152152

Das richtige Objektiv finden

18.04.2009 | 10:09 Uhr | Verena Ottmann

Objektive unterscheiden sich in erster Linie durch ihren Brennweitenbereich. Als Brennweite bezeichnet man die Entfernung, in der parallele Strahlen hinter der Linse in einem Punkt gebündelt werden. Je länger die Brennweite ist, desto enger wird der Bildwinkel und somit der Bildausschnitt. Normalerweise bieten Hersteller ihre SLRs aus dem unteren Preissegment im Kit mit einem Zoomobjektiv an, das ungefähr den Brennweitenbereich 14 bis 45 Millimeter abdeckt. Diese Angabe entspricht jedoch nicht dem von Kompaktkameras bekannten 35-Millimeter-Kleinbildformat!
Hintergrund: Die Bildsensoren von Spiegelreflexkameras sind viel kleiner als ein 35-Millimeter-Kleinbild, daher lassen sich die Angaben der Brennweite nicht ohne Weiteres miteinander vergleichen. Sie müssen die Angaben des Wechselobjektivs zuerst mit dem so genannten Crop- oder Verlängerungsfaktor der DSLR multiplizieren. Er gleicht den Unterschied zum 35-Millimeter-Kleinbild aus.

Objektive: Diese Typen gibt es
Haben Sie die Umrechnungsgrundlage der Brennweite, stellt sich als nächstes die Frage, ob Sie ein Zoom- oder ein Festbrennweiten-Objektiv wollen. Zoomobjektive haben den Vorteil, dass sie hohe Flexibilität bieten. Sie vereinen sozusagen mehrere Objektive in einem, sparen Ihnen dadurch die Schlepperei, Platz in der Tasche und den nervigen Objektivwechsel. Allerdings verzeichnen sie oft stark, was bei Festbrennweiten nicht vorkommt. Festbrennweiten sind außerdem meist lichtstärker, haben aber – wie der Name schon sagt - einen stark begrenzten Brennweitenbereich. Wollen Sie also hauptsächlich auf Partys oder bei Veranstaltungen fotografieren, wo Sie schnell reagieren müssen, sollten Sie zu einem Zoomobjektiv greifen. Bevorzugen Sie Landschaften oder andere Motive, bei denen es vor allem um brillante Farben und erstklassige Bildqualität geht, sollten Sie eine Festbrennweite in Betracht ziehen.

Grundsätzlich lassen sich Festbrennweiten- und Zoomobjektive in drei Gruppen einteilen, wobei ein Zoomobjektiv auch mehrere Bereiche abdecken kann:
Normal- oder Standardobjektive decken eine Brennweite von 50 Millimetern ab. Sie entsprechen in etwa dem Blickwinkel des menschlichen Auges und sind perfekt als Einsteigerobjektive, da sie meist günstig sind, aber dennoch eine hohe optische Leistung bringen. Weitwinkelobjektive bieten eine Brennweite bis 50 Millimeter und liefern große Bildausschnitte, die sich besonders für Landschaften eignen. Objektive mit einer Brennweite unter 20 Millimeter nennt man Superweitwinkelobjektive. Darunter fallen auch die so genannten Fisheye-Objektive, die einen Bildwinkel von 180 Grad besitzen und meistens ein kreisförmiges Bild produzieren. Brennweiten über 50 Millimeter heißen Teleobjektive , ab 300 Millimeter dann Super- oder Ultra-Teleobjektive. Sie eignen sich für Bilder, bei denen der Fotograf vom Motiv weit entfernt ist, es aber gerne heranzoomen möchte.

Blende und Lichtstärke
Neben der Brennweite, die jedoch nichts über die Qualität eines Objektivs aussagt, ist die Lichtstärke ein weiteres wichtiges Kaufkriterium. Sie beschreibt die größtmögliche Blendenöffnung, also den kleinsten Blendenwert. Je weiter sich die Blende öffnen lässt, desto mehr Licht kann auf den Sensor fallen. Das hat den Vorteil, dass Sie auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch Verschlusszeiten bekommen, die Sie aus der Hand halten können. Sehr gute Objektive bieten eine Lichtstärke von f1,8, gute Objektive liegen zwischen f2,0 und f2,4. Hier kommt es allerdings auch auf die Art des Objektivs an. Für ein Telelobjektiv ist eine Anfangsblende von f2,8 beispielsweise sehr gut.
Übrigens: Bei Zoomobjektiven werden oft zwei Werte angegeben, wobei Letzterer sich auf die längstmögliche Brennweite bezieht. Zum Beispiel: Hat ein Objektiv die Lichtstärke 1:3,5 – 5,6, bedeutet das, dass im Weitwinkel- und Normalbereich die Blende f3,5 die größtmögliche ist, im Telebereich dagegen nur f5,6.

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
152152