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CPU-Benchmark 2022: AMD Ryzen oder Intel Core i Prozessor? Der Ranglisten-Vergleich

26.04.2022 | 11:30 Uhr | Sebastian Schenzinger

AMD Ryzen 5000 oder doch lieber Intel Core i 12th Gen? Mit unserem CPU-Vergleichs-Test für 2022 finden Sie den optimalen Prozessor für Ihren Office-, Gaming oder Arbeits-PCs in jedem Preisbereich. Stand: 26.04.2022

Der Prozessor ist die zentrale Recheneinheit - quasi das Herzstück - eines jeden Computers. Jahrelang konnte AMD dem scheinbar übermächtigen Konkurrenten Intel bei Desktop-Prozessoren kaum etwas entgegensetzen - in der Ober- und Mittelklasse regierte der Halbleiter-Riese nach Belieben. Doch mit den Ryzen- und Threadripper-CPUs auf Basis von Zen 2 und Zen 3 hat es AMD tatsächlich geschafft, das Blatt zu wenden und den Erzkonkurrenten Intel in nahezu allen Bereichen zu überholen. Bis zum Release von Alder Lake, denn jetzt ist der Kampf um die Leistungskrone so spannend wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Wir haben die aktuellen Desktop-CPUs von AMD und Intel im Test, um Ihnen die Kaufentscheidung anhand unserer Performance-Messungen zu erleichtern. Einen schnellen Überblick über die derzeit besten CPUs liefert die folgende Bildergalerie:



Neues Test-Setup für 2021/2022

Da unser altes Testverfahren sowohl hardware- als auch softwareseitig überholt war, haben wir Anfang 2021 einen ganz neuen Test-Parcours auf die Beine gestellt. Für die Alder Lake Prozessoren mussten wir dann bereits nachjustieren, da die CPUs aufgrund ihres Hybrid-Aufbaus und des zum Einsatz kommenden Thread Directors unter Windows 11 gemäß Intel besser performen sollen - zu unserem Test . Alle Infos dazu, wie wir CPUs testen und welche Hardware respektive Software dabei zum Einsatz kommt, erläutern wir ausführlich in der Vorstellung unseres Testverfahrens (zum Artikel)

AMD Ryzen 9 5900X im Test auf unserm neuen Benchmark-Setup.
Vergrößern AMD Ryzen 9 5900X im Test auf unserm neuen Benchmark-Setup.

Spiele-Performance der Prozessoren auf einen Blick

In den folgenden Bildergalerien können Sie die durchschnittliche Spielleistung der Prozessoren in HD (1280 x 720 Pixel) unter Windows 10 und Windows 11 finden: 

Bei unseren Spiel-Benchmarks hat sich gezeigt, dass AMD mit den Ryzen 5000 CPUs die jahrelange Dominanz von Intel durchbrechen konnte. Allerdings nur bis zum Release der ersten Alder Lake Prozessoren Anfang November. Bei unseren Tests liegen die drei Intel Prozessoren 12700K, 12900K und 12900KS an der Spitze. Beachtlich ist dabei vor allem, dass der Core i5-12600K (zum Testbericht)  für unter 300 Euro mit den deutlich teureren Spitzenmodellen von AMD mithalten kann. Das gleiche gilt für den Core i5-12400 (zu unserem Testbericht) , welcher mit dem Ryzen 5 5600X  und dem Ryzen 5 5600 (zum Testbericht) konkurriert. Unter Windows 10 fällt die Performance der Hybrid-Prozessoren etwas ab, groß ist der Leistungsverlust aber nicht, wie wir in einem separaten Test (zum Artikel) herausgefunden haben. 

Im Schnitt über die drei Prozessoren i5, i7 und i9 beträgt der Leistungssprung von Rocket Lake auf Alder Lake zwölf bis 14 Prozent. Einen noch deutlich größeren Performance-Zuwachs konnte AMD mit dem Release von Zen 3 verzeichnen. So liegt zum Beispiel der Ryzen 9 5900X ganze 27 Prozent vor dem Ryzen 9 3900X. Das ändert jedoch nichts daran, dass sich das Topmodell von AMD dem Core i9-12900K (zum Testbericht) um rund fünf Prozent geschlagen geben muss, der 12900KS liegt noch einmal knapp davor. Im Einsteigersegment zeigt der Core i3-12100F (zum Testbericht) wie gut sich ein Quad-Core im Jahr 2022 noch schlagen kann. Im Vergleich zum Core i3-10105F liegt der Performance-Gewinn bei über 20 Prozent, womit sich der Vierkerner zwischen dem 3700X und dem 3900X einordnet. 

Da wir uns bewusst sind, dass der Großteil der Gamer in Full-HD zockt, haben wir auch noch praxisnähere Tests in 1080p durchgeführt: 

Durch die höhere Auflösung rutscht das Testfeld deutlich näher zusammen, da die Grafikkarte bereits so langsam zum limitierenden Faktor wird. So beträgt der Abstand vom Spitzenreiter Intel Core i9-12900KS auf den Core i5-10400F nicht länger 51 Prozent sondern nur noch knappe 31 Prozent. An der Spitze ändert sich dadurch nichts, es liegen nach wie vor die drei Alder Lake Prozessoren vorne. Unter Windows 10 kann sich der Ryzen 9 5950X knapp vor den Core i5-12600K schieben und den vierten Platz behaupten. Wie gut auch ältere Prozessoren noch mithalten können, zeigt ein Blick auf den Core i9-10900K, der nur gute acht Prozent hinter der Spitze liegt. Bei den Ryzen 3000 Prozessoren ist der Rückstand mit über 20 Prozent bedeutend größer. Beeindrucken kann auch der Quad-Core 12100F, welcher gerade einmal 20 Prozent hinter der Spitze zurückliegt, für jedoch nur einen Bruchteil der Anschaffungskosten.

Hinweis:  Da wir aus Zeitgründen und dem Mangel von Samples nicht alle älteren Prozessoren nachtesten können, folgt der Vollständigkeitshalber eine Übersicht mit unserem alten Testsystem. Das Ranking kann dabei aufgrund unterschiedlicher Testverfahren variieren. Es zeigt sich zum Beispiel sehr deutlich, dass CPUs mit sechs oder weniger Rechenkernen im prozentualen Vergleich mit dem neuen Testverfahren etwas verloren haben. Das verdeutlicht, dass bei modernen Spielen mehr Rechenkerne immer wichtiger werden.

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Nach vielen Jahren hat es AMD geschafft, die Dominanz von Intel im Gaming-Bereich zu brechen und mit dem Ryzen 9 5900X den schnellsten Gaming-Prozessor zu stellen.
Vergrößern Nach vielen Jahren hat es AMD geschafft, die Dominanz von Intel im Gaming-Bereich zu brechen und mit dem Ryzen 9 5900X den schnellsten Gaming-Prozessor zu stellen.


Single- und Multicore-Leistung im Anwendungstest

Von mehr CPU-Kernen profitieren seit jeher Anwendungen aus dem Multimedia-, Industrie- und Wissenschaftsbereich. Auf diese Weise erfolgt zum Beispiel eine schnellere Verarbeitung von hochaufgelösten Fotos oder Videos. Auch das Verschlüsseln und Komprimieren von Daten geht dank mehreren CPU-Kernen flotter. Folgende Grafik veranschaulicht die durchschnittliche Multithreading-Leistung der Prozessoren aus zehn Anwendungstests:

Hier zeigt sich, dass Intel mit den Alder Lake Prozessoren einen enormen Leistungssprung vollzogen hat. So liegt der Vorsprung des Core i9-12900K auf den Core i9-11900K bei über 50 Prozent. Im Schnitt über alle von uns getesteten Anwendungen liegt der 5950X um knapp vier Prozent vor dem 12900K. Mit dem vorselektierten Core i9-12900KS hat Intel es geschafft hauchdünn die Führung zu übernehmen, die Mehrleistung ist allerdings extrem teuer erkauft. Zwischen dem Ryzen 9 5900X und dem Core i7-12700K beträgt der Abstand sechs Prozent und der Ryzen 7 5800X liefert sich mit dem Core i5-12600K ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Genauso knapp fällt auch der Schlagabtausch zwischen dem Ryzen 5 5600(X) und dem Core i5-12400 aus. 

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Beachtlich ist, dass nicht nur die Multithreading-Performance, sondern auch die Single-Core-Leistung der Zen-3-CPUs und der Alder Lake Prozessoren sehr stark ausfällt. Besonders bei AMD gab es hier einen deutlichen Zuwachs zu verzeichnen. So ist die Single-Core-Leistung von Zen 2 auf Zen 3 im Schnitt um über 20 Prozent gestiegen, womit AMD seit vielen Jahr mal wieder in der Lage war mit Intel zu konkurrieren. Allerdings nur bis zum Release der 12. Core-i-Generation, seitdem liegt der Core i9-12900KS mit einem Abstand von 17 Prozent vor dem Ryzen 9 5950X.

Hinweis: Auch hier liefern wir für eine bessere Gesamtübersicht zusätzlich noch die Messwerte mit unserem alten Testsystem. Die Messergebnisse sind erneut nicht vergleichbar und können aufgrund unterschiedlicher Test-Hardware und -Software voneinander abweichen.

Wenig verwunderlich haben der AMD Ryzen 9 5950X und der Ryzen 9 3950X bei diesen Tests deutlich die Nase vorne, wobei der Ryzen 9 5900X nahezu mit dem alten 16-Kerner mithalten kann. Doch auch die restlichen Prozessoren von AMD verweisen die direkte Konkurrenz von Intel auf ihre Plätze.
Vergrößern Wenig verwunderlich haben der AMD Ryzen 9 5950X und der Ryzen 9 3950X bei diesen Tests deutlich die Nase vorne, wobei der Ryzen 9 5900X nahezu mit dem alten 16-Kerner mithalten kann. Doch auch die restlichen Prozessoren von AMD verweisen die direkte Konkurrenz von Intel auf ihre Plätze.
Nicht nur in den Mutlithreading-Anwendungen, sondern auch in den Single-Core-Tests führen die AMD Prozessoren.
Vergrößern Nicht nur in den Mutlithreading-Anwendungen, sondern auch in den Single-Core-Tests führen die AMD Prozessoren.


Leistungsaufnahme/Effizienz der Prozessoren

Bei jeder neuen CPU-Generation stellt sich die Frage: Haben die Hersteller die Mehrleistung durch eine Verbesserung der Architektur erzielt oder indem sie eine höhere Leistungsaufnahme in Kauf genommen haben. Im Idle oder bei geringer Auslastung sind die Prozessoren mittlerweile alle sehr gut optimiert und nehmen nur noch wenige Watt auf. Aber wie sieht es bei einer Spiele-Session oder einem Rendering-Programm aus? Wir haben uns dieser Frage angenommen und die durchschnittliche Leistungsaufnahme in allen zwölf getesteten Spielen im Schnitt ermittelt. Die Ergebnisse sehen Sie in den folgenden Diagrammen:

Leistungsaufnahme der Prozessoren im Durchschnitt aus 12 Spielen.
Vergrößern Leistungsaufnahme der Prozessoren im Durchschnitt aus 12 Spielen.
Effizienz der Prozessoren im Durchschnitt aus 12 Spielen.
Vergrößern Effizienz der Prozessoren im Durchschnitt aus 12 Spielen.

Im Einsteigersegment lässt sich erkennen, dass die Quad-Cores - wie zu erwarten war - am effizientesten arbeiten. So liegen der Core i3-10100, Core i3-10105F und der Core i3-12100F bei diesen Messungen an der Spitze, hier darf man aber auch nicht vergessen, dass die Gaming-Leistung vergleichsweise niedrig ausfällt. Es folgen drei  Hexa-Cores mit dem Ryzen 5 5600, dem Core i5-10400F und dem Core i5-12400. Knapp dahinter liegt der Core i5-12600K und das ist beachtlich in Anbetracht der Tatsache, dass er in Hinsicht auf die Gaming-Performance mit den aktuellen Topmodellen von AMD mithalten kann. Auch die weiteren Alder Lake Prozessoren zeigen sich durchaus energieeffizient beim Zocken und liegen vor der direkten Konkurrenz. Einzige Ausnahme ist hierbei der Core i9-12900KS welcher sich die letzten Prozent Gaming-Performance mit einer überproportional angestiegenen Leistungsaufnahme erkauft.

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Bei maximaler Auslastung via Prime95 ohne AVX zeigt sich dann, dass die AMD Prozessoren weniger Ansprüche an das Netzteil bei Vollauslastung stellen. Das liegt vor allem an dem harten Powerlimit von 142 Watt, in das alle Ryzen 9 Prozessoren laufen. Dieses Powerlimit gibt den maximalen Verbrauch der AMD Prozessoren an und wird oft fälschlicherweise als Synonym für die TDP verwendet. Ab diesem Wert takten sich die CPUs herunter, um diese Grenze nicht zu überschreiten. Hier lässt sich durch ein manuelles Anheben des Power Limits dann einiges an Zusatzleistung herausholen.

Bei Intel sieht das ganze etwas anders aus. So darf sich der Core i9-12900K bis zu 241 Watt genehmigen, der i7-12700K 190 Watt und der 12600K 150 Watt. An das Limit gelangen die CPUs zwar nur selten, dennoch fällt die Leistungsaufnahme etwas höher als als bei der Konkurrenz, jedoch bedeutend besser als beim Vorgänger Rocket Lake. Bei geringer Auslastung und einer Teillast arbeiten die Alder Lake Prozessoren sogar effizienter als die Modelle von AMD, bei Vollauslastung zeigt sich dann jedoch, dass die letzten Prozent Performance mit einer exponentiell ansteigenden Leistungsaufnahme erkauft worden sind. Das zeigt sich besonders beim Core i9-12900KS der sich selbst ohne AVX bei aktiviertem Adaptive Boost gerne mal bis zu 300 Watt aus der Steckdose zieht. 


Unsere Kaufempfehlungen in jedem Preisbereich

Für viele ist es nicht interessant, welcher Prozessor die meiste Leistung für das entsprechende Aufgabenfeld mit sich bringt, sondern welche CPU das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Im der folgenden Tabelle können Sie unsere Empfehlung finden. Diese basieren nur auf unseren Performance-Messungen sowie den Anschaffungskosten für die Prozessoren, die Mainboard-Preise werden dabei nicht berücksichtigt. Dabei ist es aber durchaus erwähnenswert, dass die Intel B660- oder Z690-Mainboards mit dem Sockel 1700 im Schnitt deutlich teurer sind als B550- oder X570-Hauptplatinen für den AM4-Sockel. Aus diesem Grund kann die Anschaffung eines AMD-Systems günstiger sein als eine Intel-Plattform, obwohl die AMD CPUs teurer sind als die direkten Gegenspieler von Intel. Schlussendlich hängt das aber von Ihrer präferierten Mainboard-Wahl ab.

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Preisbereich

Unsere Empfehlung

Vergleichbare Performance

UVP

Aktueller Bestpreis (26.04.2022)

günstigstes Angebot

bis 100 Euro

Intel Core i3-10100F  

n.a.  

110€  

ab 71€

Mindfactory

bis 125 Euro  

Intel Core i3-12100F

n.a.  

110€  

ab 106€  

Mindfactory    

bis 150 Euro

Intel Core i5-11400F  

n.a.  

160€

ab 148€  

Mindfactory

bis 200 Euro

Intel Core i5-12400F

AMD Ryzen 5 5600 (ab 199 Euro)  

179€

ab 176€

Mindfactory    

bis 300 Euro

Intel Core i5-12600KF

AMD Ryzen 7 5800X (ab 319 Euro)  

309€  

ab 272€  

Computeruniverse

bis 400 Euro

Intel Core i7-12700KF

AMD Ryzen 9 5900X (ab 399 Euro)  

439€  

ab 398€  

Mindfactory

ab 500 Euro

Intel Core i9-12900KF

AMD Ryzen 7 5800X3D (ab 500 Euro)
AMD Ryzen 9 5950X (ab 519 Euro)  

669€  

ab 533€  

Mindfactory

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