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BMW M4 GT3 Wheel: BMWs erstes eSports-Lenkrad

12.05.2021 | 13:02 Uhr |

BMW erhöht weiter seine Gaming-Investments: Nicht nur hat man mit G2 esports, Cloud 9, SK Telecom T1, Funplus Phoenix und Fnatic Millionen in esports-Teams investiert, jetzt bauen die Münchner professionelle Lenkräder für Rennspiele – mit acht Lagen Kohlefaser, magnetischen Schaltwippen und Kupplungs-Paddles mit doppeltem Hall-Sensor. Das gleiche Lenkrad wird auch im neuen GT3-Rennauto verwendet. Das BMW M4 GT3 Wheel in der Weltpremiere.

Acht Lagen Kohlefaser, magnetische Schaltwippen, beleuchtete 12-Positionen-Drehschalter, benutzerdefinierte Daumen-Encoder und Kupplungspaddles mit doppeltem Hall-Sensor: Das BMW M4 GT3 Wheel sieht nicht nur aus wie ein echtes Motorsport-Lenkrad und fühlt sich so an, es bringt auch all die Profi-Features mit, die es für den esports im Rennspiel-Segment braucht. Magnetische Push-Pull-Schaltwippen ermöglichen es uns etwa, mit beiden Händen hoch- und herunterzuschalten, wie im echten Rennwagen. Und für genau den ist das BMW M4 GT3 Wheel designt. Nicht schlecht staunen wir, als BMW-Pilot Philipp Eng in der Weltpremiere mit einem echten BMW M4 GT3 in den Powerdrift geht, zum Stehen kommt, das Lenkrad aus der Verankerung löst, es lässig nach unten schaukeln lässt. Er setzt sich in BMWs neuen Luxus-Gaming-Seat Fusion SL und steckt das Lenkrad aus seinem BMW-Rennauto in Sekundenbruchteilen an die Basis von Fanatec.

Möglich macht das ein CAN-Bus, der Industriestandard für die Automobilkommunikation, sowie eine Schnellverschlussmechanik für Fanatecs CSL-DD05-Base , die es ermöglicht, das BMW M4 GT Wheel nicht nur auf der Rennstrecke zu nutzen, sondern auch auf dem PC in Titeln wie Assetto Corsa, rFactor undiRacing, aber auch auf der Playstation 5 mit Gran Turismo 7 ab 2022 oder jetzt dem aktuellen Gran Turismo Sport. Eine beeindruckende Melange aus realer und virtueller Welt, die BMW schon seit einigen Jahren anstrebt. Die Münchner haben massiv Budgets in den esports geshiftet und sind Partnerschaften mit fünf der größten esports-Organisationen der Welt eingegangen: G2esports aus Berlin, Cloud 9 aus Los Angeles, Fnatic aus London, FunPlux Phoenix aus Peking und Takers Heimat SK Telecom T1 aus Seoul. Es dürfte wohl das größte Investment sein, das je eine Automobilmarke in den esports gesteckt hat, was auch Stefan Ponikva unterstreicht, Head of BMW Brand Experience Shows & Events: „Auf längere Sicht gesehen, wird der esports unser größter Marketing-Footprint.“

Verschmelzen der Welten: Das Gaming-Lenkrad kommt aus derselben Produktionslinie wie das des echten BMW M4, der gerade noch im Testing für die nächste GT3-Meisterschaft ist.
Vergrößern Verschmelzen der Welten: Das Gaming-Lenkrad kommt aus derselben Produktionslinie wie das des echten BMW M4, der gerade noch im Testing für die nächste GT3-Meisterschaft ist.
© BMW

Die jüngere Generation sei digital-first aufgewachsen, das klassische Fernsehen und die Millionen-Sponsorings für den klassischen Sport liegen zwar weiter im Fokus, etwa Segelrallyes, Golf-und Tennis-Turniere, die BMW sponsert. Oder auch das Engagement im Fußball beim AC Milan. Man will sich aber viel digitaler aufstellen. Sicherlich auch, weil die Einschaltquoten im klassischen Sport eher rückläufig sind, während sie im esports explodieren – 500 Millionen Menschen schauten esports-Turniere im Jahr 2020. 2019 waren es noch 300 Millionen, für 2021 erwartet die Analystenplattform Newzoo 650 Millionen Zuschauer. Bei dem Wachstum sollte die Milliarden-Marke 2025 geknackt werden. Während also Konkurrent Audi 500 Millionen Euro in seine Partnerschaft mit dem FC Bayern investiert, fließt jedem von BMWs esports-Partnern ein siebenstelliger Betrag pro Jahr zu, so schätzt zumindest Forbes - BMW selbst hat die Investment-Höhe bislang nicht kommuniziert. Die Aktivierungen drehen sich vor allem um League of Legends und Rocket League, mit seinem eigenen Hightech-Lenkrad will BMW jetzt stärker in die Community investieren, wo sie ursprünglich herkommen: dem Motorsport. So wurde das BMW M4 G3 Wheel dann auch von BMWs Rennsport-Ingenieuren zusammen mit Fanatec entwickelt, die ebenfalls in München sitzen und seit 1997 als die Besten gelten, wenn es um hochwertige Rennspiel-Lenkräder geht. Das Hightech-Lenkrad, welches auch von BMWs echten Rennsport-Piloten benutzt wird, soll die Verschmelzung von realem und virtuellem Motorsport perfektionieren.

Das BMW M4 GT3 Wheel: Ein Traum für Rennspiel-Profis?

Das Lenkrad wurde von Fanatec in enger Zusammenarbeit mit BMWs Motorsport-Ingenieuren sowie ihren GT3-Piloten entwickelt. Entsprechend ist es sehr robust und für den harten Rennalltag gemacht.
Vergrößern Das Lenkrad wurde von Fanatec in enger Zusammenarbeit mit BMWs Motorsport-Ingenieuren sowie ihren GT3-Piloten entwickelt. Entsprechend ist es sehr robust und für den harten Rennalltag gemacht.
© BMW

Das Lenkrad selbst ist, wie gesagt, aus acht Lagen Kohlefaser geschmiedet, lässt sich also richtig hart anfassen und rumreißen, so wie es der Rennsport braucht. Gummi-Handgriffe sorgen für guten Halt und dass wir bei hartem Drift in die Kurve nicht abrutschen. Diese sind zudem Wasser- und Staub-abweisend. Das BMW-Lenkrad ist mit magnetischen Schaltwippen mit doppelter Wirkung und einer Reihe von Tasten und Reglern ausgestattet, mit denen wir eine Menge Features aktivieren können, die auch im realen GT-Rennsport in den letzten Jahren Einzug erhalten haben: Der FYC-Knopf steht für Full-Yellow-Course, sprich die gelbe Flagge ist draußen und die Fahrer müssen die Geschwindigkeit auf niedrigem Niveau halten. PSL steht für Pit-Speed-Limiter: Eine Linie markiert den Beginn der Boxengasse, nach der eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h erlaubt ist. Um sicherzustellen, dass die Fahrer dieses Limit nicht überschreiten und eine Strafe riskieren, wurde der PSL eingeführt, der automatisch die Geschwindigkeit reguliert.

Das Lenkrad lässt sich über ein Auto-Release-System leicht von der Fanatec-Base abnehmen und zum Beispiel für Turniere einpacken. Oder im BMW M4 GT3 einbauen und damit fahren, was BMW uns bereits gezeigt hat.
Vergrößern Das Lenkrad lässt sich über ein Auto-Release-System leicht von der Fanatec-Base abnehmen und zum Beispiel für Turniere einpacken. Oder im BMW M4 GT3 einbauen und damit fahren, was BMW uns bereits gezeigt hat.
© BMW

Der Heckflügel verfügt über DRS (Drag Reduction System) in Form eines pneumatischen Klappenmechanismus, der den Luftwiderstand des Autos reduziert. Die DRS-Aktivierung, also das Absenken des Heckflügels, hat nur einen Zweck: Die daraus resultierende Höchstgeschwindigkeit soll das Überholen erleichtern . Für seinen Kooperationspartner iRacing geht BMW sogar noch ein Stück weiter und nutzte das virtuelle Auto im Entwicklungsprozess des echten Fahrzeugs. Die Ingenieure von BMW Motorsport stellten den Kollegen von iRacing über 70 GB CAD-Daten, Fotos und alle wichtigen Informationen zur Fahrdynamik des neuen Autos zur Verfügung, um die perfekte Simulation ihres Rennwagens ins Spiel zu bringen.

BMW will weiter im Gaming-Segment wachsen und hat dafür sein erstes Mobiliar – eine luxuriöse Melange aus Gaming-Seat und Designer-Tisch von Sedus namens Fusion SL entwickelt, in dem sich das Lenkrad einfach nach unten wegklappen lässt.
Vergrößern BMW will weiter im Gaming-Segment wachsen und hat dafür sein erstes Mobiliar – eine luxuriöse Melange aus Gaming-Seat und Designer-Tisch von Sedus namens Fusion SL entwickelt, in dem sich das Lenkrad einfach nach unten wegklappen lässt.
© BMW

"Ich finde es extrem cool, dass der BMW M4 GT3 parallel zu seiner eigentlichen Entwicklung auf iRacing vorgestellt wurde. Schließlich bin ich nicht nur ein Vollblut-Rennfahrer, sondern auch ein Vollblut-Sim-Racer", so Philipp Eng, professioneller BMW-Motorsport-Werksfahrer und Alpha-Tester für iRacing. Er war der erste, der mit dem virtuellen BMW M4 GT3 eine Runde drehte, um sicherzustellen, dass die reale Fahrdynamik so genau wie möglich ist. "Als ich zum ersten Mal von der Idee hörte, das BMW M4 GT3 Lenkrad gleichzeitig für den Simulator zu entwickeln, fiel ich aus allen Wolken – und das, weil ich von Anfang an begeistert war", sagt Eng. "Man kann nur den Hut ziehen vor der Vorreiterrolle, die BMW Motorsport und Fanatec hier gemeinsam einnehmen, und dem Mut, ein solches Projekt überhaupt umzusetzen. Ich kenne sowohl die Leute von BMW Motorsport als auch von Fanatec, die an der Entwicklung beteiligt waren, und ich hatte nie einen Zweifel daran, dass sie ein super Lenkrad entwerfen würden. Verglichen mit dem Lenkrad des BMW M6 GT3 zum Beispiel hat das neue eine extrem gute Ergonomie, es liegt sehr viel besser in der Hand.“

Siehe auch:   Aston Martin AMR C01: Luxus-Rennspiel-Cockpit aus Karbon

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