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FIFA 21 Preview: Agiler Dribbeln mit Kylian Mbappé

29.07.2020 | 11:01 Uhr |

FIFA 20 führte Volta als akrobatischen Straßenkick ein, mit FIFA 21 will EA Sports vor allem Neuerungen bringen, die sich Fans seit Jahren wünschen: Der Karriere-Modus wird komplett überarbeitet und bietet deutlich mehr taktische Tiefe. Das Transfer-System wird ausgebaut, inklusive Investoren. Natürlich gibt es auch neue Gameplay-Mechaniken für Playstation 5, Xbox Series X und den PC.

Neues Jahr, FIFA 21 geht in die Startlöcher und EA Sports hat viel Arbeit vor sich: Dank Ultimate Team druckt EA mit ihrer FIFA-Reihe Geld, völlig absurde 760 Millionen US-Dollar wurden alleine mit diesem Modus im ersten Halbjahr 2020 verdient. Bleibt die Hoffnung, dass der US-Konzern jetzt mit dem Sprung auf Playstation 5 und Xbox Series X stärker in seinen Netcode investiert, der noch immer für Frustmomente in FIFA 20 sorgt. Hinzu gesellen sich diverse Bugs und Glitches, speziell gestoßene Freistöße und Ecken gehen etwa fast immer rein. 

Sogar FIFA-Ikonen wie Weltmeister MoAuba musste kürzlich im Gespräch mit den Kollegen von esports.com konstatieren: “Es gab noch kein Spiel, bei dem man so frustriert ist und in dem noch immer so viele Bugs drin sind.“ Den Auswechsel-Bug etwa, bei dem mitunter Spieler einfach nicht angezeigt werden, hatte der Superstar EA Sports bereits vor neun Monaten gemeldet, es ist allerdings ziemlich wahrscheinlich, dass EA Vancouver da bereits alle Ressourcen auf den neuen Titel umgestellt hatte. Hoffen wir, dass die Kanadier mit FIFA 21 nicht nur eine spielerisch starke, sondern vor allem Bug bereinigte, möglichst fehlerfreie Next-Gen-Fußball-Simulation abliefern.

FIFA-Weltmeister MoAuba schießt scharf gegen EAs Bug-Politik

Die größten Neuerungen im Gameplay von FIFA 21

Positioning Personality 

Natürlich arbeitet EA Sports weiterhin am Positionsspiel der KI-Fußballer. Durch die Positioning Personality, also eine gewisse Persönlichkeit in der Positionierung soll das Stellungsspiel an Bedeutung gewinnen in FIFA 21. Weltklassestürmer wie ein Kylian Mbappé von Paris-Saint-Germain, der ja auch das Cover ziert, achten bei Ihren Läufen auf den letzten Verteidiger, um Abseitsstellungen zu vermeiden. Spielmacher verschaffen sich Platz, um Lücken im zentralen oder defensiven Mittelfeld auszunutzen und die besten Verteidiger sollen Passwege jetzt effektiver zustellen. Zeit wird’s, denn FIFA 20 zeigte im Test letztes Jahr viele Fehler gerade in diesem Bereich: Die Manndeckung schwächelte, die Verteidiger leisten sich viele Stellungsfehler, mitunter wackelte das Geschwindigkeitsgefühl – mal schienen die Spieler einen Speedboost aktivieren zu können, mal waren sie nicht beweglich genug. Im Positionsspiel sind KI-Verbesserungen also definitiv erwünscht. 

Finten und Special Moves sollen eine größere Rolle beim Dribbeln spielen und dieses Gameplay-Feature insgesamt agiler machen.
Vergrößern Finten und Special Moves sollen eine größere Rolle beim Dribbeln spielen und dieses Gameplay-Feature insgesamt agiler machen.
© EA

Agile Dribbling 

Mit dem neuen agilen Dribblingsystem ziehen wir in FIFA 21 mit mehr taktischen Optionen an unseren Bewachern vorbei. Blitzschnelle Beinarbeit soll uns mehr Kontrolle verschaffen und Reaktionsmöglichkeiten, besonders in Eins-gegen-Eins-Situationen. Hinzu gesellen sich Special Moves, wie das Außenseite-Dribbling oder die sogenannte Ballrollen-Drehungsfinte, wo wir den Ball aus der Drehung heraus über den Fuß rollen lassen, um an der Defensive vorbeizuziehen. Hier wird es spannend sein, wie EA Sports die Balance aufzieht, denn in FIFA 20 ist es ziemlich einfach hinten zu “bunkern“, die Verteidigungsarbeit fällt dort simpler aus als in den letzten Teilen. EA tut also gut daran, nicht nur immer die Offensive zu stärken, sondern auch defensives Mittelfeld und Innenverteidigung.

Kopfbälle sollen sich manueller ausführen lassen und mehr Variation bieten.
Vergrößern Kopfbälle sollen sich manueller ausführen lassen und mehr Variation bieten.
© EA

Creative Runs

Creative Runs respektive Kreative Läufe ermöglichen es, die Bewegung unserer Mitspieler abseits des Balls stärker zu beeinflussen und sollen für neuen Wind in der Offensive sorgen. Schlüsselszenen wie Gewühl im Strafraum, Ballbesitzduelle im Mittelfeld oder Angriffsduelle sollen über diese Mechanik in FIFA 21 etwas flüssiger aufgelöst werden, sodass sich im Kampf um das Leder natürlichere Interaktionen zwischen den Spielern ergeben. Noch konnten wir FIFA 21 nicht spielen, das wird wohl erst Richtung Gamescom möglich werden. Generell soll die Sportsimulation mehr manuelle Mechaniken anbieten: Manuelle Kopfbälle, ausgewogenere Blocks, intelligentere Pässe und erhöhte Reaktivität sollen für mehr Kontrolle sorgen. Auch hier die Anmerkung: Innovationen für die Offensive sind immer gerne gesehen, aber die Balance zur Defensive muss passen. 

Schalten Sie die KI auf Legende oder Ultimativ, dann werden diese deutlich mehr Skill-Shots einsetzen. Laut EA soll die KI sich mehr wie ein menschlicher Gegenspieler anfühlen.
Vergrößern Schalten Sie die KI auf Legende oder Ultimativ, dann werden diese deutlich mehr Skill-Shots einsetzen. Laut EA soll die KI sich mehr wie ein menschlicher Gegenspieler anfühlen.
© EA

Legend ä re KI-Gegner setzen mehr Skill-Shots ein

Der Wettkämpfer-Modus wird die Spielstile der weltweit besten FIFA-Spieler in der KI vereinen, die jetzt in den Schwierigkeitsgraden "Legende" und "Ultimativ" deutlich mehr Skill-Shots und Spezialmanöver einsetzen soll. Gerade diese legendäre und ultimative KI klingt super spannend für das Next-Gen-FIFA. Wie genau diese umgesetzt wird, will EA Sports im August bei den ersten Gameplay-Sessions verraten. 

Wie viel Next-Gen letztlich in FIFA 21 steckt, muss sich erst noch zeigen. Auffällig sind hier aber die starke Schweißbildung, nicht nur auf der Stirn, sondern auch Nase und Armen.
Vergrößern Wie viel Next-Gen letztlich in FIFA 21 steckt, muss sich erst noch zeigen. Auffällig sind hier aber die starke Schweißbildung, nicht nur auf der Stirn, sondern auch Nase und Armen.
© EA

Der Karriere-Modus bringt endlich ein paar starke Upgrades

Der Karriere-Modus wurde in den letzten Jahren eher vernachlässigt, jetzt soll hier ein stärkerer Fokus liegen und mehr Spieltiefe in den Matches, bei den Transfers, im Training und generell mehr individuelle Kontrolle angeboten werden. Sie können etwa in Matches ein- und wieder aussteigen, etwa um Schlüsselszenen wie Freistöße und Elfmeter selbst zu übernehmen und so die Partie zu drehen. Generell will EA Sports auch einen größeren Fokus auf die Entwicklung des eigenen Teams legen, wir können etwa rechte Außenverteidiger in Flügelstürmer verwandeln oder Spieler, die besonders stark im defensiven Mittelfeld sind als Abwehrchef oder Innnenverteidiger installieren, wenn uns Spiele bevorstehen, in denen wir gegen besonders konterstarke Mannschaften wie Chelsea antreten. Ein weiterer Fokus liegt auf einer leichteren Auswertung von Spieldaten, so soll es schneller möglich sein innerhalb der Simulation Statistiken, individuelle Spielerleistungen und Ausdauerwerte zu analysieren, um Entscheidungen direkt aus dem Match heraus treffen zu können. 

König Fußball im Porträt: FIFA-Weltmeister MoAuba

Fans wirken insgesamt weniger statisch, haben mehr Animationen und drehen sich auch mal nach hinten - etwa um die Kamera zu rufen oder La-Ola-Wellen anzustimmen.
Vergrößern Fans wirken insgesamt weniger statisch, haben mehr Animationen und drehen sich auch mal nach hinten - etwa um die Kamera zu rufen oder La-Ola-Wellen anzustimmen.
© EA

Das Training erh ä lt ein neues Managementsystem und geht st ä rker in die Tiefe

Komplett neu ist der Bissigkeits-Wert, auch wenn das ein recht skurriles Wort ist. Darüber lässt sich das Leistungsniveau des eigenen Teams in der Tiefe stärker analysieren. Auch wird die Wahrscheinlichkeit berechnet, dass das Team in entscheidenden Szenen ihre Topleistung abrufen kann – beispielsweise im Rückstand. Diese Bissigkeit lässt sich in speziellen Trainingseinheiten immer wieder üben, damit die Chance steigt, dass ein Stürmer bei einer Flugkopfball-Möglichkeit oder einer Flanke die Pille auch wirklich rein macht. In der Defensive lassen sich hingegen unterschiedliche Zweikampfsituationen trainieren, damit die Verteidiger den Biss haben, sich immer wieder nachsetzen, bis der Torhüter übernimmt. Über das neue Aktivitäten-Managementsystem soll sich das Training generell stärker in der Tiefe planen lassen. Wir können etwa festlegen, wann unsere Spieler in der Woche trainieren und wann sie sich ausruhen sollen – einen Tag vor dem Spiel ergibt ein leichteres Training Sinn. Ziel ist es, die drei Hauptwerte Bissigkeit, Moral und Fitness auszubalancieren. 

Eric Cantona, eine Legende von Manchester United wurde als erste Ikonen-Karte für FIFA 21 Ultimate Team enthüllt.
Vergrößern Eric Cantona, eine Legende von Manchester United wurde als erste Ikonen-Karte für FIFA 21 Ultimate Team enthüllt.
© EA

Transfers bekommen mehr strategische Optionen

Transfers sollen sich in FIFA 21 realistischer anfühlen und es gibt mehr Optionen, Fußball-Profis zu verpflichten. Wir können Leihgeschäfte mit Kaufoption eingehen und zwischen optionaler oder verbindlicher Ablösesumme entscheiden, um Talente zu sichern respektive zu verkaufen. Und was wäre der Fußball, ohne seine Investoren: Paris-Saint-Germain hat durch Quatar Sports Investments, den Investment-Arm, nahezu unendlich viel Budget, über 400 Millionen Euro hat der Scheich schon in die Franzosen gepumpt. Auch Jürgen “Kloppo“ Klopp FC Liverpool ist auf Gold gebettet und durfte 2019 150 Millionen Euro für Transfers ausgeben. Wer sich seinen ganz eigenen Multi-Milliardär als Investor in FIFA 21 schnappen möchte, der kann das jetzt tun und so sein Vereinsbudget in absurde Regionen lenken, weil Financial Fair Play mittlerweile eine Reliquie aus der alten Zeit zu sein scheint.

Das Training lässt sich stärker in der Tiefe planen und das Transfersystem wird ausgebaut. Sie können etwa Großinvestoren an Bord holen, um solche Fußballtempel zu finanzieren.
Vergrößern Das Training lässt sich stärker in der Tiefe planen und das Transfersystem wird ausgebaut. Sie können etwa Großinvestoren an Bord holen, um solche Fußballtempel zu finanzieren.
© EA

Volta Football: Spielen ü ber den D ä chern von Dubai

Volta war schon in FIFA 20 das Highlight: Die Basis bilden kleinere Spielerzahlen, 3 gegen 3 oder 5 vs 5, und deutlich mehr Tricks. Beim Straßenkick wird mit Bande gespielt, eine wunderbare Gelegenheit, seine Skills zu zeigen: Einfach links antäuschen, den Gegner verladen, via Bande kicken, an ihm vorbeirennen und die Pille wieder unter Kontrolle bringen. Es ist der akrobatischere Fußball, mehr Kunst als einfach nur Sport. In FIFA 21 kommen jetzt Volta-Mannschaften, bei denen wir mit bis zu drei Freunden ein Team bilden. Im neuen Battles-Modus holen wir uns die großen Stars der Fußballwelt zum Kicken auf den Asphalt, in den Käfig oder das Stadion auf einem Wolkenkratzer. Gespielt wird wieder in abgefahrenen Locations, etwa in Sao Paulo und einer Hightech-Kuppel über den Dächern von Dubai. Dort hat gerade erst Agent 47 seine ersten Szenen präsentiert, in der Weltpremiere zu Hitman 3 – doch die präsentieren wir Ihnen an einem anderen Tag.

Volta wird uns wieder auf die abgefahrensten Fußball-Kulissen der Welt entführen, wie hier im Kolloseum in Mailand.
Vergrößern Volta wird uns wieder auf die abgefahrensten Fußball-Kulissen der Welt entführen, wie hier im Kolloseum in Mailand.
© EA

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