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Der beste 3D-Drucker: Die große Kaufberatung für Einsteiger & Profis

29.11.2017 | 14:09 Uhr |

Der ideale 3D-Drucker erstellt dreidimensionale Objekte, ohne dass Sie dafür ein Ingenieur sein müssen. Wir stellen die besten Geräte vom Einsteiger- bis zum Profi-Modell vor und geben Tipps für den Praxis-Einsatz.

Wer in den 3D-Druck hineinschnuppern will oder auch nur einen Bastelspaß für die Kinder oder für sich selbst sucht, probiert einen 3D-Druckerstift ab 40 Euro aus. Den günstigen Einstieg in den Objektdruck stellt ein 3D-Drucker-Bausatz oder gleich ein Fertiggerät dar. Die Preise beginnen hier bei rund 250 Euro. 3D-Drucker fürs ambitionierte Hobby oder den professionelle Einsatz bei Architekten und Designern kosten vierstellige Eurobeträge. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen empfehlenswerte Modelle vom Einsteigergerät bis zum Profi-Drucker vor, und erklären, auf was Sie bei der Ausstattung und dem Funktionsumfang achten sollten. Eine schnelle Übersicht inklusive Preis-Info bietet Ihnen die folgende Bildgalerie:

Der 3D-Druck will rein in die Hobbykeller und weg vom Image, dass nur Profis oder ambitionierte Maker mit den Objektdruckern etwas anfangen können. Sie sollen vielmehr jeden interessierten Technikliebhaber ansprechen. Dafür eignen sich Geräte am besten, die das Schichtschmelzverfahren – Fused Deposition Modeling (FDM) oder Fused Filament Fabrication (FFF) - einsetzen. Diese 3D-Drucker schmelzen Kunststoff, drücken ihn durch eine Düse und setzen ihn kontrolliert Schicht um Schicht auf einer Bauplattform übereinander, bis das Objekt fertig gebaut ist.

Preisgünstiger Einstieg: 3D-Druckerstifte

Im Gegensatz zum richtigen 3D-Drucker halten Sie den Stift in der Hand, während er den erhitzten Kunststoff durch die Düse drückt. So erstellen Sie weniger geschlossene Gegenstände, können aber lustige Figuren kreieren. Am leichtesten lernen Sie mit dem Stift umzugehen, wenn Sie eine Vorlage auf Papier – etwa den Eifelturm – mit dem 3D-Druckerstift nachzeichnen. Eine ruhige Hand und etwas Geschick sind wichtige Voraussetzungen. Verlieren Sie nicht die Geduld, wenn es Ihnen nicht gleich auf Anhieb gelingt, die Vorlage exakt nachzuzeichnen. Starten Sie bei anfänglichem Misserfolg mit einem leichteren Objekt – etwa ein Haus.

Dreidimensional digitalisieren: Günstige 3D-Scanner vorgestellt

Günstige Stifte starten preislich bei gut 40 Euro – etwa der Uvistare 3D Drucker Stift. Haben Sie etwas auf dem ebenen Papier geübt, können Sie mit dem Stift durchaus in die Höhe gehen. So entstehen dreidimensionale, frei gezeichnete Objekte. Sie haben allerdings wenig mit präzise gefertigten Gegenständen zu tun, sind aber ein durchaus geeigneter Einstieg ins Thema 3D-Druck.
Etwas cleverere Stifte lassen sich sowohl in der Temperatur als auch in der Vorschubgeschwindigkeit regeln und können mit ABS- sowie PLA-Kunststoff umgehen. In der Regel arbeiten alle 3D-Druckerstifte mit 1,75-Millimeter-Material – etwa der Aerb Intelligent 3D Printing Pen für rund 50 Euro.

3D-Drucker als Bausatz

Wem ein 3D-Druckerstift zu wenig ist, aber trotzdem preisbewusst in den Objektdruck einsteigen will, wählt einen Bausatz. Hier gibt es zahllose Varianten. Wichtig ist, dass Sie die Größe des Bauraums beachten. Sie entscheidet, wie groß Ihre Objekte am Ende werden können, ohne dass Sie sie in Einzelteilen drucken und danach zusammenbauen müssen. Grundsätzlich benötigen Sie für Bausätze handwerkliches Geschick. Rechnen Sie mit mehreren Stunden für die Montage. Hier ist Geduld gefragt!

3D-Drucker gibt es mittlerweile in allen Preisklassen. Vom günstigen Bausatz bis zum hochpreisigen Fertiggerät. Wir geben in diesem Video einen Überblick über die verschiedenen Modelle und erklären, welches Modell für Ihren Einsatzzweck das Richtige ist. Außerdem werfen wir einen Blick auf 3D-Scanner, mit denen Sie eigene Druckvorlagen kreieren können.

Sind Sie dafür bereit, bekommen Sie einen Bausatz bereits ab 150 Euro wie den Geeetech 3D , der auf dem Prusa i3 basiert und sich mit einem WLAN-Modul erweitern lässt. Der Bauraum ist hier auf 200 x 200 x 180 Millimeter begrenzt. Dafür verträgt das Gerät PLA, ABS und flexibles PLA.

Neben Newcomern entdecken auch namhafte Firmen den 3D-Druckerbausatz als Einstiegsvariante in den 3D-Druck – darunter etwa Fischertechnik. Das Unternehmen bietet unter der wenig attraktiven Bezeichnung 536624 ein sogenanntes „Konstruktionsspielzeug“ an, das mit gut 500 Euro auch ganz schön hoch zu Buche schlägt. Dafür bietet die Firma zwei Jahre Garantie auf den Bausatz. Das ist nicht selbstverständlich. Der Bausatz ist für Jugendliche gedacht, die an das Thema 3D-Druck herangeführt werden sollen. Hier muss ein Druckbereich von 115 x 100 x 80 Millimetern ausreichen. Die Schichtdicke ist auf 0,2 Millimeter beschränkt. Auch die Materialverarbeitung ist recht unflexibel, da nur PLA vorgesehen ist.

Eine große Auswahl an 3D-Bausätzen finden Sie, wenn Sie ungefähr 300 Euro investieren. Für unter 500 Euro sind die Geräte schon einmal teilmontiert wie etwa der Sainsmart X Crealitiy CR-10 . Hier sparen Sie sich Zeit beim Montieren und bleiben dank eines größeren Bauraums auch flexibler im Druckbereich. Das Gerät bietet 300 x 300 x 400 Millimeter, verträgt sich mit PLA, ABS sowie Holzvarianten und lässt Schichthöhen zwischen 0,05 und 0,4 Millimetern zu.

In den meisten Fällen ist die Display-Sprache Englisch - hier: XYZprinting Da Vinci 1.0
Vergrößern In den meisten Fällen ist die Display-Sprache Englisch - hier: XYZprinting Da Vinci 1.0

Fertiggerät – Plug’n’Play versprochen

Die Auswahl an fertig montierten 3D-Druckern wächst weiter, trotzdem der absolute 3D-Druck-Boom schon abgeebbt ist. Die zunehmende Konkurrenz (in erster Linie aus Asien) hat einen verbraucherfreundlichen Nebeneffekt: Die Gerätepreise sinken. So lässt sich ein kleiner Einstiegs-3D-Drucker inzwischen ab rund 250 Euro erwerben – wie etwa der XYZ Printing da Vinci Mini . Diese Geräte kennzeichnet, dass sie meist nur LEDs am Gehäuse haben, also auf ein Display verzichten, und ausschließlich mit einer Kunststoffart – meist PLA – umgehen können. Gleichzeitig lassen sie sich besonders einfach in Betrieb nehmen.

Kaufratgeber: So finden Sie den richtigen 3D-Drucker

Etwas üppiger ausgestattete 3D-Drucker beginnen bei rund 500 Euro und bringen in der Regel ein Display mit, über das sie sich steuern lassen – wie etwa der Flashforge Finder . Sie beschränken sich auf einen Extruder (Düse) und meist wiederum auf eine Kunststoffart – meist PLA. Als Geheimtipp für Einsteiger wird derzeit der Monoprice Select Mini 3D Printer gehandelt. Das Gerät verzichtet auf ein Gehäuse, hat aber einen SD-Kartenslot und ein Display. Es ist ab Werk vorkalibriert und lässt sich ins WLAN integrieren, um es übers Heimnetz anzusteuern. Die Baufläche ist allerdings auf 120 x 120 x 120 Millimeter beschränkt.

So manche chinesische Ware findet sich in Deutschland unter einer etablierten Flagge wieder. Ein Beispiel ist der Dremel Idea Builder , der auf dem Flashforge Dreamer basiert. Im Gegensatz zum Asiaten hat der Idea Builder allerdings nur eine Druckdüse und verzichtet auf eine beheizbare Bauplatte, die für ABS-Kunststoff wichtig ist. Auch WLAN-Fähigkeit fehlt der abgespeckten Variante. Da die Geräte mit etwa 900 und um die 940 Euro trotzdem preislich nahe zusammenliegen, lohnt sich ein genauer Blick, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden.

Profigeräte für den Dauerbetrieb

Die kleineren 3D-Drucker haben jedoch nichts mit Profidruckern zu tun. Denn Letztere sind auf den Dauerbetrieb ausgerichtet und eindeutig fürs professionelle Umfeld gedacht. Sie kommen bei Architekten und Designern zum Einsatz, gehören aber auch zur Kategorie der 3D-Drucker für den Desktop. Eine Übersicht der besten Profi-3D-Drucker im Test bietet die folgende Bildgalerie

Ein großer Bauraum ist hier Pflicht wie etwa beim Ultimaker 3 Extended, der ein maximales Bauvolumen von 215 x 215 x 300 Millimeter mitbringt. Daneben hat das Gerät zwei Druckdüsen, mit denen auch zweifarbige Objekte möglich werden, verarbeitet mit Nylon, PLA, ABS, CPE und PVA viele Materialsorten und lässt sich sogar ins drahtgebundene Netzwerk (LAN) integrieren. Der Dual-Extruder hat einen praktischen Mechanismus: Ist eine Düse nicht in Gebrauch, lässt sie sich anheben, damit sie den Druck der anderen Düse nicht stören oder zerstören kann (lift switch). Geräte dieser Art haben immer noch einen stolzen Preis. So kommt das Ultimaker-Modell auf gut 4500 Euro .

Als Alternative zum Schmelzschichtverfahren findet sich besonders im professionellen Umfeld mit der Stereolithografie (SLA) eine weitere Drucktechnik. Das Verfahren verwendet flüssiges Photoploymer-Kunstharz (Resin) als Druckmaterial, das per UV-Laser ausgehärtet wird. Die Flüssigkeit befindet sich in einem Behälter. Das Druckobjekt entsteht kopfüber, die Bauplattform senkt sich von oben in das Becken mit dem Resin.

Wie bei den Kunststoffdruckern baut der SLA-Drucker das Objekt schichtweise auf. Dabei erreicht er derzeit Auflösungen von bis zu 0,025 Millimetern. Nach dem Druck muss das Objekt in einem Alkoholbad liegen und danach mehrere Stunden trocknen und aushärten. Auch das SLA-Gerät nutzt Support-Strukturen und Hilfsplattformen, um Überhänge oder runde Gegenstände zu realisieren. Nach dem Druck ist die einzelne Schicht nicht mehr zu erkennen. Die Oberflächen sind extrem glatt und geschlossen.

Vorreiter bei SLA-Maschinen für den Schreibtisch ist die Firma Formlabs. Inzwischen gibt es mit dem Form 2 einen bereits mehrmals weiterentwickelten 3D-Drucker. Den Vorgänger Form 1+ hatten wir seinerzeit getestet. Die Technik ist sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt nicht ganz billig. Rechnen Sie bei diesem Gerät mit einem Anschaffungspreis von rund 4000 Euro. Dazu kommt das Resin, das mit rund 220 Euro pro Liter zu Buche schlägt.

Innovation 2017: Komplett farbig drucken

In diesem Jahr überraschte der Hersteller XYZ Printing mit einem 3D-Drucker, der komplett farbig drucken kann – dem da Vinci Color . Das Gerät kombiniert den 3D-Kunststoffdruck mit Tintenstrahltechnik. Während das Objekt gedruckt wird, wird gleichzeitig die Oberfläche mit Tinte besprüht. So entstehen tatsächlich bunte Gegenstände. Damit die Tinte in die Kunststoff-Oberfläche einsinken kann, ist ein speziell absorbierendes Material notwendig – CPLA oder Color PLA genannt. Der da Vinci Color kostet rund 3600 Euro – das ist für einen Vollfarb-3D-Drucker sehr günstig.

vielseitiger 3D-Drucker: Ultimaker 2
Vergrößern vielseitiger 3D-Drucker: Ultimaker 2
© Ultimaker

Fazit: Ausprobieren ist Pflicht im 3D-Druck

Bevor Sie sich für ein bestimmtes 3D-Druckermodell entscheiden, probieren Sie es unbedingt aus. Nur so können Sie absehen, ob der 3D-Drucker Ihre Erwartungen erfüllt. Wollen Sie das System perspektivisch erweitern, wählt eine Open-Source-Lösung. Geschlossene Welten wie etwa die von Makerbot funktionieren zwar in ihren Grenzen bequem, lassen sich aber entweder nur schwer oder sehr kostspielig erweitern.

Wir konnten mit eigenen Tests von 3D-Druckern bereits viele Erfahrungen sammeln, die wir in diversen Testberichten zusammengefasst haben. Auch wenn es sich nicht um die aktuellsten 3D-Druckermodelle handelt, finden Sie doch bei der Lektüre praktische Hinweise, die Ihnen die Wahl des richtigen 3D-Druckers erleichtern:

Conrad Renkforce RF1000

BQ Witbox

Formlabs Form 1+

iRapid Black

Makerbot Replicator Fifth Generation und Replicator Mini

Mass Portal Pharao ED

Pearl Freesculpt EX1

Ultimaker 2

XYZ Printing da Vinci 1.0

 

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