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Praxis-Test: Die besten Business-Notebooks im Vergleich

16.09.2020 | 09:21 Uhr |

Notebook ist nicht gleich Notebook: Wer seinen Laptop im Beruf nutzt, sollte auf andere Kriterien achten als ein Privatanwender. Der Vergleichs-Test erklärt, was ein gutes Business-Notebook ausmacht.

Intel ändert die Spielregeln: Die Vorstellung der 11.Core-Generation für Notebooks ("Tiger Lake") machte deutlich, dass Intel von AMDs Erfolg genervt ist. Vor allem, weil der Konkurrent sich nicht nur in PCs und Gaming-Laptops breit macht, sondern mit der Renoir-Serie Ryzen 4000U jetzt auch vermehrt in Business-Notebooks einzieht - bislang eindeutig Intel-Territorium. Intels Gegenmaßnahme ist das neue Plattform-Label "Evo": Es zeichnet Notebooks aus, die bestimmte Hardware- und Leistungs-Voraussetzungen erfüllen. Die Hardware besteht natürlich aus Intel-Komponenten, die Leistungskritieren umfassen zum Beispiel Akkulaufzeit, Aufwachzeiten und verschiedene Praxis-Tests. Für Außenstehende sind die Zertifizierungsrichtlinien nicht alle transparent, was den Vergleich zu Notebooks mit AMD-Plattform erschwert. Das scheint gewollt, denn Intel übt damit auch unterschwellige Kritik an Standard-Benchmarks, bei denen aus seiner Sicht AMD wohl zu gut wegkommt. Der Ärger über die so genannten Nachahmer ("imitators") wird im Interview mit Intel Vice President Chris Walker spürbar.

Flexible Convertibles und Detachables

Unser Vergleichstest der Business-Notebooks belegt aber, dass auch mit der aktuellen Core-Generation Ice Lake außergewöhnlich hervorragende Laptops gelingen. Das beste Beispiel ist der neue Testsieger Samsung Galaxy Book Flex : Das Touchscreen-Convertible mit einem Core i7-1065G7 verbindet eine hohe Systemleistung vor allem bei Office-Anwendungen mit einer üppigen Akkulaufzeit und einem hervorragendem Bildschirm. Außerdem bringt das Notebook den von den Galaxy-Note-Smartphones bekannten S-Pen mit, der sich als Eingabestift und Fernbedienung nutzen lässt. Dazu kommen noch praxistaugliche Spezial-Funktionen: Sie können einen Outdoor-Modus aktivieren, der die Display-Helligkeit auf knapp 600 cd/qm schraubt und Ihr Smartphone kabellos auf dem Touchpad laden - sofern es Qi unterstützt.

Überzeugendes Convertible: Samsung Galaxy Book Flex
Vergrößern Überzeugendes Convertible: Samsung Galaxy Book Flex
© Samsung

Wenn Sie eine optimale Kombination aus Notebook und Tablet suchen, empfiehlt sich neben dem Testsieger das Convertbile HP Spectre x360-13. Auch der HP-Laptop setzt auf einen leistungsstarken Core i7-1065G7 mit der deutlich verbesserten Iris-Plus-Grafik. Er überzeugt außerdem in der Ausstattungsvariante mit OLED-Bildschirm: Wie bei einem Top-Smartphone verbindet er enormen Kontrast mit hoher Helligkeit und optimaler Farbraumabdeckung für sRGB, Adobe-RGB und DCI-P3. Damit eignet sich das Spectre x360 sowohl für den Office- wie Multimedia-Einsatz. Auch bei den Anschlüssen sind Sie flexibel: Das HP-Notebook bietet Thunderbolt 3 per Typ-C und USB 3.0 per Typ-A plus eine Mini-Docking-Station, unter anderem mit HDMI-Buchse.

Rund 1 Kilogramm leichtes Convertible: HP Elitebook Dragonfly
Vergrößern Rund 1 Kilogramm leichtes Convertible: HP Elitebook Dragonfly
© HP

Soll das Convertible überwiegend unterwegs zum Einsatz kommen, ist das HP Elitebook Dragonfly ein Kandidat. In der Ausstattungsvariante mit kleinem Akku wiegt es unter 1 Kilogramm, aber auch das praxistauglichere Modell mit 56-Wattstunden-Akku und rund 12 Stunden Laufzeit ist mit 1138 Gramm sehr leicht.

Das Dell Latitude 7400 2in1 bietet einen besseren Kompromiss aus geringem Gewicht für den mobilen Einsatz und ausreichend großem 14-Zoll-Bildschirm für die produktive Arbeit. Durch seinen Nährerungssensor läuft die Windows-Anmeldung besonders schnell ab, weil das Notebook erkennt, wenn Sie vor ihm sitzen und sofort die Gesichtserkennung per Windows Hello startet.

In der Ansteck-Tastatur des Portégé X30T befinden sich zahlreiche Anschlüsse.
Vergrößern In der Ansteck-Tastatur des Portégé X30T befinden sich zahlreiche Anschlüsse.
© Toshiba

Gegenüber den Convertibles ist die Kategorie der Detachables, bei denen sich Gehäuse und Display trennen lassen, um den Bildschirm als Tablet mitzunehmen, zuletzt ins Hintertreffen geraten. Trotzdem lohnt ein Blick auf das Toshiba Portégé X30T-E-109 : Es beweist, dass Sie auch bei einem Detachable nicht auf eine umfassende Ausstattung verzichten müssen: Die zahlreichen Anschlüsse verteilen sich am Tablet-Teil und der Ansteck-Tastatur, selbst LAN-Port, HDMI und VGA sind zu finden. Eine weitere Besonderheit: Das Toshiba-Detachable hat einen Touchscreen mit entspiegelter Oberfläche.

Starke Arbeits-Notebooks

Großer Bildschirm, kleines Gewicht: LG gram 17
Vergrößern Großer Bildschirm, kleines Gewicht: LG gram 17
© LG

Wie Samsung kehrt auch der andere koreanische IT-Riese LG mit neuen Notebooks auf den deutschen Markt zurück und macht mit dem leichtesten 17-Zoll-Notebook der Welt auf sich aufmerksam. Das gram 17 bietet trotz eines Gewichts von nur 1324 Gramm - leichter als viele 13-Zöller -, eine starke Rechenleistung, viel Ausstattung und Anschlüsse sowie dank eines üppigen 78-Wattstunden-Akkus auch eine hervorragende Akkulaufzeit. 

Das macht das LG gram 17 auch zu einer Top-Empfehlung, wenn Sie ein Arbeits-Notebook suchen. Denn nicht nur Anwendungen wie Videoschnitt und Fotobearbeitung profitieren von einer größeren Displayfläche, auch umfangreiche Texte sowie große Tabellen und Präsentationen lassen sich damit bequemer bearbeiten. Außerdem ist im großen Gehäuse Platz für einen Ziffernblock, der kompakteren 13- und 14-Zoll-Notebooks fehlt.

Das aktuelle Modell der X1-Serie von Lenovo.
Vergrößern Das aktuelle Modell der X1-Serie von Lenovo.
© Lenovo

Damit rückt das LG gram 17 ganz nahe an die Modelle aus Lenovos X1-Carbon-Serie wie das Thinkpad X1 Carbon G7 heran. Als ultramobile Produktiv-Notebooks bleiben die Lenovo-Laptops die Referenz, denn sie haben zwar keinen Ziffernblock, dafür aber eine bessere Tastatur. Außerdem ist das X1 Carbon über 200 Gramm leichter, weil es ein kleineres 14-Zoll-Display hat, das aber eine höhere 4K-Auflösung zeigt. Die wiederum zehrt aber sehr kräftig am Akku.

Auch das Lenovo Thinkpad X1 Carbon ist nach wie vor empfehlenswert, da es kaum leistungsschwächer und schwerer als die Neuausgabe ist. Beim Dell XPS 13 (9300) leidet die Akkulaufzeit weniger unter der 4K-Auflösung, obwohl es mit 3840 x 2400 sogar noch ein paar Pixel mehr zeigt: Denn Dell setzt wie auch LG auf einen 16:10-Bildschirm. Dieses Seitenverhältnis ist besser für Office-Arbeit und Web-Surfen geeignet als 16:9. 
Außerdem zeichnet sich das Dell XPS 13 durch sein Infinity-Edge-Display aus, bei dem der sehr schmale Rahmen den Bildschirm dank eines besseren Screen-to-Body-Ratio größer erscheinen lässt.

Optische Highlights bei Business-Notebooks

Schickes Leichtgewicht: Microsoft Surface Laptop 3
Vergrößern Schickes Leichtgewicht: Microsoft Surface Laptop 3
© Microsoft

Mit einem Core-Prozessor der 10.Generation und Wifi-6 ist das Microsoft Surface Laptop 3 13.5 auf dem aktuellen Stand der Technik - und eignet sich für Anwender, die bei einem Business-Laptop besonders Design und Materialqualität schätzen. Das Clamshell-Notebook mit Touchscreen sitzt in einem eleganten, flache Metallgehäuse, ist absolut solide verarbeitet und lässt sich problemlos mit einer Hand öffnen. Microsoft bietet den Surface Laptop 3 in den Farben Sandstein, Schwarz und Platine an. Außerdem gibt es Modelle in Kobalt-Blau und Platin mit dem bekannten Alcantara-Stoffbezug.

Leistungsstarke Allrounder
 
Beim Lenovo Thinkpad X1 Extreme und dem Surface Book 2 15 von Microsoft finden Sie hohe Rechen- und Grafikleistung. Trotzdem müssen Sie dafür nicht zu große Kompromisse bei Gewicht und Akkulaufzeit machen. Der Lenovo-Laptop mit einem 15,6 Zoll großen UHD-Display bringt eine 6-Kern-CPU sowie die Nvidia-GPU Geforce GTX 1050Ti im mobilfreundlichen Max-Q-Design mit. Der Nachfolger aus der zweiten Generation, das Lenovo X1 Extreme 2019 , dreht mit einer Geforce GTX 1650 nochmal an der Leistungsschraube. Das X1 Extreme bleibt dabei mit 19 Millimetern Bauhöhe und rund 1,8 Kilogramm Gewicht schmal und flach und liefert dank des großen 77-Wattstunden-Akkus rund zehn Stunden Akkulaufzeit.

Das Microsoft Surface 2 15 ist ein Detachable mit einem auffälligen Verbindungsmechanismus zwischen Display und Gehäuse, weshalb es mit 23,6 Millimetern hinten etwas dicker ist. Das Gewicht liegt aber trotzdem unter zwei Kilogramm. Dank zweier Akkus - mit 64 Wattstunden im Gehäuse und 23 Wattstunden im Bildschirm - fällt die Akkulaufzeit mit knapp 15 Stunden im Office-Betrieb exzellent aus.

Teures Kraftpaket: Das Surface Book 2 eignet sich vor allem für grafikintensive Anwendungen
Vergrößern Teures Kraftpaket: Das Surface Book 2 eignet sich vor allem für grafikintensive Anwendungen
© Microsoft

Das Surface Book 2 mit 15-Zoll-Bildschirm vereint eine 4-Kern-CPUs aus der achten Core-Generation von Intel und eine Nvidia GTX 1060. Die kraftvollen Grafikkarten sind in diesen Business-Laptops aber nicht zum Spielen gedacht, sondern erhöhen die Rechenleistung bei Bild- und Videobearbeitung sowie Raytracing.


Rund 300 Gramm leichter ist das Microsoft Surface Book 2 13.5 : Wegen des leichteren und flacheren Gehäuses bietet es mit einer Geforce GTX 1050 eine etwas geringere Grafikleistung, dafür aber eine etwas längere Akkulaufzeit. Außerdem ist es mit besserer SSD-Ausstattung deutlich günstiger als das große Surface Book 2.

Testsieger: Samsung Galaxy Book Flex
Vergrößern Testsieger: Samsung Galaxy Book Flex

Testsieger: Samsung Galaxy Book Flex
 
Samsung gelingt mit dem eleganten Touchscreen-Convertible ein hervorragendes Comeback auf dem deutschen Markt. Das Design ist edel, aber nicht verspielt, Leistung, Bildqualität und Ausstattung überzeugen. Die Displayauflösung von 1920 x 1080 ist nicht überragend, aber für die meisten Business-Anwendungen genau richtig - und schont den Akku mehr als ein 4K-Bildschirm. Den cleveren S-Pen können Sie als Eingabestift oder zum Beispiel bei Präsentationen als Fernbedienung einsetzen. Samsung Galaxy Book Flex: Zum ausführlichen Test


Empfehlung der Redaktion: LG gram 17

Das LG gram 17 bringt Groß und Leicht perfekt zusammen – und zwar ohne Kompromisse: Denn seine Rechenleistung überzeugt ebenso wie Displayqualität und Akkulaufzeit. Eine absolute Empfehlung, wenn Sie auch unterwegs gerne an einem großen Bildschirm arbeiten wollen. LG gram 17: Zum ausführlichen Test


Preistipp: Dell Latitude 7400 2in1

Das Dell Latitude 7400 empfiehlt sich als flexibles Arbeitsgerät ohne Schwächen. Für den Convertible-Formfaktor müssen Sie keine Kompromisse beim Gewicht machen. Rechenleistung, Ausstattung und Akkulaufzeit sind praxistauglich, der leise Lüfter angenehm. Dell Latitude 7400 2in1: Zum ausführlichen Test


Design-Empfehlung: Microsoft Surface Laptop 3 13.5

Das Microsoft Surface Laptop 3 ist eines der elegantesten Notebooks für unterwegs - ob im Metall-Design oder mit Alcantara-Überzug. Die Optik mit dem geringen Gewicht und der sehr flachen Bauweise geht aber auf Kosten der Schnittstellen-Ausstattung: Zwar ist jetzt Typ-C an Bord - um eine Docking-Station kommen Produktivarbeiter aber nicht herum. Vor allem bei der Rechenleistung müssen Sie aber keine Kompromisse machen, auch Akkulaufzeit und Bildschirmqualität überzeugen.

Microsoft Surface Laptop 3 13.5: Zum ausführlichen Test

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