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Die besten Multifunktions-Drucker bis 100 Euro im Test

11.12.2017 | 14:11 Uhr |

Ihr neuer Multifunktionsdrucker darf nicht mehr als 100 Euro kosten und soll günstig im Unterhalt sein. Hier sind die besten Kombis aus den Tests.

Multifunktionsdrucker bis 100 Euro sind besonders beliebt, wenn es um das Drucken, Scannen und Kopieren zu Hause geht. Die getesteten Geräte bewegen sich im Preisbereich von gut 60 bis 100 Euro UVP (unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller). In den Straßenpreisen liegen die Multifunktionsgeräte meist deutlich darunter. Sie sind so günstig in der Anschaffung, dass sie als Mitnahmeprodukte in den Elektronikmärkten und zum Teil sogar beim Discounter zu finden sind. Aber was taugen diese Multifunktionsgeräte?

Crux bei Einstiegs-Kombis: Folgekosten für Tinte und Strom

Die getesteten Multifunktionsdrucker nutzen sowohl einzelne Tintentanks für jede Druckfarbe als auch Kombikartuschen, in denen die Farben zwar in separaten Kammern, aber in einer Patrone untergebracht sind. Kombikartuschen haben den Nachteil, dass Sie die gesamte Patrone austauschen müssen, wenn nur eine Farbe leer gedruckt ist. Gleichzeitig kommen Sie selbst mit XL-Kartuschen nicht günstig weg: So müssen Sie bei quasi günstigen Seitenpreisen mit gut 4 Cent für die schwarzweiße und über 6 Cent für die farbige Seite rechnen. Gerade beim Farbblatt sind schon allein rechnerisch Werte von 10 Cent keine Seltenheit. Die tatsächlichen Kosten liegen sicher darüber, hängen sie doch von Ihren Druckgewohnheiten ab.

Aber auch bei separaten Tintenpatronen ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn grundsätzlich sind bei Einstiegs-Multifunktionsgeräten die Kartuschen recht klein und somit mit geringer Füllmenge ausgestattet. Wer etwas mehr druckt oder kopiert, wechselt schnell Tintentank um Tintentank. Die geringen Reichweiten treiben die Seitenpreise in der Regel hoch. Noch ganz gut weg kommen Sie bei der Schwarzweiß-Seite beim Epson Expression Home XP-445 mit 3,7 Cent. Dafür schlägt das Farbblatt mit 11,7 Cent zu Buche. Umgekehrt ist das Modell Canon Pixma MX475 mit 6,2 Cent im Farbdruck die derzeit günstigste Option innerhalb der Top-10 - und das, obwohl es sich hier um eine Kombikartusche handelt.

Wer nun denkt, dass sich bei wenig Druckeinsatz und Kopien im Monat ein günstiger Multifunktionsdrucker trotzdem lohnen könnte, muss noch etwas wissen. Sind die Geräte im Ruhemodus – also nicht komplett von der Stromversorgung getrennt, spülen sie in bestimmten Intervallen die Düsen. Sie verbrauchen also Tinte und das ganz ohne verwertbare Ergebnisse auf dem Papier.

Ansatzweise eine Lösung des Dilemmas offerieren die Gerätehersteller mit speziellen Tintenprogrammen. HP startete bereits vor rund zwei Jahren mit „Instant Ink“ eine Art Tintenabonnement, bei dem Sie einen monatlichen Seitendurchsatz festlegen und dafür einen festgelegten Betrag zahlen. HP liefert die entsprechende Tintenmenge in Form von speziell gechippten Patronen. Galt das Angebot anfangs nur für ausgewählte Geräte mit kleinen Kartuschen, hat es der Hersteller nun auf fast alle Tintenstrahlmodelle ausgeweitet, egal, ob sie für den Heim- oder den Office-Einsatz gedacht sind - das gilt auch für die Modelle HP Deskjet 3630 und HP Envy 4520 aus der aktuellen Rangliste.

Seit dem Herbst 2017 hat Epson mit „Readyink“ eine ähnliche Möglichkeit geschaffen, die Tintenkosten für die Kombigeräte-Serien Expression und Workforce zu senken. Hier schließen Sie kein Abo ab, sondern richten beim Fachhändler einen Account ein, in dem Ihr Epson-Modell registriert ist. Benötigen Sie Tintennachschub, sendet Ihnen der Händler die gewünschten Patronen zu und soll Sie regelmäßig über Sonderangebote informieren. Das Angebot schließt die platzierten Drucker Epson Expression Home XP-245 , XP-345 und XP-445 ein.

Brother wiederum plant, den Amazon-Service „Dash Replenishment“ zu nutzen, um für einfachen Tintennachschub zu sorgen. Anstelle eines „Dash-Buttons“ soll der Nachbestellautomatismus jedoch in den Geräten integriert sein. Geht der Tintenvorrat zur Neige, meldet sich der Drucker und Sie können die Tinte rechtzeitig bei Amazon bestellen. Mit welchen Brother-Gerätereihen es losgeht, derzeit allerdings noch nicht fest.

Derzeitiger Testsieger bei den Multifunktionsgeräten bis 100 Euro: Canon Pixma MX495
Vergrößern Derzeitiger Testsieger bei den Multifunktionsgeräten bis 100 Euro: Canon Pixma MX495
© Canon

Ein Wort zum Stromverbrauch: Grundsätzlich benötigen die günstigen Multifunktionsgeräte relativ wenig Strom. Allerdings sparen sich die Hersteller gerade im Einstiegsbereich oft einen sauberen Ausschalter. Die Folge: Die Kombidrucker ziehen auch dann Strom, wenn Sie den Ausschalter betätigt haben. Im Testfeld trifft das auf die Modelle Canon Pixma TS5051 und Epson Expression Home XP-245, XP345 und XP-445 zu. Die Multifunktionsdrucker gehen ausgeschaltet nur auf 0,2 oder 0,1 Watt, nicht auf 0 Watt - das ist schade. Abhilfe schafft hier nur, den Stecker zu ziehen, wenn Sie den Kombidrucker sicher nicht benötigen. Dass es selbst bei sehr günstigen Geräten anders geht, zeigen die Modelle Canon Pixma MX475 , MX495 , MG2950 und MG3650 , HP HD Envy 4520 und HP Deskjet 3630 , die sich ausgeschaltet komplett von der Energiezufuhr trennen.

Ausstattung bei günstigen Multifunktionsdruckern

Es wäre ein Trugschluss zu glauben, Multifunktionsdrucker bis 100 Euro bringen stets wenig Ausstattung mit. Selbst auf Geräte mit Fax-Funktion müssen Sie hier nicht verzichten, wie die Modelle Canon Pixma MX475 und MX495 zeigen. Die Multifunktionsgeräte können zusätzlich mit automatischem Vorlageneinzug und Schrift-Display punkten.

Wer drahtlos drucken möchte, findet WLAN bei allen Multifunktionsgeräten der Top 10 integriert. Es gibt allerdings noch Beispiele ohne die Drahtlosschnittstelle. Achten Sie darauf, wenn die Anschaffungspreise unter 50 Euro liegen. Gleichzeitig bieten alle Hersteller Apps zum Drucken, teils auch zum Scannen an. Wer vom Mobilgerät drucken will, ohne eine App zu installieren, wählt entweder den Dienst des Hersteller wie HP ePrint oder Epson Connect oder im Gerät integrierte Services wie Apple Airprint und Google Cloud Print. Allerdings beherrschen nicht alle Geräte automatisch auch alle Standards. So kann das Canon Pixma MG2950 etwa mit Apple Airprint nichts anfangen.

Karteneinschübe für den Direktdruck ohne PC bieten die Multifunktionsdrucker Canon Pixma MG4250, Canon Pixma TS5051 und Epson Expression Home XP-445. Als Kartenformat hat sich SD inzwischen durchgesetzt.

Bildergalerie: Multifunktionsgeräte mit WLAN

Fazit: Kein günstiger Multifunktionsdrucker ohne Kompromiss

Bei Einstiegs-Multifunktionsdruckern müssen Sie insbesondere bei Tempo und Qualität mit einigen Defiziten rechnen. So sind die Scan-Einheiten der günstigen Multifunktionsdrucker zwar für Alltagsaufgaben geeignet, sie verlieren jedoch meist schnell an Tiefenschärfe. Das macht sich besonders bei Foto-Scans bemerkbar. Gleichzeitig lesen manche Scan-Einheiten nicht sauber bis zum unteren Rand. Kopieren Sie A4-Vorlagen, kann es passieren, dass Inhalte abgeschnitten werden - wie etwa beim Canon Pixma MG2950 oder Epson Expression Home XP-445.

Neu im Vergleichstest sind der Canon Pixma TS3151 sowie die Epson-Modelle Expression Home XP-345 und XP-245 . Auch der Canon Pixma TS5051 ist neuerdings in dieser Bestenliste gelandet. Der Grund: Die UVP ist von 115 Euro auf 99 Euro gesunken.

Die Testsieger im Überblick

Derzeitiger Testsieger bei den Multifunktionsgeräten bis 100 Euro: Canon Pixma MX495
Vergrößern Derzeitiger Testsieger bei den Multifunktionsgeräten bis 100 Euro: Canon Pixma MX495
© Canon

Als derzeitiger Testsieger hat sich das Canon Pixma MX495 entpuppt. Das Multifunktionsgerät ist der Nachfolger des MX395 und für den heimischen Einsatz gedacht, wenn ein Fax benötigt wird. Die Leistungsdaten sind solide, die Gehäusemaße kompakt und die Ausstattung für den Preispunkt von 90 Euro (UVP) üppig.

Zum Preisvergleich: Canon Pixma MX495

Derzeitiger Preis-Leistungs-Sieger bei den Multifunktionsgeräten bis 100 Euro: HP Deskjet 3630
Vergrößern Derzeitiger Preis-Leistungs-Sieger bei den Multifunktionsgeräten bis 100 Euro: HP Deskjet 3630
© HP

Den Preis-Leistungs-Sieg kann der HP Deskjet 3630 für sich verbuchen. Derzeit kommt der Multifunktionsdrucker auf 64 Euro (UVP). Er hat zwar keine Eile, arbeitet die gestellten Aufgaben jedoch verlässlich ab. Einen gelegentlichen Bedarf an Drucken, Scans und Kopien schafft er, faxen kann er allerdings nicht. Das Modell gibt es in den Varianten Deskjet 3633 und 3634. Dann ist das Gehäuse entweder komplett weiß oder mit blauem Scanbett abgesetzt.

Zum Preisvergleich: HP Deskjet 3630

Ärgerlicher als die Kompromisse in Tempo und Qualität bleiben jedoch die Seitenpreise. Gerade günstige Multifunktionsdrucker sind keine Sparer bei Folgekosten. Wer viel druckt und kopiert, für den kommen die Einsteiger-Kombis nicht in Frage. Dafür sind die Seitenkosten durch die Bank zu hoch. Abhilfe schaffen hier aber schon Multifunktionsdrucker, die knapp über der magischen Marke von 100 Euro liegen. Lesen Sie dazu diesen Vergleichstest .

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