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DDR4 vs DDR5 RAM im Test mit Intel Core i9-12900K

05.01.2022 | 13:05 Uhr | Sebastian Schenzinger

Mit Alder Lake sind die ersten Prozessoren mit DDR5-Support auf den Markt gekommen. Aber ist DDR5-RAM DDR4-Arbeitsspeicher vorzuziehen? Wir machen den Anwendungs- und Gaming-Test mit Intels Core i9-12900K.

Seit dem 4. November sind Intels Alder Lake Prozessoren erhältlich, die ersten Desktop-CPUs mit Support für DDR5-Arbeitsspeicher. Wir haben unsere Tests des Core i9-12900K (zum Artikel) und des Core i5-12600K (zum Artikel)  nach den offiziellen Spezifikationen mit DDR5-Speicherriegeln bei einem Takt von 4800 MHz durchgeführt. Es sind jedoch auch Z690-Mainboards erhältlich, auf welchen sich DDR4-RAM verbauen lässt. In diesem Artikel erfahren Sie, wie groß die Performance-Differenz zwischen den beiden Speichertypen ausfällt. 

Testsystem im Überblick

Für unsere Tests haben wir von ASUS zwei Z690-Mainboards und von G.Skill jeweils ein DDR4 und ein DDR5 Speicherkit zur Verfügung gestellt bekommen. Für die DDR4 Tests setzen wir auf ein ASUS ROG Strix Z690-A Gaming WIFI D4 (zum Preisvergleich) in Kombination mit einem G.Skill Trident Z Royal Elite Kit mit 4000 MHz bei CL14-15-15-35 (zum Preisvergleich) . Auf der anderen Seite steht ein ASUS ROG Maximus Z690 Hero (zu Preisvergleich) gepaart mit G.Skill Trident Z5 RAM mit 6000 MHz bei CL36-36-36-76 (zum Preisvergleich) . Beide RAM-Kits bestehen aus zwei 16 GB Riegeln und wir betreiben die Testsysteme jeweils einmal mit aktiviertem XMP-Profil und einmal nach offizieller Spezifikation für den Core i9-12900K. Das bedeutet konkret 3200 MHz CL14-14-14-34 für DDR4 und 4800 MHz CL36-36-36-76 für DDR5. Die gesamte Test-Hardware haben wir in der folgende Tabelle für Sie aufgelistet:

Neue Test-Plattform - so prüft PC-WELT Prozessoren auf Herz und Nieren

Hardware

DDR4-System

DDR5-System

CPUs

Intel Core i9-12900K

Mainboard

ASUS ROG Strix Z690-A Gaming WiFi D4

ASUS ROG Maximus Z690 Hero

BIOS

0702  

0702  

BIOS-Settings

RAM 3200 MHz CL14-14-14-34 @ 1,35V und 4000 MHz CL14-15-15-35 @ 1.55V, PL1/PL2 241W & Tau 56sec, Global C-States enabled, BAR-Support, Fans PWM (manual fan curve), ASUS MultiCore Enhancement off

RAM 4800 MHz CL36-36-36-76 @ 1,1V und 6000 MHz CL36-36-36-76 @ 1.3V, PL1/PL2 241W & Tau 56sec, Global C-States enabled, BAR-Support, Fans PWM (manual fan curve), ASUS MultiCore Enhancement off

CPU-Kühler

ASUS ROG Ryujin II 360

Wärmeleitpaste

Thermal Grizzly Kryonaut

Grafikkarte

AMD Radeon RX 6900 XT (2700 MHz Chip, 1,08V, Fast Timings, 2150 MHz VRAM, 115% TDP)

RAM

2x 16 GB G.Skill Trident Z Royal Elite @ 4000 MHz CL14-15-15-35

2x 16 GB G.Skill Tridenz Z5 @ 6000 MHz CL36-36-36-76

System-SSD

Western Digital WD_Black SN850 2 TB

Spiele-SSD

Netzteil

be quiet! Straight Power 11 Platinum 1000W

Benchtable

Lian Li PC-T70X

Monitor

ASUS ROG Swift PG259QNR

Build

Windows 11 Build 22000.282

Testsetup mit ASUS ROG Maximus Z690 Hero Mainboard und G.Skill Trident Z5 DDR5-RAM.
Vergrößern Testsetup mit ASUS ROG Maximus Z690 Hero Mainboard und G.Skill Trident Z5 DDR5-RAM.

Gaming-Test in HD-Auflösung

Los geht es mit den Spiele-Benchmarks bei einer Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten. In dieser Auflösung befinden wir uns meist im CPU-Limit und genau dann machen unterschiedliche Arbeitsspeicherkonfigurationen sich am stärksten bemerkbar. Unser Ausgangspunkt ist das Testsystem mit DDR5-Arbeitsspeicher bei einer Frequenz von 4800 MHz, da wir diese Konfiguration für unsere CPU-Tests verwendet haben. Im Schnitt über alle zwölf Spiele können wir einen Leistungszuwachs zwischen drei und vier Prozent messen, wenn wir das XMP-3.0-Profil aktivieren und den RAM mit 6000 MHz betreiben. Die Konfiguration mit DDR4-Arbeitsspeicher bei 3200 MHz ist indes im Schnitt um sechs Prozent langsamer. Selbst durch eine starke Übertaktung auf 4000 MHz schneidet der DDR4-RAM noch um knapp vier Prozent schlechter ab, aber werfen wir einen Blick auf die detaillierten Messergebnisse:

Assassin's Creed Valhalla und Red Dead Redemption 2 sind zwei Spiele bei uns im Test, bei denen wir quasi gar keinen Einfluss des Arbeitsspeichers auf die Gaming-Performance feststellen können. Zumindest bei den average FPS, das 99th Percentile fällt bei der Verwendung von DDR5 sogar etwas niedriger aus. Ein gutes Gegenbeispiel ist Hitman 3, welches erfahrungsgemäß stark vom Arbeitsspeicher profitiert. Zwischen DDR4-3200 und DDR5-6000 liegen gute 18 Prozent Unterschied, DDR4-4000 ist indes genauso schnell wie DDR5-4800, wobei auch hier das 99th Percentile beim DDR5-RAM schlechter ausfällt. Den größten Unterschied können wir in A Total War Sage Troy messen. Dieser beträgt zwischen DDR4-3200 und DDR5-4800 satte 28 Prozent. DDR5-6000 baut den Vorsprung sogar auf 40 Prozent aus. Weitere Spiele, die recht stark vom DDR5-RAM profitieren sind Cyberpunk 2077, F1 2020 und Watch Dogs Legion. In Battlefield V, Borderlands 3 oder Doom Eternal liegen die Unterschiede dagegen im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Gaming-Test in Full-HD-Auflösung

Bei den realitätsnäheren Gaming-Tests in Full-HD schrumpfen die Performance-Unterschiede deutlich. Das ist auch wenig verwunderlich, da die Grafikkarte so langsam beginnt zu limitieren, weshalb die Leistung der CPU und damit einhergehend des Arbeitsspeichers an Bedeutung verliert. Das führt dazu, dass der Unterschied zwischen DDR4-3200 und DDR5-4800 nur noch bei guten drei Prozent liegt und sich damit halbiert hat. Auch die Übertaktung des Arbeitsspeichers ist bei weitem nicht mehr so effektiv und macht nur noch einen Leistungsunterschied von einem Prozent. Dieser Unterschied ist allenfalls noch messbar, aber definitiv nicht spürbar. Die detaillierten Messergebnisse liefert die folgende Bildergalerie:

In den Spielen Assassin's Creed Valhalla, Borderlands 3, Doom Eternal, Red Dead Redemption 2 und The Disivion 2 lassen sich jetzt quasi keine Performance-Unterschiede mehr feststellen. Der signifikante Vorsprung in A Total War, welchen wir in HD messen konnten, ist in 1080p deutlich geschrumpft und liegt zwischen DDR4 und DDR5 bei guten neun Prozent. Knapp dahinter folgt Cyberpunk 2077, bei welchem die Differenz immerhin noch acht Prozent beträgt. In weiteren Titeln wie Battlefield V, F1 2020, Shadow of the Tomb Raider und Watch Dogs Legion lassen sich noch Unterschiede im Bereich von vier bis sechs Prozent messen. Ob der Arbeitsspeicher dabei übertaktet ist spielt in Full-HD weder beim Einsatz von DDR4 noch von DDR5 RAM eine große Rolle.

Anwendungstests

Als letztes folgen die Anwendungstests aus den unterschiedlichsten Bereichen. Beim De- und entkomprimieren von Dateien mittels 7-Zip lassen sich wie erwartet größere Varianzen messen. Das Testsystem mit DDR5-RAM bei 4800 MHz ist dabei gute 16 Prozent schneller als das Setup mit DDR4 bei 3200 MHz. Durch eine Erhöhung des RAM-Takts auf 6000 MHz lässt sich immerhin noch ein Zuwachs von sechs Prozent messen. In vielen weiteren Tests - namentlich Blender, Cinebench R23, DigiCortex, POV-Ray und V-ray - hat die Wahl des Arbeitsspeichers keine Auswirkungen auf das Endergebnis. Die Abweichung, der von uns ermittelten Scores, liegt immer im Rahmen der Messtoleranz.

Bei der Encodierung eines 4K-Videos in HandBrake lässt sich mit schnellerem Arbeitsspeicher etwas Zeit einsparen, die Unterschiede sind aber auch hier gering. So fällt die benötigte Zeit bei der Verwendung von DDR4-RAM mit 3200 MHz gerade einmal fünf Prozent länger aus als beim Test-Setup mit DDR5-Arbeitsspeicher bei 6000 MHz. Ähnliches gilt für die Bildbearbeitung in DaVinci Resolve, wobei hier der Abstand mit gerade einmal drei Prozent sogar noch kleiner ausfällt. In den Adobe Programmen ist der Unterschied dann schon etwas größer und liegt in Photoshop vom Worst Case zum Best Case bei sieben Prozent. Der auf 4000 MHz übertaktete DDR4-Arbeitsspeicher erzielt indes in etwa das gleiche Ergebnis wie der DDR5-RAM mit dem Standardtakt von 4800 MHz. Am größten - abgesehen von 7-Zip - variieren unsere Messungen schlussendlich in Premiere Pro. Hier liegt der DDR5-6000 immerhin um gute 15 Prozent vor dem DDR4-3200 gute fünf Prozent vor dem DDR5-4800.

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