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Encarta Kids

03.08.2004 | 14:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Encarta Kids soll Wissen kindgerecht in leicht verdaulichen Häppchen und mit Anknüpfungen an den Zeitgeist (Indiana Jones dient als Einleitung für das Kapitel über Archäologie, Asterix und Obelix leiten zu Caesar über) servieren. Garniert ist das Ganze mit vielen Abbildungen und einem vergleichsweise flapsigen Umgangston: "als Rom noch ein völlig unbedeutendes Kuhdorf war".

Das Kinderlexikon verfügt über 500 neu gestaltete Artikel mit über 2500 Medienelementen in zehn Kategorien.

Behandelt werden unter anderem Geschichte, Wissenschaft, Tiere, die Erde, der Mensch und Sport & Spiele. Mitunter macht die Auswahl aber einen willkürlichen und um Aktualität krampfhaft bemühten Eindruck: Zum Beispiel in der Rubrik "Fußballer national", wenn neben Größen wie Franz Beckenbauer, Fritz Walter, Helmut Rahn und Uwe Seeler auch noch der relativ junge und mit wenig nationalen oder internationalen Erfolgen ausgezeichnete Balltreter Michael Ballack aufgelistet wird.

Das Konzept kann durchaus überzeugen (viele Bilder und überschaubarer Text), die Qualität der Texte sollte aber nicht darunter leiden: So bringt Encarta Kids zum Beispiel ohne weitere Erläuterungen das nicht ganz richtige Zitat "Hannibal ante portas", obwohl "Hannibal ad portas" eigentlich korrekter wäre.

Ebenfalls ziemlich locker ist die Begründung für die ausgeprägte Liebe der Italiener zum Streik ausgefallen. Encarta Kids nennt nämlich den legendären Auszug der römischen Plebs im Jahre 494 vor Christus als historische Wurzel für dieses italienische Phänomen. Eine mehr als eigenwillige These.

Encarta Kids lässt sich aus Encarta heraus nutzen, es kann aber auch als eigenständiges Programm unabhängig von Encarta 2005 gestartet werden und verfügt über eine eigene Suchfunktion, die im Kurztest überzeugen konnte. Gut gefiel uns die Einarbeitung aktueller Forschungsergebnisse wie zum Beispiel zur Varusschlacht 9 nach Christus.

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