Die Walkman-Software des W850i wurde optisch wie featureseitig rundumerneuert und präsentiert sich jetzt mit flüssigen Flash-Animationen, die iPod-ähnlich die Menüseiten seitlich hin und herscrollen lassen. Statt Orange dominiert jetzt Schwarz das Interface. Neu hinzugekommen ist der Menüpunkt "Alben" samt Anzeige der Coverbilder. Läuft der Player im Hintergrund, zeigt je nach Themenwahl auch das Hauptdisplay Informationen über den gerade laufenden Titel an. Zu den abspielbaren Musikformaten zählen wie immer MP3s aller Spielarten, (e)AAC(+) mit M4A-Endung und auch WMA-Files - allerdings nicht solche, die digitalem Rechtemanagement unterliegen und vom PC aufs Handy kopiert wurden. Musik muss nicht immer digital aufs Handy kommen: auch ein RDS-fähiges UKW-Radio sorgt für Unterhaltung und kann sich bis zu 20 Sender merken. Besondere Neuigkeit: Das Feature TrackID sendet einen zehnsekündigen Mitschnitt des Radioprogramms an eine Gracenote-Musikdatenbank und gibt in ca. 70% aller Fälle vollständige Titelinformationen samt Downloadlocation zurück. Via beiliegendem Klinkenadapter lässt sich gängiges HiFi-Zubehör anschließen. Audiophile werden aber sofort die fehlende Sättigung des Sounds bemerken, die sich auch unter Zuhilfenahme aller Equalizer-Modi nicht in die Wiedergabe hineinmischen will. Der integrierte Lautsprecher unter der Kameralinse klingt zwar relativ laut, schluckt aber unabhängig von den Equalizer-Einstellungen die Bässe.

Die Kamera des W850i nimmt Fotos mit 2 Millionen Pixeln mit einer Fixfokuslinse auf; auf exzellente Makroaufnahmen wie beim K800i muss man also verzichten. Unter guten Lichtverhältnissen erzielt das W850i abzugsreife Fotoqualität, wobei ein stark nachwirkender Schärfungsfilter es mit Details nicht besonders genau nimmt. Überraschend hell fällt die Blitz-LED aus, die auch in absolut abgedunkelten Räumen auf über einen Meter Entfernung Motive sichtbar macht. Fotos können nach der Aufnahme direkt an Google-Blogs gesendet werden, ggf. wird ein neues Blog angelegt und die Zugangsdaten zwecks späterem Zugriff per SMS zurückgeschickt. 16 MB interner Speicher stehen dem Handy ab Werk zur Verfügung, die Nutzung des beiliegenden 1 Gigabyte großen Memory Sticks ist also Pflicht. Umgerechnet auf ein Standard-MP3-File passen so ca. 200-300 Titel aufs Handy.

Musik landet via USB-Datenkabel auf dem W850i; die von Sony Ericsson mitgelieferte Software Disc2Phone sorgt für die Konvertierung ganzer Alben ins MP3-Format. Alternativ kann das W850i auch als Wechselspeicherlaufwerk am PC betrieben werden. Als Drahtlosverbindung steht neben einer fürs Business praktischen Infrarotschnittstelle auch Bluetooth samt aller wichtigen Profile inklusive HID, A2DP und PAN zur Verfügung. Letztgenanntes erlaubt den Betrieb eines sog. ?Private Area Networks?, wobei das W850i die Rolle eines Netzwerkzugangspunkts für andere Geräte wie Notebook oder PDA spielt. Übers UMTS-Netz erreichten wir eine maximale Übertragungsrate von 200kB/s mit dem W850i. Mobile TV-Shows, Videotelefonate und Musikdownloads laufen flüssig und stabil. Als Browser setzt Sony Ericsson ein weiteres Mal auf ACCESS Netfront, der selbst mit der Darstellung aufwändiger HTML-Seiten samt CSS, Cookies und ECMAScript keine Probleme hat. Praktisch: die Ansicht kann um 90° gedreht und 50% herausgezoomt werden, um Webseiten übersichtlich in der Horizontalen betrachten zu können. Von einer Website veröffentlichte RSS-Feeds werden automatisch erkannt und können mit einem einzigen Tastendruck abonniert werden. Der übers Nachrichtenmenü zugängliche Feedreader aktualisiert RSS-Quellen in beliebigen Abständen und stellt auch Bilder und Hyperlinks korrekt dar.

1000 Kontakte können vom W850i verwaltet werden, die Detailtiefe gereicht auch zur Verwaltung von Businesskontakten. Damit man nicht seinen Freundeskreis wegen eines Wasserschadens verliert, lassen sich die Daten auf einem Memorystick sichern, via PC Suite mit Outlook oder dank SyncML auch mit entsprechenden Servern abgleichen. Geburtstage werden auf Wunsch automatisch als jährlich wiederholter Termin in den Kalender übertagen. Sowohl MMS-Editor als auch EMail-Client haben von Sony Ericsson neue Designs verpasst bekommen und verfügen jetzt über neue Toolbars bzw. einen netten Brief-ähnlichen Hintergrund. Der EMail-Client filtert nach wie vor jeglichen HTML-Code aus den Mails heraus, kann dafür aber mit übergroßen Anhängen umgehen. Neben den üblichen Features wie Wecker, Taschenrechner und Notizblock gibt's auch wieder die Sony Ericsson-typischen Fun-Features: Bildverfremdungen samt simpler Collagen nimmt man über den PhotoDJ vor. Eigene Klingeltöne aus Einheitssamples mixt man im MusicDJ und Videos lassen sich - Sie haben es erraten - im VideoDJ rasch zusammenschneiden und per MMS verschicken.

Praxistest: Sony Ericsson W850i
Vergrößern Praxistest: Sony Ericsson W850i
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Mobile Gamer aufgepasst: das ist das Gerät, das Ihr Euch zu Weihnachten wünschen solltet! 1200 Zähler im JBenchmark2-Test übertreffen alles bisher Dagewesene und das schlägt sich auch in der Qualität der Games nieder, die von einer Mascot Capsule 3D- bzw. JSR-kompatibler M3G1.1-Engine Gebrauch machen können. Von den vorinstallierten drei Spielen überzeugte Treasure Towers mit äußerst flüssiger 3D-Grafik in Queransicht.

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