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Elden Ring: Darauf können sich Dark Souls-Fans freuen

15.02.2020 | 08:02 Uhr |

Elden Ring wird ein Mega-Projekt: Geschmiedet von Hidetaka Miyazaki, dem Großmeister von Dark Souls. Geschrieben von George R.R. Martin, Autor von Game of Thrones. Und dann fühlt es sich auch noch an wie ein neues Der Herr der Ringe. Elden Ring - alles, was wir bislang wissen.

Schwermütig hallt es durch den Raum. Ein Ring wird geschmiedet, sein Meister schlägt mit dem Hammer auf ihn ein. Nicht viel ist zu erkennen, mehr Schatten und goldene Silhouetten denn Figuren. „Eine neue Welt, geschaffen von Hidetaka Miyazaki und George R.R. Martin“ prangt im Intro von Elden Ring - dem nächsten großen Werk des Studios rund um Dark Souls und Sekiro: Shadows Die Twice. Nicht an Dark Souls 4 wird gerade bei Bandai Namco gearbeitet, sondern neben Bloodborne 2 für Playstation 5, an jenem Elden Ring geschmiedet, welches ein komplett neues Universum mit einer riesigen Open-World eröffnen soll.

Bizarr mutet an, was jetzt passiert: Ein Herrscher mit goldener Krone hält einen abgeschlagenen Arm, sieben Hände an der Zahl wollen danach greifen. Erwischen das leblose Fleisch, entreißen es der greisen Person, der wohl ein König ist. „Ich glaube nicht, dass du dir dieses auch nur im Traum hättest vorstellen können“, sagt die mysteriöse Stimme aus dem Off. Diese Szenen tragen die Handschrift von George R.R. Martin. Kaum ein anderer vermag es so meisterlich widerliche Brutalität mit der Schönheit seiner Welten und Komplexität seiner Charaktere zu verschmelzen. Game of Thrones ist auch deshalb so eine besondere Roman-Reihe und natürlich Serie, weil sie durch und durch düster ist, geprägt von rachsüchtigen, egoistischen, blutrünstigen und regelrecht dämonischen Figuren, die für die Macht sogar ihre Familienmitglieder ermorden lassen. Auf so etwas ähnliches deuten auch die Szenen aus Elden Ring hin. 

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Der Eldenring - ein Mythos, der seine Welt prägt 

Der Elden Ring: Geschaffen auf einem Berg, die Schmiedemeisterin bezahlt jeden Schlag mit Rissen in ihrem Körper.
Vergrößern Der Elden Ring: Geschaffen auf einem Berg, die Schmiedemeisterin bezahlt jeden Schlag mit Rissen in ihrem Körper.
© From Software

Die unheilvollen Worte eines mysteriösen Erzählers erklingen: „Der, der den Sternen Befehle zu geben vermag und der dem Leben erst seinen vollen Glanz gibt. Der Eldenring. Oh, der Eldenring. Erschüttert von jemandem oder etwas. Sag mir nicht, dass du es nicht siehst. Sieh hoch zum Himmel. Er brennt.“ Der Schmiedemeister ist eine Frau mit blondem, lockigen Haar und mit jedem Schlag auf den Ring, reißt ihr Körper als wäre er eine Ton-Vase. In späterer Einstellung sehen wir eine andere Lady mit rotem, wehendem Haar in mächtiger, golden funkelnder Rüstung unter purpurroten Himmel, wie sie eine Lanze in den Körper eines Monsters treibt, welche zerbricht.

„Der Elden Ring ist der Name eines mysteriösen Konzepts, das die Welt selbst definiert", verrät Creative Director Miyazaki im Interview mit Xbox Wire. "Dieser Elden Ring ist zerbrochen. Die Bedeutung dieses Mythos wird eines der wichtigsten Themen des Spiels sein." Wie faszinierend.

Dieses neue Universum basiert auf vielen Gesprächen mit George R.R. Martin, dessen Aufgabe weniger darin besteht alle Dialoge zu schreiben, sondern mehr das große Ganze zu konzipieren. Die Evolution aller Charaktere, die Welt, seine Mythologie, seine Religion, seine politischen Führer - das Lore, die Hintergrundgeschichte des Spiels. Auch wenn wir hier kein Game of Thrones oder The Witcher 4 erwarten sollten - keine Welt, die auf Städten, Dörfern und Armeen basiert. 

Die Protagonistin mit wehendem roten Haar. Elden Ring spielt wieder im europäischen Fantasy-Mittelalter, nicht in Japan wie Sekiro: Shadows Die Twice.
Vergrößern Die Protagonistin mit wehendem roten Haar. Elden Ring spielt wieder im europäischen Fantasy-Mittelalter, nicht in Japan wie Sekiro: Shadows Die Twice.
© From Software

In einem Gespräch mit IGN bestätigte Myazaki, dass der Fokus auf einer düsteren Welt liege, in die Dörfer und Städte nicht reinpassten. Es wird jedoch eine sehr große Spielwelt sein, die wir zu Pferde bereisen und die berühmten Festungen aus Dark Souls, mit ihren vielen Geheimgängen und unterschiedlichen Ebenen sollen ebenfalls eine große Rolle spielen. Das Landschaftsdesign sei von Schottland inspiriert, ein Tag/Nacht-Zyklus soll die Spielwelt lebendig erscheinen lassen und Gerüchten zu Folge lässt sich das Team stark von Shadow of the Colossus inspirieren, riesige Bosse sing gesetzt, was auch der Creative Director bestätigt. FromSoftware sind Meister darin Welten zu erschaffen - Dark Souls mag rein technisch kein sonderlich ansehnliches Spiel sein, Sen’s Fortress aber beispielsweise oder Die Grabkammern der Giganten zeigen uns auf wundersame Art, dass diese Gebäude nicht für Figuren unserer Größe geschaffen wurde.

Eine dynamischere Open-World, die sich natürlicher anfühlen soll

Diese morbiden Aufnahmen tragen klar die Handschrift von Game-of-Thrones-Legende George R.R. Martin.
Vergrößern Diese morbiden Aufnahmen tragen klar die Handschrift von Game-of-Thrones-Legende George R.R. Martin.
© From Software

Schauen wir uns die früheren From-Software-Spiele an - Demon’s Souls, Dark Souls, Bloodborne, Sekiro -, das sind alles recht statische Welten. Dinge passieren im Allgemeinen nur dann wirklich, wenn Sie vom Skript bestimmt passieren sollen. Feinde patrouillieren bestenfalls in einem bestimmten, kleinen Umkreis, der sich ändert, sobald Story-Events getriggert werden. Welches auch das Verhalten der KI verändert, die Church Giants in Bloodborne etwa laufen nicht mehr Wache, sondern sitzen auf ihren Knien. Doch in der Regel wissen wir recht genau, was passiert und wo, wenn wir ein Gebiet bereits durchlaufen haben. Zudem haben wir erstaunlich viel Einfluss auf den Tag/Nacht-Wechsel - wir können etwa in den meisten Spielen wie selbst einem The Witcher oder Red Dead Redemption 2 einfach vorspulen, ohne befürchten zu müssen, dass während der Zeit, in der wir schlafen, irgendetwas passiert. Die Welt steht quasi still und genau das möchte Elden Ring ändern.

Die Welt verändert sich, mit und ohne unser Zutun. Um ein Beispiel zu nennen: Treffen wir auf ein Monster deutlich über unserem Level, können wir es angreifen. Oder einfach abhauen. Nur wer sagt, dass das Monster an Ort und Stelle festgenagelt ist? Es kann sich ja genauso auch bewegen, uns jagen, die Fährte aufnehmen etc. Auch könnten wir beim Fluchtversuch auf ein anderes Ungetüm treffen, welches gerade den gleichen Weg nehmen wollte. Und wenn wir eine Ruine durchstöbern und eine Höhle, dann ist es beim Rausgehen vielleicht schon dunkel. Gegner, die vorher dort waren, haben sich verzogen, weil sie die Nacht fürchten. Aber andere Gestalten erwachen erst bei Nacht. Vielleicht gibt es Möglichkeiten, diese Situation zum eigenen Vorteil zu nutzen? 

Playstation 5: Alles zur Hardware

Wie gewinnt man eigentlich George R.R. Martin für sein Projekt?

Elden Ring soll die natürliche Evolution von Dark Souls werden - mit neuer Grafik-Engine und einer sehr großen, natürlich wirkenden Open-World.
Vergrößern Elden Ring soll die natürliche Evolution von Dark Souls werden - mit neuer Grafik-Engine und einer sehr großen, natürlich wirkenden Open-World.
© From Software

Keine ganz triviale Frage, denn George R.R. Martin ist bekannt dafür sich alle Zeit der Welt für seine Bücher zu nehmen - er schreibt gerade das sechste Buch seiner „Song of Ice and Fire“-Reihe. Der studierte Journalist und amerikanische Schachmeister schrieb zunächst Twilight Zone für den US-Fernsehsender CBS, der ein weltweiter Erfolg wurde. Auch danach bewies Martin ein exzellentes Händchen im Schreiben seiner Werke: Für Disney schuf er den Klassiker „Die Schöne und das Biest“, 1996 folgte dann der erste Band seines Epos „A Song of Ice and Fire - a Game of Thrones.“ Während „A Game of Thrones“ und „A Game of Kings“ sowie „A Game of Swords“ nur zwei Jahre aufeinander folgten, ließ er sich für „A Feast for Crows“ bereits fünf Jahre Zeit - „A Dance with Dragons“ dauerte gar sieben Jahre. Seit nun mehr neun Jahren arbeitet der Starautor an seinem sechsten Band - „A Dance of Winter“, für den er aber nach wie vor keinen Release-Termin nennen möchte. Vom Renommee und sicherlich auch finanziell kann es sich Martin leisten, sich die Zeit zu nehmen, die er für seine hochkomplexen Werke braucht. Es gibt nicht viele Romane, die derart viele Protagonisten in unterschiedlichen Häusern zusammenführen müssen.

Tipp: Fans von Game of Thrones und Elden Ring, sei der Blog von George R.R. Martin empfohlen.

Miyazaki erzählt im Gespräch mit Xbox Wire, dass er in einer E-Mail Martin erzählte, dass er seine Werke standardmäßig an seine neuen Mitarbeiter verschenke, insbesondere aus dem Story-Department. Man telefonierte, traf sich öfter und jetzt ist George R.R. Martin für den Mythos und das sogenannte World Building verantwortlich - er schreibt die Hintergrundgeschichte zu Elden Ring, viele Figuren und das ganze Universum. „Dieser Mythos ist voller interessanter Charaktere und Dramen sowie eine Fülle mystischer und mysteriöser Elemente“, erzählt der Creative Director im Gespräch mit den Kollegen von IGN. "Wir sind dafür bekannt, dass wir Sie unsere Lore - die Hintergrundgeschichte hinter unseren Spielen an Hand von Fragmenten und mit Environmental Storytelling errätseln lassen. Viel davon ist mit der alten Zeit verbunden, einer Zeitperiode, die vor dem eigentlichen Spiel stattfand. Je mehr Sie im Spiel voranschreiten, desto mehr werden Sie über George R.R. Martins Mythologie erfahren.“

Erstes Fazit:

Für Elden Ring arbeiten zwei Großmeister ihres Faches zusammen: George R.R. Martin darf man in einem Atemzug mit J.R. Tolkien oder J.K. Rowling als einflussreichste Autoren unserer Zeit nennen und Hidetaka Miyazaki schuf mit From Software ein neues Spiele-Genre - das der Ultra-Hardcore-Rollenspiele, in dem der Frust zur Lust gehört und nur wer aus seinen Fehlern lernt, diese Werke durchspielen kann: Demon Souls, Dark Souls, Bloodborne, Sekiro: Shadow Die Twice. Besonders spannend ist Elden Ring auch deshalb, weil die Atmosphäre an Der Herr der Ringe erinnert und dieses Studio bekannt dafür ist neue Wege zu gehen. Auch der Einfluss eines Shadows of the Colossus als vielleicht bestes Spiel der Playstation-2-Ära, dürfte Elden Ring zu einem besonderen Werk für PC, PS4, Playstation 5 und Xbox One/Xbox Series X machen.

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