fahrt zeigt Google Maps die verbleibenden Kilometer und die voraussichtliche Restfahrzeit an, außerdem lesen Sie immer den aktuellen Straßennamen. Die Fahrtdauervorhersage klappte in unseren Tests sehr zuverlässig, Googles Prognose traf sogar im obligatorischen Freitag-Nachmittags-Stau im Norden von München auf der A9 im Wesentlichen zu.

Satellitenansicht
Vergrößern Satellitenansicht

Die Sprachausgabe mit der zugegebenermaßen roboterhaft klingenden Frauenstimme ist klar verständlich und ausreichend. Abbiegehinweise werden rechtzeitig angekündigt und unmittelbar vor dem Abbiegen exakt wiederholt. Die Qualität der Abbiege-Hinweise zeigte sich insbesonders im direkten Vergleich mit dem TomTom Go Live 1005: Das hochpreisige Stand-Alone-Navi ließ uns mehrere Male bis zum Erreichen der Kreuzung darüber im Unklaren, wie wir abbiegen sollten. Die eine oder andere Abbiegeanweisung kam zudem missverständlich: So wurden wir einmal aufgefordert, geradeaus weiter Richtung Würzburg zu fahren. Auf dem Autobahnschild direkt vor uns stand Würzburg aber als Ausfahrt nach rechts. Im direkten Vergleich konnte Google Maps hier punkten.

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Autobahnabfahrten gab Google Maps Navigation sehr genau an, in einem konkreten Fall wurden alle vier Orte genannte, die auf dem Abfahrts-Wegweiser auf der Autobahn angegebenen waren. Da bleibt keine Frage offen. Wir empfanden die Menge und die Häufigkeit der Sprachanweisungen keineswegs als zu häufig oder zu knapp, sondern als genau richtig dosiert.

So wird die Route in der Übersicht angezeigt.
Vergrößern So wird die Route in der Übersicht angezeigt.

Beim Losfahren wollte uns Google Maps einmal unnötigerweise um den Häuserblock jagen, bevor es in die richtig Richtung gegangen wäre. Wir ignorierten diesen irrigen Hinweis und bogen gleich richtig ab – Google erkannte das umgehend und berechnete uns sofort den ab da richtigen Kurs. Womit wir beim Thema Neuberechnung sind. Google Maps registrierte in allen Fällen bemerkenswert schnell, wenn wir von der vorgegebenen Route abwichen, zeigte binnen Sekunden unsere Position richtig an und berechnete immer sofort eine neue passende Route. Das klappte auch, als wir innerhalb Münchens konsequent mehrmals hintereinander von den Routenvorschlägen abwichen – Google hechelte uns flott hinterher. Auf dem flachen Land erfolgte die Routenneuberechnung ebenso flink. Vorbildlich, mehr kann man nicht erwarten.

Falls während der Navigation ein Anruf eingeht, können Sie diesen problemlos entgegennehmen – das Navi-Menü geht automatisch in den Hintergrund. Wenn Sie den Anruf beendet haben, setzen Sie die Navigation ohne Unterbrechung und ohne Aussetzer fort.

Ebenfalls toll: Wenn Sie auf der Kartenansicht von Google Maps während der Fahrt einen POI entdeckten, zum Beispiel eine Tankstelle, so drücken Sie einfach mit dem Finger darauf. Sofort zeigt Ihnen Google Detailinformationen dazu an. Mit einem weiteren Fingerdruck können Sie sich direkt dorthin navigieren lassen. Das geht beim TomTom nicht auf Finderdruck, die auf der Karte eingeblendeten Symbole lassen sich nicht direkt ansteuern.

So funktionieren die Stau-Warnungen von TomTom

Nur in einem Bereich war das TomTom deutlich besser: Bei den Verkehrslageinformationen. Die HD Traffic Live-Daten sind sehr exakt und ermöglichen es dem TomTom, unterwegs sofort die Route zu ändern. Damit kann Google Maps Navigation nicht mithalten. Zumal dessen Verkehrslagedaten fernab der Ballungsgebiete fehlen.

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